Republik - eine kleine Zeitreise

Kaiser, Dynastien und Münzstätten

Moderator: Homer J. Simpson

taurisker
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Republik - eine kleine Zeitreise

Beitrag von taurisker » Fr 25.07.08 09:43

Ja, fast zu jeder republikanischen Münze gibt es etwas zu erzählen.
Möchte diese hübsche Cordia vorstellen:

Denar Rom 46 vuZ. Münzmeister Mn. Cordius Rufus
Av. Doppelbüste der Dioskuren mit bandumwundenen Pilei rechts, darüber jeweils Stern RVFVS III VIR
Rv. Venus Verticordia mit Waage und Zepter, auf ihrer Schulter Cupido MN CORDIVS
4,17g 19,2mm Cr. 463/1b Syd. 976c Bab. 1 Sear 63a

Die Münze wurde geprägt im Jahr des Konsulats des Lepidus und Caius Iulius Caesar. An Stelle des Antonius trat jetzt Lepidus stärker in den Vordergrund. Caesar erhöhte die Zahl der Praetoren von 8 auf 10, unter gleichzeitiger Vermehrung der Priesterstellen, auch in die Provinzstatthalterschaften brachte er möglichst viele seiner Anhänger.

Bei der Ergänzung des Senats griff er in viel tiefere Schichten hinunter, als man bisher gewohnt war, und gab neben Männern aus Italien auch solchen aus Gallien und Spanien Zutritt. Das sorgte tw. für gehörigen Unmut, da viele der römischen Senatoren sich an die Barbaren verkauft sahen. Das Jahr 46 war für Caesar auch außenpolitisch anstrengend, so musste er die afrikanische Gefahr beseitigen und sich gegen Ende des Jahres nach Spanien wenden, das wieder Zentrum separatistischer Unruhen war.

Zur Darstellung der Venus auf der Münze:
Verticordia, ein Beiname der Venus, die Lenkerin der Herzen; ihr wurde ein Tempel erbaut, als drei Vestalinnen zugleich gefallen waren, damit sie die Herzen der Frauen von der Unkeuschheit abwenden möchte.

Die Dioskuren (altgriechisch "dios kouroi" Söhne des Zeus) Kastor und Polydeukes. Häufig werden sie mit ihren lateinisch Namen Castor und Pollux genannt, in welcher Form sie darüber hinaus Namensgeber eines hellen Sternpaares im Wintersternbild der Zwillinge sind. Als Sternbild hatten sie besondere Beziehungen zur Seefahrt und waren dort helfende Gottheiten, die man in Seenot anrief. In Rom, wo sie der Sage nach bei der Schlacht am Regillus lacus auf Seiten der Römer gegen die Latiner eingriffen, bestand ein ausgeprägter Dioskurenkult -> Tempel auf dem Forum Romanum.

Vielleicht hat ja von der Gemeinde jemand auch etwas zum Zeigen und zu Erzählen??

Salü
taurisker
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pixxer
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Beitrag von pixxer » Fr 25.07.08 11:23

Nachdem die Münzen der Republik gerade endlich die Aufmerksamkeit bekommen dürften, die ihnen lange verwehrt wurde hier im Forum... wie wäre es, einen eigenen Wichtig-Thread "Münzen der Republik" aufzumachen?

Vielleicht eine Idee für die Moderatoren?

Feines Münzlein Herfried! :)

LG Pixxer

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Peter43
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Beitrag von Peter43 » Fr 25.07.08 11:25

Hallo!

Zu den Dioskuren gibt es hier einen längeren Artikel: http://www.numismatikforum.de/ftopic11926-75.html

Republikanische Münzen mit ihrem Hintergrund werden u.a. im Mythologiethread vorgestellt:
Die Dioskuren - das göttliche Bruderpaar
Die Catanischen Brüder
Die Laren
Die weiße Sau von Lavinium
Der Raub der Sabinerinnen
Die Heimkehr des Odysseus
Venus Verticordia
Venus Cloacina
Anna Perenna
Juppiter Optimus Maximus
Juno Sospita
Juno Caprotina
Diana Nemorensis
Acca Larentia
Hera Lakinia
Mars und Rhea Silva
Faustulus und die Zwillinge
Romulus und der erste Triumph
Vesta
Einfach mal die Titel in Kursivschrift aufsuchen!

