VORSICHT Einschreiben / registered Mail außerhalb EU nach D

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prieure.de.sion
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VORSICHT Einschreiben / registered Mail außerhalb EU nach D

Beitrag von prieure.de.sion » Di 10.01.23 12:01

Servus,

ich schreibe das Ganze mal hier bei "Sonstiges", da es ja nicht nur antike Münzen betrifft - sondern generell alles, was eine Sendung ist, welche außerhalb der EU bei der Einfuhr nach Deutschland geprüft und ggfs. verzollt werden muss. Wichtig - es betrifft ausschließlich Sendungen, welche Euch per "registered Mail" - also Einschreiben - vom EU Ausland nach Deutschland gesendet werden. Paketdienste wie DHL EXPRESS, FedEx oder UPS sind nicht davon betroffen (da diese weiterhin eigene interne Zoll Abteilungen haben).

Die Deutsche Post hat weiteres Sparpotiential entdeckt!

Seit November 2022 - offiziell seit dem 01.01.2023 - wird sukzessive die Verzollung durch die Deutsche Post eingestellt! Sprich - "die" von der Post machen das nicht mehr für Euch - sondern das dürft Ihr in Zukunft selber machen.

Vorher war der Weg: Versender - Post - Post Verzollung - Empfänger.
In Zukunft geht in Deutschland der Weg: Versender - Post - Deutscher Zoll - Deutscher Zoll informiert Euch - Online Formular - Empfänger

Sprich, die Deutsche Post übergibt die Sendung dem Deutschen Zoll. Dort liegt die Sendung dann unbestimmte Zeit - bis ein Zollbeamter diese prüft. Dann werdet Ihr informiert und müsst Online ein Formular ausfüllen (das nicht Online an den Zoll übermittelt wird) und dieses Formular dann ausdrucken und dem Zoll senden. Dann meldet sich wiederum der Zoll bei Euch, wenn das Formular richtig ausgefüllt wurde und die Sendung verzollt werden kann. Das Formular ist übrigens recht "tricky" - Gott sei Dank kennt meine Freundin das Steuerrecht und hat dies studiert. Hat man es einmal ausgefüllt - dann gehts gut von der Hand. Einziger Vorteil der Geschichte - man kann die 7% selbst beeinflussen.

Aber - und das ist der Grund für den Thread - die Laufzeit hat sich extrem verlängert dadurch! Beim Zoll stapeln sich die Sendungen und bis Eure Sendung endlich mal angeschaut wird - dauert.


Aktuell habe ich 4 (!) Sendungen, welche nichts anderes machen, als beim Zoll zu liegen und noch nicht mal bearbeitet sind! Und das seit Mitte November! Ich habe keine Ahnung, wann der Zoll sich die anschauen wird - erst dann werde ich benachrichtigt und erst dann kann ich mit dem Online Formular anfangen. Sprich - die liegen bereits 2 Monate beim Zoll und es werden noch weitere Wochen (vielleicht Monate) vergehen, bis es überhaupt weiter geht.

Davon sind übrigens 2 Sendungen aus San Marino (die 2 Anderen aus der Schweiz)! Sendungen von San Marino nach Deutschland sind Sendungen außerhalb der EU ins EU Gebiet. Es herrscht zwar ein EU-Zollabkommen zwischen San Marino und der EU - sprich man muss keinen Zoll / Steuer auf die Münzen bezahlen - aber, die Ware wird dennoch geprüft! Sprich die Sendung als "registered Mail" wird von der Post nicht direkt zugestellt, sondern muss erst mal vom Zoll geprüft werden (auch wenn am Ende keine Steuer bezahlt werden muss). Und das verzögert dann eben auch Sendungen aus San Marino.

Natürlich kann es sein, dass bei dem Einem oder Anderem durch "Zufall" mal ein Brief so durch rutschen wird. Aber generell gilt ab 01.01.2023 keine Verzollung mehr direkt durch die Deutsche Post (bzw. werden die Abteilungen nach und nach aufgelöst) und muss über den deutschen Zoll vom Empfänger selbst verzollt (Online Formular) werden (und erreicht den Empfänger nicht mehr direkt).


