Reparatur einer Armbanduhr

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richard55-47
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Reparatur einer Armbanduhr

Beitrag von richard55-47 » Do 26.03.26 11:24

Dieser Typ Armbanduhr wurde etwa 1938 - 1945 für das Militär produziert, u. a. für Angehörige der Wehrmacht. Ich habe sie geerbt und selbst jahrelang getragen. Zuletzt lag sie etwa 30 Jahre lang vergessen im Schrank. Beim Aufräumen fiel sie mir wieder in die Hände.
Ein Juwelier und Uhrmachermeister aus der nahen Umgebung hat sie Mitte Oktober 2025 zur Reparatur angenommen. Da er bis Anfang März nicht zu Potte kam, habe ich einen anderen Uhrmachermeister beauftragt. Dieser konnte sie nicht reparieren, er hat keine Ersatzteile organisieren können, was er mir glaubhaft und nachvollziehbar schilderte.

Hat jemand Kenntnisse und Erfahrung mit Uhrreparaturen? Ich würde mich sehr freuen, wenn ich jemanden finden könnte, der noch ein Sammelsurium von passenden Ersatzteilen hat und die Reparatur vornehmen kann. Natürlich gegen angemessene Kostenerstattung.
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Perinawa
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Re: Reparatur einer Armbanduhr

Beitrag von Perinawa » Fr 10.04.26 13:39

Ich habe vor vielen Jahren einige Militäruhren restauriert bzw. repariert, aber ausschliesslich US-Modelle mit Handaufzug von Hamilton, Elgin u.a..

Bei diesen - wie auch wahrscheinlich bei deiner - ist meistens die Unruh und/oder die Aufzugsfeder gebrochen, und man braucht das entsprechende Ersatzteil. Das wird schwierig. Vielleicht guckst du mal bei ebay & Co. nach einer Titus Genf, wo das Werk noch funktioniert. Der Wechsel wäre recht einfach.

Aber folgendes: Wenn das Gehäuse nicht rückseitig besonders gemarkt ist - z.B. mit D.H. (Deutsches Heer), war es sicher keine Uhr, die OFFIZIELL für das Militär produziert wurde. Viele werben aber leider damit, weil es begehrte Sammlerstücke sind, die entsprechend bezahlt werden. Die allermeisten sind aber leider nur "militärisch genutzt" worden.

Die offiziellen Uhren für das Heer hatten ein schwarzes Ziffernblatt und Leuchtzeiger/-ziffern aus Radium, hatten verschraubte Rückendeckel und dort eben auch diese besondere Gravur.

Grüsse
Rainer
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richard55-47
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Re: Reparatur einer Armbanduhr

Beitrag von richard55-47 » Di 21.04.26 19:39

Ich lese deine Antwort erst heute. Vielen Dank. Die Uhr mit schwarzem Ziffernblatt und nicht mehr vollständigen Leuchtzeigern stammt von meinem Vater, der sechs Jahre Krieg mitgemacht hat. Sie trägt rückseitig nur eine eingeprägte Seriennummer, kein D. H. oder D.L.. Von meiner Mutter weiß ich, dass er eine Armbanduhr bei Kämpfen in Frankreich verloren hat. Ob er die gezeigte Uhr im Krieg oder nachher gekauft hat oder seitens der Wehrmacht als Ersatz erhalten hat, weiß ich nicht.
Mir geht es nicht um einen matriellen Wert, sondern für mich ist die Uhr ein Erinnerungsstück, weshalb ich sie gerne gangbar hätte. Meine bisherigen Recherchen gingen ins Leere.
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Perinawa
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Re: Reparatur einer Armbanduhr

Beitrag von Perinawa » Fr 24.04.26 11:02

richard55-47 hat geschrieben:
Di 21.04.26 19:39
Mir geht es nicht um einen matriellen Wert, sondern für mich ist die Uhr ein Erinnerungsstück, weshalb ich sie gerne gangbar hätte.
Das kann ich gut verstehen. Wie gesagt wird die Ersatzteilbeschaffung das grösste Problem sein. Wie ich aber sehe, ist das Kaliber AS 1002 Standard, also wird es wohl leichter sein, ein ganzes Werk neu zu beschaffen.

https://ranfft.org/caliber/410-AS-1002

https://www.ebay.de/itm/134161858274?_t ... Hf5R2MPq6F

In der Bucht finde ich so einige Ersatzteile für das Kaliber!

