Gleichsetzen und Vergleichen

Alles was nichts mit Münzen zu tun hat

Moderator: Locnar

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Peter43
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Beitrag von Peter43 » Di 06.10.09 15:36

Hallo tilos!

Leider wird 'vergleichen' von vielen fälschlicherweise mit 'gleichsetzen' identifiziert, eine Unsitte, gegen die ich schon jahrelang angehe.

Mit freundlichem Gruß
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nephrurus
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Beitrag von nephrurus » Di 06.10.09 15:43

Peter43 hat geschrieben:Hallo tilos!

Leider wird 'vergleichen' von vielen fälschlicherweise mit 'gleichsetzen' identifiziert, eine Unsitte, gegen die ich schon jahrelang angehe.

Mit freundlichem Gruß
so ähnlich sehe ich das auch :wink: für mich bedeutet vergleichen = Unterschiede ausmachen- insofern kann ich nicht verstehen, warum ich Äpfel nicht mit Birnen vergleichen soll oder kann...?

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Peter43
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Beitrag von Peter43 » Di 06.10.09 15:46

Benutzt wird diese Bedeutungsverschiebung häufig von Politikern, wenn sie einem Gegner vorwerfen, er habe wieder etwas mit dem Holokaust verglichen, was ja ein grundsätzliches Tabu ist.

Mit freundlichem Gruß
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Beitrag von areich » Di 06.10.09 16:02

Ich hatte neulich einen Döner, der war bei weitem nicht so schlimm wie der Holocaust aber schlimm war er trotzdem.

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Beitrag von beachcomber » Di 06.10.09 16:14

so geschmacklos wie dein vergleich wird er kaum gewesen sein! :wink:
grüsse
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Beitrag von areich » Di 06.10.09 16:27

Vielleicht sollte ich trotzdem einfach keine Holocaust-Vergleiche benutzen,
das macht das Leben einfacher.

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Beitrag von Homer J. Simpson » Di 06.10.09 18:38

In diesem unserem Lande ganz entschieden. :roll: Aber das ist natürlich der springende Punkt, daß "vergleichen" und "gleichsetzen" gleichgesetzt wird. Und natürlich kann man Äpfel und Birnen problemlos vergleichen (Birnen sind birnenförmiger).

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Beitrag von Peter43 » Di 06.10.09 21:06

Schmecken auch mehr nach Birnen als nach Äpfeln.

Jochen
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Holocaust

Beitrag von kalle123 » Mi 07.10.09 12:17

Auch Römer und Franzosen begingen Mini-Holcausts. Denen wird das nicht mehr jeden Tag vorgehalten. Ist ja auch schon länger her. Schuld trägt das Deutsche Volk trotzdem (auch wenn die Taten unsere Väter begingen).
Gruß
kalle

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Beitrag von Posa » Mi 07.10.09 12:46

:roll:

Posa

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Re: Holocaust

Beitrag von justus » Mi 07.10.09 14:45

kalle123 hat geschrieben:Auch Römer und Franzosen begingen Mini-Holcausts. Denen wird das nicht mehr jeden Tag vorgehalten. Ist ja auch schon länger her. Schuld trägt das Deutsche Volk trotzdem (auch wenn die Taten unsere Väter begingen).
Gruß
kalle
Ich hatte neulich einen Döner, der war bei weitem nicht so schlimm wie der Holocaust aber schlimm war er trotzdem.
Wo bin ich da nur hingeraten? Solche Äußerungen hatte ich eigentlich hier im Forum nicht erwartet!

@kalle123 -----> Vermutlich hast du denn Begriff "Mini-Holocaust" nur aus Unkenntnis der tatsächlichen Bezeichnung verwendet. Der Begriff, den du meinst, lautet "Progrome". Progrome, d. h. Mißhandlungen und Ermordungen von Juden gab es, da hast du recht, im Mittelalter in vielen Städten und Regionen Europas. Dabei handelte es sich jedoch um spontane, regional begrenzte Übergriffe von Bürgern gegenüber ihren jüdischen Mitbürgern.

