Antoninus Pius und seine "Familie"
Moderator: Homer J. Simpson
- Mithras
- Beiträge: 1276
- Registriert: Sa 11.12.10 12:33
- Hat sich bedankt: 0
- Danksagung erhalten: 1 Mal
- Kontaktdaten:
Re: Antoninus Pius und seine "Familie"
Diesen starken Sohn des Zeus kann ich nun in meine "Pius-Familie" einreihen und möchte ihn vorstellen:
As, 25mm, 11,5g, RIC III 922,
AV: ANTONINVS AVG PIVS P P TR P XVII
RV: COS IIII S C; Herkules mit Bogen und Pfeilen, Keule, Löwenfell
Nicht perfekt, aber auch nicht soooo häufig zu bekommen. Ein schönes und ehrliches Münzlein.
LG
Mithras
As, 25mm, 11,5g, RIC III 922,
AV: ANTONINVS AVG PIVS P P TR P XVII
RV: COS IIII S C; Herkules mit Bogen und Pfeilen, Keule, Löwenfell
Nicht perfekt, aber auch nicht soooo häufig zu bekommen. Ein schönes und ehrliches Münzlein.
LG
Mithras
Quidquid agis, prudenter agas et respice finem!
- Peter43
- Beiträge: 13318
- Registriert: Mi 11.08.04 02:01
- Wohnort: Arae Flaviae, Agri Decumates
- Hat sich bedankt: 336 Mal
- Danksagung erhalten: 2362 Mal
- Kontaktdaten:
Re: Antoninus Pius und seine "Familie"
Mit einem As kann ich auch dienen:
Antoninus Pius, 138-161
AE - As, 11.65g, 26.71mm, 0°
Rom, 140/144
Av.: ANTONINVS - AVG PIVS PP
belorbeerter Kopf n. r.
Rv.: T - R - POT - COS III
im unteren Feld SC
Mars, nackt, behelmt, mit Chlamys über dem li. Arm, Speer in der Rechten und Rundschild in der Linken, schwebt vom Himmel herab; zu seinen
Füßen die schlafende Rhea Silvia, nackt bis bis auf ein zu den Hüften herabgeglittenes Gewand, n. l. auf Felsen gelagert, den re. Arm über den Kopf
gelegt und den Kopf in die Linke gestützt.
Ref.: RIC III, 694; C. 885; BMCR 1370
sehr selten, SS, dunkle, fast schwarze Patina (hier aufgehellt)
Pedigree:
Künker Auktion 133, Oktober 2007, Lot 8870
Diese Münze wurde geprägt im Rahmen einer Serie zur 900-Jahre-Feier der Stadt Rom im Jahre 147. Rhea Silvia war der Sage nach die Tochter des Königs Numitor Silvius von Alba Longa. Dieser wurde von seinem Bruder abgesetzt, der auch alle seine männlichen Nachkommen tötete und Rhea Silvia zur Vestalin machte. Mars aber verführte Rhea Silvia, die daraufhin die Zwillinge Remus und Romulus gebar.
Natürlich gibt es dazu einen Artikel im Mythologiethread.
Mit freundlichem Gruß
Antoninus Pius, 138-161
AE - As, 11.65g, 26.71mm, 0°
Rom, 140/144
Av.: ANTONINVS - AVG PIVS PP
belorbeerter Kopf n. r.
Rv.: T - R - POT - COS III
im unteren Feld SC
Mars, nackt, behelmt, mit Chlamys über dem li. Arm, Speer in der Rechten und Rundschild in der Linken, schwebt vom Himmel herab; zu seinen
Füßen die schlafende Rhea Silvia, nackt bis bis auf ein zu den Hüften herabgeglittenes Gewand, n. l. auf Felsen gelagert, den re. Arm über den Kopf
gelegt und den Kopf in die Linke gestützt.