Ansonsten könntest du es ja auch mal in einem Uhren-Forum versuchen.

https://uhrforum.de/threads/titus-genf- ... 02.204446/ (allerdings von 2015)

Grüsse
Rainer

PS. Gerade fiel mir noch etwas wichtiges ein: Uhren Römer in Herzogenrath.. und den gibt's noch. Der repariert alles, und freundlich isser auch noch.

https://www.uhren-roemer.de/
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Re: Reparatur einer Armbanduhr

Beitrag von richard55-47 » Di 26.05.26 19:35

Ein Uhrmacher X hat mich von Oktober 2025 bis März 2026 hängen lassen. Zu sehr mit anderen Aufträgen belastet.
Ein anderer hat sich um die erforderlichen Ersatzteile ohne Erfolg bemüht.
Zu Uhren Römer in Herzogenrath bin ich hingefahren, da im Internet damit geworben wird, über einen Fundus von Ersatzteilen zu verfügen. Wie geschildert sehr freundlich und zuvorkommend. Leider konnte der Uhrmacher die erforderlichen Ersatzteile nicht beschaffen. Ich habe die Uhr heute unrepariert wieder abgeholt. Die Untersuchung war kostenlos.
Ich will nicht das Gehäuse mit einem anderen Uhrwerk gleicher Fabrikation füllen. Das ist dann nicht mehr das Original, nicht mehr die Uhr meines Vaters. Ich verfolge den Gedanken einer Reparatur nicht mehr weiter.
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Re: Reparatur einer Armbanduhr

Beitrag von Perinawa » Mi 27.05.26 17:17

Das tut mir leid, aber wenn schon Römer nix machen kann...

Auch wenn sie nicht mehr funktionsfähig ist, so tickt sie doch im Herzen weiter.

Grüsse
Rainer
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Re: Reparatur einer Armbanduhr

Beitrag von bayreuth » Mi 27.05.26 19:41

Wenn da Radiumzeiger drinnen sind, am besten schauen dass du nicht versehentlich rankommst (und für die Nachwelt vielleicht einen Zettel mit Hinweis auf Radium bei der Uhr lagern). Radium ist nicht besonders gesund.

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Re: Reparatur einer Armbanduhr

Beitrag von Pfennig 47,5 » Mi 27.05.26 20:13

bayreuth hat geschrieben:
Mi 27.05.26 19:41
Wenn da Radiumzeiger drinnen sind, am besten schauen dass du nicht versehentlich rankommst (und für die Nachwelt vielleicht einen Zettel mit Hinweis auf Radium bei der Uhr lagern). Radium ist nicht besonders gesund.
Zitat:
"Um die Erkennbarkeit des Zifferblattes von Uhren auch bei Dunkelheit zu gewährleisten, werden lumineszierende Farben verwendet, die von einer radioaktiven Substanz zum Leuchten angeregt werden. Bis in die 1960er Jahre wurden die Leuchtzifferblätter von Armbanduhren und Weckern mit Radium (Ra-226)- und Promethium (Pm-147)-haltigen Leuchtfarben versehen. Derartige Uhren werden heute nicht mehr hergestellt. Der Grund ist weniger die Strahlenexposition für den Träger als vielmehr das radiologische Risiko für die mit der Herstellung der Uhren beschäftigten Personen."
Quelle:
https://archiv.bge.de/archiv/www.endlag ... _node.html

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Re: Reparatur einer Armbanduhr

