Сhemische Reinigung

Tipps zur Reinigung, Konservierung und Photographie von Münzen

Moderator: Homer J. Simpson

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Georg5
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Re: Сhemische Reinigung

Beitrag von Georg5 » So 30.05.21 18:02

Und das... Was hältst du davon? Ich brauche traditionell Ihren Rat...
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Re: Сhemische Reinigung

Beitrag von Georg5 » So 30.05.21 18:03

Und das... Was hältst du davon? Ich brauche traditionell Ihren Rat...
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Georg5
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Re: Сhemische Reinigung

Beitrag von Georg5 » Di 01.06.21 23:07

Guten Abend!
Eine andere Münze... zur Veranschaulichung...
Mit freundlichen Grüßen, Georg.
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Re: Сhemische Reinigung

Beitrag von Georg5 » Di 01.06.21 23:10

Und wie lässt sich das alles auf unsere Zwecke anwenden?

Und hier, meiner Meinung nach, ist interessanter... Wie immer brauche ich Ihre Hilfe!

Mit freundlichen Grüßen, Georg.

Das war es:
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Jetzt:
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Re: Сhemische Reinigung

Beitrag von Georg5 » Di 01.06.21 23:12

Oder dieses Beispiel:

War:
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Jetzt:
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Re: Сhemische Reinigung

Beitrag von Georg5 » Di 01.06.21 23:13

:)
Was meinen Sie dazu?
Sieht es aus wie Bronze?
:)
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Re: Сhemische Reinigung

Beitrag von friedberg » Do 03.06.21 15:36

Hallo,

ich habe Mitte Mai folgendes Stück gekauft gehabt:
https://www.acsearch.info/search.html?id=8077611

Vespasian
Denar (Ephesos 70 n.Chr.) 3,39g
Av.: IMP CAESAR VESPAS AVG COS II TR P P P
Rv.: CONCORDIA AVG
RIC II 1² (Vespasian) 1409

Grund war die relative Seltenheit der Prägung. Als das Stück mir dann vorlag habe ich "Georg5" angeschrieben und um Unterstützung
bei der Reinigung der Münze gebeten die Georg mir auch dankenswerterweise zutiefst hilfsbereit gewährt hat. :)

Es gingen also in der Folge in letzter Zeit PN zwischen den beteiligten hin und her und da ich die einzelnen Schritte via Photo
dokumentiert hatte möchte ich den Ablauf nach Rücksprache mit "Georg5" einmal hier zeigen.
RIC_II_1²_1409_av.JPG
RIC_II_1²_1409_rv.JPG
Eingangs Zustand 20.05.21. Dicke schwarze glasartige Auflagen.
21.05.21_av.jpg
21.05.21_rv.jpg
Zustand 21.05.21. Ich hatte das Stück vorher jeweils 2h aufsteigend in 1. Destiliertem Wasser, 2. Isopropanol (C3H8O), 3. Aceton (C3H6O).
Der Belag ist unbeeindruckt glasartig fest und läßt sich mit einem Bambus Zahnstocher nicht abtragen.
24.05.21_1h_av.JPG
24.05.21_1h_rv.JPG
Zustand 24.05.21. Die Münze war 1h in warmer Zitronensäure Lösung. Rezept: 1 Teelöfel Zitronensäure auf 500ml destiliertem Wasser,
danach für 15min. in destiliertem Wasser gekocht. Die Farbe der Auflagen schlägt um ins grau-grüne. Erste kleine Anteile lösen sich
unter einem Bambus Zahnstocher ab.
24.05.21_2h_av.JPG
24.05.21_2h_rv.JPG
Zustand 24.05.21. Die Münze war 1h + 1h in warmer obiger Zitronensäurelösung. Größere Anteile lassen sich mit einem Bambus
Zahnstocher abtragen. Die restlichen Auflagen sind aber glasartig hart.