Ref.: RIC III, 694; C. 885; BMCR 1370
sehr selten, SS, dunkle, fast schwarze Patina (hier aufgehellt)
Pedigree:
Künker Auktion 133, Oktober 2007, Lot 8870
Diese Münze wurde geprägt im Rahmen einer Serie zur 900-Jahre-Feier der Stadt Rom im Jahre 147. Rhea Silvia war der Sage nach die Tochter des Königs Numitor Silvius von Alba Longa. Dieser wurde von seinem Bruder abgesetzt, der auch alle seine männlichen Nachkommen tötete und Rhea Silvia zur Vestalin machte. Mars aber verführte Rhea Silvia, die daraufhin die Zwillinge Remus und Romulus gebar.
Natürlich gibt es dazu einen Artikel im Mythologiethread.
Mit freundlichem Gruß
Omnes vulnerant, ultima necat.
- Mithras
- Beiträge: 1276
- Registriert: Sa 11.12.10 12:33
- Hat sich bedankt: 0
- Danksagung erhalten: 1 Mal
- Kontaktdaten:
Re: Antoninus Pius und seine "Familie"
Eine sehr interessante Münze!
In Gedanken rechne ich schon hoch, wann Band 2 erscheinen wird! Etwa ein zehntel hast du ja schon wieder zusammen!
Ich bestelle hiermit eines vor!
Lach
LG
Mithras
In Gedanken rechne ich schon hoch, wann Band 2 erscheinen wird! Etwa ein zehntel hast du ja schon wieder zusammen!

Ich bestelle hiermit eines vor!
Lach
LG
Mithras
Quidquid agis, prudenter agas et respice finem!
- chinamul
- Beiträge: 6055
- Registriert: Di 30.03.04 17:05
- Wohnort: irgendwo in S-H
- Hat sich bedankt: 0
- Danksagung erhalten: 79 Mal
Re: Antoninus Pius und seine "Familie"
Und hier nun meinerseits ein nicht ganz häufiger As des Antoninus Pius, der besonders in GB sehr gesucht ist. Ich habe ihn 1995 für DM 120 gekauft.
ANTONINUS PIUS 138 – 161
Æ As Rom 154/155
Av.: ANTONINVS AVG PIVS P P TR P XVIII - Belorbeerter Kopf rechts
Rv.: BRITANNIA COS IIII S C (im Abschnitt) - Britannia nach links auf Fels sitzend; die Rechte zum Gesicht geführt, die Linke auf den Fels gelegt; vor ihr am Boden stehend ein ovaler Schild und ein Adlerzepter bzw. eine Standarte
RIC 934; C. 117
Ø 25 - 27 mm / 9,53 g; Stempelstellung 5 Uhr
Gruß
chinamul
ANTONINUS PIUS 138 – 161
Æ As Rom 154/155
Av.: ANTONINVS AVG PIVS P P TR P XVIII - Belorbeerter Kopf rechts
Rv.: BRITANNIA COS IIII S C (im Abschnitt) - Britannia nach links auf Fels sitzend; die Rechte zum Gesicht geführt, die Linke auf den Fels gelegt; vor ihr am Boden stehend ein ovaler Schild und ein Adlerzepter bzw. eine Standarte
RIC 934; C. 117
Ø 25 - 27 mm / 9,53 g; Stempelstellung 5 Uhr
Gruß
chinamul
Nil tam difficile est, quin quaerendo investigari possit
- chinamul
- Beiträge: 6055
- Registriert: Di 30.03.04 17:05
- Wohnort: irgendwo in S-H
- Hat sich bedankt: 0
- Danksagung erhalten: 79 Mal
Re: Antoninus Pius und seine "Familie"
Ein Sesterz der Gattin des Lucius Verus, Tochter des Marcus Aurelius und der Faustina II:
LUCILLA (Lucii Veri 164)
Æ Sesterz Rom
Av.: LVCILLA AVGVSTA - Drapierte Büste rechts