Was jedoch die, "Holocaust" genannte Ermordung von mehr als 5 Millionen Juden aus ganz Europa anbetrifft, so fand hier zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit, eine systematische und staatlich organisierte Massenvernichtung in extra dafür gebauten "Todesfabriken" statt. Dies ist mit nichts, aber auch mit garnichts zu vergleichen!

Massenvernichtungen von ethnischen Minderheiten gab und gibt es bis heute. So sei in diesem Zusammenhang an die Indios in Lateinamerika (spanisch-portugiesische Kolonialherrschaft, Amazonas-Indianer), die Ausrottung ganzer Indianerstämme (amerikanischen Kolonialisierung) oder z. B. das Pol-Pot-Regime in Kambodscha erinnert. Wieviele Millionen Tote Lenin/Stalin (russische Kulaken und Regimegegner) bzw. Mao-Tse-Tung (Kulturrevolution) auf dem Gewissen haben, wissen wir noch nicht, da die entsprechenden Archive nicht zugänglich sind.

Die Römer und ihren Kampf gegen die aufständischen Juden würde ich mal außen vor lassen. das hat nämlich damit überhaupt nichts zu tun.

Die Tatsache, dass Juden schon im Mittelalter ausgegrenzt und zum Teil, wenn auch nicht systematisch, verfolgt wurden, hat ihren Ursprung übrigens eben in diesem Mittelalter. Da es Juden nach den Zunftordnungen der Städte verboten war, ein christliches Handwerk auszuüben, verlegten sich einige von ihnen auf Handel und Geldverleih, was zuvor z. B. in Augsburg von den Fuggern betrieben wurde. Im Laufe der Jahrhunderte entstanden daraus Finanzhäuser wie Rotschild, aber auch Kaufhäuser wie Hertie.

An die Moderatoren: Natürlich gibt es keine "Generalschuld" der deutschen Volkes für diese Verbrechen, auch wenn dies noch im letzten Jahrhundert von manchem "Deutschenfreund" behauptet wurde. Aber und das möchte ich hier deutlich betonen, es ist unsere Pflicht, wie die aller Menschen auf der Welt, nicht nur der Verleugnung, sondern auch Verharmlosungen des "Holocaust" und sei es nur in Form von geschmacklosen Vergleichen, entschieden entgegenzutreten!
mit freundlichem Gruß

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Beitrag von areich » Mi 07.10.09 14:51

Bitte wirf meinen Beitrag nicht zusammen mit dem von Kalle.

Ich weiß ja, daß es Leuten schwer fällt, wenn bestimmte Worte fallen, trotzdem zu lesen und zu verstehen, was eigentlich gesagt werden soll aber man sollte es doch wenigstens versuchen. Alles andere ist Bildzeitungs-Niveau.

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nephrurus
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Re: Holocaust

Beitrag von nephrurus » Mi 07.10.09 14:55

justusmagnus hat geschrieben:
kalle123 hat geschrieben:Auch Römer und Franzosen begingen Mini-Holcausts. Denen wird das nicht mehr jeden Tag vorgehalten. Ist ja auch schon länger her. Schuld trägt das Deutsche Volk trotzdem (auch wenn die Taten unsere Väter begingen).
Gruß
kalle
Ich hatte neulich einen Döner, der war bei weitem nicht so schlimm wie der Holocaust aber schlimm war er trotzdem.
Wo bin ich da nur hingeraten? Solche Äußerungen hatte ich eigentlich hier im Forum nicht erwartet!

@kalle123 -----> Vermutlich hast du denn Begriff "Mini-Holocaust" nur aus Unkenntnis der tatsächlichen Bezeichnung verwendet. Der Begriff, den du meinst, lautet "Progrome". Progrome, d. h. Mißhandlungen und Ermordungen von Juden gab es, da hast du recht, im Mittelalter in vielen Städten und Regionen Europas. Dabei handelte es sich jedoch um spontane, regional begrenzte Übergriffe von Bürgern gegenüber ihren jüdischen Mitbürgern.

