Bestimmung Sattelgeld - Seidenschuhgeld

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Münzwaagen
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Bestimmung Sattelgeld - Seidenschuhgeld

Beitrag von Münzwaagen » Fr 09.02.24 14:20

Hallo zusammen,

ich drifte immer mehr von meinem eigentlichen Sammelgebiet ab :D
Dennoch benötige ich eure Hilfe. Ich durfte ein Original erwerben, mir fehlt aber jegliche Fachliteratur dazu und mein Google-Translater wollte nicht mal die Zeichen übersetzen.
Die Unterseite ist etwas "außergewöhnlich", habe bei Sixbid nichts Vergleichbares gefunden. Es wirkt so, als hätte man das Silber etwas "aufgeschabt". Ob das einem Prüfzweck oder der Optik diente, keine Ahnung.
Die Experten unter euch können mir da sicherlich mehr zu sagen. :mrgreen:

Danke für die Hilfe!
MW
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Re: Bestimmung Sattelgeld - Seidenschuhgeld

Beitrag von Münzwaagen » Fr 09.02.24 14:21

Hier die restlichen Detailaufnahmen Zwecks Bestimmung:
1v5.jpg
2v5.jpg
3v5.jpg
4v5.jpg
5v5.jpg
6v6.jpg
7v7.jpg
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Re: Bestimmung Sattelgeld - Seidenschuhgeld

Beitrag von rati » Sa 10.02.24 01:22

Bin z.Z. im Urlaub und habe keine unterlagen dabei
Sehe bei zeno unter Yunnan nach

Gruß
rati
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Re: Bestimmung Sattelgeld - Seidenschuhgeld

Beitrag von Lackland » Sa 10.02.24 01:43

https://www.coinarchives.com/w/lotviewe ... c815b95eba
https://www.coinarchives.com/w/lotviewe ... fcad568466

Hallo Rati,

für mich ist die Materie ein Buch mit 7 Siegeln… Ich bin gespannt, was Du nach Deinem Urlaub zu dem Stück berichten kannst…

Viele Grüße

Lackland
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Re: Bestimmung Sattelgeld - Seidenschuhgeld

Beitrag von weissmetall » Sa 10.02.24 11:04

rati u.a. wissen bestimmt mehr als ich; bin selbst kein Experte für chinesische / südostasiatische Silberbarren, mit den paar Stücken, die ich besitze habe ich mich vor paar Jahren etwas näher auseinandergesetzt, die meisten aus dem Königreich Annam, paar Sycees, wenige Sattelbarren.

Zu deiner Frage; die „Abschürfungen“ und Druckstellen unter dem Barren sind normal, stammen von der Unterlage, es entsteht gehöriger Druck beim Stempeln.
Je nachdem sieht es mal unscheinbar, mal spektakulärer aus.
Die Abschürfungen könnten aber auch eine versuchte Unkenntlichmachung von Zusatzstempeln sein - jetzt wo ich mir deine Fotos noch mal genauer anschaue......wer weiss.

Du hast zwar keine Maße und Gewicht angegeben, aber es handelt sich um einen Ke-zi bzw. Xiao-ke, Xiaobao (kleiner Barren) im Gewicht von 5 Liang (Tael). Auch Sattelgeld genannt, wegen der Form. Sie wurden in der Provinz Yunnan (Kunming) gefertigt, damals viel im Handel mit Thailand benutzt.
Das Gewichts-Tael für z.B. Geld war nicht einheitlich, es gab um die 150 verschiedene Gewichtseinheiten während der Zeit der Qing Dynastie.
Ungefähr 37,8g pro Liang ist ein gebräuchliches bei mind. 935 Silber Feingehalt (meist sind es 980), also um die 180 bis 200g wogen die meisten Sattelbarren.

