Hallo,
Habe auch zum Thema Tulpenzwiebeln so einiges gelesen. Ungeheuerlich was da für Geldbeträge für eine solch unscheinbare Knolle ausgegeben wurden.
Was ich mich dabei immer frage ist: Was tat dann der Bisitzer der Tulpenzwiebel letztendlich mit dieser? Pflanzte er sie sich in den Garten seines Palais und erfreute sich an ihrem Anblick, bis sie dann eines Tages welk und mit herabhängendem Kopf in selbigem Garten ihr schmähliches Ende fand? Oder versuchte man sie zu züchten und zu vermehren, um dann eines morgens festzustellen dass der gemeine Maulwurf sie des nächtens verspeißt hatte, und all die Müh und all das viele Geld waren somit für die Katz.
Man muss sich diese gigantischen Beträge mal vor Augen führen.....da wurden teilweise bereitwillig bis zu 13.000 Gulden für eine einzige Tulpenzwiebel berappt. Wir reden hier von Goldmengen im 2 stelligen Kilogramm bereich.
Hier mal ein kleiner Auszug aus dem Buch von Mike Dash. Darin wird erläutert was man für beispielsweise 3.000 Gulden um 1637 alles so hätte kaufen können:
Acht fette Schweine; 240 Gulden
Vier fette Ochsen; 480 Gulden
Zwölf fette Schafe; 120 Gulden
Vierundzwanzig Tonnen Weizen; 448 Gulden
Achtundvierzig Tonnen Roggen; 558 Gulden
Zwei große Fässer Wein; 70 Gulden
Vier Fasser Bier zu je acht Gulden; 32 Gulden
Zweitausend Kilo Butter; 192 Gulden
Fünfhundert Kilo Käse; 120 Gulden
Ein silberner Kelch 60 Gulden
Ein Ballen Stoff; 80 Gulden
Ein Bett mit Matraze und Bettzeug; 100 Gulden
Ein Schiff; 500 Gulden
Wer Spitzenknollen für ca. 13.000 Gulden verkauft hatte, musste sich also nicht unbedingt Sorgen um seinen Lebenserhalt machen.
Ich werde beim nächsten mal, wenn ich mal wieder an einem Tulpenbeet vorbeikomme, bedächtig an die Preise von damals denken und mich fragen, an welchem Vermögen ich im Jahre 1637 hier wohl vorübergeschlendert wäre
Gruß,
Olli
"Wenn wir Männer ohne Frauen wären, dann würden die Götter mit uns Umgang pflegen."