Rv.: CERES S C - Ceres mit Kornähren in der Rechten und Fackel in der Linken nach rechts auf Cista Mystica sitzend, aus der heraus eine Schlange auf ihren Schoß kriecht
RIC 1728 (Marcus Aurelius); C. 2
Ø 28 - 30 mm / 22,03 g; Stempelstellung 11 Uhr
Gruß
chinamul
LUCILLA (Lucii Veri 164)
Æ Sesterz Rom
Av.: LVCILLA AVGVSTA - Drapierte Büste rechts
Rv.: CERES S C - Ceres mit Kornähren in der Rechten und Fackel in der Linken nach rechts auf Cista Mystica sitzend, aus der heraus eine Schlange auf ihren Schoß kriecht
RIC 1728 (Marcus Aurelius); C. 2
Ø 28 - 30 mm / 22,03 g; Stempelstellung 11 Uhr
Gruß
chinamul
Nil tam difficile est, quin quaerendo investigari possit
- richard55-47
- Beiträge: 5369
- Registriert: Mo 12.01.04 18:25
- Wohnort: Düren
- Hat sich bedankt: 5 Mal
- Danksagung erhalten: 523 Mal
Re: Antoninus Pius und seine "Familie"
Diese Münze des Antoninus PIUS passt nicht genau in die Thematik dieses threads, aber ich möchte nicht, dass A. P. an tausend Stellen gesucht werden muss.
Die Münze ruht zamponiert seit Jahren in meinem Fundus. Bild 1 zeigt ihn, in welchem Zustand ich ihn erworben habe. Ich habe ihn heute entlackt und er gibt jetzt doch einige Daten mehr frei. Eine Halbruine verbleibt dennoch.
Zweifelsfrei ein As - Material Kupfer, 9,76 gr., 26,99 mm -
ANTONINUS AUG PIUS PP/TR POT COS III SC (Das III kommt schlecht rüber, ist aber, wenn die Münze gegen das Licht gekippt wird, deutlich erkennbar). Die Göttin halte ich Ceres n. l. sthd.
Dann wäre es RIC 692. Liege ich damit richtig?
Die Münze ruht zamponiert seit Jahren in meinem Fundus. Bild 1 zeigt ihn, in welchem Zustand ich ihn erworben habe. Ich habe ihn heute entlackt und er gibt jetzt doch einige Daten mehr frei. Eine Halbruine verbleibt dennoch.
Zweifelsfrei ein As - Material Kupfer, 9,76 gr., 26,99 mm -
ANTONINUS AUG PIUS PP/TR POT COS III SC (Das III kommt schlecht rüber, ist aber, wenn die Münze gegen das Licht gekippt wird, deutlich erkennbar). Die Göttin halte ich Ceres n. l. sthd.
Dann wäre es RIC 692. Liege ich damit richtig?
Zuletzt geändert von richard55-47 am Mi 03.10.12 20:35, insgesamt 1-mal geändert.
do ut des.
- chinamul
- Beiträge: 6055
- Registriert: Di 30.03.04 17:05
- Wohnort: irgendwo in S-H
- Hat sich bedankt: 0
- Danksagung erhalten: 79 Mal
Re: Antoninus Pius und seine "Familie"
Dieser Sesterz der Faustina Filia beschwört die Fruchtbarkeit der jungen Tochter des Antoninus Pius und Gattin des Marcus Aurelius so unverblümt, daß man sich des Verdachts einer dahinterstehenden dynastischen Absicht kaum erwehren kann. So gesehen nimmt die für das Imperium insgesamt positiv zu bewertende Epoche der Adoptivkaiser mit Commodus, dem leiblichen Sohn des Marcus Aurelius und Enkel des Antoninus Pius, nach nicht einmal einhundert Jahren durchaus folgerichtig ein jähes Ende.
