Fotografieren sehr dunkler bis tiefschwarzer Münzen
Moderator: Homer J. Simpson
- drakenumi1
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Fotografieren sehr dunkler bis tiefschwarzer Münzen
Weil man vielfach hier im Forum beim Anhängen von Bilddateien insbesondere von Bronzen mit sehr dunklen Oberflächen, die auch schon mal völlig tiefschwarz sein können, beobachten kann, daß solche Münzen als dunkle Klöße, ohne erkennbare Zeichnung von Details, abgebildet werden, habe ich mir mal einige Gedanken gemacht, welche Fehler oft gemacht werden und wie dem abzuhelfen ist. Ergebnisse:
- Scanner sind ungeeignet, weil zu lichtschwach.
- Geeignet sind Digitalkameras mit Makrofunktion (Minimal-Objektentfernung nicht über 5 cm)
- Häufigster Fehler ist die zu helle Farbe des Untergrundes, auf dem die Münze fotografiert wird. Die automatische Belichtungseinstellung der Kamera ist bemüht, auch die mit abgebildeten Details des hellen Umfeldes der Münze (Hintergrund) und dessen Zeichnung bzw. Details abzubilden. Das führt automatisch zu einer Verschlechterung der Detailauflösung innerhalb des Münzbildes. Oder anders ausgedrückt: Die Kamera schließt einen Kompromiß bei der Detaildarstellung zwischen dunklen und hellen Partien, ein Kompromiß, der zum Nachteil der Erkennbarkeit von Details auf der Münze führt. Je größer der Unterschied der Helligkeitswerte zwischen Unterlage (Hintergrund) und Münze ist, desto schlechter das Ergebnis der Wiedergabe von Münzdetails. Weiß ist die denkbar schlechteste Farbe für eine Unterlage! Deren Farbe sollte dunkelgrau bis schwarz sein. Wenn der Helligkeitswert von Unterlage und Münze weitestgehend übereinstimmt, stellt sich die Kamera automatisch auf die für die Erkennbarkeit der Münzdetails optimale Belichtung ein und die "dunklen Klöße" gehören der Vergangenheit an.
Nebenbei gesagt, funktioniert dann der Weißausgleich auch wieder besser und extreme Farbstiche werden ebenfalls vermieden.
Als Beispiel hänge ich hier einen rabenschwarzen Postumus an, mit einer mittelpreisigen Digi-Kamera und Makrofunktion von 5 cm unter der Schreibtischlampe (40 Watt) freihändig aufgenommen, danach zwangsweise wegen der 85 KB - Grenze von 2,4 MB auf 60 KB verkleinert und zugeschnitten. Farblich noch bessere Wiedergabe erhält man unter Tageslicht (nicht von der Sonne beschienen!).
Wegen der richtigen Einordnung dieses threads habe ich erst gezögert, aber dann mich doch für die "Römer" entschieden, da solch dunkle Münzen wohl am häufigsten bei den Antiken anzutreffen sind.
Wäre schön, von Euren Erfahrungen auf dieser Strecke zu hören, falls ich nicht mit meinen "Weisheiten" weitgehend offene Türen einrenne und ein großes Gähnen auslöse, wünscht sich
bestens grüßend
drakenumi1
- Scanner sind ungeeignet, weil zu lichtschwach.
- Geeignet sind Digitalkameras mit Makrofunktion (Minimal-Objektentfernung nicht über 5 cm)
- Häufigster Fehler ist die zu helle Farbe des Untergrundes, auf dem die Münze fotografiert wird. Die automatische Belichtungseinstellung der Kamera ist bemüht, auch die mit abgebildeten Details des hellen Umfeldes der Münze (Hintergrund) und dessen Zeichnung bzw. Details abzubilden. Das führt automatisch zu einer Verschlechterung der Detailauflösung innerhalb des Münzbildes. Oder anders ausgedrückt: Die Kamera schließt einen Kompromiß bei der Detaildarstellung zwischen dunklen und hellen Partien, ein Kompromiß, der zum Nachteil der Erkennbarkeit von Details auf der Münze führt. Je größer der Unterschied der Helligkeitswerte zwischen Unterlage (Hintergrund) und Münze ist, desto schlechter das Ergebnis der Wiedergabe von Münzdetails. Weiß ist die denkbar schlechteste Farbe für eine Unterlage! Deren Farbe sollte dunkelgrau bis schwarz sein. Wenn der Helligkeitswert von Unterlage und Münze weitestgehend übereinstimmt, stellt sich die Kamera automatisch auf die für die Erkennbarkeit der Münzdetails optimale Belichtung ein und die "dunklen Klöße" gehören der Vergangenheit an.
