Beitrag
von Der Tommy » Do 16.07.26 21:57
Hallo,
danke Lackland für deinen Beitrag. Wie bereits erwähnt, entwickelte sich ja zum Teil ein interessanter Austausch zur "Hertzbergmedaille", wovon in der "Imperial"-Auktion ein wirklich tolles Exemplar angeboten wurde - wie der Vorredner zu diesem Stück anmerkte, ist diese Variante auch äußerst selten. Für mich war dieser Teil der Diskussion keineswegs wissenschaftlich trocken oder langweilig. Es steckt also genug Potential in dem Thema. Mittlerweile habe ich aber einsehen müssen, dass dies wohl nicht der richtige Platz war, um darüber zu sprechen, weil wohl kaum einer (ich glaube mich zu erinnern es waren nur zwei) hier mitgeboten bzw. beobachtet und erst recht keiner etwas erworben hatte.
Wie bereits ausgeführt, möchte ich davon Abstand nehmen, meine Sammlung (bzw. Bestandteile daraus) öffentlich zu machen. Aber um auf deine Anmerkungen einzugehen, was ich hiermit gerne tun möchte, folgende Ergänzung:
Zunächst ist zu klären, was für dich "Häufigkeit" bedeutet. Von dem von mir erworbenen Stück ist in den letzten 25 Jahren ein eher geringe Anzahl öffentlich angeboten worden (was ein Anker für eine Schätzung der Seltenheit ist, aber kein Beleg). Ich habe dabei noch nicht überprüft, inwieweit das eine oder andere Stück mehrfach angeboten wurde. Es mögen also insgesamt weniger Exemplare angeboten worden sein, als ich beobachtet habe. Neben dem Exemplar in der Hohenzollern-Sammlung (das sich nun in meiner befindet) sind mir zwei weitere Exemplare bekannt, die jeweils fürstlichen Persönlichkeiten gehörten und sich heute in staatlicher Obhut befinden.
Das Stück wurde bereits sehr repräsentativ in der numismatischen Literatur veröffentlicht und besitzt eine sehr gut dokumentierte Entstehungsgeschichte mit prominenten Beteiligten. Hier kommt nun die außergewöhnliche Provenienz zum Zuge. Zu der hervorragend belegten Entstehungsgeschichte (wer, wann, wo und wie) kommt die lückenlos belegbare Eigentümergeschichte. Diese Verbindung ist außergewöhnlich. Man ist nach über zwei Jahrhunderten nicht nur der zweite Besitzer überhaupt, es sind auch "alle" Vorbesitzer (nämlich einer) bekannt und es ist auch gewiss, warum und wie das Stück in des Königs Sammlung kam. Eine jahrhundertealte lückenlose Provenienz einer Münze/Medaille ist an und für sich schon etwas Besonderes, wenn hier auch noch die ebenso besondere Entstehungsgeschichte hinzutritt und eben die "königliche Herkunft", dann kann man wirklich von einem "Glücksfall" sprechen. Daher ist die Provenienz oft entscheidender Bestandteil eines besonderen Stückes, so wie es übrigens auch im Kunst- und Antiquitätenhandel üblich ist.
Grundsätzlich ist eine außergewöhnliche Provenienz überdies nicht abhängig von" königlicher Herkunft". Ich besitze ein seltenes Stück, dessen Hintergrundgeschichte äußerst spannend der adelige Auftraggeber aber kaum bekannt ist, das sehr grausame Schicksal des Schöpfers des Stückes aber wiederum sehr gut dokumentiert wurde und somit eine Rarität ganz anderen Art darstellt. Provenienz/Entstehungsgeschichte sehe ich daher als äußerst interessanten Bezugspunkt beim Sammeln und Erforschen. Natürlich kostet das Jagen und Sammeln seine Zeit und natürlich ist Seltenheit und Provenienz auch immer ein Preistreiber.
Du hast recht, jede Münze hat ihre eigene Geschichte - aber fasziniert umso mehr, wenn du sie im Detail auch genau kennst.
Viele Grüße,
Tommy