ist das eine fälschung oder ist er echt???

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hell-driver
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ist das eine fälschung oder ist er echt???

Beitrag von hell-driver » Fr 02.10.09 19:31

hallo, habe vor jahren auf einem flohmarkt in ostdeutschland einige münzen erstanden, nur weiss ich nicht ob sie echt oder gefälscht sind.
auffällig ist bei dem thaler die farbe und das loch ( schrötlingsfehler ????) und die randprägung( einige kreise sind übereinander geprägt!!)

bei der zweiten münze ist keinerlei patina zu finden und sie sieht aus ,als wenn ein metallstück durch eine walze gedreht wurde(leicht gebogen)
sie wiegt 3,6 gramm und hat einen durchmesser von 36 mm. sie kommt aus sachsen
sollten sie echt sein , waren 40 DM für beide zu viel????

ich danke euch
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Pflock
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Beitrag von Pflock » Fr 02.10.09 19:57

Ich bin zwar kein Fälschungsexperte aber Maschinenbauer.
Die Prägung Deines Reichstalers sieht sehr schwach aus. Da ist selbst das Bild im Weltmünzkatalog kräftiger.
Der Rand und der Boden des "Lochs" sind recht rundlich. So sehen eigentlich Lunker im Guß aus. Schau Dir mal an, was bei viel benutzten Kerzenständer unten an Wachs übrig bleibt. Dort findest Du auch solche Gebilde.
Gruß Pflock

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Beitrag von diwidat » Fr 02.10.09 20:40

Der Preussen Taler ist ein ganz reguläres Stück. Das Relief ist bei diesen Münzen nicht stärker ausgeprägt.
Die Vefärbung kommt evtl. vom Abrieb der angereicherten Silber Oberfläche.
Das Loch ist ein ganz normaler Schrötlingsfehler, wie er bei diesen fast 200 Jahre alten Münzen vorkommt (bei den Euros würde das sofort als Fehlprägung gewertet werden).

Die übereinander liegenden Ringe an der Rändelung kommen von der damaligen Herstellungsmethode. Die Rändelung wurde von Hand auf einer Linearwalze hergestellt, bei der man nicht genau weiß, wann die Münze einmal rum ist.

Zum Wert - was Du bezahlt hast liegt auch genau in den unteren Grenzen.

Gruß diwidat
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Beitrag von hell-driver » Fr 02.10.09 22:31

ich danke euch ,fehlt nur noch das zweite stück :)
wäre nett, wenn ich darüber auch noch was erfahren kann, für einzelheiten schreibt mir bitte, ich werde antworten :turn-l:

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Beitrag von arnold_hille » Fr 02.10.09 22:51

Hallo,

bei dem Taler würde ich mich auf Pflocks Seite stellen. Das Loch (oder Lunker) sieht überhaupt nicht abgenutzt aus. Im Gegensatz zum Rest der Münze. Ebenso gefällt mir diese komische Patina nicht. Dafür, dass das Stück so stark umgelaufen erscheint, ist die Tönung zu gleichmäßig.
Falls es ein Guss wäre, müßte man ihn an der Klangprobe erkennen können. Wie sieht es überhaupt mit dem Gewicht aus?

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Beitrag von Numis-Student » Sa 03.10.09 10:00

arnold_hille hat geschrieben: Das Loch (oder Lunker) sieht überhaupt nicht abgenutzt aus. Im Gegensatz zum Rest der Münze. Ebenso gefällt mir diese komische Patina nicht. Dafür, dass das Stück so stark umgelaufen erscheint, ist die Tönung zu gleichmäßig.
Falls es ein Guss wäre, müßte man ihn an der Klangprobe erkennen können. Wie sieht es überhaupt mit dem Gewicht aus?
Hallo,
ich halte beide Münzen für echt.
Das Loch liegt ja tiefer als der Rest der Oberfläche und ist daher nicht so abgenutzt wie der Rest der Oberfläche.
Die Patina ghefällt mir auch nicht, aber das liegt daran, dass die Münze mal gereinigt wurde, evtl. mit Tauchbad oder ähnlichem, und dann in der Sammlung (vermutlich in einem Album) so komisch angelaufen ist.
Schöne Grüße,
MR

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Beitrag von hell-driver » Sa 03.10.09 10:11

beim gewicht müsste ich mal in eine aphotheke, meine feinwaage geht nur bis 10 g, aber das werde ich montag rausbekommen
:wink:
ich habe beide münzen so bekommen wie sie jetzt aussehen, die scans sind von gestern!!

