Frage: Christus in Gold

Alles was von Europäern so geprägt wurde
secundus
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Frage: Christus in Gold

Beitrag von secundus » Mo 10.03.03 18:50

habe bei eBay dieses ausgesprochen hübsche Stück entdeckt...
http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?Vie ... 3010797472
...und möchte aus reiner Neugier etwas mehr darüber erfahren.

Ausgiebiges Schmökern bei wildwinds und div. Auktionskatalogen hat als Ergebnis lediglich eine ungefähre Änlichkeit des Motivs auf der Rs. (Kaiser kniet vor Jesus) mit Prägungen unter Michael VIII (1261-1283) und Andronicus II (1282-1328) erbracht. Allerdings ist hier der Stil viel gröber bzw. die Erhaltung schlechter als bei dem eBay-Aangebot.

Da drängt sich als erstes schon mal die Frage auf: ist die Münze überhaupt byzantinischen Ursprungs ?

Und falls ja, wann wurde sie geprägt, was ist das für ein Nominal (3,12gr), usw....

Vielen im Voraus für die Antwort

Gast

Beitrag von Gast » Mo 10.03.03 19:20

@secundus & @all

ganz klar nix Byzanz - eher Venedig bzw. venezianische Kolonien in Dalmatien oder der Ägäis.
Hermes234 ist eigentlich ein ganz Ordentlicher (ich selber habe schon schöne Stücke von ihm gekauft - alle waren im Original besser als im eBay-Scan) - die Münze ist bestimmt echt (und wunderschön!) - Die Goldstücke aus Venedig wurden übrigens im frühen Mittelalter als "Besanter" - also "aus Byzanz stammend" bezeichnet.

Zum Preis kann ich absolut nichts sagen - da gibt es mit Sicherheit in unserer Community irgendwo einen Fachmann - oder ????

Gruß - petzlaff

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mumde
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Beitrag von mumde » Mo 10.03.03 19:35

Byzanz ist falsch, Venedig ist richtig. Dargestellt ist eine Szene, in der der heilige Markus dem knienden Dogen von Venedig die Herzogsfahne überreicht. Links von oben nach unten wird der Heilige als S(anctus) M(arcus) VENETI bezeichnet, an der Fahne sieht man die Buchstaben DVX (= Herzog) von oben nach unten, und der Doge ist rechts genannt: MICHAEL STEN, das ist also Michele Steno, Doge 1400-1413. Der Schrötling ist etwas knapp, so daß nur die unteren Teile der Buchstaben des Dogennamens zu sehen sind. Der Stil des Stückes zeigt, daß es sich nicht um eine damalige Nachprägung aus dem östlichen Mittelmeerraum handeln kann.
Gruß mumde

secundus
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Beitrag von secundus » Mo 10.03.03 19:39

Das ging aber schnell, petzlaff...immer mit einem Ohr am Forum ?

Von "hermes..." habe ich auch so manche Stücke erworben, die nach umsichtiger Reinigung zu den Highlights meiner Sammlung gehören.

Der Moderator möge diesen Thread in das entsprechende Forum verschieben.

secundus
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Beitrag von secundus » Mo 10.03.03 19:51

Hallo mumde,
sei bitte so nett und sage Uns nach Ablauf der Auktion, noch den ungefähren Wert.
Tolles Forum, kompetente Mitglieder -> da kommt man gerne wieder.

Gast

Beitrag von Gast » Di 11.03.03 08:28

Das Stück hat 256 EUR gebracht - und ich verschiebe jetzt nach Mittelalter

Schönen Dienstag - petzlaff

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mumde
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Beitrag von mumde » Di 11.03.03 21:43

Hallo Secundus, der Preis steht nun fest, aber Du wolltest noch etwas über den Wert wissen. Zecchinen der Dogen, die lange regiert und viel geprägt haben (und dazu gehört Michele Steno), bekommt man normalerweise für 150.- bis 200.- Euro in guter Ausprägung und sehr schöner Erhaltung. Seltene Dogen sind teurer, schlecht erhaltene Stücke sind billiger. Zum hier angebotenen Stück: Auffällig ist das schon in der Überschrift genannte Gewicht von 3,12 g. Regulär müßte es etwa 3,5 g wiegen. Der Stempelschnitt ist von sehr gutem Stil (seht Euch nur mal die Köpfe des Heiligen und des Dogen an: Die Gesichter sind perfekt. Und auch die Buchstaben sind korrekt). Deshalb glaube ich nicht an eine Nachprägung aus dem östlichen Mittelmeer, sondern da der Name des Dogen so knapp abgeschnitten ist, hat wohl jemand ein bißchen Gold vom Rand abgeschnitten. Wir haben hier also eine ganz normale Zecchine eines ganz normalen Dogen, aber am Rand beschnitten und mit einem breiten Kratzer am Gesicht des Christus auf der Rückseite. Kein normaler Sammler kauft sowas. Ich würde es nichtmal für 80.- Euro nehmen.
Gruß mumde

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