Ist der Bayer eine Fälschung ?

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Mynter
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Ist der Bayer eine Fälschung ?

Beitrag von Mynter » Mo 14.09.09 20:03

Als Reichsgold - Neuling habe ich mich in den letzten Wochen verstärkt mit der Fälschungsproblematik beschäftigt, in erster Linie durch das Studieren von Photos und Scans, sowie durch das Durchstöbern diverser Beiträge im Netz.
Heute habe ich in einer Internetauktion diese Kollektion gesehen. Unmittelbar finde ich, dass die bayrische Münze sich augenfällig von den anderen unterscheidet. Ich finde sie wirkt zu neu, zu perfekt, das Portrait erinnert mich an die Ausführung mancher 5 Markstücke aus Gold, die von manchen Anbietern offen als Neuprägung angeboten werden.
Was meint Ihr ?

Viele Grüsse,

Mynter
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chillout
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Beitrag von chillout » Di 15.09.09 17:00

Hallo,
ich bin kein Experte, aber dieser seltsame Glanz wird meines Wissens oft mit Schmidt-Hausmann in Verbindung gebracht.

C.

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Beitrag von Mynter » Di 15.09.09 20:35

Hallo chillout,

ja nicht wahr, genau das hatte ich mir auch gedacht, genauso stelle ich mir einen Hausmann im Vergleich zu ( hoffentlich ) echten Stücken vor. Laut Jaeger tragen zwar sowohl Ludwig II 1874 und sämtliche 20er von Lehmann den Vermerk " F ", aber ich finde, auf dieser Photographie sticht die bayrische Münze besonders hervor.

Grüsse,

Mynter
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Beitrag von chillout » Mi 16.09.09 06:59

Wobei immer zu bedenken bleibt: Selbst ausgewiesene Experten sollen Schwierigkeiten haben, Schmidt-Hausmann zu erkennen. So einfach ists wohl doch nicht.
Andererseits hatte ich vor ein paar Jahren mal einen falschen Goldfünfer aus Sachsen ersteigert. Eine renommierte Händlerin - auch aus Sachsen -hatte sich den freundlicherweise angeschaut, mangels Vergleichstücks jedoch kein Urteil abgeben wollen. Sie sagte nur: Es wird viel zu viel als falsch deklariert.

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Schmidt - Hausmann

Beitrag von Mynter » Mi 16.09.09 08:42

Ja, die Schmidt - Hausmann - Materie ähnelt in gewisser Weise einem Krimi. Wirklich aufschlussreiche Informationen scheint es nicht zu geben, nur Bruchstücke hier und da lassen sich auffinden, ob man sie zu einem Gesammtbild addieren kann, ist unsicher.
Beispiel : Erkennungszeichen. da gibt es auf der einen Seite diejenigen, die nur auf eine Materialanalyse bauen, auf der anderen Seite stehen die, die Neben PP - Optik Merkmale wie Randschrift oder ein flaues Münzbild als sicher es Identifizierungsmerkamlangeben . ?????????? Rein logisch betrachtet schliessen beide Theorien einander aus.
Interessant, was die Händlerin sagte. Möglicherweise ist die Seuche doch nicht so verbreitet ? Mangels verlässlicher Fakten geistert ja momentan sogar der Nachdruck der Gerichtsakte von 1962 durch die I - bäh - Auktionen, die ist sicher vollkommen echt. :D

Grüsse,

Mynter

falschmuenzer
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Beitrag von falschmuenzer » Mi 16.09.09 10:15

Der Bayer gefällt mir auch nicht.

Die Informationen zu Fälschungen sind tatsächlich meist "schwammig". Das liegt aber auch einfach daran, dass niemand von uns (ausser Joppi Hesters :lol: ) die Münzen noch aus eigener Erfahrung im Umlauf kennt.
Außerdem ist das Erkennen von Fälschungen "Herrscherwissen". Gerade die Experten haben sich, zumindestens mir gegenüber, nie auf ein Detail bei der Beurteilung festnageln lassen. Und darüber hinaus gibt es auch viele, die davon überzeugt sind, dass ein breites Wissen über Fälschungen im Endeffekt nur den Fälschern hilft, ihre Machwerke zu verbessern. Nicht ganz unlogisch, wenn ich mir die Schwemme von falschen 5 Mark Stücken aus China, die es auf jedem Flohmarkt zuhauf gibt, anschaue. Nicht auszudenken, wenn die es schaffen, eine Randinschrift anzubringen!

Wie ich meine Stücke bewerte:
Ich kaufe nur welche, die mir gefallen. Auch beim Münzhändler. Auch wenn ich mich damit schon furchtbar unbeliebt gemacht habe.
Ansonsten vermesse und wiege ich. Und unter der Stereolupe kontrolliereich die Prägung. Besonderes Augenmerk lege ich auf die Randperlen und die Federn des Adlers, die bei Fälschungen oft nicht richtig ausgeprägt sind.

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Beitrag von Mynter » Mi 16.09.09 11:16

falschmuenzer hat geschrieben:Das liegt aber auch einfach daran, dass niemand von uns (ausser Joppi Hesters :lol: ) die Münzen noch aus eigener Erfahrung im Umlauf kennt.
Ja, Heesters muss auf jeden Fall am Leben gehalten werden :D :D

Viele Grüsse,

Mynter

Chippi
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Beitrag von Chippi » Mi 16.09.09 19:11

Naja, nicht wirklich, er kam doch erst in den Zwanzigern nach Deutschland. Da ist die Tante unserer Nachbarn brauchbarer, immerhin Jahrgang 1905.

Gruß Chippi
Wurzel hat geschrieben:@ Chippi: Wirklich gute Arbeit! Hiermit wirst du zum Byzantiner ehrenhalber ernannt! ;-)
Münz-Goofy hat geschrieben: Hallo Chippi, wenn du... kannst, wirst Du zusätzlich zum "Ottomanen ehrenhalber" ernannt.

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