Antike Silbermünze,aber welche?

Alles was so unter den Römern geprägt wurde.

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zecki
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Antike Silbermünze,aber welche?

Beitrag von zecki » So 06.09.09 19:55

Schönen Abend,

Diese Münze fand die Freundin meines Bruders im Garten beim Bäume pflanzen!

Er schickte mir diese Handy-Bilder,andere gibts leider noch nicht.

Es könnte sich um röm.Repuplik handeln,vielleicht auch keltisch!

Kann jemand was dazu sagen?

Danke im vorraus
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areich
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Beitrag von areich » So 06.09.09 20:33

Eher modern bulgarisch.
Es soll wohl eine ptolemäische Tetradrachme sein.

Ich meine seleukidisch, sowas in der Art:

http://www.forumancientcoins.com/catalo ... &zpg=40980

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Beitrag von nephrurus » So 06.09.09 20:59

ich dachte spontan an einen shekel (Tyros)- aber auch diesen findet man nicht beim Bäumepflanzen - in D-land gleich gar nicht.

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Beitrag von areich » So 06.09.09 21:02

Ich denke da hast Du recht.
Zecki, da Du das jetzt so einfach nicht glauben wirst, ist ja auch ganz natürlich,
liefere mal bitte bessere Bilder nach sowie Größe und Gewicht.

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Beitrag von zecki » So 06.09.09 21:49

Hallo,

Danke erstmal,
Die Münze wurde in Österreich gefunden(Ostgrenze)

Bessere Bilder sobald als möglich

Altamura

Beitrag von Altamura » Fr 11.09.09 21:39

Hallo zusammen,

allein aufgrund dessen, was man da auf den Bildern sieht (bzw. nicht sieht :wink:) würde ich die Münze noch nicht verdammen.
Dann sollen die Kelten ja weit rumgekommen sein, da ist Österreich vielleicht noch drin.
Und beim Bäumepflanzen gräbt man üblicherweise Löcher einer gewissen Tiefe. Wenn man das an der richtigen Stelle tut, dann könnte man schon auf sowas stoßen (obwohl das manchmal die Komponenten einer Geschichte sind, die Mißtrauen erregen; ist aber immer noch besser als "auf dem Dachboden gefunden" :wink:).

Gruß

Altamura

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Beitrag von nephrurus » Fr 11.09.09 22:25

jetzt erklaerst Du bitte noch wie ein shekel aus Tyros
nach Pannonien kommt?

antoninus1
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Beitrag von antoninus1 » Fr 11.09.09 23:18

Ab 6 n. Chr. waren römische Soldaten in dieser Gegend (Carnuntum). Da können auch Einheiten dabei gewesen sein, die zuvor in Judaea stationiert gewesen waren. Dort war der Schekel weit verbreitet und ich denke, dass auch römische Soldaten ihn als Zahlungsmittel verwendet haben.
Gruß,
antoninus1

Altamura

Beitrag von Altamura » Sa 12.09.09 08:55

So ganz ernst hatte ich das eigentlich nicht gemeint, aber auch nicht völlig aus der Luft gegriffen.

Kelten waren in der Antike ja fast im gesamten Mittelmeerraum als Söldner tätig und brachten Münzen von dort auch zurück in ihre Heimat. (Ich war vor ein paar Wochen in Manching. Dort haben sie auf einer Landkarte eingezeichnet, woher in Manching gefundene Münzen stammen. Wenn ich mich da jetzt recht erinnere, dann war sogar auch eine aus Numidien dabei, Massinissa oder sowas. Kelten haben auch für Karthago gekämpft.)
Mein Problem war nur, dass die Prägung der Shekel von Tyros erst um etwa 125 v.Ch. begann, also für die Söldner-Theorie vielleicht ein bisschen spät.
Daneben gab es aber ja auch weitreichende Handelsbeziehungen der Kelten in den Mittelmeerraum, siehe z.B. den Fund des Kraters von Vix ( http://de.wikipedia.org/wiki/F%C3%BCrst ... te_von_Vix ), auch so könnte diese Münze nach Österreich gelangt sein.

Insgesamt also vielleicht nicht sonderlich wahrscheinlich, aber auch nicht unmöglich.

Der Ansatz von antoninus1 ist aber vielleicht doch der näherliegende. Die Shekel wurde bis etwa 55 n.Ch. geprägt, das passt also auch.

Da bräuchten wir eben schärfere Bilder, auf denen sich das Prägejahr identifizieren lässt. Mal schauen, ob die noch kommen :wink:

Gruß

Altamura

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Beitrag von nephrurus » Sa 12.09.09 12:15

antoninus1 hat geschrieben:Ab 6 n. Chr. waren römische Soldaten in dieser Gegend (Carnuntum). Da können auch Einheiten dabei gewesen sein, die zuvor in Judaea stationiert gewesen waren. Dort war der Schekel weit verbreitet und ich denke, dass auch römische Soldaten ihn als Zahlungsmittel verwendet haben.
wers glaubt...

bislang wurde uns auch kein wirklich aussagekräftiges Foto eingestellt. Es sprechen aus meiner Sicht mehr Gründe dagegen- alles andere halte ich für wilde Spekulationen.

Altamura

Beitrag von Altamura » Sa 12.09.09 12:26

Gegen was sprechen die Gründe denn? Wir haben hier zwei Themen, die sollten wir schön auseinander halten:

a) Wäre es eventuell möglich, dass in der Antike eine Münze von Tyros ins heutige Österreich gelangt ist? (Man beachte die vorsichtige Formulierung.)
b) Ist die vorgestellte Münze echt?

Bei diesen beiden Fragen können durchaus unterschiedliche Antworten herauskommen :wink:.

Gruß

Altamura

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Beitrag von beachcomber » Sa 12.09.09 13:23

antwort a) kann man ganz sicher mit ja beantworten!
soldaten wurden versetzt, und sind viel rumgekommen, was für manche händler sicher auch zutrifft.
nur so als beispiel: ich habe vor ein paar jahren hier in portugal ein limes-falsum gefunden - 3000 km von seinem herkunftsort entfernt!
grüsse
frank

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Beitrag von zecki » Sa 12.09.09 14:45

Hallo,

Sorry für die Verspätung,habe die Münze grade begutachtet und festgestellt dass es sich dabei um eine Fälschung handelt.

Werd jetzt trotzdem Bilder machen und dann reinstellen.

Die Münze wiegt 6,4 Gramm.

Danke für die Kommentare!!

Altamura

Beitrag von Altamura » Sa 12.09.09 15:15

Bei diesem Gewicht wäre es dann allenfalls ein Halbschekel gewesen, aber ein etwas leichter.

Woran, zecki, machst Du denn fest, dass es eine Fälschung ist? Würde mich mal interessieren.

Dann fällt mir noch eine interessante Frage ein:
Ist es wahrscheinlicher, beim Bäumepflanzen an der Ostgrenze Österreichs einen echten oder einen falschen Halbschekel auszugraben? :wink:

Gruß

Altamura

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Beitrag von zecki » Sa 12.09.09 21:43

Nabend,

Hier die Bilder
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