Lange Rede - kurzer Sinn.

Wer seine Münzen zeitnah und nicht erst nach Monaten haben möchte, schreibt das entsprechende Auktionshaus an und besteht auf einen Versand per DHL Express, FedEx oder UPS (und bezahlt eben einen gewissen Aufpreis). Registered Mail ist außerhalb der EU aus meiner Sicht keine gute Idee mehr. Es ist nervig, wenn nach 3-4 Tagen die Sendungen die Deutsche Grenze passieren und dann sieht man wochenlang (bei mir wie gesagt nun inzwischen bei 4 Sendungen 2 Monate) den Status "wird beim Zoll geprüft". Und nichts tut sich.

Ich habe mal die Auktionshäuser, deren Sachbearbeiter ich kenne, angeschrieben und die neuen Gegebenheiten bei der Deutschen Post geschildert - das eine oder andere Auktionshaus hat auch bereits signalisiert bei Sendungen nach Deutschland auf entsprechende Alternativen umzusteigen. Es gibt auch Sammler die nicht so oft sind was Internet und Steuerformulare betreffen - und am Ende ist es manchen Kunde egal ob die Post nun schuld ist, dass die Sendung aus der Schweiz 4-5 Monate unterwegs ist - am Ende sind manche Kunden auf den Verkäufer mürrisch.

Also - falls Ihr was kauft oder ersteigert - registered Mail ist - zumindest aktuell - nach Deutschland keine gute Wahl.
Außer es ist Euch völlig egal und habt alle Zeit der Welt, ist ja eine persönliche Sache, dann natürlich nicht.
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Re: VORSICHT Einschreiben / registered Mail außerhalb EU nach D

Beitrag von Steffl0815 » Di 10.01.23 12:43

prieure.de.sion hat geschrieben:
Di 10.01.23 12:01
Wichtig - es betrifft ausschließlich Sendungen, welche Euch per "registered Mail" - also Einschreiben - vom EU Ausland nach Deutschland gesendet werden. Paketdienste wie DHL EXPRESS, FedEx oder UPS sind nicht davon betroffen (da diese weiterhin eigene interne Zoll Abteilungen haben).

Danke für die Info! Du meinst wahrscheinlich NICHT EU Ausland an der Stelle, oder? Hab mir grad die Rechnung von meinem letzten Zuschlag angeschaut. Wird aus Österreich geliefert, die senden anscheinend auch nur noch mit DHL EXPRESS, was knapp 20€ Versandkosten bedeutet…

MfG Stefan
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Re: VORSICHT Einschreiben / registered Mail außerhalb EU nach D

Beitrag von prieure.de.sion » Di 10.01.23 12:52

Also - alles was außerhalb der EU nach Deutschland importiert wird.
Amerika, Asien, Schweiz, San Marino, England und so weiter ---> Deutschland.

Von einem EU Staat zu einem anderen EU Staat passiert gar nichts - das geht ja nicht durch den Zoll.
Also von Österreich, Frankreich, Spanien und Co ist es völlig egal.
San Marino - als Beispiel - ist aber kein EU Mitglied.


Gibt natürlich Auktionshäuser da ist es völlig egal - wie Roma Numismatic in London - die senden grundsätzlich alles per DHL Express. Und DHL Express und Deutsche Post sind zwei verschiedene Unternehmen. Und DHL Express hat (wie UPS, FedEx und Co) eine eigene Zollabteilung. Nur die Deutsche Post mag dafür wohl kein Personal mehr dafür bereit stellen - und wälzt das nun auf den Deutschen Zoll ab - da hats ja eh Personal - also sollen die Kunden / Empfänger das selber ausfüllen - mit dem deutschen Zoll zusammen. Praktisch für die Post.
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Re: VORSICHT Einschreiben / registered Mail außerhalb EU nach D

