unbekannte Provinzprägung

Alles was so unter den Römern geprägt wurde.

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tilos
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unbekannte Provinzprägung

Beitrag von tilos » Mi 03.09.08 18:15

Der letzte Provinzler für heute (wildwinds geht bei mir immer noch nicht):

AE 18mm / 3,3g

Büste n.r.
KΛHTON OЄONCYN

Büste der Tyche n.r.
MH N OЄANP.

Die Leg. habe ich vermutl. nicht ganz exakt entziffert.

Wer kennt diese Prägung?

Gruß
Tilos
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P1030374.JPG
P1030379.JPG

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areich
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Beitrag von areich » Mi 03.09.08 19:20

Die sind häufig:
Büste des röm. Senat/ Büste der Roma. Aus Pergamon obwohl da neuerdings dran gezweifelt wird (dafür habe ich keine Quelle, habe es nur irgendwo gelesen).

Andreas

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Beitrag von Peter43 » Mi 03.09.08 20:09

Vs. QEON CYN - KLHTON, den göttlichen Senat (Akk.)
Rs. QEAN [RO] - MHN, die göttliche Roma (Akk.)

Mit freundlichem Gruß
Omnes vulnerant, ultima necat.

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tilos
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Beitrag von tilos » Mi 03.09.08 20:24

Ich danke Euch beiden sehr für die Bestimmungshilfe!
Lässt sich denn der Prägezeitraum ungefähr bestimmen?

Beste Grüße
Tilos

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Beitrag von areich » Mi 03.09.08 20:45

Auf Vcoins findet man mehrfach 40-60, dann 1. Jhd. und sogar 1. bis. 4. Jhd., das allerdings nur einmal.

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tilos
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Beitrag von tilos » Mi 03.09.08 20:54

Danke!

Da werde ich mal 1.Jh. nehmen.

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areich
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Beitrag von areich » Mi 03.09.08 21:33

Du kannst ja mal bei Coinarchives suchen, da finden sich manchmal relativ ausführliche Informationen.

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Beitrag von Pscipio » Do 04.09.08 12:06

2. Hälfte 1. Jh. kommt meines Erachtens am ehesten hin.
Nata vimpi curmi da.

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Beitrag von tilos » Do 04.09.08 18:44

Ich hatte mich nach der Recherche für "unter Claudius" entschieden - vielleicht doch etwas voreilig?

Gruß
Tilos

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Beitrag von Pscipio » Fr 05.09.08 07:20

Die Datierung von pseudo-autonomen Münzen ist oft schwierig. Zwar mag es enttäuschend sein, wenn manche Referenzwerke z.B. nur 1. oder gar 1.-3. Jh. n. Chr. hinschreiben, oftmals ist dies aber ehrlicher als die spekulative Zuweisung zu einer bestimmten Regierungszeit (da spielt wohl ab und zu die Gewohnheit und das Wunschdenken "römischer" Numismatiker eine Rolle, gilt bei imperialen Münzen doch bereits eine Zuweisung zu einer Regierungszeit als eher ungenaue Datierung), jedenfalls sofern nicht gewichtige Gründe, z.B. Stempelverbindungen oder Magistratsnamen, für letzteres sprechen. Ich kenne keine solchen Gründe, weshalb obige Münze nur unter Claudius geprägt worden sein kann, lasse mich aber gerne eines besseren belehren. Forni datiert diese Stücke in seinem Artikel zu den Synkletosprägungen auf Ende 1. bis Mitte 2. Jh. n. Chr.

Gruss, Pscipio
Nata vimpi curmi da.

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Beitrag von Chandragupta » Fr 05.09.08 08:17

Pscipio hat geschrieben:spekulative Zuweisung zu einer bestimmten Regierungszeit (da spielt wohl ab und zu die Gewohnheit und das Wunschdenken "römischer" Numismatiker eine Rolle, gilt bei imperialen Münzen doch bereits eine Zuweisung zu einer Regierungszeit als eher ungenaue Datierung), jedenfalls sofern nicht gewichtige Gründe, z.B. Stempelverbindungen oder Magistratsnamen, für letzteres sprechen.
Im Grundsatz d'accord - aber gerade im 3. Jh. ist es allein aufgrund des Stiles vieler pseudoautonomer Prägungen durchaus möglich, manche Serien recht genau zu datieren; z.B. die häufigen (aber trotzdem m.E. sehr interessanten) pseudoautonomen Stücke von Alexandria Troas in die Zeit von Valerian/Gallienus:
http://www.coinarchives.com/a/lotviewer ... 288&Lot=95

Zum Vergleich ein Stück mit Porträt - völlig gleicher Stil wie oben:
http://www.coinarchives.com/a/lotviewer ... 82&Lot=422

PS: Die Datierung des Stückes ganz oben im Thread ist mit "Ende 1. bis Mitte 2. Jh." m.E. schon ziemlich genau. Ich würde aus dem Bauch heraus auch Ende 2. Jh. stilistisch durchaus noch für möglich halten. 3. Jh. scheidet aber in der Tat komplett aus.
Numismatische Grüße,

Euer Chandra

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Beitrag von Pscipio » Fr 05.09.08 09:01

Die pseudo-autonomen Prägungen der Stadt Alexandria Troas sind allerdings keineswegs nur zur Zeit von Valerian und Gallienus geprägt worden.

Im übrigen habe ich oben bewusst eingeschränkt: wenn keine triftigen Gründe vorliegen. Das schliesst Stil, Stempel- und Typenverbindungen, Magistratsnamen, Buchstabenformen, Legendenänderungen und anderes mit ein, welches zur Datierung von pseudo-autonomen Stücken verwendet werden kann. Man soll mich also bitte nicht falsch verstehen; ich bin nicht der Ansicht, dass pseudo-autonome überhaupt nicht genauer datiert werden können, aber ich mahne zur Vorsicht beim Abschreiben von Datierungen aus Referenzwerken, gerade bei SNG-Bänden.

Bei der Münze von tilos würde ich eine Datierung auf Ende des 2. Jahrhunderts n. Chr. vom Stil her nicht unterstützen.

Gruss, Pscipio
Nata vimpi curmi da.

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Beitrag von tilos » Fr 05.09.08 16:46

Richtig vermutet, das mit dem Claudius war nur abgeschrieben. Ich werde das jetzt wieder - im o.g. Sinne - weiter fassen.

Danke Euch!
Gruß
Tilos

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