Gewicht Landshuter Pfennig

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watinpah
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Gewicht Landshuter Pfennig

Beitrag von watinpah » Di 09.02.21 14:48

Hallo zusammen,
ich lese bereits seit einiger Zeit in diesem Forum mit. Mein Sammelschwerpunkt liegt bei bayerischen Münzen.

Mir ist aufgefallen, dass meine neueste Erwerbung, ein einseitiger Landshuter Pfennig (Emmerig BL-10.3) mit 0,78 g etwas schwerer ist als meine bisherigen (0,53 u. 0,58g).
Emmerig gibt in seinem Buch ein Rauhgewicht von 0,57 g an.

Welche Spannweite kann das Gewicht denn aufweisen?
Ist diese Abweichung des Gewichts nach oben normal? Viele ähnliche Stücke sind ja meistens eher leichter.
Oder könnte das höhere Gewicht eventuell sogar für eine Fälschung sprechen?

Danke
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Andechser
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Re: Gewicht Landshuter Pfennig

Beitrag von Andechser » Di 09.02.21 17:13

Hallo watinpah,
das ist zwar schon etwas viel Abweichung nach oben, aber durchaus noch normal. Da bei mittelalterlichen Pfennigen das Gewicht nur al marco, also auf die Anzahl die aus einer Mark Silber geprägt werden sollte, festgestellt wurde, kann es bei Einzelstücken zu starken Abweichungen kommen, wobei die meisten Stücke innerhalb einer geringen Breite um das Normgewicht herum liegen sollten.

Beste Grüße
Andechser

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Re: Gewicht Landshuter Pfennig

Beitrag von bernima » Di 09.02.21 17:42

Keine Angst, das Stück ist ein Original.
Ein Landshuter Pfennig in Prägefrischer Erhaltung.

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Re: Gewicht Landshuter Pfennig

Beitrag von mjbn1977 » Di 09.02.21 18:16

Wo wir da gerade beim Thema sind. Ich habe mir die Frage naemlich auch schon gestellt. Ab welchen Gewichtsabweichungen sollten denn da die Alarmglocken schrillen? Nach unten ist es ja etwas schwerer, da ja einiges wegen Clipping oder Beschnitt fehlen kann....aber wieviel mehr Gewicht darf den eine bayerische Muenze nach oben hin haben bevor wir skeptisch werden sollten?

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watinpah
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Re: Gewicht Landshuter Pfennig

Beitrag von watinpah » Di 09.02.21 18:38

Vielen Dank für eure Antworten,
dass mit dem al marco prägen hatte ich schon mal gelesen, nur war ich mir eben nicht sicher in welcher Größenordnung solche Schwankungen normal sind.

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Re: Gewicht Landshuter Pfennig

Beitrag von QVINTVS » Di 09.02.21 18:48

Andechser hat geschrieben:
Di 09.02.21 17:13
Hallo watinpah,
das ist zwar schon etwas viel Abweichung nach oben, aber durchaus noch normal. Da bei mittelalterlichen Pfennigen das Gewicht nur al marco, also auf die Anzahl die aus einer Mark Silber geprägt werden sollte, festgestellt wurde, kann es bei Einzelstücken zu starken Abweichungen kommen, wobei die meisten Stücke innerhalb einer geringen Breite um das Normgewicht herum liegen sollten.

Beste Grüße
Andechser
Wie hier beschrieben steht, ist das nicht einfach zu entscheiden. Dem Münzherrn und dem Münzmeister ging es auch um den Gewinn aus/an der Münze. Es hängt auch davon ab, ob es für ein Sammelgebiet Fälschungen gibt oder nicht. Einen spätmittelalterlichen Pfennig zu fälschen wäre zwar nicht schwer, aber die Frage ist ob es sich für ein paar Euros wirklich lohnt! Bei seltenen Stücken wäre ich kritischer.

Für Augsburg kann ich sagen, dass Dünnpfennige über 0,85 g und Brakteaten über 0,8 g selten vorkommen. Die bekannten Fälschungen wiegen durchweg um 0,95 bis 1,05 g, also ca. 20 bis 25 % über dem Sollgewicht.

Die Preisspanne zwischen einem Brakteaten aus Augsburg und einem Landshuter Vierschlagpfennig sind mindestens 50 Euro. Es gibt natürlich auch Ausnahmen!

Münze kritisch prüfen und auf Gewicht achten. Habe selbst schon einen übergewichtigen "Friesacher" aus Aquileia gekauft - war leider eine Fälschung.
Viele Grüße

QVINTVS

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Re: Gewicht Landshuter Pfennig

Beitrag von Andechser » Di 09.02.21 19:42

Also bei den Bamberger Pfennigen des Typs Krug 70 habe ich eine Auswertung der Gewichte für rund 400 Exemplare aus mehreren Funden und dem Handel gemacht und dabei eine Streuung bei vollwertigen, nicht beschnittenen Pfennigen von 0,34g bis 0,81g festgestellt.

Beste Grüße
Andechser

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Re: Gewicht Landshuter Pfennig

Beitrag von QVINTVS » Di 09.02.21 22:06

Wo lag die mittlere Häufigkeit?
Viele Grüße

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Re: Gewicht Landshuter Pfennig

Beitrag von Andechser » Mi 10.02.21 06:55

Die lag um 0,54g +/- 0,03g, also beim leichteren Standard, der nach Poppo von Andechs in Bamberg ausgemünzt wurde.
Aber das wird mit entsprechenden Grafiken auch in einem Aufsatz dargestellt, der noch dieses Jahr erscheinen soll.

Beste Grüße
Andechser

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