Brandenburg/Preußen- Scheidemünzen

Deutschland vor 1871
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mimach
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Re: Kgr. Preußen - Scheidemünzen - 1/48 Taler - Friedrich Wilhelm I. - Versuch einer Gruppierung

Beitrag von mimach » Do 23.07.20 21:43

Hier der dritte Teil der Münzen im Anhang.
Dateianhänge
1-48 Taler - 1734 - Kgr Preußen, Kurmark Berlin -Schrötter 412b.jpg
1-48 Taler - 1734 - Kgr Preußen, Kurmark Berlin -Schrötter 412a.jpg
1-48 Taler - 1734 - Kgr Preußen, Kurmark Berlin -Schrötter 411.jpg
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Berliner Pfennig von 1695

Beitrag von mimach » Sa 12.06.21 00:29

Es ist mal wieder Zeit für Münzen.
Brandenburg 1 Pfennig, einseitig - 1695.jpg
Rückseite Pfennig 1695.jpg
Nominal: 1 Pfennig, einseitig
Regent: Friedrich III. (Kurfürst 1688-1701, als König Friedrich I. ab 1701-1713)
Jahrgang: 1695
Prägestätte: Berlin
Münzmeisterzeichen: LCS, Lorenz Christoph Schneider, Münzmeister in Berlin von 1682-1701
Durchmesser: 13,24 mm
Gewicht: 0,38 g

Katalog:
- Schrötter 721
- Bahrfeldt III. 523b

Prägung in 5 Zeilen:
> I < | PF:BR: | L : MVNZ | 1695• | LC•S

Emil Bahrfeldt gibt in seinem dritten Band zum "Münzwesen der Mark Brandenburg ... 1640 bis 1701" an, dass Einpfennigstücke unter dem Kurfürsten Friedrich III. nur im Jahr 1695 geprägt wurden.
Die Zahl der geprägten Stücke kann man sich aus zwei Tabellen Bahrfeldts ableiten.
Es sollen aus der Mark Brutto (263 g) 1068 Pfennigstücke geschlagen worden sein.
Das für einen Wert von 3689 Talern.
In Brandenburg wurde damals mit dem Leipziger Münzfuß gerechnet (12 Taler auf die Mark).
Es dürften somit 1695 insgesamt über 328.000 Einpfennigstücke geschlagen worden sein.
Der Feingehalt lag bei 2 Lot, also 120,00%°. Bei dem vorliegenden Stück somit nicht einmal 0,05 g Silber.
Eben eine richtige Scheidemünze.
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Re: Kgr. Preußen - Scheidemünzen

Beitrag von mimach » Do 06.01.22 11:10

mimach hat geschrieben:
Sa 27.06.20 22:56

Heute zwei „3 GUTE PFEN(nig)“ von 1735, Friedrich Wilhelm I. (1713-1740).
Diese wurden unter seiner Regierung nur in diesem Jahr geprägt, scheinbar aber in so großer Anzahl, dass von Schrötter gleich 6 verschiedene Stempelversionen beschrieben wurden (Schrötter 413 bis 418).
Bei Schrötter steht, dass im Februar 1735 die Ausmünzung von 3 Pfennigstücken in Wert von 20.000 Reichstalern begann, die schnellstmöglich an die Regionen Stettin, Küstrin, Magdeburg und Halberstadt verschickt wurden, da es dort an „kleiner Scheidemünze besonders fehlte“. Das entspräche also einer Produktion von 1,92 Mil. Stück in einem Jahr in der Berliner Münzstätte.
(Quelle: von Schrötter, „Das Preußische Münzwesen im 18. Jahrhundert. Münzgeschichtlicher Teil. Band 1“, Seite 233-234; Berlin 1904)
Zu den "3 GUTE PFEN" kann ich eine bei Schrötter nicht beschriebene Variante ergänzen.

Die Rückseite ist mit Schrötter 416 identisch und zeigt neben der Zahl 3 zwei Sterne.
Die Vorderseite ist bei Schrötter nicht beschrieben und zeigt die gleichen Sterne wie auf der Rückseite, links und rechts des Münzmeisterzeichens E.G.N.

3 Gute Pfen - 1735 - Kgr Preußen, Kurmark Berlin -Schrötter 416 var -AV.jpg
3 Gute Pfennig - 1735 - Avers - Schrötter -/-
3 Gute Pfen - 1735 - Kgr Preußen, Kurmark Berlin -Schrötter 416 var -RV.jpg
3 Gute Pfennig - 1735 - Revers - Schrötter 416

Regent: Friedrich Wihlhelm I. (1713-1740)
Nominal: 3 Gute Pfennig
Jahr: 1735
Münzmeister: Ernst Georg Neugebauer (1725-1749)
Münzstätte: Berlin
Durchmesser: 16,06 mm
Gewicht: 0,74 g
Referenz: Schrötter 416 (RV), Schrötter -/- (AV), Olding 269 a (var)
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Re: Brandenburg/Preußen- Scheidemünzen