Beitrag von antoninus1 » Di 10.01.23 16:56

Früher war es normal, dass die Post nicht verzollt hat, man musste nur "Selbstverzoller" auf den Brief schreiben lassen. Dann ging der Brief recht schnell zum zuständigen Zollamt und man musste ihn dort abholen und die Abgaben zahlen.
Neu ist jetzt anscheinend, dass man, wie Du schreibst, ein Onlineformular ausfüllen muss und dass der Brief sehr lange Zeit im Hauptzollamt in Frankfurt herumliegt, bevor man ihn von dort direkt zugestellt bekommt :(

Heute hat allerdings ein Freund eine Sendung aus der Schweiz erhalten, die im Januar abgeschickt wurde, und die für 7 € Gebühr von der Post korrekt mit 7% EUSt beaufschlagt und ihm zugestellt wurde.
Mal sehen, wie das weitergeht.
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prieure.de.sion (Di 10.01.23 17:32)
Gruß,
antoninus1

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Re: VORSICHT Einschreiben / registered Mail außerhalb EU nach D

Beitrag von prieure.de.sion » Di 10.01.23 17:32

antoninus1 hat geschrieben:
Di 10.01.23 16:56
Neu ist jetzt anscheinend, dass man, wie Du schreibst, ein Onlineformular ausfüllen muss und dass der Brief sehr lange Zeit im Hauptzollamt in Frankfurt herumliegt, bevor man ihn von dort direkt zugestellt bekommt
Genau. Meine liegen, aus welchen Gründen auch immer, in Düsseldorf - also zwei Sendungen aus San Marino. Die anderen beide irgendwo noch an der Grenze. Keine Ahnung welche Verteilerlogik dahinter steht.
antoninus1 hat geschrieben:
Di 10.01.23 16:56
Neu ist jetzt anscheinend, dass man, wie Du schreibst, ein Onlineformular ausfüllen muss ...
Genau.

Hier nochmals der Link - wenn jemand sich das Ganze schon mal vorab anschauen will:
https://www.einfuhr.internetzollanmeldu ... 159C7F6E28

Der "Witz" der Sache ist aber - dass man das Formular Online ausfüllt. Dann dachte ich auf der letzten Seite des Formulare - cool - jetzt kommt gleich senden und dann nimmt alles seinen Lauf (automatisch). Aber nein - Deutschlands Behörden & Digitalisierung. Man muss dann das Formular ausdrucken auf Papier und unterschreiben. Dann entweder per Post an das zuständige Zollamt senden oder Einscannen und per Mail an das zuständige Zollamt senden. Dann prüft es dort vor Ort wieder jemand und dann bekommt man erst Nachricht, wenn alles fertig ist.
antoninus1 hat geschrieben:
Di 10.01.23 16:56
Heute hat allerdings ein Freund eine Sendung aus der Schweiz erhalten, die im Januar abgeschickt wurde, und die für 7 € Gebühr von der Post korrekt mit 7% EUSt beaufschlagt und ihm zugestellt wurde.
Das ist je nachdem welches Postleitstelle / Zollamt es die Sendung "erwischt". Anscheinend gibt es noch Post Umschlagplätze, welche die Vorab-Verzollung machen - in manchen Regionen nicht mehr. Aber bis März 2023 (so die Auskunft der Post und vom Zoll) soll eigentlich komplett umgestellt worden sein.


Ich werde in Zukunft je nach Fall entscheiden. Ist es mir egal (Dauer) dann von mir aus auch per Einschreiben aus dem EU-Ausland. Ansonsten werde ich in Zukunft die Auktionshäuser bitten (gegen Aufpreis) mir eben per Paketdienst die Münze / Münzen zustellen zu lassen.

Generell ist die "Eigenverzollung" keine schlechte Sache - da man die 7% deutlich besser in der Hand hat. Aber aktuell sieht es so aus, als würde die Post die Sendungen durch halb Deutschland zu irgendeinem Hauptzollamt senden, die kommen gerade nicht hinterher bei der (neuen) Menge, dann dauert die Verzollung ewig, dann bis man das ok hat. Das ist schon nervig. Zumal ich nervös werde, wenn ein Brief mit mehreren tausend Euro einfach Wochen und Monate irgendwo unbearbeitet in irgendeinem Lager liegt. Wobei man beim Zoll Lager weniger Angst haben muss - wenn es mal beim Zoll liegt - dass dort was abhanden kommt.

