Drachme ok?

Griechische Münzen des Altertums

Moderator: Numis-Student

stilgard
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Drachme ok?

Beitrag von stilgard » Do 08.02.18 16:30

Hallo Sammlergemeinde,

normalerweise bin ich bei den Römern und im MIttelalter unterwegs, ich möchte mir aber auch ein paar griechische Münzen (hab davon leider bisher keine Ahnung) in die Sammlung legen, quasi als Belegstücke.
Bei Künker in München habe ich diese Drachme von Alexander dem Großen gefunden, die mir gefallen würde. Könnten die Fachleute bitte mal drüberschaun, ob alles passt, kann man bei dieser Münze bedenkenlos zugreifen? Eine Anfängerfrage, was bedeutet bei dieser Münze posthum?

https://www.ma-shops.de/kuenkeramdom/item.php?id=7971

Gruß und Vielen dank
Alex

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Re: Drachme ok?

Beitrag von antisto » Do 08.02.18 17:27

Hübsches Stück, den Preis finde ich allerdings schon grenzwertig. Aber wenn sie gefällt...
Posthum heißt, dass sie nach Alexanders Tod in dessen Namen geprägt wurde, eben um 300 v.C.
Grüße,
AS
antisto

stilgard
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Re: Drachme ok?

Beitrag von stilgard » Do 08.02.18 17:43

danke Anisto, für deine Einschätzung. In erster Linie ist mir wichtig, dass es sich bei diesem Stück um ein Original handelt, an dem nichts manipuliert etc ist, beim Preis versuch ich auf jeden Fall zu handeln, bei Künker geht da meistens noch was :-)

Ist dies eine häufige Münze? Versteh ich das richtig, dass die Prägestätte Ephesus ist? Ist die Biene das Zeichen für diese Stadt?

Gruß
Alex

stilgard
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Re: Drachme ok?

Beitrag von stilgard » Do 08.02.18 17:55

ich bin jetzt am schwanken, ob ich nicht doch lieber eine aus der Lebenszeit von Alexander nehmen soll, Künker hätte da dieses Stück, da passt auch alles, oder?
Echt schwere Entscheidung, wenn einem beide Münzen gefallen ;-)

https://www.ma-shops.de/kuenkeramdom/item.php?id=6976

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Re: Drachme ok?

Beitrag von shanxi » Do 08.02.18 18:29

stilgard hat geschrieben:ich bin jetzt am schwanken, ob ich nicht doch lieber eine aus der Lebenszeit von Alexander nehmen soll, Künker hätte da dieses Stück...
https://www.ma-shops.de/kuenkeramdom/item.php?id=6976

Nach Künker und Price aber auch posthum, worauf auch die gekreuzten Beine hinweisen, auch wenn das jetzt nicht wirklich ein 100%iges Kriterium ist.


http://numismatics.org/pella/id/price.1528

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Re: Drachme ok?

Beitrag von Numis-Sven » Do 08.02.18 18:51

Das ist ebenfalls keine lifetime-Prägung. Alex herrschte von 336-323. Am Anfang seiner Herrschaft prägte er die meisten Nominale weiter, welche sein Vater, Philipp II., während seiner Herrschaftszeit prägte. Nachdem er die ersten Schlachten erfolgreich schlug und seine Kriegskasse aufgebessert wurde, prägte er seine bekannten (Tetra-)Drachmen und Statere.
Nach Alexanders Tod übernahmen die Diadochen die von Alex verwendeten Münzbilder. Unterscheiden kann man diese zeitlich sehr nah beieinanderliegenden Prägungen praktisch nur durch die Beizeichen. (Grobe Orientierung an der Stellung der Beine des Zeus)
Lifetime-Prägungen (Drachmen, Tetradrahmen, Statere) von Alex sind idR teurer als die posthumen Prägungen.

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Re: Drachme ok?

Beitrag von stilgard » Do 08.02.18 20:12

stimmt, die andere Münze ist auch posthum, hätte ich wohl selber drauf kommen können, danke euch für die Informationen.
Bin jetzt echt am überlegen, ob ich eine posthume oder zu Lebzeit geprägte Münze nehme.....

Alex

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Re: Drachme ok?

Beitrag von Numis-Sven » Do 08.02.18 21:26

Qualität vor Quantität!
Wenn du an einer guten Münzen von Alexander interessiert bist, und auch das Geld dafür ausgeben magst, kauf das bestmögliche Stück, was du dir leisten kannst. Also: vz, lifetime, am besten sogar Tetradrachme anstelle von Drachme (allein den Eindruck ist es wert)
Bei solch höheren Ansprüchen ist es unsinnig auf MA-Shops oder EBay auf die Jagd zu gehen.
Schau dir lieber die kommenden (E-)Auktionen (am besten deutscher) Auktionshäuser an.