Beitrag von richard55-47 » Do 28.05.26 09:06

Zum Radium:
Die Uhr hat Leuchtzeiger. Ob aus Radium, weiß ich nicht. Einige Stellen sind ausgebrochen. Mein Vater hat die Uhr nach meiner Erinnerung jahrelang getragen, ohne an Krebs erkrankt gewesen zu sein. Ich räume ein, dass ich so genau nicht auf die Uhr geachtet habe. Es ist aber die einzige Armbanduhr, die sich in seinem Nachlass befand, was für diese Aussage spricht. Ich selber habe die Uhr mindestens 10 Jahre lang getragen. Verstrahlt komme ich mir nicht vor, eher als Strahlemann. :lol:
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Re: Reparatur einer Armbanduhr

Beitrag von Perinawa » Do 28.05.26 09:56

Ich habe vor vielen Jahren einige US-Militäruhren geöffnet/repariert, deren Leuchtmasse definitiv aus Radium bestand. Bei einigen habe ich die alte Leuchtmasse entfernt, und neue "ungefährliche" eingefügt.

Und bisher ist mir noch kein elfter Zeh aus dem Kopf gewachsen. :D
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Re: Reparatur einer Armbanduhr

Beitrag von pingu » Do 28.05.26 10:24

Hallo,

der Hinweis auf das Radium in der Farbe auf den Zeigern der Uhr ist absolute Panikmache. Niemand kommt auf die Idee, die Uhr zu öffnen um die Zeiger abzulecken.
Radium wird durch den Körper wie Kalzium behandelt und in die Knochen eingebaut. Ein einziges emmitiertes Elekton kann theoretisch beim radioaktiven Zerfall jeder Art bereits zu Krebs führen. Allerdings muss es dazu auch genau die richtige Gensequenz in einer Zelle treffen. Die Masse macht die Wahrscheinlichkeit aus, mit der dann wirklich (z.B. bei Radium Knochenkrebs als Hauptart) Krebs entsteht (wir haben auch eine natürliche Radioaktivität in der Umwelt, mit der wir allerdings leben können). Radium ist ein Alphastrahler, daher extrem harte Strahlung mit extrem kurzer Reichweite. Alphastrahlen können ein Uhrglas kaum durchdringen.
In Deutschland gibt es für Radium keine Grenzwerte, es wird (inoffiziell) empfohlen die österreichischen Werte zu verwenden. Nach Tests der letzten Jahre ist wahrscheinlich die größte Aufnahmequelle für Radium in Deutschland unser geliebtes Mineralwasser. Allerdings gibt es keine Studien und belegbare Werte dafür, ob und in wievielen Fällen dadurch wirklich eine Schädigung eingetreten ist (eine (ein paar Jahre alte) Untersuchung der ARD zu Radiumgehalten in Mineralwässern sollte leicht im Netz zu finden sein)... .

Also absolut kein Grund die Uhr irgedwohin zu verbannen.
Es ist ein Andenken und Richard offenbar auch sehr wichtig. Leider kann ich zur Reparatur nichts hilfreiches beitragen, in meiner Ecke gibt es keinen Uhrmacher mehr, der solche Uhren repariert. Denkbar wäre, im Netz nach einer vergleichbaren Uhr dieses Kalibers zu suchen und dann diese "auszuschlachten".

Grüße pingu
Wer sein Geld mit Konsum verschwendet, wird die wahren Freuden eines Numismatikers nie kennenlernen....

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Re: Reparatur einer Armbanduhr

Beitrag von richard55-47 » Do 28.05.26 17:47

Danke für eure Mühe.
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Re: Reparatur einer Armbanduhr