Nebenbei gesagt, funktioniert dann der Weißausgleich auch wieder besser und extreme Farbstiche werden ebenfalls vermieden.
Als Beispiel hänge ich hier einen rabenschwarzen Postumus an, mit einer mittelpreisigen Digi-Kamera und Makrofunktion von 5 cm unter der Schreibtischlampe (40 Watt) freihändig aufgenommen, danach zwangsweise wegen der 85 KB - Grenze von 2,4 MB auf 60 KB verkleinert und zugeschnitten. Farblich noch bessere Wiedergabe erhält man unter Tageslicht (nicht von der Sonne beschienen!).
Wegen der richtigen Einordnung dieses threads habe ich erst gezögert, aber dann mich doch für die "Römer" entschieden, da solch dunkle Münzen wohl am häufigsten bei den Antiken anzutreffen sind.
Wäre schön, von Euren Erfahrungen auf dieser Strecke zu hören, falls ich nicht mit meinen "Weisheiten" weitgehend offene Türen einrenne und ein großes Gähnen auslöse, wünscht sich
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drakenumi1
Man kann, was man will, und wenn man sagt, man kann nicht, dann will man auch nicht.
(Baltzer von Platen/a. Rügen)
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- klosterschueler
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Hallo Drakenumi!
Also Deinen Ausführungen bzgl grauem Hintergrund bei dunklen Münzen ist nichts hinzuzufügen.
Frage noch an Dich: Was hast du da als Hintergrund verwendet? Das gesprenkelte Grau geht beim Speicherformat sehr auf die Größe, d.h je 'unruhiger' der Hintergrund, desto kleiner die Datei.
Nehme an, dass du mit einem Tonpapier einen gleichmäßigeren Hintergrund erreichen müsstest.
Hast du das Foto sonst noch nachbearbeitet (Helligkeit, Kontrast, Gamma)?.
Auf wieviel ISO (=Empfindlichkeit) war die Kamera eingestellt?
Ich hab nämlich bei Aufnahmen aus der freien Hand immer Unschärfen durch Verwackeln und Tiefen(un=schärfe.
Aber jeder, der saubere Fotos macht, wird im Forum Freunde finden
Klosterschüler
Also Deinen Ausführungen bzgl grauem Hintergrund bei dunklen Münzen ist nichts hinzuzufügen.
Frage noch an Dich: Was hast du da als Hintergrund verwendet? Das gesprenkelte Grau geht beim Speicherformat sehr auf die Größe, d.h je 'unruhiger' der Hintergrund, desto kleiner die Datei.
Nehme an, dass du mit einem Tonpapier einen gleichmäßigeren Hintergrund erreichen müsstest.
Hast du das Foto sonst noch nachbearbeitet (Helligkeit, Kontrast, Gamma)?.
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„Was du ererbt von Deinen Vätern hast, erwirb es, um es zu besitzen.“
- harald
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drakenumi,
darauf bin ich nach vielen Versuchen mit mittlerem bis schlechtem Ergebnis ebenfalls gekommen.
Diese Technik kann ich ohne Bedenken bei jeder Form von dunkel patinierten Objekten, wie auch Ausgrabungen mit dunkelgrüner bis schwarzer Patina weiterempfehlen.
Bei einer hochwertigen Digi- SLR-Camera mit perfekter Punktmessung ist das allerdings nicht nötig.
Hätte ich Deine Info vor einem halben Jahr gehabt, als ich mir meine erste digi zulegte, hätte ich mir viel Zeit erspart.
Trotzdem vielen Dank für Deine Info, von der ich überzeugt bin, dass viele Forumsmitglieder davon profitieren werden.