FAUSTINA FILIA (Marci Aurelii; gest. 175)
Æ Sesterz Rom
Av.: FAVSTINA AVGVSTA - Drapierte Büste rechts
Rv.: FECVNDITAS S C - Fecunditas nach rechts stehend; in der Rechten Zepter, auf der Linken Säugling
RIC 1638 (Marcus Aurelius); C. 100
Ø 29 - 31 mm / 26,29 g; Stempelstellung 12 Uhr
(2011 bei eBay D für 66 € brutto ersteigert)
Gruß
chinamul
FAUSTINA FILIA (Marci Aurelii; gest. 175)
Æ Sesterz Rom
Av.: FAVSTINA AVGVSTA - Drapierte Büste rechts
Rv.: FECVNDITAS S C - Fecunditas nach rechts stehend; in der Rechten Zepter, auf der Linken Säugling
RIC 1638 (Marcus Aurelius); C. 100
Ø 29 - 31 mm / 26,29 g; Stempelstellung 12 Uhr
(2011 bei eBay D für 66 € brutto ersteigert)
Gruß
chinamul
Nil tam difficile est, quin quaerendo investigari possit
- Invictus
- Beiträge: 1077
- Registriert: Di 07.06.11 16:36
- Hat sich bedankt: 0
- Danksagung erhalten: 4 Mal
Re: Antoninus Pius und seine "Familie"
Wenn auch in bescheidener Erhaltung, so sind die beiden Sesterzen doch recht schöne Motive des Antoninus Pius:
Die erste Münze stellt den processus consularis dar und feiert des Kaisers Amtsantritt zu seinem 4. Konsulat.
145 n.Chr.
Gewicht: 24,33 g; Durchmesser: 31 mm
Avers
Kopf des Kaisers mit Lorbeerkranz n.r.
ANTONINVS AVG PIVS P P TR P
Revers
Der Kaiser Antoninus mit Adlerzepter in der Linken und Zweig in der Rechten fährt in einer Prunkquadriga n.r.
COS IIII SC (im Abschnitt)
Die zweite Münze feiert die Geburt des ersten männlichen Thronerben im Kaiserhaus (Curtis Clay), dessen Eltern das designierte Herrscherehepaar Marcus Aurelius und Faustina d.J. waren.
149 n.Chr.
Gewicht: 25,4 g; Durchmesser: 30 mm
Avers
Kopf des Kaisers mit Lorbeerkranz n.r.
ANTONINVS AVG PIVS P P TR P XII
Revers
Zwei gekreuzte Füllhörner, aus denen (neben Ähren und Trauben) die einander zugewandten Büsten der beiden Enkelkinder (Titus Aurelius Antoninus li., geb. Anfang 149, gest. 149) und Domitia Faustina re., geb. 30.11.147, gest. vor 159) des Kaisers herausschauen
TEMPORVM FELICITAS
SC COS IIII (im Feld)
Fälschlicherweise wird in der Literatur häufig von zwei Knaben- oder Zwillingsbüsten gesprochen.
Übrigens haben Trajan und seine Nachfolger ganz konsequent eine familiäre Dynastiepolitik betrieben. Streng genommen darf man für die Zeit des 2. Jahrhunderts n.Chr. eigentlich gar nicht von der Epoche der Adoptivkaiser sprechen (einzige Ausnahme ist Nerva), denn die Flavier oder das julisch-claudische Haus haben es ja auch nicht anders gemacht.
Die erste Münze stellt den processus consularis dar und feiert des Kaisers Amtsantritt zu seinem 4. Konsulat.
145 n.Chr.
Gewicht: 24,33 g; Durchmesser: 31 mm
Avers
Kopf des Kaisers mit Lorbeerkranz n.r.
ANTONINVS AVG PIVS P P TR P
Revers
Der Kaiser Antoninus mit Adlerzepter in der Linken und Zweig in der Rechten fährt in einer Prunkquadriga n.r.
COS IIII SC (im Abschnitt)
Die zweite Münze feiert die Geburt des ersten männlichen Thronerben im Kaiserhaus (Curtis Clay), dessen Eltern das designierte Herrscherehepaar Marcus Aurelius und Faustina d.J. waren.
149 n.Chr.
Gewicht: 25,4 g; Durchmesser: 30 mm
Avers
Kopf des Kaisers mit Lorbeerkranz n.r.