Beitrag von bayreuth » Do 28.05.26 18:30

pingu hat geschrieben:
Do 28.05.26 10:24
Hallo,

der Hinweis auf das Radium in der Farbe auf den Zeigern der Uhr ist absolute Panikmache. Niemand kommt auf die Idee, die Uhr zu öffnen um die Zeiger abzulecken.
Radium wird durch den Körper wie Kalzium behandelt und in die Knochen eingebaut. Ein einziges emmitiertes Elekton kann theoretisch beim radioaktiven Zerfall jeder Art bereits zu Krebs führen. Allerdings muss es dazu auch genau die richtige Gensequenz in einer Zelle treffen. Die Masse macht die Wahrscheinlichkeit aus, mit der dann wirklich (z.B. bei Radium Knochenkrebs als Hauptart) Krebs entsteht (wir haben auch eine natürliche Radioaktivität in der Umwelt, mit der wir allerdings leben können). Radium ist ein Alphastrahler, daher extrem harte Strahlung mit extrem kurzer Reichweite. Alphastrahlen können ein Uhrglas kaum durchdringen.
In Deutschland gibt es für Radium keine Grenzwerte, es wird (inoffiziell) empfohlen die österreichischen Werte zu verwenden. Nach Tests der letzten Jahre ist wahrscheinlich die größte Aufnahmequelle für Radium in Deutschland unser geliebtes Mineralwasser. Allerdings gibt es keine Studien und belegbare Werte dafür, ob und in wievielen Fällen dadurch wirklich eine Schädigung eingetreten ist (eine (ein paar Jahre alte) Untersuchung der ARD zu Radiumgehalten in Mineralwässern sollte leicht im Netz zu finden sein)... .

Also absolut kein Grund die Uhr irgedwohin zu verbannen.
Es ist ein Andenken und Richard offenbar auch sehr wichtig. Leider kann ich zur Reparatur nichts hilfreiches beitragen, in meiner Ecke gibt es keinen Uhrmacher mehr, der solche Uhren repariert. Denkbar wäre, im Netz nach einer vergleichbaren Uhr dieses Kalibers zu suchen und dann diese "auszuschlachten".

Grüße pingu
Nirgends hatte ich impliziert die Uhr zu verbannen...
Der Hinweis für die Nachwelt ist dafür gedacht dass nicht ggf. in 50oder 100 Jahren mal einer der Nachfahren Uropas Uhr so lagert das kleine Kinder beim Spielen zufällig rankommen können und das "tolle Leuchtzeug" im Gesicht verteilen oder in den Mund nehmen...

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Re: Reparatur einer Armbanduhr

Beitrag von pingu » Sa 30.05.26 21:58

Hallo,

sorry Richard, ich bitte die Entgleisung in deinem Uhrenthred zu entschuldigen.:

@ bayreuth,

kannst du nicht irgend welche anderen Dinge an den Haaren herbeiziehen und Situationen zusammenspinnen die nicht auftreten werden! Das Radium ist in der Uhr, hinter Glas, eingekapselt in einer Farbmasse - es ist der geringste Anteil in der Farbe! Außerdem ist die enthaltene Farbmenge verschwindend gering (es sind Milligramm) und reicht nicht aus um Schäden hervorzurufen.
Radium wird nicht mehr für Leuchtmittel (Farben) verwendet, weil die Verarbeitung für die damit Arbeitenden zu kompliziert und gesundheitsbelastend war. In der Medizin wird Radium auch heute noch verwendet.

Wenn man in einem Forum mit seinem Verhalten Gegenwind bekommt, geht man nicht in das nächste Forum um dort als Herr Oberlehrer weiter zu machen und Beiträge mit unnützem Wissen zu sprengen. Hier kannst du dich auch nicht hinter einer Moderatorenrolle verstecken.

Fachlich bist du hier willkommen, aber lass es bitte Panik in alle Richtungen zu verbreiten.

im Übrigen ist hier auch jederzeit ein Hallo oder ein Gruß nicht verpönt. Besonders wenn man jemandem direkt schreibt und die Leute nicht kennt (nennt sich Anstand oder so ähnlich)

Grüße pingu
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Lackland (Sa 30.05.26 22:09)
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Re: Reparatur einer Armbanduhr

Beitrag von Lackland » Sa 30.05.26 22:12

Hallo bayreuth,

pingu hat absolut Recht!

Auch damit, dass Du hier im Forum durchaus willkommen bist.

Viele Grüße

Lackland

PS: Und natürlich geht von der Uhr keine Gefahr aus!
„Nach dem Spiel kommen König und Bauer in dieselbe Schachtel.“

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