Hilfe bei der Münzbestimmung

Alles was so unter den Römern geprägt wurde.

Moderator: Homer J. Simpson

Sebi
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Hilfe bei der Münzbestimmung

Beitrag von Sebi » So 07.12.08 14:54

Hallo zusammen,

ich bin selbst kein besonders großer Münzexperte, mein Großvater hat allerdings realtiv viel gesammelt. Ich habe von ihm einige römische Münzen bekommen, bei denen ich allerdings nicht sicher bin, ob diese etwas wert sind oder nicht.

Vielleicht haben Sie ein paar Hinweise für mich, ich wäre Ihnen dankbar. Ich verkaufe relativ viel online, d.h. für mich wäre auch interessant zu wissen, wieviel bei eBay, Tamundo und Co. dafür zu erzielen wäre. Ich bin mir aber auch nicht sicher, ob ich sie überhaupt verkaufen möchte, schleßlich hängt doch die ein oder andere Erinnerung daran...

Wenn niemand Bescheid weiß, vielleicht kennt jemand einen Münzexperten aus dem Raum Göttingen, der auf antike Münzen spezialisiert ist?

Beste Dank für die Hilfe.

Sebi
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drakenumi1
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Beitrag von drakenumi1 » So 07.12.08 15:18

Hallo, Sebi,
Das zweite Stück sieht recht interessant aus: Es soll ein Solidus (Gold!) des Kaisers Theodosius II. (402-450 n. Chr.) des röm. Ostreiches sein. Wenn es dann Gold ist. Wäre es echt, und keine Fälschung, könnten da schon 300....500 Euro drin sein.
Zur Begutachtung der Echtheit braucht man zuerst einmal das Gewicht (eine Stelle hinter dem Komma) und dann ein scharfes und wesentlich größeres Bild. Dann können wir mehr sagen. Kannst Du das bewerkstelligen?

Grüße von

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Beitrag von Sebi » So 07.12.08 15:22

Hallo drakenumi,

das ging schnell ;-) Ich würde gern ein größeres Bild hochladen (ich musste das hier stark verkleinern), allerdings versuche ich es gleich nocheinmal.. Ich werde mal wiegen, aber mit nachkommastele werde ich wohl erst am montag hinbekommen..

Viele Grüße,

Sebi

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Gößeres Foto

Beitrag von Sebi » So 07.12.08 15:27

Hier nochmal etwas größer...
Danke Ihnen für die Hilfe.
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Sebi
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Beitrag von Sebi » So 07.12.08 15:31

ich habe sie mal auf die Küchenwaage gelegt, sie zeigt vier gramm an, evtl etwas mehr weil sie zwischendurch auf 5 springt aber dann wieder auf vier... Muss also relativ auf der Grenze dazwischen liegen, aber Nachkommastellen geht natürlich damit nicht, sorry.

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drakenumi1
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Beitrag von drakenumi1 » So 07.12.08 15:52

Hallo, Sebi (wir sind hier alle per "Du"),
das ist doch schon was. Das Sollgewicht bei Gold wäre so um 4,4 Gramm.
Bitte die Rückseite auch noch vergrößern. Bis jetzt sieht aus meiner Sicht alles ganz gut aus. Aber ich bin nicht "DER" Experte bei Goldmünzen, hoffen wir auf noch andere Kommentare (oder keinen anderen, - dann war alles Gesagte richtig).

Ich gebe Dir schon mal die vollständige Bezeichnung der Münze:

Solidus
Kaiser Theodosius II.
Vs. D N THEODOSIVS P F AVG. Sein Portrait n. r.
Rs. CONCORDIA AVGG I. Constantinopolis m. Szepter und Victoria auf Thron v. vorne, setzt re. Fuß auf Prora. Kopf n. r.
RIC 202

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Beitrag von Sebi » So 07.12.08 16:03

Sehr gern auch per "Du" ;-)

Das hört sich doch gut an! Ich bin gespannt auf weitere Meinungen, zu ersten Münze hast Du keine Idee, oder drakenumi1?

