Tetradrachme Alexander - subärat?

Griechische Münzen des Altertums

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antisto
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Tetradrachme Alexander - subärat?

Beitrag von antisto » Mi 19.10.22 20:34

Ich habe mir eine (posthume) Tetradrachme des Alexander aus Memphis gegönnt; das Herakles-Portrait überzeugt(e) mich. Allerdings hat die Münze, als ich sie in Händen hielt, doch leichte Irritationen bei mir ausgelöst.
Dass sie antik ist, da bin ich mir sicher, und der Verkäufer ist seriös.
Doch die Münze hat einen gleichmäßig matten Glanz, wie ich ihn von antikem Silber sonst nicht kenne. Vermutlich ist die Münze mal sehr harsch gereinigt worden. Dafür spricht, dass eine kleinere Korrosionsstelle auf dem Avers entfernt wurde.
Oder…:
Die Münze ist mit 15,6 g deutlich untergewichtig. Könnte es dafür sprechen, dass sie subärat war/ist und der Silbersud „modern“ erneuert wurde?
Das frage ich mich gerade. Letzteres wäre sicherlich ein Grund für einen Umtausch.
Bilder folgen. Zunächst aber die grundsätzliche Frage an die Experten: Ist eine Abweichung von knapp 10 % zum Sollgewicht nach unten bei diesen Münzen noch im Rahmen?
Ich sehe euren Antworten gespannt entgegen.
AS
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Re: Tetradrachme Alexander - subärat?

Beitrag von antisto » Mi 19.10.22 21:05

Nun doch noch der Versuch halbwegs aussagekräftiger Bilder bei künstlichen Licht.
Bessere Bilder folgen.
Dateianhänge
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Re: Tetradrachme Alexander - subärat?

Beitrag von kijach » Do 20.10.22 00:43

Das Gewicht ist meiner Meinung nach noch im Rahmen und nicht auffällig
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Re: Tetradrachme Alexander - subärat?

Beitrag von Altamura2 » Do 20.10.22 10:24

antisto hat geschrieben:
Mi 19.10.22 20:34
... Die Münze ist mit 15,6 g deutlich untergewichtig. Könnte es dafür sprechen, dass sie subärat war/ist und der Silbersud „modern“ erneuert wurde? ...
Soweit man das auf diesen suboptimalen Bildern erkennen kann :? , scheint die Münze eher nicht subaerat zu sein.

Subaerate Münzen aus dieser Zeit haben aber keinen Silbersud, sondern bestehen aus einer Edelmetallfolie um einen Bronzekern (es gibt da aber auch andere Materialien).
Dass man antike Münzen durch erneutes Versilbern aufzuhübschen versucht, hab' ich noch nicht gesehen, wäre aber möglich. Anhand dieser Bilder kann man das aber nicht beurteilen :? .

Das Untergewicht halte ich schon für auffällig. Das könnte es als Ausreißer geben, muss es aber nicht :? .
Wenn man sich die Exemplare in PELLA anschaut (die Münze ist Price 3971), dann liegt deren Durchschnittsgewicht bei 17,02 g, abgesehen von einem stark ankorrodierten Exemplar gibt es dort aber keine Münze unter 16 g: http://numismatics.org/pella/id/price.3971?lang=de
Ähnlich sieht es in Ptolemaic Coins Online aus (die Münze ist eine Prägung unter Ptolemaios I), wobei da aber größtenteils (wenn nicht komplett) dieselben Münzen aufgeführt sind: http://numismatics.org/pco/id/cpe.1_1.19
Jetzt könnte man noch schauen, ob man dort stempelgleiche Exemplare findet, hab' ich aber nicht gemacht :| .

Eine Möglichkeit wäre aber auch, dass da irgendwann irgendjemand was weggefeilt hat. Wenn man das bei zehn dieser Münzen macht, hat man schon das Material für eine weitere :D .

Das ist jetzt keine klare Antwort :( , vielleicht hilft es trotzdem.

Eine kurze Zusammenfassung über die Zuweisung und Datierung dieses Typs findet sich übrigens hier: https://www.acsearch.info/search.html?id=9445409

Gruß

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Re: Tetradrachme Alexander - subärat?

Beitrag von kijach » Do 20.10.22 12:05

Bei acsearch gibt es schon ein paar mit 15,5 und 15,7gr.

https://www.acsearch.info/search.html?id=4635984
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Re: Tetradrachme Alexander - subärat?