Ebenso finden sich republikanische Münzen im historischen Thread und im Thread über fehlerhafte Beschreibungen, z.B.
Fortuna Antiat
Signis receptis
Vejovis
Die Lex Porcia de Provocatione
Der Sieg über die Kimbern und Teutonen
Bituitus
Cato Uticensis
Vacuna

Ich glaube, das ist erstmal Lesefutter für das kommende Wochenende!

Mit freundlichen Gruß
Zuletzt geändert von Peter43 am Fr 25.07.08 11:46, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitrag von Locnar » Fr 25.07.08 11:25

@Pixxer

Die Maximalzahl für wichtig ist schon überschritten.
Gruß
Locnar

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pixxer
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Beitrag von pixxer » Fr 25.07.08 11:29

@Locnar

Ach so, das wußte ich nicht. Danke!

Grüße
Pixxer

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quisquam
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Beitrag von quisquam » Fr 25.07.08 11:36

Schön, dass die Republik zur Zeit etwas mehr Beachtung findet!

Was dieses Gebiet für viele Sammler verständlicherweise recht uninteressant macht ist wohl, dass man eigentlich immer nur vom vorhandenen geschichtlichen Wissen ausgehend diese Münzen richtig einordnen kann. Die Münzen selber tragen leider, bis auf ganz wenige Ausnahmen, gar nichts zum geschichtlichen Verständnis bei - ganz im Gegenteil zu den Münzen der Kaiserzeit.

Dessen ungeachtet mag ich persönlich wie zur Zeit in einem anderen Thread beim "Spartakus"-Denar die Art zu sammeln, sich Münzen aus der Zeit bestimmter historischer Ereignisse zuzulegen. Beim Anblick meiner Uncia sehe ich z. B. unweigerlich Hannibal zum Entsetzen Roms durch Italien ziehen. Wie sehr dies Rom an die Substanz ging wird auch in der Gewichtsreduktion der Münzen gerade zu dieser Zeit deutlich.

Æ-Uncia, semilibral, geprägt 217-215 v. Chr. in Rom
10,37 g, 24 mm, Stempelstellung 10h
Vs: Romakopf n. l. mit attischem Helm, dahinter 1 Wertpunkt
Rs: Prora n. r., darüber ROMA, darunter 1 Wertpunkt
Albert 108; Craw. 38/6; Syd. 86; BMCRR 88; Sear 615

Grüße, Stefan
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Uncia Craw 38-6.jpg
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chinamul
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Beitrag von chinamul » Fr 25.07.08 21:48

Gerne folge ich dem Appell, die Republikmünzen nicht zu kurz kommen zu lassen. Deshalb zeige ich hier vier Denare, von denen ich annehme, daß sie nicht zu den allerhäufigsten gehören. Ich muß gestehen, daß ich die Republikaner bisher eher en passant gesammelt habe, gewissermaßen als Einstimmung auf die darauf folgende Kaiserzeit. So konnte es nicht ausbleiben, daß meine numismatischen Kenntnisse über die Republikzeit nicht besonders umfangreich sind.
Über die folgenden vier Denare weiß ich leider nicht viel mehr als das, was auch schon in meinen Beschreibungen steht. Sollte also jemand von Euch weitere Aussagen zu den Stücken machen können, würde mich das sehr freuen.

C. Fonteius
AR Denar Süditalien oder Sizilien ca. 109 v. Chr.
Av.: Janiformer belorbeerter Kopf des Fons (oder Fontus) mit
Bartkoteletten; unten links und rechts im Feld: E - Zahlzeichen 10
Unter dem Hals: • • • • • •
Rv.: Galeere nach links fahrend mit Steuermann und Ruderern;
Oben: C • FONT (teilweise ligiert); unten: ROMA
Syd. 555
3,85 g

M. Volteius
AR Denar Rom ca. 76 v. Chr.
Av.: Drapierte Büste der Attis? rechts mit belorbeertem Helm; links ein Symbol (Rundschild)
Rv.: Cybele in Löwenbiga nach rechts fahrend; in der Rechten Patera
Darüber: MΘ (griechisches Zahlzeichen für 49)
Im Abschnitt: M • VOLTEI • M • F
Syd. 777
3,97 g