Na ja.
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Re: VORSICHT Einschreiben / registered Mail außerhalb EU nach D

Beitrag von prieure.de.sion » Mi 11.01.23 14:23

Falls jemand was von Artemide Aste aus San Marino ersteigert hat - habe eben bescheid bekommen, dass sie nun mit UPS versenden werden nach Deutschland (und wahrscheinlich auch in Zukunft vorläufig).
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Re: VORSICHT Einschreiben / registered Mail außerhalb EU nach D

Beitrag von kijach » Mi 11.01.23 16:07

War das bei denen nicht schon Standard? Ich habe dort 2022 nur ein mal was gekauft und es wurde mit UPS versendet
Jetzt auch Griechen-Sammler!

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Re: VORSICHT Einschreiben / registered Mail außerhalb EU nach D

Beitrag von prieure.de.sion » Mi 11.01.23 16:14

Ne letztes Mal hatte ich per Einschreiben bekommen - war aber auch eine kleine Sendung aus nur 3 preiswerteren Münzen. Aber laut deren Aussage, werden "sie" erst mal nach Deutschland keine Einschreiben mehr machen - vorerst.
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Re: VORSICHT Einschreiben / registered Mail außerhalb EU nach D

Beitrag von prieure.de.sion » Fr 20.01.23 12:49

So und das passiert jetzt - wenn der Zoll Briefe von der Post in die Hände bekommt - und die Sendung aus San Marino kommt. Daher immer am besten schauen, dass erst mal nix mehr per Post Einschreiben gesendet wird - vor allem nicht aus Ländern wie San Marino - selbst wenn es da eine Zollunion gibt.

NOMISMA hatte noch - vor meiner "Warnung" meine Münzen per Brief Einschreiben aus San Marino gesendet. Und prompt ist nach dem neuem Verfahren der Post das Ganze beim Zoll jetzt gelandet (seit November!) und nun darf ich den Mist abholen und bezahlen! Antwort vom Deutschen Zoll auf meine Anfrage wegen Zoll:
Sehr geehrter Herr ....,
da San Marino zu einer Zollunion gehört, aber nicht zum Steuergebiet, fällt kein Zoll, jedoch die Einfuhrumsatzsteuer an. Weitere Informationen dazu finden Sie auch auf www.zoll.de. Sie können während unseren Öffnungszeiten vorbeikommen und die Sendung wird vor Ort abgefertigt.


Artemide Aste hatte mir - wie vereinbart - die Ware aus San Marino per UPS Paketdienst gesendet - und siehe da - nichts passiert.
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Re: VORSICHT Einschreiben / registered Mail außerhalb EU nach D

Beitrag von Pfennig 47,5 » Mo 23.01.23 17:58

Hallo!
Der Beitrag darüber ist zwar schon 7 Monate alt, dennoch birgt er das potential Geld zu verlieren.
Nach der AGB der deutschen Post ist es nicht gestattet Geld, in welcher Form auch immer in Einschreiben zu versenden. Bei Verlust, zahlt die Post nicht!
Münzen oder Medaillen, Banknoten generell nur im Wertbrief versenden, ist zwar etwas teurer, aber zu jeder Zeit versichert und verfolgbar.

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Re: VORSICHT Einschreiben / registered Mail außerhalb EU nach D

Beitrag von antoninus1 » Fr 04.08.23 10:22

Ich nutze den Thread mal für eine Frage an euch.
Ich habe bei Astarte in der Schweiz eine Münze ersteigert. In den AGB bieten sie an, die Münze zu einem Repräsentanten in die EU (konkret Italien) zu senden, und von dort nach D. Jetzt sagen sie mir, dass dann die deutsche MWSt von 19% anfällt.
Ich meine, dass das nicht korrekt ist. Es müsste die italienische EUSt anfallen und dann keinen weitere Steuer. Die deutsche MWSt fällt doch nur bei Handel innerhalb D an, oder? Bei Import aus dem nicht-EU-Ausland fällt die länderspezifische EUSt an, bei uns 7%, Italien weiß ich nicht (Belgien z.B. nur 5%).