Die Schriftzeichen alle korrekt zu entziffern könnte schwierig werden. Ich hatte meine Barren mal zwei Übersetzern vorgelegt, die waren sich nicht gerade einig.
Die formalen Schreibweisen der Stempel sind unterschiedlich, gleiche Schriftzeichen in anderer Kombination haben eine andere Bedeutung, oft schlecht lesbar oder erhalten, überstempelt,......
Ob du nun den chinesischen Namen des privaten Bankiers herausbekommst wird evtl. nicht so wichtig sein, aber die Stempelung hat ein System.

Dein Barren ist Ende des 19. bis Anfang 20.Jhd. entstanden; der dreifache große Stempel bedeutet sinngemäss: -chinesischer Name des Privatherstellers-, reines Silber nach vorgeschriebener Art, auf Rechnung von -Bankiersname-. Die zwei schmalen Stempel zeigen die staatliche Genehmigung, der kleine Stempel rückseitig ist wahrscheinlich ein nachträglich eingeschlagener privater Prüfstempel.
Allgemein gilt; bei vertikal angebrachten Stempeln sind die Zeichen von oben nach unten zu lesen, bei horizontalen von rechts nach links.

Die Chinafachleute hier werden sich bestimmt noch melden.

Wenn du dich weiter damit beschäftigen möchtest, versuche dir das Buch -1000 Varieties of Chinese Sycees, Collection of Su Yin Tang- von H.P.Chen, 1988 zu besorgen.
Ich habe mein Exemplar wieder verkauft und das Sammeln dieser Teile eingestellt. :?
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Re: Bestimmung Sattelgeld - Seidenschuhgeld

Beitrag von Münzwaagen » So 11.02.24 19:12

Danke euch erst einmal! 5 Taels sind richtig, die Info hatte ich anfänglich vergessen.

Über eure Links bin ich auf die Seite https://sycee-on-line.com gestossen. Nun habe ich zumindest schon mal die genauen Zeichenfolgen der 3 identischen Inschriften gefunden:

天源盛記
匯號紋銀

Tien Yuan Shen Firm
Remittance Bank's Fine Silver


Die Schriftzeichen auf den Erhebungen, zumindest auf der einen Seite, könnte ich mit ein bisschen Fantasie diesem zuordnen (die letzten beiden Zeichen kann ich unmöglich erkennen):
公估童佘段看
Wäre dann: Public Assayer Tong, Ser, Duan Looked

Was meint ihr? Fällt dann unter die Kategorie I-C-3 lt. der Webseite (https://sycee-on-line.com/Saddle_IC.html).

Dann würde mir "nur noch" die Erklärung für die Unterseite fehlen :D
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Re: Bestimmung Sattelgeld - Seidenschuhgeld

Beitrag von shanxi » Mo 12.02.24 10:06

Sehr ähnlich:

https://www.zeno.ru/showphoto.php?photo=26265

die Inschriften stehen im Bild im Vergleich zu deinem auf dem Kopf, sind aber zumindest weitgehend indentisch.
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Münzwaagen (Mo 12.02.24 10:42)

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Re: Bestimmung Sattelgeld - Seidenschuhgeld

Beitrag von Münzwaagen » Mo 12.02.24 10:46

Hi,

du hast Recht, danke! Und es bestätigt das, was ich recheriert habe. Super! :D
Dann fehlt ja nur noch das Zeichen auf dem Bodenbereich. Bin gespannt, ob jemandem dazu noch was einfällt. :wink:
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Re: Bestimmung Sattelgeld - Seidenschuhgeld

Beitrag von weissmetall » Mo 12.02.24 10:56

Münzwaagen hat geschrieben:
Mo 12.02.24 10:46
Dann fehlt ja nur noch das Zeichen auf dem Bodenbereich. Bin gespannt, ob jemandem dazu noch was einfällt. :wink:
Wird man schwer zuordnen können behaupte ich mal dreist :wink: (Händler Prüfmarke, späterer Zeitpunkt, nicht direkt nach Guss), da gibt es tausende verschiedene...in der Literatur meistenteils unidentifiziert.

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