Bambusgeld, Laos?

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quisquam
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Bambusgeld, Laos?

Beitrag von quisquam » Mi 30.09.09 20:37

Hallo,

dieses Stück Bambusgeld habe ich vor kurzem aus Neugier gekauft.
Laut Händler soll es aus Laos stammen, auf beiden Seiten sind Schriftzeichen eingebrannt und das Holz scheint maschinen-gesägt und -gebohrt zu sein.

Es wäre schön, wenn mir jemand etwas zu Herkunft, Alter oder Schriftzeichen sagen kann. Jede Information ist willkommen.

Viele Grüße, Stefan
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rati
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Beitrag von rati » Do 01.10.09 00:47

Dies ist ein Bamboo Tallie aus China

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quisquam
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Beitrag von quisquam » Do 01.10.09 16:45

Hallo rati,

danke für die Antwort, mit diesem Begriff lässt sich schon mal einiges ergoogeln.

Gab es solches Bambusgeld nur in China, oder auch in anderen Ländern?

Grüße, Stefan
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chinamul
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Beitrag von chinamul » Fr 02.10.09 15:34

Ich habe mal versucht, die Aufschriften zu entziffern:
拾根 - 斜塘水壮 oder , wobei das letzte Zeichen nicht klar ist.
拾根, "shi gen" = "zehn längliche Gegenstände". Die 10 ist hier ausgeschrieben, wie man das bei Schecks etc. macht, um Fälschungen zu erschweren.
斜塘水 壮 oder , "xie tang shui zhuang (oder zao)" = "abschüssig - Böschung - Wasser - kräftig (bzw. Herd)"
Nun mußt Du mal selbst versuchen, einen Sinn darin zu erkennen.

Gruß

chinamul
Nil tam difficile est, quin quaerendo investigari possit

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quisquam
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Beitrag von quisquam » Fr 02.10.09 16:11

Hallo chinamul,

vielen herzlichen Dank! Dieses Holz ist ja richtig spannend, und wenn es sich am Ende nicht als Geldersatz, sondern als "Wertmarke" für ein Gut welcher Art auch immer herausstellen sollte, dann bin ich auch nicht enttäuscht.

Grüße, Stefan
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Beitrag von diwidat » Fr 02.10.09 16:27

Hallo Stefan,

Diese Tallies sind, nach meinen Informationen von einer alten Koreanerin, eine Art Interimsgeld, das zur Entlohnung von Gelegenheitsarbeiten benutzt wurde.

Die Hafenarbeiter bekamen pro Arbeitseinheit (z.B. einen Sack Reis auf ein Schiff tragen) eine Entlohnung in Form dieser Tallies. Grundgedanke war auch, die Arbeiter von den Kneipen fern zu halten, da sie im Grunde kein "Geld" in den Taschen hatten und den Wirt nicht bezahlen konnten. (bitte jetzt keine Vergleiche mit den heutigen Bankmanagern, die alles mit Krediten finanzierten)

Mehrere Einzelsticks wurden zu eine Einheit zusammen gefasst (hier in diesem Fall 10 Sticks - oder längliche Gegenstände) und bei Arbeitsende gab es richtige entlohnung in Geld.

Mein Freund Xinyu Cao hat auch etwas darüber geschrieben, nachdem er meine Bilder gesehen hat:
(die Tallies der südl. Song Dyn. sind eine ganz andere Story)
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Beitrag von quisquam » Fr 02.10.09 19:48

Hallo diwidat,

auch Dir herzlichen Dank! Es ist schon faszinierend, was es so alles an pecuniären Randgebieten gibt.

Viele Grüße
Stefan
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