Unbekannt
Moderator: Numis-Student
- ischbierra
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Unbekannt
Liebe Forumulaner,
ich bräuchte mal die Hilfe der Griechenfraktion. Das heißt, genaugenommen weiß ich nicht mal sicher, ob das ein Grieche ist. Die Kopfseite ist leicht konvex, die andere Seite plan bis leicht konkav. Das Stück wirkt fast wie Potin. Auf der Vorderseite sehe ich einen Frauenkopf mit Knoten nach rechts; auf der Rückseite sieht es aus wie ein Stier nach rechts. Das Stück wiegt 3,52 gr. und hat einen Durchmesser von 18mm.
Gruß ischbierra
ich bräuchte mal die Hilfe der Griechenfraktion. Das heißt, genaugenommen weiß ich nicht mal sicher, ob das ein Grieche ist. Die Kopfseite ist leicht konvex, die andere Seite plan bis leicht konkav. Das Stück wirkt fast wie Potin. Auf der Vorderseite sehe ich einen Frauenkopf mit Knoten nach rechts; auf der Rückseite sieht es aus wie ein Stier nach rechts. Das Stück wiegt 3,52 gr. und hat einen Durchmesser von 18mm.
Gruß ischbierra
- Atalaya
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Re: Unbekannt
Das dürften Apollon und ein Löwe sein. Aus Milet. BMC 127 oder so
Grüße,
Atalaya
PS:
Γιατί τα σπάσαμε τ’ αγάλματά των,
γιατί τους διώξαμεν απ’ τους ναούς των,
διόλου δεν πέθαναν γι’ αυτό οι θεοί.
Ω γη της Ιωνίας, σένα αγαπούν ακόμη,
σένα η ψυχές των ενθυμούνται ακόμη.
That we’ve broken their statues,
that we’ve driven them out of their temples,
doesn’t mean at all that the gods are dead.
O land of Ionia, they’re still in love with you,
their souls still keep your memory.
...
Konstantinos Kavafis, Ionic.

Grüße,
Atalaya
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- ischbierra (Do 10.06.21 11:56)
Et tant pis pour ceux qui s′étonnent // Et que les autres me pardonnent // Mais les enfants ce sont les mêmes // À Paris ou à Göttingen.
Barbara, 1964.
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- ischbierra
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Re: Unbekannt
Da habe ich aus Apollon glatt eine Apollonia gemacht. Vielen Dank, Atalaya, für den link; das dürfte passen.
Gruß ischbierra
Gruß ischbierra
- Atalaya
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Re: Unbekannt
Gerne 
Herodot 1.142:
These Ionians to whom belongs the Panionion had the fortune to build their cities in the most favourable position for climate and seasons of any men whom we know: for neither the regions above Ionia nor those below, neither those towards the East nor those towards the West, produce the same results as Ionia itself, the regions in the one direction being oppressed by cold and moisture, and those in the other by heat and drought. And these do not use all the same speech, but have four different variations of language. First of their cities on the side of the South lies Miletos, and next to it Myus and Priene.

Herodot 1.142:
These Ionians to whom belongs the Panionion had the fortune to build their cities in the most favourable position for climate and seasons of any men whom we know: for neither the regions above Ionia nor those below, neither those towards the East nor those towards the West, produce the same results as Ionia itself, the regions in the one direction being oppressed by cold and moisture, and those in the other by heat and drought. And these do not use all the same speech, but have four different variations of language. First of their cities on the side of the South lies Miletos, and next to it Myus and Priene.
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Re: Unbekannt
Ein bisschen lässt sich das noch weiter eingrenzen

Die Standardliteratur zu den hellenistischen Münzen aus Milet ist nach wie vor Barbara Deppert-Lippitz, "Die Münzprägung Milets vom Vierten bis Ersten Jahrhundert V. Chr.", Aarau 1984.
Den Perlkreis um den Apollokopf gibt es dort nur in einer Zeit, die Deppert-Lippitz Periode VI nennt und mit "ca. 175 - 86/5 v.Chr." datiert. Sie führt 17 Magistratennamen (die unter dem Löwen stehen), teilweise ohne und teilweise mit Monogrammen neben dem Löwen auf.
Den Magistratennamen kann man auf der Münze hier nicht mehr vollständig lesen, aber der erste Buchstabe sieht wie ein Sigma aus. Falls das richtig ist (Du kannst ja mal ganz genau hinschauen

https://www.acsearch.info/search.html?id=7137269
https://gallica.bnf.fr/ark:/12148/btv1b10329887p
Vom Kranz, der um den Löwen herum laufen müsste, sieht man auf der Münze hier zwar nichts, der Rand ist aber schon ziemlich wegkorrodiert, ein Kranz könnte da schon noch hin passen

Um die Sache zu verkomplizieren, gibt es noch eine Besprechung des Buchs von D-L durch Philip Kinns, "The Coinage of Miletus", NC Vol. 146, 1986, S. 233-260. Kinns liefert noch ein paar Magistratennamen nach, ein weiterer aus der Periode VI mit Sigma am Anfang ist aber nicht dabei.
Allerdings datiert Kinns diese Periode VI mit "The Apollo/ lion bronzes with wreathed reverse (D-L 766-924) are mostly securely dated within the second and third quarters of the second century ...".
Das gäbe es übrigens auch auf Deutsch

Gruß
Altamura
- Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Altamura2 für den Beitrag (Insgesamt 2):
- Atalaya (Do 10.06.21 17:42) • ischbierra (Do 10.06.21 18:16)
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Re: Unbekannt
Genau so muss das laufen. Hatte ich gerade nicht zu Hand
.
Danke, hatte ich vergeblich gesucht.
Warum es keine deutsche Herodot-Übersetzung in einer vernünftigen Online-Version gibt, ist mir ein Rätsel. Die Bibel gibts in zig Versionen, aber nada beim Vater der Geschichtsschreibung
. Dabei ist er so unterhaltsam.
Schönen Abend in die Runde,
Atalaya

Altamura2 hat geschrieben: ↑Do 10.06.21 17:37
Das gäbe es übrigens auch auf Deutsch: https://www.digitale-sammlungen.de/de/v ... 6?page=6,7
Danke, hatte ich vergeblich gesucht.
Warum es keine deutsche Herodot-Übersetzung in einer vernünftigen Online-Version gibt, ist mir ein Rätsel. Die Bibel gibts in zig Versionen, aber nada beim Vater der Geschichtsschreibung


Schönen Abend in die Runde,
Atalaya
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- ischbierra
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Re: Unbekannt
Hallo Altamura,
auch Dir herzlichen Dank für Deine Erläuterungen. Ja, mit viel Phantasie könnte der erste Buchstabe ein Sigma sein und einen Kranz könnte es auch gegeben haben. Nehmen wir es mal so.
auch Dir herzlichen Dank für Deine Erläuterungen. Ja, mit viel Phantasie könnte der erste Buchstabe ein Sigma sein und einen Kranz könnte es auch gegeben haben. Nehmen wir es mal so.
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Re: Unbekannt
Kann jeder sagen

Vielleicht weil einfach mehr Leute an die Bibel glauben als an Herodot

Gruß
Altamura
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