'hässlicher' Vespasian

Alles was so unter den Römern geprägt wurde.

Moderator: Homer J. Simpson

Petronius
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'hässlicher' Vespasian

Beitrag von Petronius » Mi 15.07.20 16:47

Auch bei dieser, zugegebenermaßen, schlecht erhaltenen Münze benötige ich Eure Hilfe.

DSC01229 Kopie.jpg
DSC01227 Kopie.jpg
3,32 g; Durchm.: 1,83 cm
Obv.: (IMP C)AESAR VESPASIANVS AVG, Head of Vespasian, laureate, right
Rev.: IVDAEA, Judaea seated right, in attitude of mourning; trophy, left

Aufgrund der grünen Patina handelt es sich vermutlich um eine Kupfermünze. Allerdings weisen Vorder- und Rückseite auf einen Denar des Vespasian (RIC(II) 2 aus Rom hin. Ich kann keinerlei Spuren einer Versilberung erkennen. Könnte es sich dennoch um den Kupferkern eines gefütterten Denar handeln, obwohl das Gewicht ebenfalls unverdächtig ist (Durchschnittsgewicht für RIC(II) 2 beträgt 3,17 g, meine Münze 3,32 g)?
Oder gibt es noch andere Erklärungen, warum dieser „Denar“ so ‚kupferig‘ daherkommt?

Vorab schon mal vielen Dank für Eure Einschätzungen,
Peter

Perinawa
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Re: 'hässlicher' Vespasian

Beitrag von Perinawa » Mi 15.07.20 17:02

Der macht bei mir den Eindruck, dass er aus Silber ist.

Kratz' mal unauffällig am Rand. Wenn da Silber zum Vorschein kommt, kannst du ihm ein Bad in der Salzsäure gönnen. :D
Manche Antworten sind zwar nicht nützlich, aber weniger schädlich als manche nützlichen.

Petronius
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Re: 'hässlicher' Vespasian

Beitrag von Petronius » Mi 15.07.20 17:59

Perinawa hat geschrieben:
Mi 15.07.20 17:02
Der macht bei mir den Eindruck, dass er aus Silber ist.
Stimmt! Wenn man die Patina ein wenig wegkratzt, schimmert es darunter silbrig. Also ein Fall für das Salzsäure-Bad.
Wieso aber diese schöne, kupferig-grüne Patina bei einer Silbermünze?

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beachcomber
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Re: 'hässlicher' Vespasian

Beitrag von beachcomber » Mi 15.07.20 18:25

lieber nicht! das kann auch weissmetall sein, und dann hast du nachher sicher nur eine ruine! :)
grüsse
frank

Petronius
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Re: 'hässlicher' Vespasian

Beitrag von Petronius » Mi 15.07.20 18:37

Wenn es sich um Weißmetall, also eine Blei-Zinn-Legierung handeln sollte, dann wäre die Münze eine (antike) Denarimitation. Richtig?
Wie kann ich herausfinden, woraus die Münze besteht, ohne sie zu zerstören?

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Re: 'hässlicher' Vespasian

Beitrag von beachcomber » Mi 15.07.20 18:49

richtig! und ich bin mir ziemlich sicher, dass es eine solche antike fälschung ist. zu veespasians zeiten war der silberanteil noch sehr hoch, da sollte so eine patina in diesen farben nicht entstehen!
grüsse
frank

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Re: 'hässlicher' Vespasian

Beitrag von Perinawa » Mi 15.07.20 19:18

Für Weissmetall und dieser Schrötlingsgrösse ist der mir etwas schwer. Egal, ich habe auch schon Unedles in die Säure geworfen, ohne, dass es hinterher verdorben war. IMHO kann man die Münze eh nur noch verbessern. :D
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Re: 'hässlicher' Vespasian

Beitrag von Petronius » Mi 15.07.20 22:57

Perinawa hat geschrieben:
Mi 15.07.20 19:18
IMHO kann man die Münze eh nur noch verbessern.
Sehe das auch so. Werde daher demnächst mal ein 'Experiment' mit HCl starten.

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Re: 'hässlicher' Vespasian

Beitrag von Perinawa » Do 16.07.20 09:05

Hornsilber, also Silberchlorid, kann ohne weiteres auch so schwarzgrün aussehen wie auf deiner Münze.

Hier kannst du mal ein bisschen dazu schmökern: https://www.chema-shop.de/pdf/Belaege_a ... ernung.pdf

Grüsse
Rainer
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Re: 'hässlicher' Vespasian

Beitrag von Petronius » Do 16.07.20 09:25

Hallo Rainer,

prima Ressource. So eine Zusammenstellung zur Reinigung von Münzen hat mir noch gefehlt. Nun kann ich das Selberreinigen von Münzen endlich mal ins Auge fassen.

Vielen, vielen Dank dafür,
Peter

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