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chinamul
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Beitrag von chinamul » So 07.12.08 16:08

Bis jetzt klingt das ganz gut und sieht auch ganz vertrauenerweckend aus, was aber noch nicht unbedingt eine Garantie für die Echtheit ist. Dem Bild fehlt außer der Größe leider auch die Schärfe, so daß die Feinstruktur der Oberfläche nicht genau erkennbar ist. Die aber ist ein wichtiges Indiz für die Echtheitsfrage.
Um Dir mal einen Eindruck zu geben, was hier wünschenswert wäre, habe ich mal ein entsprechendes Stück aus meiner Sammlung gescannt. Vielleicht kannst Du ja auch schon durch einen Vergleich meiner Bilder mit Deiner Münze zu einem eigenen vorläufigen Urteil kommen.
Mein Solidus wiegt 4,16 g und ist damit leicht untergewichtig. Normal wäre ein Gewicht von ca. 4,4 g. Wahrscheinlich hat seinerzeit jemand den Rand vorsichtig ein wenig beschnitten, um beim Zahlen mit dem Goldstück das so gewonnene Gold für sich zu behalten.

Gruß

chinamul
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Danke!

Beitrag von Sebi » So 07.12.08 18:05

Hallo zusammen,

danke für die Hilfe bis hierhin...

Ich werde Morgen (im Büro ;-)) mal scannen, ich habe das Gefühl, die Auflösung ist wesentlich besser als beim Foto.

Oder ich mache irgendetwas falsch, denn bei der kleinen Dateigröße bekomme ich das nicht hin..

Ach so, über Info über die zweite Münze freue ich mich natürlich auch sehr. Es geht auch gar nicht so sehr um den Wert, einfach nur Herkunft und evtl Zeit.

Viele Grüße,
Sebi

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Beitrag von Homer J. Simpson » So 07.12.08 18:16

Die kleine Silbermünze ist griechisch, 5.-4. Jahrhundert vor Chr., und kommt aus Kleinasien, wohl Karien (das ist die türkische Küste gegenüber den Inseln Rhodos und Kos). Ob die genaue Münzstätte dieser Stücke bekannt ist, kann ich Dir aus dem Stegreif nicht sagen. Ich schätze, das Stück ist sehr klein (wahrscheinlich um die0,5 Gramm), oder?

Viele Grüße,

Homer
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Beitrag von chinamul » So 07.12.08 18:19

Es erfordert natürlich ein gewisses Maß an Experimenten, bis man wirklich gute Bilder in optimaler Größe ins Forum einstellen kann. Das war bei mir zunächst nicht viel anders. Also: Nicht aufgeben und weiterprobieren, bis es klappt!

Gruß

chinamul
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Beitrag von drakenumi1 » So 07.12.08 18:44

Noch zur Ergänzung der Eckdaten Deines Solidus:
Geprägt in der 8. Offizin der Münzstätte Constantinopel im Zeitraum zw. 408 und 420 n. (siehe "CONOB" im Abschnitt). Damit dürftest Du im Besitz aller wichtigen Eckdaten Deines Theodosius II. sein.

Mit seinem vorgestellten Parallelexemplar entlarvt sich chinamul natürlich als Perfektionist und der dadurch zum Ausdruck gebrachte gewisse Stolz hat seine volle Berechtigung. Da tropfen mir schon ein wenig die Lefzen beim Beifallspenden.... :wink:

Grüße von

drakenumi1
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Beitrag von lockenschneider » So 07.12.08 22:54

Meine meinung :crazyeyes: Münze ist falsch !!!

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Homer J. Simpson
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Beitrag von Homer J. Simpson » So 07.12.08 23:04

Tja, da muß ich sagen, hier hat Lockenschneider den Nagel auf den Kopf getroffen:

http://www.forumancientcoins.com/fakes/ ... ?pos=-4611

zeigt ein stempelgleiches Exemplar, verkauft auf Ebay durch den berüchtigten Fälschungsverkäufer Eftis aus England; der Typ wurde lt. dem Eintrag aus dem Fälschungsarchiv bereits 1977 im Bulletin on Counterfeits publiziert, so daß es durchaus sein kann, daß Dein Opa den schon so lange hatte.

Viele Grüße - und sorry! -,

Homer
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Beitrag von paule84 » Mo 08.12.08 11:08

Hi sebi,

auf sammler.com hat man eine tolle Übersicht vieler (Gold)Münzen und was sie wert seien könnten.

Tamundo bietet sich als Marktplatz nur für Sammeln und Seltenes sicher eher an als ebay,wo die prachtstücke gerne mal unter kommerziellem müll untergehen.
Sonst frag auch da mal in den Clubs.

Viel Erfolg weiterhin

Grüße

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