L. Papius Celsus
AR Denar Rom ca. 46 v. Chr.
Av.: Kopf der Juno Sospita mit Ziegenskalp
Rv.: Wölfin nach rechts, einen brennenden Zweig in Feuerschale legend; ihr gegenüber nach links stehender Adler
Oben: CELSVS • III • VIR
Im Abschnitt: L • PAPIVS
Syd. 964
3,30 g

C. Vibius Varus
AR Denar Rom ca. 39 v. Chr.
Av.: Kopf des Bacchus rechts mit Efeukranz und Weintrauben; Haar hinten in einem Knoten; eine Strähne am Nacken
herabfallend
Rv.: Panther nach links auf einen Altar zuspringend, auf dem ein Kopf liegt; von hinten an den Altar gelehnt ein Thyrsus
Unten C • VIBIVS, rechts VARVS
Syd. 1138
4,02 g

Gruß

chinamul
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c vibius varus.jpg
l papius celsus.jpg
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helcaraxe
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Beitrag von helcaraxe » Fr 25.07.08 22:23

Was für eine Sammlung muss man haben, um so etwas en passant zu sammeln! ;-)
Viele Grüße
helcaraxe
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quisquam
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Beitrag von quisquam » Fr 25.07.08 22:30

Hallo chinamul,
schöne Münzen, die Beachtung verdienen!

C. Fonteius:
Craw. 290/1; Sear 167; Albert 1068
Nach Rainer Albert, Die Münzen der Römischen Republik Münzstätte Rom, 114 oder 113 v. Chr.
Albert und Sear sprechen den janiformen Kopf als Dioskuren an.

Die Gens Fonteia stammt aus Tusculum, einem Hauptort der Dioskurenverehrung in Latium; und der Stadtgründer von Tusculum, Telegonus, kam zu Schiff über das Meer in das Gebiet. (Albert)

M. Volteius:
Craw 385/4; Sear 315; Albert 1283
Nach Albert geprägt 78 v. Chr.
Albert spricht die Büste als Bellona an, Sear spricht nur von Büste ohne konkreter zu werden.

Auf die Ludi Megalenses zu Ehren der Kybele (Magna Mater) auf dem Palatin. (Albert)

L. Papius Celsus:
Craw. 472/1; Sear 461; Albert 1456
Nach Albert 45 v. Chr.
Der Rv nimmt Bezug auf den Gründungsmythos der Stadt Lanuvium, Heimat der Gens Papia und Zentrum des Kults der Juno Sospita. Bei der Gründung brach Feuer aus, das ein Wolf und ein Adler entfachten. (Albert)

Die Wölfin legt Holz in die brennende Schale nach, während der Adler die Flammen mit den Flügeln anfächelt.
Was für Mistviecher! :wink:

C. Vibius Varus:
Craw. 494/36; Sear 496; Albert 1596
Nach Albert 42 v. Chr.
Auf die Ludi Victoriae Caesaris und den Bacchuskult. (Albert)

Wie Du siehst war der Albert recht ergiebig. Seine Datierungen sind von Crawford übernommen, Sydenham ist in dieser Hinsicht inzwischen doch recht veraltet.

Grüße, Stefan
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chinamul
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Beitrag von chinamul » Sa 26.07.08 14:36

Hallo quisquam!

Na, das ist doch schon was! Wieder mal ein bißchen dazugelernt. Ich sehe schon, daß auf Dauer der Sydenham nicht ausreicht, aber wie schon gesagt, Republik lief bisher nur so nebenher, und da habe ich mich "republikliteraturmäßig" noch nicht weiter in Unkosten gestürzt.
Herzlichen Dank für diese interessanten Informationen! Du hast jetzt etwas gut bei mir!!

Gruß

chinamul
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drakenumi1
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Beitrag von drakenumi1 » Sa 26.07.08 14:36

So einförmig und häufig das Motiv des Januskopfes bei Asses der röm. Republik ist, so sehr muß man nach ihm bei Denaren der gleichen Zeit suchen. Ohne mir einen genauen Überblick verschafft zu haben, denke ich, daß es wohl kaum 5 verschiedene Typen sein werden. Einer davon ist der hier vorgestellte Denar des
M. Furius L.f. Philus von 119 v.
Vs: Der besagte Januskopf, streng in der Manier der bekannten As-Prägungen. M FOVRI M F.
Rs: Roma mit korinth. Helm steht li., errichtet oder bekränzt ein aus gall. Waffen bestehendes Trophäum, darüber ein Stern. ROMA auf d. re. Seite, PHIL im Abschnitt.
Nemerkenswert an dieser Münze ist für mich der absolut "archaische" Prägestil, wobei Vs. und Rs. dabei völlig konform sind. Hier kommt wohl das Bemühen eigener römischer Stempelschneider zum Ausdruck, sich gegenüber den in Süditalien wirkenden griechischen Spezialisten zu profilieren, die dem klassischen griechischen Stil (z.B. der übliche Romakopf) verhaftet waren. Mit noch etwas linkischem und unausgereiftem Ergebnis allerdings.