ANTONINVS AVG PIVS P P TR P XII
Revers
Zwei gekreuzte Füllhörner, aus denen (neben Ähren und Trauben) die einander zugewandten Büsten der beiden Enkelkinder (Titus Aurelius Antoninus li., geb. Anfang 149, gest. 149) und Domitia Faustina re., geb. 30.11.147, gest. vor 159) des Kaisers herausschauen
TEMPORVM FELICITAS
SC COS IIII (im Feld)
Fälschlicherweise wird in der Literatur häufig von zwei Knaben- oder Zwillingsbüsten gesprochen.
Übrigens haben Trajan und seine Nachfolger ganz konsequent eine familiäre Dynastiepolitik betrieben. Streng genommen darf man für die Zeit des 2. Jahrhunderts n.Chr. eigentlich gar nicht von der Epoche der Adoptivkaiser sprechen (einzige Ausnahme ist Nerva), denn die Flavier oder das julisch-claudische Haus haben es ja auch nicht anders gemacht.
- chinamul
- Beiträge: 6055
- Registriert: Di 30.03.04 17:05
- Wohnort: irgendwo in S-H
- Hat sich bedankt: 0
- Danksagung erhalten: 79 Mal
Re: Antoninus Pius und seine "Familie"
Genau das hatte ich bereits in meinem Posting mit der Münze der Faustina minor vom 3. 10. sagen wollen.Invictus hat geschrieben:Übrigens haben Trajan und seine Nachfolger ganz konsequent eine familiäre Dynastiepolitik betrieben. Streng genommen darf man für die Zeit des 2. Jahrhunderts n.Chr. eigentlich gar nicht von der Epoche der Adoptivkaiser sprechen (einzige Ausnahme ist Nerva), denn die Flavier oder das julisch-claudische Haus haben es ja auch nicht anders gemacht.
Zum Füllhörnersesterz gibt es auch noch ein Pendant in Form eines Dupondius, der nach meiner Beobachtung noch erheblich seltener zu sein scheint als der ohnehin schon rare Sesterz. Deswegen habe ich mich beim Erwerb auch notgedrungen mit einer deutlich schwächeren Erhaltung als bei meinem Sesterz (unteres Bild) zufriedengeben müssen.
Gruß
chinamul
Nil tam difficile est, quin quaerendo investigari possit
- chinamul
- Beiträge: 6055
- Registriert: Di 30.03.04 17:05
- Wohnort: irgendwo in S-H
- Hat sich bedankt: 0
- Danksagung erhalten: 79 Mal
Re: Antoninus Pius und seine "Familie"
Dieser Tage erreichte mich aus GB dieser Sesterz des Antoninus Pius, der aus mehreren Gründen interessant ist, die alle mit dem OPSEQVENS der Reverslegende zu tun haben.
ANTONINUS PIUS 138 – 161
Æ Sesterz Rom 158/159
Av.: ANTONINVS AVG PIVS P P TR P XXII - Belorbeerter Kopf rechts
Rv.: FORTVNA OPSEQVENS COS IIII (im Abschn.) S C - Fortuna nach links stehend; in der Rechten, an deren Unterarm ein auf einen Schiffsbug gestelltes Steuerruder lehnt, Patera, in der Linken Füllhorn
RIC 1001n.
Ø 30 mm / 23,11 g; Stempelstellung 12 Uhr
Für das lateinische obsequens geben die Wörterbücher übereinstimmend als erste Übersetzung „willfährig“ an. Es ist aber schon eigenartig, wenn man einer Gottheit dieses Epitheton beigibt, das ihr eine Unterwerfung unter einen fremden Willen unterstellt.
Einen etwas anderen Aspekt liefert dann allerdings das Wort, von dem sich das Partizip obsequens ableitet, nämlich das Deponens obsequi, obsequor, obsecutus sum. Unter diesem Stichwort findet sich in einem älteren Lexikon u. a. die Übersetzung „jmdm. freiwillig aus Liebe u. Gefälligkeit zu Willen sein“. In diesem Falle wäre die Fortuna demnach eine Gewährende, die man freilich zuvor durch entsprechende Opfergaben und andere Bezeigungen der Verehrung zu einem solchen Verhalten erst bewegen mußte.
