1/2 Rupie DOA 1891 - Wert?

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Mehlwurm
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1/2 Rupie DOA 1891 - Wert?

Beitrag von Mehlwurm » Di 20.01.15 14:45

Hallo,

beim Aufräumen ist mir mal wieder das geerbte Münzalbum in die Hände gefallen und da wir für eine Reise sparen, möchte ich daraus jetzt etwas unter die Leute bringen.
Allerdings bin ich auch nach dem Reinlesen in Forenbeiträge, Erfahrungsberichte und Münzkataloge nicht wirklich schlauer geworden und benötige deshalb Hilfe, denn bei den eBay-Käufern gibt es leider viel zu oft welche, die Laien wie mich "übers Ohr hauen wollen".

Besonders bei einer Münze bin ich ziemlich ratlos - eine halbe Rupie Deutsch-Ostafrikanische Gesellschaft von 1891
Der Durchmesser liegt bei 2,45cm und das Gewicht konnte bisher nur ungenau mit einer Küchenwaage auf ca. 4 Gramm bestimmt werden, allerdings wird eine genauere Angabe folgen.

Für welchen Preis kann ich die Münze getrost weggeben und wo sollte ich sie doch lieber noch wieder in den Schrank packen?

Ich bin für jeden Hinweis, jede Werteinschätzung und jeden Tipp sehr dankbar!


PS. Falls das eher wo anders hingehört, sagt Bescheid - wie gesagt, Frischling ;)
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Re: 1/2 Rupie DOA 1891 - Wert?

Beitrag von Numis-Student » Di 20.01.15 14:47

Hallo,
ich habe deine Anfrage mal ins richtige Unterforum verschoben :-)

Schöne Grüße,
MR

Mehlwurm
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Re: 1/2 Rupie DOA 1891 - Wert?

Beitrag von Mehlwurm » Di 20.01.15 16:12

Vielen Dank, Numis-Student!


Mittlerweile habe ich eine genauere Gewichtsangabe rausbekommen: 5,8 Gramm.

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Erdnussbier
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Re: 1/2 Rupie DOA 1891 - Wert?

Beitrag von Erdnussbier » Di 20.01.15 16:47

Hallo,

Da das Gewicht gut passt und die Münze an sich auch gut aussieht kann man zuerst mal von einer echten Münze ausgehen. :)

Und das mit dem "übers Ohr hauen" dürfte dir eigentlich auch nicht passieren, wenn du einfach die Münze für einen Euro Startpreis einstellst. Der tatsächliche Marktwert wird sich so finden!
Du kannst ja mal bei anderen Auktionen schauen für wieviel die verkauft wurden (deine hat allerdings auf der Rückseite ein paar kleine Randfehler).

Ganz grob geschätzt würde ich mal sagen, dass die im mittleren zweistelligen Bereich einen Liebhaber finden wird ;)

Grüße Erdnussbier

PS: Schreib in dein Angebot aber besser wirklich "Deutsch-Ostafrikanische Gesellschaft" und nicht "DOA", da es zu diesem Zeitpunkt noch keine Kolonie war (Etwas Geschichte: ) http://www.kolonialgeld.de/html/friedens.html
Täglich grüßt das Erdnussbier...

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Re: 1/2 Rupie DOA 1891 - Wert?

Beitrag von tilos » Fr 06.03.15 20:17

Mehlwurm hat geschrieben: PS: Schreib in dein Angebot aber besser wirklich "Deutsch-Ostafrikanische Gesellschaft" und nicht "DOA", da es zu diesem Zeitpunkt noch keine Kolonie war (Etwas Geschichte: )...
Deutsch Ostafrika war seit 1885 deutsche Kolonie, die Deutsch-Ostafrikanische Gesellschaft war sozusagen deren Betreiber - da gibt es also keinen Gegensatz. Der Schutzbrief von Wilhem I. datiert auf den 27.02.1885, damit wurde die Besitznahme offiziell legitimiert, erster Reichskommissar - ab 27.05.1885 - war Carl Peters. Eine wechselvolle Geschichte schloss sich an ... Entsendung deutscher Truppen nach Sansibar ... Grenzverträge mit England 1886 usw.