Was jedoch die, "Holocaust" genannte Ermordung von mehr als 5 Millionen Juden aus ganz Europa anbetrifft, so fand hier zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit, eine systematische und staatlich organisierte Massenvernichtung in extra dafür gebauten "Todesfabriken" statt. Dies ist mit nichts, aber auch mit garnichts zu vergleichen!

Massenvernichtungen von ethnischen Minderheiten gab und gibt es bis heute. So sei in diesem Zusammenhang an die Indios in Lateinamerika (spanisch-portugiesische Kolonialherrschaft, Amazonas-Indianer), die Ausrottung ganzer Indianerstämme (amerikanischen Kolonialisierung) oder z. B. das Pol-Pot-Regime in Kambodscha erinnert. Wieviele Millionen Tote Lenin/Stalin (russische Kulaken und Regimegegner) bzw. Mao-Tse-Tung (Kulturrevolution) auf dem Gewissen haben, wissen wir noch nicht, da die entsprechenden Archive nicht zugänglich sind.

Die Römer und ihren Kampf gegen die aufständischen Juden würde ich mal außen vor lassen. das hat nämlich damit überhaupt nichts zu tun.

Die Tatsache, dass Juden schon im Mittelalter ausgegrenzt und zum Teil, wenn auch nicht systematisch, verfolgt wurden, hat ihren Ursprung übrigens eben in diesem Mittelalter. Da es Juden nach den Zunftordnungen der Städte verboten war, ein christliches Handwerk auszuüben, verlegten sich einige von ihnen auf Handel und Geldverleih, was zuvor z. B. in Augsburg von den Fuggern betrieben wurde. Im Laufe der Jahrhunderte entstanden daraus Finanzhäuser wie Rotschild, aber auch Kaufhäuser wie Hertie.

An die Moderatoren: Natürlich gibt es keine "Generalschuld" der deutschen Volkes für diese Verbrechen, auch wenn dies noch im letzten Jahrhundert von manchem "Deutschenfreund" behauptet wurde. Aber und das möchte ich hier deutlich betonen, es ist unsere Pflicht, wie die aller Menschen auf der Welt, nicht nur der Verleugnung, sondern auch Verharmlosungen des "Holocaust" und sei es nur in Form von geschmacklosen Vergleichen, entschieden entgegenzutreten!
was Du hier schreibst, mag inhaltlich vielleicht richtig sein, führt allerdings im besten Fall dazu, diese Diskussion weiter anzuheizen!
Machmal ist es besser, sich Kommentare zu verkneifen, statt weiter Öl ins Feuer zu giessen...

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Beitrag von areich » Mi 07.10.09 15:04

Das illustriert übrigens ganz gut das, was Peter sagte:
Peter43 hat geschrieben:Benutzt wird diese Bedeutungsverschiebung häufig von Politikern, wenn sie einem Gegner vorwerfen, er habe wieder etwas mit dem Holokaust verglichen, was ja ein grundsätzliches Tabu ist.

Mit freundlichem Gruß

Ich verstehe schon, warum manche Leute sagen, man sollte keine Witze machen über verschiedene Sachen aber ich stimme dem nicht zu.
Natürlich sollte man damit je nach Publikum sehr vorsichtig sein und man macht es sich einfacher, wenn man darauf verzichtet.

Aber ich denke, es sollte keine Tabus geben und über etwas Witze machen ist nicht prinzipiell schlimm. Wenn man's natürlich ständig tut ist das auch ein schlechtes Zeichen.

Hier ein Beispiel für solche Witze (hat nichts mit Holocaust etc. zu tun).

http://www.youtube.com/watch?v=3IFUNIa2NU8

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Re: Holocaust

Beitrag von justus » Mi 07.10.09 15:23

nephrurus hat geschrieben:was Du hier schreibst, mag inhaltlich vielleicht richtig sein, führt allerdings im besten Fall dazu, diese Diskussion weiter anzuheizen!
Machmal ist es besser, sich Kommentare zu verkneifen, statt weiter Öl ins Feuer zu giessen...
Da hast du natürlich absolut recht. Ich werde mich dazu auch nicht mehr äußern, da ich gesagt habe, was gesagt werden musste.
mit freundlichem Gruß

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