Die Botschaft der Legende wäre deshalb, etwas flapsig formuliert, möglicherweise so zu verstehen: „Wenn Ihr Fortuna nur bei Laune haltet, wird sie auf eure Bitten schon eingehen.“
Die Schreibung opsequens statt obsequens ist möglicherweise damit zu erklären, daß der Stempelschneider (und offenbar nicht nur der) phonetisch geschrieben hat, wie das - horribile dictu! - auch heute in den Grundschulen durchaus zulässig ist. Auf den stimmhaften Verschlußlaut b am Ende der Vorsilbe ob folgt in diesem Wort das stimmlose anlautende s des Verbs sequi, und diese unmittelbare Nachbarschaft hat dann auch das b zu einem stimmlosen p werden lassen.
Es hat mich übrigens immer wieder gewundert, daß Franz Josef Strauß, der sich so viel auf seine überlegene Latinitas zugute hielt, immer forderte „pacta sunt servanda“ (= „Verträge müssen eingehalten werden.“), wobei er beide Male das anlautendende s stimmhaft [z] aussprach.
Ein weiterer Grund für die Schreibung opsequens könnte schließlich auch in einer orthografischen Interferenz mit derjenigen der Göttin Ops liegen.
Gruß
chinamul
ANTONINUS PIUS 138 – 161
Æ Sesterz Rom 158/159
Av.: ANTONINVS AVG PIVS P P TR P XXII - Belorbeerter Kopf rechts
Rv.: FORTVNA OPSEQVENS COS IIII (im Abschn.) S C - Fortuna nach links stehend; in der Rechten, an deren Unterarm ein auf einen Schiffsbug gestelltes Steuerruder lehnt, Patera, in der Linken Füllhorn
RIC 1001n.
Ø 30 mm / 23,11 g; Stempelstellung 12 Uhr
Für das lateinische obsequens geben die Wörterbücher übereinstimmend als erste Übersetzung „willfährig“ an. Es ist aber schon eigenartig, wenn man einer Gottheit dieses Epitheton beigibt, das ihr eine Unterwerfung unter einen fremden Willen unterstellt.
Einen etwas anderen Aspekt liefert dann allerdings das Wort, von dem sich das Partizip obsequens ableitet, nämlich das Deponens obsequi, obsequor, obsecutus sum. Unter diesem Stichwort findet sich in einem älteren Lexikon u. a. die Übersetzung „jmdm. freiwillig aus Liebe u. Gefälligkeit zu Willen sein“. In diesem Falle wäre die Fortuna demnach eine Gewährende, die man freilich zuvor durch entsprechende Opfergaben und andere Bezeigungen der Verehrung zu einem solchen Verhalten erst bewegen mußte.
Die Botschaft der Legende wäre deshalb, etwas flapsig formuliert, möglicherweise so zu verstehen: „Wenn Ihr Fortuna nur bei Laune haltet, wird sie auf eure Bitten schon eingehen.“
Die Schreibung opsequens statt obsequens ist möglicherweise damit zu erklären, daß der Stempelschneider (und offenbar nicht nur der) phonetisch geschrieben hat, wie das - horribile dictu! - auch heute in den Grundschulen durchaus zulässig ist. Auf den stimmhaften Verschlußlaut b am Ende der Vorsilbe ob folgt in diesem Wort das stimmlose anlautende s des Verbs sequi, und diese unmittelbare Nachbarschaft hat dann auch das b zu einem stimmlosen p werden lassen.
Es hat mich übrigens immer wieder gewundert, daß Franz Josef Strauß, der sich so viel auf seine überlegene Latinitas zugute hielt, immer forderte „pacta sunt servanda“ (= „Verträge müssen eingehalten werden.“), wobei er beide Male das anlautendende s stimmhaft [z] aussprach.