Beitrag von olricus » Mi 12.01.22 18:01

Hallo, ich möchte mal die Scheidemünzen mit einer Serie aus Brandenburg fortsetzen.
Zum Ende des 30-jährigen Krieges war der Silberpreis derart gestiegen, so dass eine Münzprägung nur noch
mit Verlust möglich war, da immer noch der alte Reichsmünzfuß (9-Taler-Fuß )verbindlich war.
Es trat ein erheblicher Kleingeldmangel ein und die kurmärkischen Stände wandten sich an den Kurfürsten
mit der Bitte um Ausprägung von Scheidemünzen.
Friedrich Wilhelm gab daraufhin 1651 die Prägung von minderwertigen Scheidemünzen bekannt. Da diese nicht
der Reichsmünzordnung entsprachen, bekamen sie die Aufschrift "Brandenburgische Landmünze" und sollten nur
in Brandenburg umlaufen sowie nach 20 Jahren in vollwertiges Geld umgetauscht werden !
Ab 1651 wurden 2- und 6-Pfennigstücke 1- und 2-Groschenstücke geprägt zu einem Münzfuß von ca. 20 bis 24
Talern aus der feinen Mark Silber, 1653 kamen noch 1- und 3-Pfennigstücke hinzu.
Diese Münzpolitik brachte dem Landesherren einen großen Gewinn, der Bevölkerung aber hohe Verluste.
Bahrfeld gibt bei einer Gesamtprägung in Berlin von über 20 Millionen Stück einen Gewinn von 790 000 Reichstalern an.
1660 sah sich der Kurfürst durch ständige Proteste gezwungen, die Prägung einzustellen und die Münzen schrittweise
zu 1/2 des Nennwertes abzuwerten, entgegen seines alten Versprechens und zu Lasten der Bevölkerung ! (siehe oben).
Münzen:
1. 2 Pfennig 1656
2. 3 Pfennig 1658
3. 6 Pfennig 1651
Dateianhänge
5215.JPG
5214.JPG
5224.JPG
5225.JPG
5218.JPG
5219.JPG
Zuletzt geändert von olricus am Mi 12.01.22 18:20, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Brandenburg/Preußen- Scheidemünzen

Beitrag von olricus » Mi 12.01.22 18:17

Nachfolgend noch die Groschenstücke, Beschreibung siehe vorhergehenden Beitrag, das 1-Pfennigstück
fehlt mir leider noch.

1. 1 Groschen 1653
2. 2 Groschen 1653

Grüße von olricus
Dateianhänge
5221.JPG
5220.JPG
5222.JPG
5223.JPG

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Re: Brandenburg/Preußen- Scheidemünzen

Beitrag von olricus » Do 13.01.22 18:08

Zur gleichen Zeit, als die Landmünzenprägung in Berlin begann (siehe vorherige Beiträge), wurde auch die
alte Münzstätte in Halberstadt reaktiviert, da 1650 das Fürstentum Halberstadt in brandenburgischen
Besitz kam.
Geprägt wurden hier ab 1651 Landmünzen in Form von Groschen mit höheren Silbergehalt gegenüber den
Kurmärkischen, jedoch immer noch weit unter dem Reichsmünzfuß.
(Halberstadt 438/1000 Feingehalt, Berlin 227/1000)
Die Groschen zeigen das Porträt des Kurfürsten, Ausnahme 1653 mit der Aufschrift: HALBERSTETISCHE LANDMUNZ.
Sie waren für den Handel bestimmt, jedoch erkannte man bald den schlechten Silbergehalt, so dass der Kurfürst
1661 die Prägung einstellte, die bei gesamt ca. 5 Millionen Stück gelegen hat.
Münzen:
1. Groschen 1653 mit Porträt
2. Groschen 1653 mit Aufschrift
3. Groschen 1657 mit Porträt
Dateianhänge
5242.JPG
5243.JPG
5238.JPG
5239.JPG
5236.JPG
5237.JPG

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Re: Brandenburg/Preußen- Scheidemünzen

Beitrag von Firenze » Do 13.01.22 19:43

Hallo Olricus,

eine schöne Zusammenstellung. Den Münztyp des Halberstädter Groschen ohne Porträt kannte ich noch garnicht. Da er mir bislang (so zumindest meine Erinnerung) auch bei Auktionen noch nicht über den Weg gelaufen ist, handelt es sich sicher um ein sehr seltenes Stück?

Viele Grüße aus Brandenburg!
F

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Re: Brandenburg/Preußen- Scheidemünzen

Beitrag von olricus » Do 13.01.22 22:37

Hallo Firenze,

vielen Dank für Deine Einschätzung, der Schriftgroschen ist wirklich sehr selten, in den großen Auktionen
Brandenburg-Preußen war er in den letzten Jahren nicht zu finden, im Schrötter-Katalog sind 2 Varianten
angegeben, im Heft 20 der "Beiträge zur Brandenburg-Preußischen Numismatik" wird das Stück als äußerst
selten bezeichnet.
Ich kann mich nicht mehr erinnern, wo ich das Stück einmal erworben habe, sicher schon vor vielen Jahren,
in meiner Sammlung habe ich alle Jahrgänge von Halberstadt, auch einzelne Varianten, die Stücke von 1651
und 1661 sind auch relativ selten.
Schrötter beschreibt 84 verschiedene Varianten für die Groschen zwischen 1651 und 1661 , die man wohl nie
alle bekommen kann.
Leider habe ich nicht immer einen Zugriff auf meine Sammlung, da die heutigen Probleme eine Verwahrung
im Bankschließfach notwendig machen.
Viele Grüße von olricus

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Re: Brandenburg/Preußen- Scheidemünzen

Beitrag von olricus » Mi 19.01.22 21:45

Hier mal ein weiteres Stück zu den Brandenburger Scheidemünzen:

Joachim II. (1535-1571), 1 einseitiger Pfennig 1552, geprägt in Berlin, Bahrfeld Nr. 357, 0,27 Gramm,
nach der Reichsmünzverordnung von 1551 geprägt 693 Stück aus der 4-lötigen Mark.
Dateianhänge
5252.JPG

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