Gruß
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Re: 1/2 Rupie DOA 1891 - Wert?

Beitrag von Mynter » Fr 06.03.15 21:56

DOAG idst schon richtig, da der Muenzherr dieser ersten Serie die Deutsch Ostafrikanische Gesellschaft war, erst ab 1904 wurden die ostafrikanischen Muenzen im Namen des DR gepraegt. Die zeitgenoessische Literatur spricht daher auch von Reichsrupirn, bzw. von Gesellschaftsrupien.
Grüsse, Mynter

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Re: 1/2 Rupie DOA 1891 - Wert?

Beitrag von tilos » Sa 07.03.15 19:43

Mynter hat geschrieben:DOAG idst schon richtig, da der Muenzherr dieser ersten Serie die Deutsch Ostafrikanische Gesellschaft war, erst ab 1904 wurden die ostafrikanischen Muenzen im Namen des DR gepraegt. Die zeitgenoessische Literatur spricht daher auch von Reichsrupirn, bzw. von Gesellschaftsrupien.
Das ist schon klar! Aber darum ging es nicht. Mehlwurms Begründung "...da es zu diesem Zeitpunkt noch keine Kolonie war..." war einfach falsch, darauf wollte ich hinweisen. Ich habe i.Ü. auch einiges Material aus DOA. Am urigsten finde ich nach wie vor die 20-Heller-Stücke.

Gruß
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Re: 1/2 Rupie DOA 1891 - Wert?

Beitrag von Mynter » Sa 07.03.15 21:13

tilos hat geschrieben:
Mynter hat geschrieben:DOAG idst schon richtig, da der Muenzherr dieser ersten Serie die Deutsch Ostafrikanische Gesellschaft war, erst ab 1904 wurden die ostafrikanischen Muenzen im Namen des DR gepraegt. Die zeitgenoessische Literatur spricht daher auch von Reichsrupirn, bzw. von Gesellschaftsrupien.
Das ist schon klar! Aber darum ging es nicht. Mehlwurms Begründung "...da es zu diesem Zeitpunkt noch keine Kolonie war..." war einfach falsch, darauf wollte ich hinweisen. Ich habe i.Ü. auch einiges Material aus DOA. Am urigsten finde ich nach wie vor die 20-Heller-Stücke.

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Und die Entstehungsgeschichte der " Taboraner " ist spannender als jeder Krimi.
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Re: 1/2 Rupie DOA 1891 - Wert?

Beitrag von Erdnussbier » Sa 07.03.15 23:07

Hallo! :)
tilos hat geschrieben:Das ist schon klar! Aber darum ging es nicht. Mehlwurms Begründung "...da es zu diesem Zeitpunkt noch keine Kolonie war..." war einfach falsch, darauf wollte ich hinweisen. Ich habe i.Ü. auch einiges Material aus DOA. Am urigsten finde ich nach wie vor die 20-Heller-Stücke
Die Begründung kam von mir ;)

Wenn ich falsch liege bitte immer korrigieren! Die Ergebnisse basieren nur auf einer kurzen Internetrecherche, da ich noch etwas sinnvolles beitragen wollte. :)

Grüße Erdnussbier

PS: Ich glaube von Mehlwurm werde ich allerdings nichts mehr hören :(
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Re: 1/2 Rupie DOA 1891 - Wert?

Beitrag von tilos » So 08.03.15 19:05

Erdnussbier hat geschrieben:...
Die Begründung kam von mir ;)
...
Grüße Erdnussbier
PS: Ich glaube von Mehlwurm werde ich allerdings nichts mehr hören :(
Von Dir also, du Geschichtsfälscher! :D Wie ich auf Mehlwurm kam, ist mir schleierhaft, da muss was beim Eindampfen des Zitates schief gegangen sein. Wo Mehlwurm abgeblieben ist, weiss ich allerdings auch nicht. :cry:

Gruß
Tilos

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Re: 1/2 Rupie DOA 1891 - Wert?