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Re: Drachme ok?

Beitrag von stilgard » Fr 09.02.18 09:38

Hallo Numis-Sven,

da hast du natürlich recht, Qualität vor Quantität, was das angeht, bin ich Erhaltunssammler. Die beiden Münzen (zumindest die erste) von Künker ist vorzüglich, also keine Quantität, zumindest für mich ;-)
Ich schlaf noch mal ein paar Nächte drüber, wo und welchen Alexander ich mir kaufe.

Gruß
Alex

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Re: Drachme ok?

Beitrag von Numis-Sven » Fr 09.02.18 13:27

Meine persönlichen Auffassung von Qualität geht über die Erhaltung hinaus. Für mich zählen noch Aspekte wie Seltenheit, historischer Kontekt, Stil uvm..

Allein da du selben Namen trägst, würde ich an deiner Stelle eher zu einer lifetime-Prägung tendieren.

Lg
Sven

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Re: Drachme ok?

Beitrag von stilgard » Fr 09.02.18 13:45

für mich haben, wie schon geschrieben, die Erhaltung und der unveränderte Originalzustand die oberste Priorität, ob selten, etwas dezentriert, Motiv etc sind zweitrangig. Ich möchte was Münzen angeht, insbesonders Griechen, keine Bäumen ausreißen, ein paar schöne und ehrliche Stücke reichen mir :-)

Gruß
Alex

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Re: Drachme ok?

Beitrag von Altamura2 » Fr 09.02.18 18:03

stilgard hat geschrieben:... Versteh ich das richtig, dass die Prägestätte Ephesus ist? Ist die Biene das Zeichen für diese Stadt? ...
Das stimmt beides, allerdings stammt nicht jede Alexander-Drachme mit einer Biene drauf aus Ephesos.
Da gibt es beispielsweise welche aus Magnesia am Mäander: http://numismatics.org/pella/id/price.1940
oder aus Sardes: http://numismatics.org/pella/id/price.2563

Das Exemplar von Künker oben leidet aber darunter, dass das Epsilon, das eigentlich links der Biene zu sehen sein sollte, nicht mehr auf dem Schrötling ist, so wie man es hier auf ein paar Exemplaren sehen kann: http://numismatics.org/pella/id/price.1877 .
Da musst Du jetzt selbst ebtscheiden, ob das dann Deinen hohen Ansprüchen noch genügt :D .

Das mit den postumen Exemplaren und denen zu Lebzeiten halte ich für reine Romantik, hab' ich hier ja schon oft genug gesagt :D . Alexander selbst wird keine dieser Münzen in der Hand gehalten haben, bei vielen weiß man auch gar nicht so genau, wann sie geprägt wurden :? . Und da sie im Prinzip alle gleich aussehen, ist der Unterschied wohl nur ein rein sentimentaler.

Welche Kriterien man beim Münzenkauf anlegt, ist in meinen Augen eine völlig subjektive Angelegenheit, das muss jeder mit sich selbst ausmachen.

Gruß

Altamura

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Re: Drachme ok?

Beitrag von stilgard » Fr 09.02.18 20:12

Hallo Altamura,
Vielen dank für den Hinweis, ich hätte es nie bemerkt, dass links ein Buchstabe fehlt. So selten scheint so eine posthume Münze von Alexander nicht zu sein, werde diesbezüglich mal nichts überstürzen. Wird bei griechischen Münzen eigentlich auch "geschnitzt" wie bei den Römern?

Gruß
Alex

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Re: Drachme ok?

Beitrag von Altamura2 » Sa 10.02.18 08:32

stilgard hat geschrieben:... Wird bei griechischen Münzen eigentlich auch "geschnitzt" wie bei den Römern? ...
Seltener als bei den Römern (so zumindest mein Gefühl, Statistik hab' ich da keine), aber geografisch unterschiedlich verteilt. Geschnitzte Griechen aus der Magna Graecia (also Süditalien und Sizilien) scheinen mir deutlich häufiger vorzukommen als solche aus Kleinasien.

Das mag aber auch daran liegen, dass es bei den Griechen weniger große und prächtige Bronzemünzen gibt (vor allem bei solchen lohnt sich ja die Schnitzarbeit) als bei den Römern.

Aber wie gesagt, alles sehr subjektiv :? .

Gruß

Altamura

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Re: Drachme ok?

Beitrag von stilgard » Mo 26.02.18 16:35

@Altamura
super! Vielen Dank für die Informationen, sehr hilfreich.

Gruß
Alex

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