Beitrag von kijach » Do 20.10.22 12:19

Sieht für mich auf den Bildern auch nicht subaerat aus aber scharf gereinigt
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Re: Tetradrachme Alexander - subärat?

Beitrag von antisto » Do 20.10.22 12:37

Anbei der wohl gelungene Versuch besserer Bilder.
Dateianhänge
Memphis1k.JPG
Memphis2k.JPG
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Re: Tetradrachme Alexander - subärat?

Beitrag von Altamura2 » Do 20.10.22 12:37

kijach hat geschrieben:
Do 20.10.22 12:05
... Bei acsearch gibt es schon ein paar ...
Unter anderen auch diese hier :D : https://www.acsearch.info/search.html?id=1179012

Anhand der Bilder kann man jetzt gar nichts erkennen, das auf eine Plattierung hindeuten würde.
Und wenn die im New York Sale verkauft wurde, dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass sie in Ordnung ist :D .

Gruß

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Re: Tetradrachme Alexander - subärat?

Beitrag von antisto » Do 20.10.22 13:29

Das klingt doch sehr beruhigend. Danke für die Recherche.
Da ich bei acsearch kein Abonnent bin und keinen Zugriff auf die Preise habe, würde mich ja doch interessieren, was das Stück damals gebracht hat, denn die angegebenen 900 USD beziehen sich wohl auf den Schätzwert.
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Re: Tetradrachme Alexander - subärat?

Beitrag von Altamura2 » Do 20.10.22 14:11

antisto hat geschrieben:
Do 20.10.22 13:29
... würde mich ja doch interessieren, was das Stück damals gebracht hat, denn die angegebenen 900 USD beziehen sich wohl auf den Schätzwert. ...
Nicht viel mehr, es waren 950 $: https://www.sixbid-coin-archive.com#/de ... /l27394300

Was hast Du denn dafür bezahlt?

Gruß

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Re: Tetradrachme Alexander - subärat?

Beitrag von antisto » Do 20.10.22 14:40

440, brutto also 550 €.
Den Preis fand ich angesichts der Prägeschwäche bei der Legende angemessen.
Jedenfalls von einem (BAS)ILEW(S) kann ich nichts erkennen. (Allerdings finde ich diese Legendenangabe auch nur in der Beschreibung des NYS.)
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Re: Tetradrachme Alexander - subärat?

Beitrag von Altamura2 » Do 20.10.22 15:39

antisto hat geschrieben:
Do 20.10.22 14:40
... 440, brutto also 550 €. ...
Da hat also unterwegs jemand richtig Geld verloren 8O .
antisto hat geschrieben:
Do 20.10.22 14:40
... Jedenfalls von einem (BAS)ILEW(S) kann ich nichts erkennen. ...
Kein Wunder, das steht da nämlich auch nicht :D .

Gruß

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Re: Tetradrachme Alexander - subärat?

Beitrag von antisto » Mi 02.11.22 10:58

Liebe Forumsmitglieder!
Anbei ein im Avers wohl mit meinem stempelgleiches Stück:
https://www.coinarchives.com/a/lotviewe ... 16013fd101
Dass der hier angegebene Schätzpreis von 2.000 € bei diesem Traumstück um ein Mehrfaches übertroffen wird, war mir klar, aber 20.000, mit Aufgeld 25.000 € haben mich doch selber erstaunt...
AS
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Re: Tetradrachme Alexander - subärat?

Beitrag von Amentia » Mi 02.11.22 11:29

Ich hatte eigentlich erwartet, dass ich eine reelle Chance hätte, aber bei 12.000 war Schluss bei mir.
Die ist wirklich toll, Erhaltung und Stil und Provenienz, hat aber auch ein paar Probleme Kratzer Kinn und Backe, minimale Schürfspur am Ohr und Revers auch eine kleine Schürfspur Oberschenkel von Zeus. Sieht man besser in dem Video von Peus.
Ohne die Problemchen wären die 20000 + Aufgeld dann schon angemessen gewesen.

https://peus-muenzen.auex.de/Auktion/On ... xt=memphis

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Re: Tetradrachme Alexander - subärat?

Beitrag von Amentia » Mi 02.11.22 11:34

Zum Gewicht.
Die hat Abnutzung, womöglich leichte Korrosion und auf dem Avers ist bei 2-3 Uhr am Rand was abgeschplittert, was auf ein Kristallisierung des Silbers hindeuten könnte und auch eine Erklärung für das sehr niedrige Gewicht sein könnte.

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