Haken auf dem Feldzeichen

Alles was so unter den Römern geprägt wurde.

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Peter43
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Haken auf dem Feldzeichen

Beitrag von Peter43 » Do 03.01.08 18:12

Hallo!

Wir haben im Forum mehrere Mitglieder, die sich mit dem römischen Heer und seiner Bewaffnung auskennen. Ich hoffe, daß mir einer von ihnen helfen kann. Hier habe ich eine Münze von Macrinus aus Nikopolis ad Istrum, geprägt unter dem consularischen Legaten Marcus Claudius Agrippa:

Macrinus, 217-218
AE 27, 11.48g
Av.: AV K OPPEL CE - VE MAKRINOC
Büste mit Kettenhemd, belorbeert, n.r.
Rv.: VP AGRIPPA.NIKOPOLITWN / PROC ICT
Adler mit gespreizten Flügeln, n.l. stehend, Kopf n.r. gewendet, auf einem girlandengeschmückten Altar zwischen zwei Feldzeichen
Ref.: AMNG I/1, 1714 var. (entspricht der no. 4 aus Kopenhagen; die übliche #1714 hat 'Büste, drapiert und cürassiert, belorbeert, n.r.!'
Varbanov (engl.) 3360 (zitiert fälschlicherweise AMNG 1715 und beschreibt die Rs. als 'Adler mit Kranz im Schnabel'
Selten, fast SS

Die Frage richtet sich nach den hakenähnlichen Gebilden oben auf den Feldzeichen. Oft findet sich da ein Kranz. Hier sehen sie aber eher aus wie ein halber Kranz, oder wie der Fuchsschwanz am Opel Manta! Weiß irgendjemand etwas zu diesen Haken?

Mit freundlichem Gruß
Dateianhänge
nikopolis_macrinus_AMNG1714var.jpg
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goldschatz
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Beitrag von goldschatz » Do 24.01.08 01:52

Hallo peter43,
ich habe hier einen Link gefunden mit einigen römischen Standarten.Die dritte und vierte kommt denen auf deiner Münze schon ziemlich nahe,dennoch sind sie nicht gebogen (vielleicht hilft es dir ja ein wenig).

http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:Roman_Standards.jpg

Meine Idee wäre ja,dass es sich um eine Art Enterhaken handeln könnte und die Standarte dann von einer römischen Marineeinheit stammt.

Wäre es auch möglich,dass aus einem bestimmten Grund,kein Ehrenzeichen auf den Standarten aufgepflanzt ist?Eventuell aufgrund einer verlorenen Schlacht oder ähnliches?

Ich hoffe dir einen kleinen Denkanstoss gegeben zu haben und dass meine Ideen nicht ganz absurd sind.

Gruß goldschatz

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tilos
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Beitrag von tilos » Do 24.01.08 08:44

Nur so eine Idee: Könnten das zwei stark stilisierte Adlerköpfe sein? Es gibt ja auch die Darstellungen mit zwei auf den Feldzeichen sitzenden Greifvögeln.

Gruß
Tilos

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Beitrag von goldschatz » Do 24.01.08 09:37

@tilos
Das könnte natürlich auch sein.Verglichen mit dem Kopf des Adlers,weisen die beiden Haken starke Ähnlichkeit auf.
goldschatz

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Beitrag von goldschatz » Do 24.01.08 10:27

Ich bin bei dem berüchtigten Auktionshaus auf eine Münze gestoßen,die ebenfalls "Feldzeichen mit Haken" zeigt.

http://cgi.ebay.de/Roman-Coin-Elagabalu ... dZViewItem

Ich würde ausschließen,dass auf den Haken evtl. mal ein Adler o.ä. als Ehrenzeichen aufgesteckt war,da neben den beiden Hakenfeldzeichen noch zwei Feldzeichen mit Adlern stehen.Es muss also Unterschiede geben.