Crw. 218/1; Syd. 529; Sear 156; Alb. 1043.

Nach Albert: Geprägt auf den Sieg 121 über die Allobroger und Averner in Gallien, wozu im Jahre 120 v. Triumphe gefeiert wurden.

Ersteigert 2004 für 90.- Euro.

Freundl. Grüße von

drakenumi1
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Beitrag von chinamul » Sa 26.07.08 15:49

Zu dem folgenden Denar habe ich selbst Einiges in Erfahrung bringen können.

M. Aemilius Scaurus und Plautius Hypsaeus
AR Denar Rom 58 v. Chr.
Av.: König Aretas nach rechts knieend, Zweig mit Bändern in der Rechten, nach rechts stehendes Kamel mit der Linken am Zügel haltend; darüber zweizeilig (auf diesem Stück die obere Zeile allerdings außerhalb des Schrötlings) M SCAVR / AED CVR; links und rechts: EX - S C; im Abschnitt REX ARETAS
Rv.: Jupiter in Quadriga nach links fahrend; Blitz in der erhobenen Rechten; oben zweizeilig: P HYPSAE / AED CVR; rechts CAPTV; unter Vorderhufen der Pferde Skorpion; im Abschnitt zweizeilig C HYPSAE COS / PREIVE
Syd. 913; B.M.C. 3878; Craw. 422/lb
3,86 g
(1995 für DM 145 gekauft)

Auf diesem Denar verweist M. Aemilius Scaurus auf eine ihn persönlich betreffende Begebenheit: Als Gouverneur von Syrien unterband er die ständigen Übergriffe durch die nabathäischen Araber und zwang deren König Aretas zu einer Zahlung der Riesensumme von 300 Talenten (andere Quellen sprechen sogar von 400 Talenten, was 10 Tonnen Silber entspricht) an Pompeius.
Für den Kollegen des M. Aemilius Scaurus als kurulischer Aedil Plautius Hypsaeus findet sich auf der Münze außer der Nennung seines Namens kein Hinweis auf irgendein mit seiner Person zusammenhängendes Ereignis.
Vielleicht kann ein Forumsfreund die Legende der Rückseite auflösen.

Gruß

chinamul
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Peter43
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Beitrag von Peter43 » Sa 26.07.08 16:23

Hallo!

PREIVE bezieht sich auf die Stadt Privernum und erinnert daran, daß C. Plautus Decianus, ein Vorfahr des Münzmeisters, diese Stadt 339 v.Chr. erobert hatte. Privernum war eine volskische Stadt in Latium und dies geschah während der Kriege Roms gegen die Latiner.

Aretas II. hatte übrigens den Zusatznamen Philhellenos, schön nicht wahr? Weitere Referenzen zu dieser Münze sind Aemilia 8, Plautia 8; Hendin 740.

Mit den Republikanern geht es mir ähnlich wie Dir: Ich sammle sie nur nebenbei, insbesondere wenn ich eine nette Geschichte dazu höre!

Zu Plautius Hypsaeus:
Zwischen 66 und 63 war P. Quästor des Pompeius, wahrscheinlich im griechischen Osten. Auf Senatsbeschluß prägte P. 58 als curulischer Ädil Denare, die auf der Rs. die Taten seines Ahnherrn(?) verherrlichten. Wahrscheinlich 55 Prätor, trat er in diesem Jahr stets enerisch für seinen Gönner Pompeius ein und bewarb sich 53 mit Q. Metellus Scipio und T. Annius Milo um den Consulat. Der Wahlkampf endete in völliger Anarchie (Ermordung des P. Clodius im folgenden Jahr). Nachdem Pompeius wieder geordnete Zustände geschaffen hatte, wurde P. auf Grund der lex Pompeia de ambitu angeklat und verurteilt, ohne daß sich Pompeus für ihn eingesetzt hätte. Vielleicht wurde P. später von Caesar begnadigt.

