Caracalla und Julia Domna

Alles was so unter den Römern geprägt wurde.

Moderator: Homer J. Simpson

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tilos
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Caracalla und Julia Domna

Beitrag von tilos » Do 28.08.08 17:33

Melde mich aus dem Urlaub zurück. Und natürlich gleich mit einer Frage:

Wo wurden Caracalla - Julia Domna AE Stücke (ca. 30mm, ca. 22g) geprägt?
Ich habe ein sehr schlecht erhaltenes Ex.:
Av. Caracalla n.r., Leg. nur einzelne Buchst. erkennbar
Rv. Julia Domna n.r., Leg. nicht mehr erkennbar

Ich habe bei meiner Recherche nur ein Stück aus Cilicia, Epiphania gefunden.

Leider ist heute kein Foto möglich, würde vermutl. auch nichts bringen.

Wer hat kann mir da weiterhelfen?

Gruß
Tilos

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Pscipio
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Beitrag von Pscipio » Do 28.08.08 18:09

Ein Foto bringt immer etwas - selbst wenn es nichts bringt, denn dann frägt wenigstens niemand mehr danach :)

Auch wenn man die Legenden nicht erkennen kann, so kann manchmal doch der Stil bzw. die Machart der Münze noch etwas verraten. Ohne Fotos jedoch bleibt das Ganze gewiss nur ein Ratespiel.

Gruss, Pscipio
Nata vimpi curmi da.

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tilos
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Beitrag von tilos » Do 28.08.08 18:45

Hast schon recht. Evtl. kann ich das Foto morgen liefern, aber wie gesagt bitte nicht zuviel erwarten. Ich überlege bei dem sehr mäßigen Zustand, ob es sich lohnt - erstmal als Platzhalter - das Stück in die Sammlung zu legen. Also bis morgen+Gruß
Tilos

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Beitrag von tilos » Fr 29.08.08 08:55

Jetzt auch die Fotos - wie gesagt, ist ein übel abgelutschtes Teil. Trotzdem würde mich eine exakte Bestimmung interessieren, und auch, wie häufig diese Prägungen sind.

AE 22,15 g / 28-31mm

Gruß
Tilos
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Beitrag von tilos » Mo 01.09.08 17:09

Nicht so schüchtern lieber Gemeinde! Ihr müsst Euch ja nicht festlegen, auch "lautes" Denken könnte schon was bringen.

Gruß in die Runde
Tilos

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Beitrag von kc » Mo 01.09.08 17:21

hey tilos,

ich kann zwar nix zur bestimmung beitragen,aber ich finde diese münze ungewöhnlich.das interessante sind ja, wie gesagt,die getrennten portraits,die ja normalerweise auf einer wertseite zu sehen sind.es wird auf jeden fall ein seltenes stück sein.das niemand schreibt,liegt bestimmt nicht daran,dass sich niemand für dieses stück interessiert.

grüße

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Beitrag von Pscipio » Mo 01.09.08 20:11

Wenn ich die Münze bestimmen könnte, hätte ichs dir gesagt :) Und blindes Raten bringt ja nichts.
Nata vimpi curmi da.

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Beitrag von tilos » Mo 01.09.08 23:10

Pscipio, weiss ich doch! Ich wollte mich nur unauffällig nach vorne schieben.
Beste Grüße
Tilos

: Auch an kc vielen Dank für den moralischen Beistand.

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Beitrag von Oktavenspringer » Di 02.09.08 20:13

Ich finde dieses Stück deshalb ungewöhnlich, weil die Büste der Iulia Domna im Vergleich zur Büste Caracalla's ziemlich klein dargestellt ist.
In coinarchives gibt es zwar ähnliche Stücke, aber ob eines davon diesem ähnlich ist, kann ich nicht sagen. Dafür ist die Erhaltung nicht gut genug bzw. es sind keinerlei Buchstaben zu erkennen!

http://www.coinarchives.com/a/results.p ... and+mutter
http://www.coinarchives.com/a/lotviewer ... 3&Lot=1998
http://www.coinarchives.com/a/lotviewer ... 8&Lot=1076

Freundlichst
Oktavenspringer

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Beitrag von tilos » Mi 03.09.08 17:35

Oktavenspringer hat geschrieben:Ich finde dieses Stück deshalb ungewöhnlich, weil die Büste der Iulia Domna im Vergleich zur Büste Caracalla's ziemlich klein dargestellt ist. ...
Freundlichst
Oktavenspringer
Ein bisschen täuscht das, weil die Münze schlecht zentriert ist und die Leg. "fehlt". Von der Tendenz her hast Du natürlich recht.
I.Ü. bin ich mir mittlerweile nicht mehr sicher ob es Julia Domna ist, Plautilla käme ja auch in Frage. Wenn man allerdings den Av.-Stempel identifizieren könnte...