Jetzt tendiere ich dazu, mir die Münze ganz normal zusenden zu lassen und selbst zu verzollen. Ist da immer noch die Empfehlung, das mit Fedex (was Astarte anbietet) machen zu lassen?
Gruß,
antoninus1

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Re: VORSICHT Einschreiben / registered Mail außerhalb EU nach D

Beitrag von Zwerg » Fr 04.08.23 11:16

Das macht Astarte schon korrekt - Du bekommst sie ja aus der EU.
Das ist ähnlich wie Naville aus London, die für die EU aus Belgien verschicken. Da fällt dann auch die VAT aus Belgien an.

Die Verzollung durch FEDEX mußt Du selber bezahlen. Da kann es dann passieren, daß 19% EUST berechnet werden.
Das stört FEDEX nicht, Du darfst Dich dann mit dem deutschen Zoll herumschlagen.
FEDEX berechnet ca, 30-60 Euro. Einfach nachfragen.

Grüße
Klaus
ΒIOΣ ΑΝЄΟΡΤAΣΤΟΣ ΜΑΚΡΗ ΟΔΟΣ ΑΠΑNΔΟKEYTOΣ
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Re: VORSICHT Einschreiben / registered Mail außerhalb EU nach D

Beitrag von antoninus1 » Fr 04.08.23 11:57

Zwerg hat geschrieben:
Fr 04.08.23 11:16
...
Das ist ähnlich wie Naville aus London, die für die EU aus Belgien verschicken. Da fällt dann auch die VAT aus Belgien an.
...
Grüße
Klaus
Danke, Klaus.
Aber fällt bei Naville nicht die belgische Einfuhrumsatzsteuer in Höhe von 5% (oder 6%) an, so steht es meiner Erinnerung nach auf der Rechnung von Naville (die ich aber gerade nicht finde)? Müsste hier nicht analog die italienische EUSt anfallen? Und dann spielt die deutsche MWSt keine Rolle mehr.
Gruß,
antoninus1

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Re: VORSICHT Einschreiben / registered Mail außerhalb EU nach D

Beitrag von Zwerg » Fr 04.08.23 12:54

Das liegt möglicherweise an irgendeiner steuerlichen Konstruktion.
Normalerweise wissen die Firmen, was Sache ist.
Änden wirst Du nichts können.
Preiswert isrt die Selbstverzollung - wirklich kein Hexenwerk
Grüße
Klaus
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Re: VORSICHT Einschreiben / registered Mail außerhalb EU nach D

Beitrag von prieure.de.sion » Fr 04.08.23 13:34

antoninus1 hat geschrieben:
Fr 04.08.23 10:22
Ich meine, dass das nicht korrekt ist. Es müsste die italienische EUSt anfallen und dann keinen weitere Steuer. Die deutsche MWSt fällt doch nur bei Handel innerhalb D an, oder? Bei Import aus dem nicht-EU-Ausland fällt die länderspezifische EUSt an, bei uns 7%, Italien weiß ich nicht (Belgien z.B. nur 5%).
Ich bin auch der Meinung, dass die Ware alleine einmal besteuert wird - basierend auf das Einfuhrland. So macht es Naville ja auch. Da bekommt man die Steuer aus Belgien um die Ohren gehauen - aber nicht noch einmal zusätzlich die Steuer in Deutschland. Wenn die Ware einmal eine Umsatzsteuer in einem EU-Land verpasst bekommen hat - bekommt sie nicht ein zweites Mal die Umsatzsteuer in einem weiteren Land verpasst. Ich habe auch noch nie für Ware aus der EU eine deutsche Umsatzsteuer entrichten müssen (wenn sie im Ursprungsland schon versteuert wurde).