Grüße
Harald
darauf bin ich nach vielen Versuchen mit mittlerem bis schlechtem Ergebnis ebenfalls gekommen.
Diese Technik kann ich ohne Bedenken bei jeder Form von dunkel patinierten Objekten, wie auch Ausgrabungen mit dunkelgrüner bis schwarzer Patina weiterempfehlen.
Bei einer hochwertigen Digi- SLR-Camera mit perfekter Punktmessung ist das allerdings nicht nötig.
Hätte ich Deine Info vor einem halben Jahr gehabt, als ich mir meine erste digi zulegte, hätte ich mir viel Zeit erspart.
Trotzdem vielen Dank für Deine Info, von der ich überzeugt bin, dass viele Forumsmitglieder davon profitieren werden.
Grüße
Harald
- Xanthos
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Hallo drakenumi1
Guter Denkanstoss. Jeder der antike Münzen fotografiert, wird sich früher oder später damit auseinandersetzen müssen.
Nun auch von mir noch zwei ergänzende Tipps:
1. Zu harte, künstliche Beleuchtung wird von glatten, dunklen Münzoberflächen stark reflektiert, sodass man den Münzen auf den Fotos nicht mehr ansieht, dass sie eine dunkle Patina haben. Mit 2-3 Lagen Backpapier wird das Licht "weicher".
2. Will man den Hintergrund digital wegschneiden, muss der unmittelbare Hintergrund der Münze weiss sein (siehe Bild).
Gruss
Guter Denkanstoss. Jeder der antike Münzen fotografiert, wird sich früher oder später damit auseinandersetzen müssen.
Nun auch von mir noch zwei ergänzende Tipps:
1. Zu harte, künstliche Beleuchtung wird von glatten, dunklen Münzoberflächen stark reflektiert, sodass man den Münzen auf den Fotos nicht mehr ansieht, dass sie eine dunkle Patina haben. Mit 2-3 Lagen Backpapier wird das Licht "weicher".
2. Will man den Hintergrund digital wegschneiden, muss der unmittelbare Hintergrund der Münze weiss sein (siehe Bild).
Gruss
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Liebe Münzfotografen!
Ich möchte euch bei der Gelegenheit meinen Aufbau zum Fotografieren von Münzen vorstellen. Ich weiß schon, dass ich mit Kanonen auf Spatzen schieße, aber das Ergebnis ist doch sehr gut. Die Details:
Kamera mit Makroobjektiv auf Stativ
Softbox (die das weiche Licht macht)
Münze auf Glasplatte, die Abstand zum Hintergrund hat.
Manuelle Belichtung (dadurch hab ich kein Problem mit dem Hintergrund, weil die Kamera sich nicht jedesmal die Belichtungwerte neu errechnet, Fokus 11 oder kleiner.
Liebe Grüße Klosterschüler
PS: Um die Legosteine musste ich heute schon kämpfen, die wollten mir die Kinder heute schon wegnehmen, den Glas-Tortenboden hat mir meine Frau heute noch überlassen
Ich möchte euch bei der Gelegenheit meinen Aufbau zum Fotografieren von Münzen vorstellen. Ich weiß schon, dass ich mit Kanonen auf Spatzen schieße, aber das Ergebnis ist doch sehr gut. Die Details:
Kamera mit Makroobjektiv auf Stativ
Softbox (die das weiche Licht macht)
Münze auf Glasplatte, die Abstand zum Hintergrund hat.
Manuelle Belichtung (dadurch hab ich kein Problem mit dem Hintergrund, weil die Kamera sich nicht jedesmal die Belichtungwerte neu errechnet, Fokus 11 oder kleiner.
Liebe Grüße Klosterschüler
PS: Um die Legosteine musste ich heute schon kämpfen, die wollten mir die Kinder heute schon wegnehmen, den Glas-Tortenboden hat mir meine Frau heute noch überlassen

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- drakenumi1
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@Klosterschüler; Xanthos:
Bezüglich der von Dir angefragten Punkte habe ich keinerlei Bearbeitungen mehr durchgeführt. Ergänzend sei vermerkt, daß meine Tischlampe eine mattierte Birne von 40 Watt hat und der Objektabstand zu ihr bei der Aufnahme ca. 20 cm. Der Abstand Objekt - Objektiv von ca. 5-8 cm gewährleistet gerade noch, die Handgelenke auf der Tischkante aufzustützen und das (altersgerechte) Zittern zu vermeiden.