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Beitrag von tilos » Do 24.01.08 12:42

goldschatz hat geschrieben:Ich bin bei dem berüchtigten Auktionshaus auf eine Münze gestoßen,die ebenfalls "Feldzeichen mit Haken" zeigt.

http://cgi.ebay.de/Roman-Coin-Elagabalu ... dZViewItem

Ich würde ausschließen,dass auf den Haken evtl. mal ein Adler o.ä. als Ehrenzeichen aufgesteckt war,da neben den beiden Hakenfeldzeichen noch zwei Feldzeichen mit Adlern stehen.Es muss also Unterschiede geben.
Die oberen Zeichen auf "Deiner" Münze könnten aber auch die besagten Kränze darstellen?
Gruß
Tilos

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Beitrag von goldschatz » Do 24.01.08 13:14

@tilos
Wenn es Kränze wären,dann würden die Ringe doch normalerweise völlig geschlossen sein oder?
In diesem Fall sieht man noch ziemlich deutlich,dass eine kleine Lücke vorhanden ist,sodass es wie ein Haken aussieht.
Könnte aber evtl. auch stempelbedingt sein.
Habe mal versucht die besagte Stelle zu vergrößern.Die rechte Standarte weist eindeutig eine kleine Lücke auf.
Dateianhänge
373c_1.jpg

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Beitrag von Oktavenspringer » Do 24.01.08 15:55

Hallo Forumsfreunde,

hier ein Auszug aus dem Münzen-Lexikon:
Die Feldzeichen-Stangen waren mit Ehrenzeichen, u.a. mit Bändern, Kränzen, Sternen, Halbmonden, Phalerae (runde Zierscheiben), Torques (Ringe, Girlanden) und manchmal auch mit dem Wappen der Legion verziert.

Auf Peters Provinzrömer - ein klasse Stück - ist der Aufsatz der Feldzeichenstange als Haken dargestellt, bei dem es sich möglicherweise um diesen Torques handeln könnte, einen nicht geschlossener Ring mit verdickten Enden, den die Kelten in Gallien früher als eine Art Halsring trugen. Nach Siegen über die Kelten stellten die Römer die Torques als Beutestücke und Siegessymbole aus.

Allerdings muss ich hinzufügen, dass die Haken auf Peters Stück keine verdickten Enden haben!?

Hier seht selbst nach, ich konnte die Graphik leider nicht öffnen:

http://www.muenzen-lexikon.de/lexikon/s/ps189.html

Freundlichst
Oktavenspringer

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Beitrag von Pflock » Do 24.01.08 18:34

Ich meine zu erkennen, daß die "Haken" aus mehreren Segmenten (Kugeln?) bestehen. Könnte es eine Pflanze darstellen?
Gruß Pflock

Ich sammel Münzen und Medaillen aus Mühlhausen in Thüringen, vom Mittelalter bis heute.
Freue mich immer über Angebote.
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Beitrag von Peter43 » Mo 28.01.08 22:11

Vielen Dank an alle, die Vorschläge gemacht haben! Aber wie ihr selbst gesehen habt, ist die überzeugend richtige noch nicht darunter. Mal sehen, ob ich noch etwas anderes finde!

Mit freundlichem Gruß
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Beitrag von Lemur » Mo 28.01.08 23:48

Einige Anregungen zum"Haken".Wie Pflock schon bemerkte scheint jener aus mehreren Segmenten zu bestehen und ich fühle mich spontan an das Horn eines Tieres erinnert.
Die Legio I Flavia Minervia(Pia Fidelis Domitiana) führt als Tierbild den Widder!
Diese (Bonner)Legion war mehrfach,sowohl als Ganzes als auch in Teilen(vexilatio) im Osten des Reichs im Einsatz.(u.a.gegenDaker unter Trajan -vexilatio, 161gegen Parther sowie in den Markomannenkriegen unter Marc Aurel).Damit wäre eine Verbindung zu Nikopolis(als Etappe?)durchaus möglich.
Allerdings galt die I Minervia meiner Erinnerung nach als Severertreu was ihr Erscheinen auf einer Münze des Macrinus zwar nicht völlig widerlegt aber doch eher unwahrscheinlich macht.Meine Frage dazu wäre inwieweit die lokalen Münzbeamten von Nikopolis solche politisch/militärischen "Feinheiten"unterscheiden konnten(wollten)?
In der Hoffnung nicht zu weiterer Verwirrung beigetragen zu haben
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...das ganze Mee`volle`´öme`.

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Beitrag von Homer J. Simpson » Di 29.01.08 00:33

Im Gegenteil, ich finde den Gedanken sehr gut; ein Tierhorn käme evtl. am ehesten hin. Das erinnert mich an die Münzen des Tryphon mit dem Horn der kretischen Ziege oder so ähnlich am Helm:

http://www.coinarchives.com/a/lotviewer ... 41&Lot=796

Viele Grüße,

Homer
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Beitrag von Peter43 » Di 29.01.08 00:36

Horn ist wirklich gut!
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