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Re: Сhemische Reinigung

Beitrag von friedberg » Do 03.06.21 15:52

av.JPG
rv.JPG
Zustand 24.05.21. Die verbliebenen Auflagen waren zu hart für den Bambus Zahnstocher. Ich verliere zugegeben die Geduld
und greife sicher voreilig zu einer Stahl Kanüle. Georg hatte mich gewarnt aber ich ... nun ja.
26.05.21_av.jpg
26.05.21_rv.jpg
Zustand 26.05.21. Die Stahl Kanüle funktioniert. Ich bin unerfahren aber vorsichtig. Nun ja ...
27.05.21_av.JPG
27.05.21_rv.JPG
Zustand 27.05.21. Ich beseitige die letzten Auflagen. Punktuell behandele ich vorher die Auflagen in dem ich die Zitronensäure
Lösung vorher mit einem Bambus Zahnstocher auf die verbliebenen Reste auftrage. Warten, schaben, es dauert.
30.05.21_av.jpg
30.05.21_rv.jpg
Zustand 30.05.21. Aller letzte Auflagen sind entfernt. Ich habe mit meinen bescheidenen laienhaften Fähigkeiten
die Oberfläche soweit wie möglich geglättet und die Kratzer versucht zu beseitigen. Georg hatte mir extra Bilder
eines passenden Werkzeuges zukommen lassen. Mangels dessen habe ich die Wölbung einer Kanüle so gebogen
das sich eine Art Löffelform ergab. Es ging ganz gut damit.

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Re: Сhemische Reinigung

Beitrag von friedberg » Do 03.06.21 16:06

Wir kommen zum Ende.
02.06.21_av.jpg
02.06.21_rv.jpg
Zustand 02.06.21. Letzte Rötungen wurden beseitigt in dem Essig mit einem Bambus Zahnstocher aufgetragen wurden.
Abschließend wurde das was an inzwischen sehr loser Patina / Tönung auflag beseitig.
Rezept: 1l destiliertes Wasser, 80g Thioharnstoff, 15g Ameisensäure 75%, 60g Isopropanol. Herunter skaliert auf 250ml
und gemischt in der geschriebenen Reihenfolge.
Ich habe die Münze jeweils für 30min. in dieser Lösung gehabt und danach 15min. in destiliertem Wasser gekocht.
Das ganze dann zweimal, insg. 1h lang + kochen in destiliertem Wasser.
Das Photo oben zeigt den Abschluss nach dem beschriebenen Vorgang.

Ich bedanke mich an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich bei Georg für seine Bemühungen und Unterstützung.
Selbstverständlich erhebe ich nicht den Anspruch jemals seine Ergebnisse zu erreichen.
Da er sonst immer vorher - nachher Bilder zeigt fand ich die Idee einer schrittweisen Dokumentation ganz nett.

Selbstverständlich sieht man unter dem Mikroskop noch die ein oder anderen Spuren meiner Arbeiten
aber der Zustand hat sich gegenüber Eingangs verbessert.

Ich bedanke mich und verbleibe mit freundlichen Grüßen

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Re: Сhemische Reinigung

Beitrag von Atalaya » Fr 04.06.21 08:56

Ein herzliches Dankeschön an Friedberg und Georg! Die Bilder der Zwischenzustände sind sehr informativ und lassen einen richtig mitfiebern, was am Ende herauskommen wird. Das Ergebnis ist doch richtig gut :)

Grüße,
Atalaya
"...und noch heute ist es in Neapel höchst ergötzlich, die Münzen mit dem Kopfe Murats friedlich neben denen mit dem Kopfe Ferdinands im Gebrauch zu sehen."
Ferdinand Gregorovius, 1853

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Re: Сhemische Reinigung

Beitrag von Georg5 » So 06.06.21 00:00

Guten Tag!

Herzlichen Dank für Ihr Feedback!

Corona ... Alles geschieht online ... Auch bei der Münzreinigung ...

Ich mag keine chemische Reinigung, egal was ... Es ist wie in der Medizin ... das Schlechte zu töten tötet immer das Gute ... Ich bin ein Verfechter der maximalen "trockenen" mechanischen Reinigung, aber ...

Hier wurden mehrere Variationen von Flüssigkeiten verwendet (wir haben verschiedene chemische Bestandteile für verschiedene Oxide verwendet). In manchen Flüssigkeiten schwamm die Münze ... Und in manchen Flüssigkeiten wurde die Flüssigkeit mit einem Zahnstocher aufgetragen. In einigen Fällen nahm mit der Dicke des Oxids auch die Konzentration der aktiven Chemikalie ab... Wir haben versucht, mehr Nutzen zu erzielen, aber so wenig Schaden wie möglich anzurichten...