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Beitrag von arnold_hille » Sa 03.10.09 10:13

@ numis-student

Alles Vermutungen. Oder gibt es Belege für eine Reinigung? Klangprobe (Ping-Test) und das Gewicht bringen letztendlich Gewissheit.
Wie Pflock schon schrieb, erinnert die Form der Vertiefung stark an einen Lunker und so etwas kann nur bei einem Guss entstehen.

@ hell driver

lege doch bitte den Taler mit einer der beiden Seiten auf eine deiner Fingerspitzen. Dann nimm bitte einen Stift (Kugelschreiber oder Bleistift ... egal) und schlage leicht gegen den Rand der Münze. Wenn ein lange anhaltendes „Ping“ ertönt ist das Stück vermutlich echt. Sollte jedoch einer Art „Plop“ (also kein Ping, sondern ein dumpfer Klang) entstehen, dann ist das Stück sehr wahrscheinlich falsch.
Zuletzt geändert von arnold_hille am Sa 03.10.09 11:03, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitrag von hell-driver » Sa 03.10.09 11:01

arnold_hille hat geschrieben:@ numis-student

Alles Vermutungen. Oder gibt es Belege für eine Reinigung? Klangprobe (Ping-Test) und das Gewicht bringen letztendlich Gewissheit.
Wie Pflock schon schrieb, erinnert die Form der Vertiefung stark an einen Lunker und so etwas kann nur bei einem Guss entstehen.
wie ein guss sieht sie nicht aus, der rand ist absolut sauber

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Beitrag von Pflock » Sa 03.10.09 15:13

Um nochmal auf das Loch im Thaler zurückzukommen:
Wurden die Schrötlinge damals (noch) gegossen oder schon aus Zainblechen gestanzt?
Wie sieht ein Schrötling-Lunker nach dem Überprägen aus, insbesondere die Ränder?
Gruß Pflock

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Beitrag von hell-driver » Sa 03.10.09 17:48

@arnold_hille, definitiv ein ping, kein plop

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Beitrag von Numis-Student » Sa 03.10.09 20:31

Hallo,
solche Vertiefungen entstehen auch, wenn bei der Blechverarbeitung oder Prägung ein Partikel mit "eingewalzt" oder bei der Prägung mit eingedrückt wird.
Als Vergleich mal einen Abruck von einem mitgeprägten Metall-Span.
Schöne Grüße,
MR
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Beitrag von hell-driver » Sa 03.10.09 20:51

@ Numis-Student, sorry , ich denke nicht , das da was mitgeprägt wurde, das loch ist ca 1 mm tief!!
gruss andi

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Beitrag von diwidat » Sa 03.10.09 22:56

Noch einen letzten Versuch, dann bin ich es leid.

Bei der Zainen Herstellung vor fast 200 Jahren wurden aus der Silberschmelze Knüppel gegossen und dann ausgewalzt.
Wenn hierbei Zunder und Schlacke mit verarbeitet wurden sind die später wieder abgefallen oder einfach mit eingewalzt worden.

Gruß diwidat
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Zuletzt geändert von diwidat am So 04.10.09 15:16, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitrag von KarlAntonMartini » Sa 03.10.09 23:08

Mal was zur zweiten Münze: Diese Stücke wurden mit Prägewalzen gprägt, eine leichte Wölbung und/oder eine leichte Verziehung des Schrötlings ins ovale ist normal. Der Zustand scheint infolge einer Reinigung entstanden zu sein. Grüße, KarlAntonMartini
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