Follis, Licinius I

Alles was so unter den Römern geprägt wurde.

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klosterschueler
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Follis, Licinius I

Beitrag von klosterschueler » Fr 21.12.07 18:24

Liebe Numismatikfreunde!

Bei uns Seglern würde man einen Frischling wie mich ein "Seebaby" nennen.
Könntet ihr mir bitte helfen, den Kaiser zu identifizieren, dann komme ich schon weiter (hoff ich halt).
Und auch das Gewicht möchte ich euch nicht vorenthalten (3,05g)
Und wenn's kein Antonian ist - bitte um Nachsicht.

Euer Klosterschüler
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Antonianus.jpg
Zuletzt geändert von klosterschueler am Fr 21.12.07 18:49, insgesamt 2-mal geändert.
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richard55-47
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Beitrag von richard55-47 » Fr 21.12.07 18:40

Licinius I, von Constantinus I 324 endgültig vertrieben.

Kein Antoninian, sondern ein Follis (Antoniniane und Denare wurden nach der Münzreform des Diocletianus nicht mehr geprägt, Denare waren nur noch eine Recheneinheit, vergleichbar dem Euro vor seiner Einführung als Währung für creti und pleti).

IMP LIC LICINIUS PF AUG
IOVI CONSERVATORI
Iuppiter n. l., hält Victorine
Münzstätte Siscia
Kampmann 132.46 RIC weiß ich nicht.
do ut des.

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klosterschueler
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Beitrag von klosterschueler » Fr 21.12.07 18:43

Hallo richard55-47!

Vielen herzlichen Dank für Deine Hilfe.

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helcaraxe
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Beitrag von helcaraxe » Fr 21.12.07 19:38

Hallo Klosterschüler!

Noch eine Ergänzungen:

Das RIC-Zitat müsste sein RIC VII, Siscia 8
(also Band sieben, in dem jede Münzstätte ihre eigene Numerierung hat).
Die Häufigkeit ist dort mit "scarce" angegeben, was man am besten mit "nicht häufig" übersetzt - also seltener als "common/häufig" und häufiger als "rare/selten" - klar soweit? Also immerhin kein ganz häufiges Stück.

Den Büstentyp des Licinius beschreibt man als "belorbeerter Kopf n. re." Sonderbüsten (etwa mit bestimmen Utensilien wie Speer oder Schild usw.) sind bei vielen Typen gesuchte und seltene Varianten und können viel vom Preis ausmachen.

Geprägt wurde das Münzlein übrigens 313-315 n. Chr. Das kann man aus der Abfolge der Beizeichen, sowie aus der Zusammensetzung von Hortfunden etc. schließen. Bei den Römern lässt sich oft viel genauer als im Mittelalter festlegen, wann eine Münze geprägt ist... ;-)

Das A rechts im Feld steht übrigens für Offizin A, also die erste Werkstatt in dieser Münzsstätte. Das wurde u. a. zur Qualitätskontrolle ab etwa Gallienus zunehmend auf den Münzen vermerkt - so ähnlich wie noch/wieder heute auf unseren deutschen Euromünzen... ;-)

So, und jetzt weiß ich auch nicht mehr.... Ich hoffe, ich konnte Dir helfen oder wenigstens ein paar interessante Dinge schreiben...
Viele Grüße
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Beitrag von klosterschueler » Fr 21.12.07 20:08

Hallo helcaraxe!

Vielen Dank für Deine Zusatzinfo.
Was die Genauigkeit der Römer betrifft: Das hat mir der Leiter des Münzkbinettes auch berichtet, dass a) römische Münzen sehr genau datiert werden können und b) Münzen umgekehrt die Datierung von Funden sehr erleichtern.

Danke dir herzlichst
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Beitrag von icedark » Fr 21.12.07 21:17

wie ist es denn mit antoninianen zu diocletians herrschaft. er hat doch welche geprägt??? als ich habe da einen von ihm, sind denn diese selten??

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Beitrag von helcaraxe » Fr 21.12.07 21:23

Ja, er hat noch welche geprägt, genauso wie die zu seiner Zeit der Tetrarchie ebenfalls herrschenden Mitkaiser, wie zum Beispiel Maximianus. Man kann nicht sagen, dass diese per se selten wären. Übrigens darf man sie nicht mit den Postreform-Radiati verwechseln, die auch eine Strahlenkrone zeigen, aber keine Antoniniane mehr sind.
Viele Grüße
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Beitrag von richard55-47 » Fr 21.12.07 22:02

Ich glaube nicht, dass nach der Münzreform Denare/Antoniniane geprägt wurden.
http://sammler.com/mz/rom5.htm
do ut des.

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Beitrag von icedark » Fr 21.12.07 23:01

radiati??? hmm höre zum ersten mal von diesen.
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Beitrag von richard55-47 » Fr 21.12.07 23:13

Da wurde schon mal drüber gesprochen:

http://www.numismatikforum.de/ftopic22674.html

Was ein radiatus ist, hat sich mir da aber auch nicht erschlossen (dbddhkpsav).
do ut des.

hjk
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Beitrag von hjk » Sa 22.12.07 01:17

dbddhkp - ist ja sogar mir klar. aber was bedeutet sav ???

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Beitrag von Homer J. Simpson » Sa 22.12.07 10:10

Selbst Aspirin versagt.

Meine persönliche Meinung ist übrigens, daß die Postreform-Radiati (die Vorderseiten schauen wie Antoniniane aus, auf der Rs. hat der häufigste Typ Concordia Militum und zwischen den beiden Figuren zwei Buchstaben wie z.B. HB oder KA für die Mzst. Heracles oder Cyzicus und die Offizina; das Kürzel XXI taucht nicht mehr auf) wertgleiche Nachfolger der Antoniniane waren und längere Zeit mit diesen und den Folles umliefen (wertgleich, da man sonst sicher das Design verändert hätte, um die Leute nicht zu verwirren). Die Antoniniane müssen nach der Reform von 294 weiter umgelaufen sein, da die Follesprägung nur sehr langsam anlief. Wie viele Folles habt Ihr in der Samlung, die RIC in die Jahre 294-296 datiert??

Viele Grüße,

Homer
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