Es gibt bei allem Nuancen... :)

Wenn die gleiche Methode für verschiedene Münzen verwendet wird, kann sich Ihre Sammlung erheblich verringern...

Leider sind die Fotos schwierig, sehr deutlich die Tiefe der Oxide und ihre Härte zu definieren ... Plus einige Reaktionen (reversibel), dh sie können fast gleichzeitig verlaufen, wie wir brauchen und in die entgegengesetzte Richtung ... Dies ist in einigen Fällen durch Konzentration und Temperatur eingestellt ... und die Einführung von zusätzlichen Substanzen. Zum Beispiel musste bei dieser Probe eine der Reaktionen den Punkt "erwischen", an dem sich die Sulfide schneller auflösen als sie sich bilden.

Auch muss man sich darauf einstellen, dass das Oxid, das in ein paar Jahrtausenden entstanden ist, nicht in einer Stunde vollständig beseitigt sein wird ...

P.S. Ich wollte etwas sehr "warmes" und "informelles" schreiben, aber als ich zurück übersetzte, was der Computer tat ... wurde mir klar, dass ich bisher nur in kurzen Sätzen schreiben kann ...

Noch einmal, ich entschuldige mich für die Ungenauigkeiten in der Computerübersetzung... :)

Dirk, es war eine Freude, mit dir zu arbeiten und zu kommunizieren!

Mit freundlichen Grüßen, Georg
Mollit viros otium

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Re: Сhemische Reinigung

Beitrag von Georg5 » Mo 07.06.21 11:05

Da können wir wohl aufhören... und nicht zurück zur Gaskorrosion zu gehen...
- 00.jpg
Zusammenfassung:
Farbe, Größe, Konfiguration, Dicke können fast beliebig gestaltet werden.
Etwas später werde ich alle Optionen zusammen zeigen, damit es übersichtlicher wird.

Warum habe ich das alles getan?
Dies ist eine der Möglichkeiten, um neue künstliche Oberflächen zu schaffen, die dann poliert werden können... Numismatiker (und das zu Recht) behandeln solche Münzen schlecht... Aber... Man sieht sie immer wieder auf Auktionen....

Denken Sie zum Beispiel an den "bronzenen Maximian". Ich zeigte ihm... Wie viele von uns wären in der Lage, herauszufinden, dass es sich um eine Fälschung handelt, wenn wir diese (oder eine ähnliche) Münze zum Verkauf sehen würden?

viewtopic.php?f=89&t=62368&start=210#p537704


P.S. Ich poste keine Technologie ... Nur die Ergebnisse ... Ich denke, es wird für uns alle hilfreich sein, wenn wir Münzen auswählen, die wir unseren Sammlungen hinzufügen wollen...


Mit freundlichen Grüßen, Georg
Mollit viros otium

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Re: Сhemische Reinigung

Beitrag von Atalaya » Mo 07.06.21 12:22

Es ist wie immer sehr lehrreich, sowohl hier, als auch in den anderen Threads. :)

Leider braucht der Handel Münzen, auf denen was zu erkennen ist, also kommt die Fundpatina runter und irgendwas anderes rauf, damit es nett aussieht. Manipulationen an Funden gab es doch in vergangenen Jahrhunderten auch.

Grüße,
Atalaya
"...und noch heute ist es in Neapel höchst ergötzlich, die Münzen mit dem Kopfe Murats friedlich neben denen mit dem Kopfe Ferdinands im Gebrauch zu sehen."
Ferdinand Gregorovius, 1853

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Re: Сhemische Reinigung

Beitrag von Georg5 » Mi 16.06.21 23:45

Als Scherz... :D

Ein Freund und ich schlossen eine Wette darüber ab, was ich mit der Münze machen könnte... die er mit Säure und Feuer "zerstören" würde..... (wenn die Zeit auf ein paar Stunden begrenzt wäre)....
1.jpg
In eineinhalb Stunden....
2.JPG
P.S. Kann man aus so einem Schrott eine Sammlermünze machen? ... Sicher, aber es würde viel länger dauern... :D

Mit freundlichen Grüßen, Georg
Mollit viros otium

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