Aber ich bin natürlich auch kein Steuer-Experte und kann nur von dem berichten, was ich eben an Ex- und Import selbst erlebe.

Zwerg hat geschrieben:
Fr 04.08.23 12:54
Preiswert isrt die Selbstverzollung - wirklich kein Hexenwerk
Zwerg hat geschrieben:
Fr 04.08.23 11:16
Die Verzollung durch FEDEX mußt Du selber bezahlen. Da kann es dann passieren, daß 19% EUST berechnet werden.
Das stört FEDEX nicht, Du darfst Dich dann mit dem deutschen Zoll herumschlagen.
Das kann man aber auch nicht pauschal sagen bei einer Briefsendung durch die deutsche Post. Wie schon in den vorherigen Postings erläutert, kommt es auch darauf an, ob in seiner (antoninus1) Nähe die Post noch eine eigene Zollabteilung hat oder nicht und aus welcher Richtung die Briefsendungen nach D einreisen. Es gibt am Ende auch hier drei mögliche Szenarien.

a) Er bekommt Post vom Zoll und darf die Sendung selber verzollen (glücklich, wenn das passiert)
b) Die Post verzollt ohne Nachfrage selber (und das macht die dann wirklich mit 19% und dann viel Spaß bei der Post nen Einspruch zu machen)
c) Die Sendung landet oben im Norden bei dem Haupt-Post-Zollamt. Mir fällt der Name von dem berüchtigten Ort nicht ein - irgendwas mit Bad Nochwas. Ich glaub es war Bad Hersfeld. Hatten wir ja auch in den anderen Threads bereits und auch User von hier hatten schon "Bekanntschaft" mit diesem Haupt-Post-Zollamt. Da liegt die Sendung dann teils 2-3 Monate, bis sie endlich irgendwann eintrudelt.

Also so problemlos ist eine Briefsendung auch nicht - leider. Mir sind schon alle drei Szenarien passiert. Bei mir stand auch schon der Postbote und wollte Geld (Steuer) ohne das ich vorher die Chance hatte Angaben zum Inhalt zu machen - und prompt wurde es mit 19% pauschal versteuert. Oder eben eine Odyssee durch halb Deutschland. Aber auch glücklicherweise die Selbstverzollung. Bei der Post ist alles drin.

Aus der Schweiz vermeide ich - wann immer es geht - auf Briefsendungen. Außer es sind Münzen mit wenig Wert - und ich kann auch mal paar Wochen bis Monate darauf warten.

antoninus1 hat geschrieben:
Fr 04.08.23 10:22
Jetzt tendiere ich dazu, mir die Münze ganz normal zusenden zu lassen und selbst zu verzollen. Ist da immer noch die Empfehlung, das mit Fedex (was Astarte anbietet) machen zu lassen?
Wenn es Dir die Münze Wert ist - würde ich die Münze per FedEx senden lassen.

Wichtig ist dabei folgendes. FedEx Sendungen bekommen vom Absender immer eine große Versandtasche außen - die auch immer einsehbar ist! Sprich es ist EXTREM WICHTIG (und da machen viele den Fehler) - dass die Versandinformationen IN dieser Versandtasche außen sind! Manche Händler oder Auktionshäuser packen Rechnung und die Zollinformation INNEN in das Paket - das schaut aber FedEx (im Normalfall) nicht an.

1. Schreibe Astarte eine Email, dass sie bitte die Rechnung außen in die FedEx Versandtasche stecken UND - Du kennst das vielleicht aus unseren anderen Threads - Du schickst Astarte ein PDF mit dem folgenden Text:
Wichtige Zollinformationen

Es handelt sich hier um Sammlermünzen (älter als 100 Jahre), welche Bemessungsgrundlage mehr als 250 v.H. des Feingewichts berechneten Metallwertes liegt.