Ein weiterer Grund für die Schreibung opsequens könnte schließlich auch in einer orthografischen Interferenz mit derjenigen der Göttin Ops liegen.
Gruß
chinamul
Nil tam difficile est, quin quaerendo investigari possit
- Peter43
- Beiträge: 13318
- Registriert: Mi 11.08.04 02:01
- Wohnort: Arae Flaviae, Agri Decumates
- Hat sich bedankt: 336 Mal
- Danksagung erhalten: 2362 Mal
- Kontaktdaten:
Re: Antoninus Pius und seine "Familie"
Na, das ist mal wieder eine Information, die über das schlichte Ansammeln von Münzen weit hinausgeht. Danke!
Jochen
Jochen
Omnes vulnerant, ultima necat.
- Invictus
- Beiträge: 1077
- Registriert: Di 07.06.11 16:36
- Hat sich bedankt: 0
- Danksagung erhalten: 4 Mal
Re: Antoninus Pius und seine "Familie"
Eine kleine Überlegung am Rande:
Es gab auch eine Venus Opsequens. Deren Tempel (oder Schrein?) in Rom soll von den gespendeten Geldern jener Delinquentinnen errichtet worden sein, welche ihren Ehemännern Hörner aufgesetzt hatten. Auch hier dürfte die Funktion die einer Nachsicht übenden bzw. "aus Liebe u. Gefälligkeit" (chinamul) agierenden Göttin gewesn sein.
Diese Funktion scheint auch sehr schön bei der Fortuna Opsequens betont worden zu sein, indem sie primär eben nicht mehr das Ruder in der Hand hält, sondern die Opferschale.
Ob die Propagierung auf den Münzen des A.P. am Ende seiner Regentschaft aus der Erkenntnis heraus geschah, dass dem Reich weniger glückliche Zeiten bevorstanden (drohende Kriegsgefahr mit den aufrührerischen Briten und den kampfbereiten Parthern)? War dieses Münzmotiv eine erste Reaktion auf jene Alpträume, welche Pius später auf dem Sterbebett so geschüttelt haben (der Friedenskaiser wähnte sich da von feindlichen Königen umzingelt)?
Es gab auch eine Venus Opsequens. Deren Tempel (oder Schrein?) in Rom soll von den gespendeten Geldern jener Delinquentinnen errichtet worden sein, welche ihren Ehemännern Hörner aufgesetzt hatten. Auch hier dürfte die Funktion die einer Nachsicht übenden bzw. "aus Liebe u. Gefälligkeit" (chinamul) agierenden Göttin gewesn sein.
Diese Funktion scheint auch sehr schön bei der Fortuna Opsequens betont worden zu sein, indem sie primär eben nicht mehr das Ruder in der Hand hält, sondern die Opferschale.
Ob die Propagierung auf den Münzen des A.P. am Ende seiner Regentschaft aus der Erkenntnis heraus geschah, dass dem Reich weniger glückliche Zeiten bevorstanden (drohende Kriegsgefahr mit den aufrührerischen Briten und den kampfbereiten Parthern)? War dieses Münzmotiv eine erste Reaktion auf jene Alpträume, welche Pius später auf dem Sterbebett so geschüttelt haben (der Friedenskaiser wähnte sich da von feindlichen Königen umzingelt)?
Zuletzt geändert von Invictus am Do 18.10.12 09:39, insgesamt 1-mal geändert.
- chinamul
- Beiträge: 6055
- Registriert: Di 30.03.04 17:05
- Wohnort: irgendwo in S-H
- Hat sich bedankt: 0
- Danksagung erhalten: 79 Mal
Re: Antoninus Pius und seine "Familie"
Eine solche "kleine Überlegung am Rande" anzustoßen war nicht zuletzt auch Absicht meines Postings.