Beitrag von tilos » So 08.03.15 19:14

Mynter hat geschrieben:...
Und die Entstehungsgeschichte der " Taboraner " ist spannender als jeder Krimi.


Mit Beginn des Krieges ergab sich nicht nur bei den Banknoten eine einsetzende Knappheit. Auch bei den Umlaufmünzen machte sich ein zunehmender Mangel bemerkbar. Hauptursache für das fehlen von Münzgeld war die Zurückhaltung des Geldes durch die Bevölkerung, insbesondere durch die ansässige Händlerschaft. Selbst die Androhung schwerer Strafen (siehe Amtlichen Anzeiger für Deutsch Ostafrika Ausgabe 2a/Morogoro 14.Januar 1916) brauchte keine Besserung. Auch die in die Wege geleitete Ausgabe von Papiergeld in kleinen Scheinen bis herunter zu 1 Rupien Noten brachte, wegen der Unbeliebtheit der Papiernoten, nicht den gewünschten Erfolg. Um das Problem dauerhaft zu beheben blieb nur die Möglichkeit im Schutzgebiet selber Münzen herzustellen. Weihnachten 1915 beschloss de Gouverneur in Tabora eine provisorische Münze zu errichten. Dr. Krekel wurde mit der Einrichtung und der Überwachung der Arbeiten beauftragt. Eine Bestandsaufnahme der in der Kolonie vorhandenen Metallbestände ergab, dass die Möglichkeit zur Ausprägung von Ca einer halben Millionen Scheidemünzen zu 5 und 20 Hellern möglich schien. Nach zahlreichen Versuchen fand man eine Messinglegierung die unter Zusätzen von Blei, Kupfer und Aluminium die nötige Härte und Schmelzbarkeit aufwies. Verwendet wurden hauptsächlich leere Patronenhülsen der Schutztruppe. Aber auch alle anderen erreichbaren Messing und Kupfergegenstände, bis hin zur Verwendung von Geschützteilen des gesprengten Kreuzers Königsberg. Das Schmelzen der Prägestücke ging in eigens errichteten Schmelzöfen vor sich. Die aus der Schmelze gewonnen Zaine wurden auf einer mittels Lokomobil getrieben Kautschukpresse in die gewünschte Blechstärke gewalzt. Aus diesen Blechen wurden dann, durch eine Dampfstanze, die Schrötlinge ausgestanzt, anschließend geglüht und abschließend gereinigt und poliert. Die Gravierung der Stempel wurde durch einen deutschen Graveur und indische Goldschmiede durchgeführt. Die Prägung erfolgte wieder mit einer Dampfstanze, die zu diesem Zweck mit einem oberen und einem unteren Eisentempel ausgestattet wurde. Zuletzt wurde die Prägung durch Farbige ausgeführt, eingestellt wurde die Prägetätigkeit erst mit heranrücken der belgischen Truppen im Juli 1916.
Zit. aus: http://www.kolonialgeld.de/html/munzen.html

Gruß
Tilos

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Re: 1/2 Rupie DOA 1891 - Wert?

Beitrag von Erdnussbier » Mo 09.03.15 19:27

Tatsächlich überaus interessant :)
Täglich grüßt das Erdnussbier...

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Re: 1/2 Rupie DOA 1891 - Wert?

Beitrag von Mynter » Mo 09.03.15 21:30

Wen es interessiert, bei den E- Münzlern gibnt es im Geschichtsforum einen Thread zum 15 Rupien Stück, in dem auch auf die " Notgroschen " ( Schumacher über Krenkls 20 - Heller - Stücke ) eingegangen wird.
Grüsse, Mynter

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