Sehr geehrte Damen und Herren,

zutreffend für diese Warensendung ist die Zolltarifnummer: 97053100002

"Münzen und Medaillen aus Edelmetallen, wenn die Bemessungsgrundlage für die Einfuhr
(§ 11 UStG) mehr als 250 v.H. des unter Zugrundelegung des Feingewichts berechneten
Metallwertes (ohne Umsatzsteuer) beträgt (vgl. VSF Z 8101 Abs. 47 i.V.m. Anlage 1a)"

Steuersatz: 7%


Begründung:
Die Sammler Münze – ein sogenannter Gold Solidus - in der Warensendung ist aus Fein Gold (Metall: AU). Das Gewicht der antiken Münze, dem Gold Solidus, beträgt 4,46 Gramm. Der Kaufpreis von 800 britischen Pfund (£) übersteigt den Metallwert weit über 250 %.

Bitte beachten Sie, dass der reine Wert der Münze 800,00 £ beträgt – die anderen angegeben Werte sind für die Bearbeitung, Versicherung und Versand!


Ich bedanke mich im Voraus für Ihre Bemühungen
und verbleibe mit freundlichen Grüßen / Max Mustermann
Bildschirmfoto 2023-08-04 um 13.22.36.jpg


Du kannst mir auch eine PN mit Deiner Mail senden, dann sende ich Dir die Word Datei zu.

Du ersetzt im Text natürlich Gold gegen Silber und das Pfund gegen CHF und so weiter. Oder auch nicht, falls Du bei Astarte Gold ersteigert hast.

Also - Astarte soll bitte das PDF das Du denen sendest ausdrucken und die Rechnung dazu legen und beides (!) in die Versandttasche außen rein legen. Das wird FedEx auch anschauen und berücksichtigen.


2. Wenn dann Astarte den Versand fertig macht bekommst Du bei biddr ja die Meldung und da ist ja dann auch der Tracking Link. Eventuell schreibt Dir Astarte auch nochmals extra eine Mail mit dem FedEx Tracking Link und der Tracking Nummer.

Wenn Du die Tracking Nummer von FedEx hast, dann schreibst Du sofort eine Mail an die Import Abteilung von FedEx.

Mail Adresse: de-import@fedex.com
Betreff: FedEx Shipment 1234567890

Wichtig ist, dass Du im Betreff nur alleine die Tracking Nummer nennst - also wie das Beispiel oben.

Im Mail Text erklärst Du dann kurz, dass Du eine Sendung aus der Schweiz erwartest mit der Tracking Nummer 1234567890 - und dass Du vorab dazu die Zollinformationen abgeben möchtest. Als Anhang sendest Du FedEx die original Rechnung und eben das PDF, dass Du Astarte auch gesendet hast (siehe oben).


Wie gesagt - ich weiß ja nicht welchen Wert Deine Sendung hat. Wäre es eine 100 Euro Münze würde ich FedEx nicht nehmen. Aber bei teuren Münzen die ich auch problemlos bekommen möchte zügig, nehme ich nur FedEx und Co - wenn die Händler oder Auktionshäuser mir die Wahl lassen. Und - wenn (!) der Verkäufer sich auch wirklich daran hält Rechnung und Zollerklärung außen auf die Sendung zu machen (und Du zur Sicherheit auch die Zoll Abteilung von FedEx anschreibst) - sollte das auch glatt mit 7% durch gehen. Ich habe jedenfalls seit über nem Jahr keine 19% mehr bei FedEx bezahlt.

Vorteil FedEx ist einfach - Du hast ein sauberes Tracking vom Absender bis zu Dir und meistens innert 3-4 Tage auch die Ware zu Hause. Mich regt schon auf (bei teuren Münzen), dass das Tracking aus der Schweiz mit einer Briefsendung schon oft nach dem Grenzeintritt oft nicht mehr zuverlässig funktioniert und man oft nicht mal weiß - wo die Sendung sich gerade befindet. Und nach der letzten 3 Monats Odyssee von Nomos über Bad Hersfeld zu mir hatte ich auf solche Spielchen keine Lust mehr.
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