Deine Feststellung, daß die Fortuna auf meinem Sesterz in der Rechten eine Patera hält (der Ausdruck "Opferschale" scheint mir bei einer Göttin nicht recht am Platze), deutet mit einiger Wahrscheinlichkeit darauf hin, daß sie hier tatsächlich etwas gewährt. Das notorische Steuerruder hat sie diesmal gewissermaßen mal beiseitegestellt und hält es nicht wie sonst immer in der Hand. Offenbar haben wir es hier also mit einer meines Wissens numismatisch bisher noch nicht belegten Seite der Fortuna zu tun.
Ob nun die bösen Ahnungen des alternden Kaisers in dieser Münze ihren Niederschlag gefunden haben, wage ich zu bezweifeln, weil es politisch nicht besonders klug gewesen wäre, auf eine solche Weise Signale einer nachlassenden Zuversicht und Tatkraft des Herrschers zu verbreiten. Vielmehr hätte man wohl jede Krise geleugnet und, wie in vielen solchen Fällen, eher eine optimistische Botschaft gewählt.
Gruß
chinamul
Deine Feststellung, daß die Fortuna auf meinem Sesterz in der Rechten eine Patera hält (der Ausdruck "Opferschale" scheint mir bei einer Göttin nicht recht am Platze), deutet mit einiger Wahrscheinlichkeit darauf hin, daß sie hier tatsächlich etwas gewährt. Das notorische Steuerruder hat sie diesmal gewissermaßen mal beiseitegestellt und hält es nicht wie sonst immer in der Hand. Offenbar haben wir es hier also mit einer meines Wissens numismatisch bisher noch nicht belegten Seite der Fortuna zu tun.
Ob nun die bösen Ahnungen des alternden Kaisers in dieser Münze ihren Niederschlag gefunden haben, wage ich zu bezweifeln, weil es politisch nicht besonders klug gewesen wäre, auf eine solche Weise Signale einer nachlassenden Zuversicht und Tatkraft des Herrschers zu verbreiten. Vielmehr hätte man wohl jede Krise geleugnet und, wie in vielen solchen Fällen, eher eine optimistische Botschaft gewählt.
Gruß
chinamul
Nil tam difficile est, quin quaerendo investigari possit
- Invictus
- Beiträge: 1077
- Registriert: Di 07.06.11 16:36
- Hat sich bedankt: 0
- Danksagung erhalten: 4 Mal
Re: Antoninus Pius und seine "Familie"
Vielleicht will sie mit der "Opferschale" ja das für sie bestimmte Trankopfer in Empfang nehmen? Im übertragenen Sinne der neuzeitlichen Heilsarmee ähnlich, die auch büchsenschüttelnd ihren Obolus "einfordert"
Meinerseits wars nur ein Gedanke um zu ergründen, warum gerade zu jener Zeit (und offenbar einmalig in der röm. Münzgeschichte) jener Typ heraus gegeben wurde. Irgend ein Sinn wird ja dahinter gesteckt haben.

Da hast du sicherlich recht.chinamul hat geschrieben:Ob nun die bösen Ahnungen des alternden Kaisers in dieser Münze ihren Niederschlag gefunden haben, wage ich zu bezweifeln, weil es politisch nicht besonders klug gewesen wäre
Meinerseits wars nur ein Gedanke um zu ergründen, warum gerade zu jener Zeit (und offenbar einmalig in der röm. Münzgeschichte) jener Typ heraus gegeben wurde. Irgend ein Sinn wird ja dahinter gesteckt haben.
-
- Vergleichbare Themen
- Antworten
- Zugriffe
- Letzter Beitrag
-
- 4 Antworten
- 1373 Zugriffe
-
Letzter Beitrag von jschmit
-
- 0 Antworten
- 1284 Zugriffe
-
Letzter Beitrag von Chippi
-
- 11 Antworten
- 2931 Zugriffe
-
Letzter Beitrag von dictator perpetuus
-
- 5 Antworten
- 2356 Zugriffe
-
Letzter Beitrag von antoninus1
-
- 12 Antworten
- 2405 Zugriffe
-
Letzter Beitrag von antoninus1
Wer ist online?
Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder