Odyssee zweier Dreckklumpen

Alles was so unter den Römern geprägt wurde.

Moderator: Homer J. Simpson

Chippi
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Odyssee zweier Dreckklumpen

Beitrag von Chippi » Sa 10.10.09 17:26

Hallo Leute,

voriges Jahr im April bin ich mit tilos ins Gespräch gekommen, zwecks Restauration von Münzen. Er bot es mir an, Zwei von ihnen bei einer bekannten Restauratiorin mit unterzubringen, allerdings müsse ich Geduld haben (viel beschäftigt). Darauf traten ein As und eine Viminacium-Bronze die Reise ins benachbarte Bundesland an...

....jetzt am 1.Oktober kamen sie wieder bei mir an, mit der Bitte, Bilder von vorher und nachher zu erstellen und zu zeigen. Der Bitte komme ich hiermit nun nach, was auch in eurem Interesse liegen dürfte.

Maße:

As - 22-24mm, 4,14g (Das C von SC lässt sich noch erkennen, daneben 2 Gegenstempel, könnten auch 3 gewesen sein. Einer lautet TI°C°A (Claudius oder Titus), den Anderen kann ich nicht deuten.)

VIM-Bronze - 25-27mm, 12,78g

Gruß Chippi

PS: tilos, du darst die Bilder verwenden.
Dateianhänge
Gegenstempel.JPG
Dreckklumpen-danach.JPG
Dreckklumpen.JPG
Wurzel hat geschrieben:@ Chippi: Wirklich gute Arbeit! Hiermit wirst du zum Byzantiner ehrenhalber ernannt! ;-)
Münz-Goofy hat geschrieben: Hallo Chippi, wenn du... kannst, wirst Du zusätzlich zum "Ottomanen ehrenhalber" ernannt.

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Peter43
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Beitrag von Peter43 » Sa 10.10.09 20:03

Wirklich erstaunlich, was daraus geworden ist. Zum besseren Vergleich hätte ich aber jeweils eine Münze vorher und nachher nebeneinander dargestellt. Würde noch stärker wirken. :wink:

Mit freundlichem Gruß
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Onkel Titus
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Beitrag von Onkel Titus » Sa 10.10.09 22:30

Wahnsinn, was aus den beiden Klumpen noch rauszuholen war. Interessant wäre es jetzt natürlich, zu erfahren, wie diese Resultate erzielt werden konnten. Wenn ich da an meine jetzt noch hoffnungslosen Fälle an Ungereinigten denke, sehe ich wieder Hoffnung.
Chippi, ist Dir etwas über die Restaurierungsmethode bekannt? 8O
Viele Grüße
Onkel Titus
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beachcomber
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Beitrag von beachcomber » Sa 10.10.09 22:56

ohne dass ich es genau weiss, kann ich trotzdem mit bestimtheit sagen, dass da keine chemischen wundermittel zum einsatz kamen, sonder die gute alte nadel unterm stereo-mikroskop! :)
grüsse
frank

Chippi
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Beitrag von Chippi » Sa 10.10.09 23:31

Leider nicht, aber tilos hatte schon mal etwas zu einer prophylaktischen Behandlung (Standartvorgehen bei der Metallrestaurierung) geschrieben. Nur wo???

Gruß Chippi
Wurzel hat geschrieben:@ Chippi: Wirklich gute Arbeit! Hiermit wirst du zum Byzantiner ehrenhalber ernannt! ;-)
Münz-Goofy hat geschrieben: Hallo Chippi, wenn du... kannst, wirst Du zusätzlich zum "Ottomanen ehrenhalber" ernannt.

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Beitrag von tilos » So 11.10.09 17:46

In etwa wurde wie folgt vorgegangen:

- gründliche Entsalzung
- mechanische Freilegung unter dem Mikroskop
- BTA-Behandlung
- Wachsimprägnierung

Chippi, vielleicht lassen sich die restaurierten Stücke noch etwas besser fotografieren, hier sehen Sie recht flau aus.

Gruß in die Runde
Tilos

: Ich habe leider keinerlei Restaurierungskapazitäten zur Hand. Es reicht bei weitem für die eigenen Stücke nicht. Leider, leider

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Beitrag von Chippi » So 11.10.09 17:52

Hallo tilos,

die habe ich gescannt, genau mit den gleichen Parametern wie damals bevor sie weggingen. Das Scan-Programm ist leider schon etwas veraltet, Photo Adobe deluxe 98.

Gruß Chippi
Wurzel hat geschrieben:@ Chippi: Wirklich gute Arbeit! Hiermit wirst du zum Byzantiner ehrenhalber ernannt! ;-)
Münz-Goofy hat geschrieben: Hallo Chippi, wenn du... kannst, wirst Du zusätzlich zum "Ottomanen ehrenhalber" ernannt.

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Beitrag von tilos » So 11.10.09 18:00

Vielleicht kann jemand aus der Runde einen Tipp geben, wie sich das Scannen optimal gestalten lässt? Ich selbst benutze (m)eine Digitalkamera, schneide dann am Computer die Bilder nur auf Format. Auch nicht immer mit super Ergebnissen.
Gruß
Tilos

: Ich glaube chinamul und peter43 benutzen einen Scanner. Die Bilder sind immer super!

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Beitrag von Peter43 » So 11.10.09 18:58

Ich habe mir zwar jetzt auch eine Digitalkamera und ein Stativ gekauft, aber noch nicht damit begonnen, meinze Münzen zu photographieren. Deshalb benutze ich immer noch meinen alten Billigscanner Umax Astra 4700.
Ich scanne normalerweise mit 600 dpi. Dazu decke ich die Münze mit einem weißen Pappdeckel ab. Aufpassen sollte man darauf, daß die Münze so liegt, daß die Scannerleiste von oben kommt, damit der Kopf der Vs. von oben beleuchtet wird.
Dann werden die Bilder mit einem kleinen Bildprogramm, das es zum Scanner dazugab, beschnitten und zusammengeheftet. In der Regel müssen die Bilder dann noch 1) aufgehellt werden und 2) der Kontrast muß erhöht werden. Das muß man manchmal ausprobieren, bis es paßt. 'Schärfen' darf man nur ganz vorsichtig, da sonst die Bilder porös wirken. Meistens verzichte ich ganz darauf.

Mit freundlichem Gruß
Omnes vulnerant, ultima necat.

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Beitrag von Onkel Titus » So 11.10.09 19:06

Erst einmal danke Eure Antworten, also muss man auch weiterhin auf ein ruhiges Händchen unter dem Mikroskop hoffen. Seufz!!!
Bzgl. Scannen stimme ich Peter43 zu. Recht gute Ergebnisse habe ich mit meinem HP Deskjet psc1210 bisher erzielen können. Gleiche Vorgehensweise wie Peter43.
Viele Grüße
Onkel Titus

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Beitrag von areich » So 11.10.09 22:16

Scannen ist wie Dreirad und Fotografieren ein cooles BMX-Rad. ;)

Die besten Scanner-Bilder die ich gesehen habe waren recht gut aber mit einem
gute Foto können sie niemals mithalten. Natürlich ist Fotografieren ein großer Aufwand bis man den Bogen raus hat, danach ist es weniger Aufwand als Scannen,
wenn man das (Repro)stativ und die Lampe(n) nicht immer wieder neu aufbauen muß.

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