Die Empfindlichkeit habe ich auf "Automatik" gestellt, da liegen die Grenzen bei 100 und 1250. Ich nehme mal an, daß in meinem Fall der Spielraum ausgenutzt wurde (heißt also 1250).
@Harald:
Betr. "exakte Punktmessung" der Helligkeit habe ich mal gelesen, daß trotz eines im Display gezogenen Rahmens, der den Meßbezirk kennzeichnen soll, deshalb die außerhalb liegenden Bereiche keinesfalls völlig unberücksichtigt bleiben und deshalb auch nicht lichtmäßig für das Gesamtobjekt ohne Bedeutung sind. Aber das wird wohl von Kameratype zu K.-Type unterschiedlich sein, und da sie ja "denkende" Geräte sein wollen und sollen, für uns schlecht nachzuvollziehen.
Die geäußerten Einwände gegen meinen grobfaserigen dunkel/schieferfarbenen marmorierten Karton betr. größerem Speicherbedarf sind sicherlich richtig. Ich hatte im Moment nichts anderes zur Hand.
Grüße von
drakenumi1
Bezüglich der von Dir angefragten Punkte habe ich keinerlei Bearbeitungen mehr durchgeführt. Ergänzend sei vermerkt, daß meine Tischlampe eine mattierte Birne von 40 Watt hat und der Objektabstand zu ihr bei der Aufnahme ca. 20 cm. Der Abstand Objekt - Objektiv von ca. 5-8 cm gewährleistet gerade noch, die Handgelenke auf der Tischkante aufzustützen und das (altersgerechte) Zittern zu vermeiden.
Die Empfindlichkeit habe ich auf "Automatik" gestellt, da liegen die Grenzen bei 100 und 1250. Ich nehme mal an, daß in meinem Fall der Spielraum ausgenutzt wurde (heißt also 1250).
@Harald:
Betr. "exakte Punktmessung" der Helligkeit habe ich mal gelesen, daß trotz eines im Display gezogenen Rahmens, der den Meßbezirk kennzeichnen soll, deshalb die außerhalb liegenden Bereiche keinesfalls völlig unberücksichtigt bleiben und deshalb auch nicht lichtmäßig für das Gesamtobjekt ohne Bedeutung sind. Aber das wird wohl von Kameratype zu K.-Type unterschiedlich sein, und da sie ja "denkende" Geräte sein wollen und sollen, für uns schlecht nachzuvollziehen.
Die geäußerten Einwände gegen meinen grobfaserigen dunkel/schieferfarbenen marmorierten Karton betr. größerem Speicherbedarf sind sicherlich richtig. Ich hatte im Moment nichts anderes zur Hand.
Grüße von
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Man kann, was man will, und wenn man sagt, man kann nicht, dann will man auch nicht.
(Baltzer von Platen/a. Rügen)
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- drakenumi1
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Euch wird aufgefallen sein, daß die Münzen von oben nach unten ungleichmäßig beleuchtet sind. Das liegt an der bei mir viel zu dicht angeordneten Lichtquelle. Da gilt natürlich: Weiter weg damit und möglichst diffus. Am besten Tageslicht von einer Seite (50 cm vom Fenster entfernt, im Raum, nur keine direkte Sonnenbestrahlung.
Hier noch ein Versuch, allerdings am Schreibtisch bei Kunstlicht. Die Münze ist bis auf die geringen Abriebstellen dunkelgrau bis schwarz. Herr Probus stellte sich zur Verfügung bei
drakenumi1
Hier noch ein Versuch, allerdings am Schreibtisch bei Kunstlicht. Die Münze ist bis auf die geringen Abriebstellen dunkelgrau bis schwarz. Herr Probus stellte sich zur Verfügung bei
drakenumi1
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(Baltzer von Platen/a. Rügen)
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