Danke+Gruß
Tilos

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Beitrag von tilos » Do 03.12.09 23:59

Was lange währt wird endlich gut!

Nach Abgleich diverser Details bin ich zu der Überzeugung gelangt, dass es sich um eine Prägung aus Epiphania, Cilicia handelt.
Die Datierung ist zwar nicht mehr festzustellen, aber z.B. gibt es eine Emission a.d.J. der City-Ära 282 =214/15 AD (Levante 1821). Das ist das Stück welches "wildwinds" abbildet.

http://www.wildwinds.com/coins/ric/cara ... v_1821.jpg

Das Domna-Porträt ist nahezu identisch, der Caracalla ist im gleichen Stil drapiert, scheint aber auf meinem Stück keine Strahlenkrone zu tragen. Ich finde ansonsten keine weiteren Vergleichsstücke und hoffe somit auf Euer Spezialistenwissen und entsprechende Zustimmung.
Gruß in die Runde
Tilos

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Beitrag von Pscipio » Fr 04.12.09 00:08

Stilistisch sind die beiden Münzen aber sehr verschieden, sofern man das bei deinem Exemplar noch beurteilen kann (nicht böse gemeint!). Aber vielleicht weiss Laterarius Abhilfe.

Gruss, Pscipio
Nata vimpi curmi da.

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Beitrag von tilos » Fr 04.12.09 00:26

Psipio, danke für Deine Einschätzung!

Gerade bei der J. Domna - meine ich - i.d.H. ins rechte Licht gedreht, sehr große Übereinstimmungen zu erkennen (Profil des Gesichtes, Haaransatz, Perlenkette, gesamte Kontur). Von der Leg. ist nur noch ein "O" in Höhe des Halses zweifelsfrei zu erkennen, genau in der Pos. wie auf der Abb.

Das Gesicht des Caracalla sieht auf meinem - allerdings sehr abgegriffenem - Stück in der Tat anders aus. Bei mir ist auch keine Strahlenkrone, dafür aber eine Herrscherbinde gut zu erkennen. Die Drapierung ist allerdings sehr ähnlich, meine ich.

Gruss
Tilos

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Beitrag von Laterarius » Fr 04.12.09 11:09

Habe von Eurer Diskussion erst jetzt Notiz nehmen können. Da ich direkt angesprochen werde, gebe ich auch gerne meinen Kommentar ab. Aufgrund der Machart und des Stils (immer mit Vorsicht zu behandeln) tippe auch ich klar auf Kilikien. Da solche Doppelporträts gerade in Kilikien häufig vorkommen (mehrfach auch für Caracalla und Julia Domna), lege ich mich nicht ganz fest. Adana scheint mir als Prägestätte sehr unwahrscheinlich zu sein. Das in SNG France 2 (BN) unter der Nr. 870 veröffentlichte Stück sieht sehr anders aus. Auch Tarsos erscheint mir wenig wahrscheinlich. Der Stil des Caracalla-Porträts ähnelt zwar den in Tarsos üblichen sehr. Dieses Stück weist jedoch nicht die in Tarsos üblicherweise gewählten Abkürzungen für den pater-patriae-Titel auf, die links und rechts neben dem Kaiserporträt als doppeltes "Pi" zu erscheinen pflegen (jedenfalls kann ich keine Spuren dieser Buchstaben ausmachen). Die höchste Wahrscheinlichkeit besitzt die Zuweisung nach Epiphaneia. Wie unterschiedlich dort die Porträtauffassungen auf Münzen desselben Typs sein können, zeigen die beiden in SNG Pfälzer Privatsammlungen publizierten Münzen Nr. 477 und 478 (dies betrifft insbesondere Julia Domna). Fazit: Wahrscheinlich Epiphaneia. Festlegen sollten wir uns aber erst, wenn uns ein mutmaßlich stempelgleiches Stück begegnet. Dies ist bei der Erhaltung des vorliegenden Stückes leider nicht besonders wahrscheinlich.
Beste Grüße
Laterarius

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Beitrag von tilos » Fr 04.12.09 15:07

Du hast natürlich recht, man muss da etwas vorsichtig sein mit einer abschließenden Festlegung. Man kann jetzt nur auf den Zufall hoffen, dass einem noch zu Lebzeiten ein vorderseitenstempelgleiches Stück vors Auge gerät.
Beste Grüße + ein schönes Wochenende!
Tilos

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