Anbei mein Ex.

Mit freundlichem Gruß
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Beitrag von drakenumi1 » Sa 26.07.08 19:10

Sammelt man Kaiserreich oder Republik, steht man eines Tages vor der Frage, wozu man Caesar zählt. Im einen Fall beginnt man eine chronologische Sammlung mit ihm, im anderen Fall endet sie mit ihm. Wie auch: Wo er sich auch befindet, ist die Frage nach seinem späteren Mörder, Brutus, naheliegend.
Hier der Denar des
M. Junius Brutus (durch Adoption Q. Servilius Caepio Brutus) von 54 v.
Vs. Kopf der Libertas. LIBERTAS.
Rs. Der Konsul zwischen 2 Liktoren, davor Accensus, nach li. gehend.
Im Abschn. BRVTVS.
Crw. 433/1; Sear 397; Alb. 1361.

Albert sagt zu dieser Münze:
" Der Münzmeister ist der spätere Caesarmörder. Brutus war- ungeachtet seiner zeitweiligen Beziehungen zu Pompeius und Caesar - von strengster republikanischer Gesinnung. Nicht umsonst zeigt er hier seinen legendären Vorfahren L. Junius Brutus (Konsul von 509), der Tarquinius Superbus, den letzten König von Rom, vertrieben haben und der allererste Konsul der jungen Republik gewesen sein soll. Unmittelbarer Anlass für diese Gepräge waren wohl Gerüchte, die im Jahre 54 in Rom aufkamen und nach denen Pompeius nach der Alleinherrschaft strebte."

Auktionspreis 2000: 137.- Euro

Freundliche Grüße von

drakenumi1
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Beitrag von taurisker » Sa 26.07.08 21:06

Es freut mich sehr, dass ich mit diesem thread die Republik hier im Forum ein wenig "beleben" konnte!

Ein weiteres Exemplar aus der Zeit des Sulla und zwar aus sehr spannenden Jahren:

Denar Serratus Rom 83/82 vuZ. Münzmeister Q. Antonius Balbus
Av. belorbeerte bartige Büste des Iupiter rechts, dahinter S.C
Rv. Victoria mit Palmzweig und Kranz in Quadriga rechts, darunter Beizeichen, im Abschnitt Q ANTO BALB in Ligatur
3,85g Albert 1242 Cr. 364/1 Sear 279

Diese Prägung gilt traditionell als Sonderausgabe aus requirierten Tempelschätzen zur Bezahlung der Armee auf Sardinien.

Im Jahr 83 waren L. Cornelius Scipio Asiaticus und der schon bejahrte C. Norbanus Konsuln, letzterer als Vertreter der Neubürger. Sulla landete in Brundisium, zu ihm stießen Metellus Pius, Licinius Crassus und Cnaeus Pompeius samt ihren unterdessen großteils privat ausgehobenen Heere. Sulla ging zunächst mit kluger Mäßigung vor. Er machte zuerst Zugeständnisse, die ihn mit einem Schlag vorwärts brachte. Daraufhin rückte er mit seinem Heer durch Apulien und Samnium in Kampanien ein, am 6. Juli besiegte er den Konsul Norbanus in einem Gefecht nördlich von Capua. Da am Tag der Schlacht zufällig das Kapitol niederbrannte, schoben sich beide Seiten die Schuld an diesem Ausbruch des Götterzornes zu.

Im Jahr 82 waren C. Marius und Cn. Carbo Konsuln, der Krieg ging weiter, Sullas Parteigänger beschäftigten die Truppen des Carbo von Norden her und besiegten ihn schließlich bei Latium. Unterdessen zog Sulla in Rom ein, wo Marius durch den Stadtpraetor ein letztes Blutbad unter den Optimaten hatte anrichten lassen. Am 1. November siegte Sulla entscheidend gegen die Samniten, der unmenschliche Sieger ließ gegen sein ausdrückliches Versprechen alle Gefangenen (über 6000!) am 3. November auf dem Marsfeld töten. Mit dieser furchtbaren Bluttat begann eine grauenvolle Hinmetzelei, Zeit später folgte der Erlass der Proskriptionsedikte. Tausende wurden auf diese Listen gesetzt und deren Tod gefordert.
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