Die Qual der Wahl - Erhaltungseinschätzung

Europa (ohne Euros) und Afrika - ab etwa 1500.
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Die Qual der Wahl - Erhaltungseinschätzung

Beitrag von antisto » Mo 14.12.20 17:05

Ihr lieben Forumsmitglieder!
Ich habe ein Lot von drei historisch interessanten schweren Prägungen aus der Zeit Katharinas der Großen ersteigert, geprägt aus türkischen Kanonen für Moldau und die Walachei, um die Soldaten im russisch-türkischen Krieg zu besolden.
Nun ergibt sich die Qual der Wahl.
Für welche würdet ihr euch entscheiden?
Die Nummer 1, mit knapp 18 g die leichteste, ist sicherlich die kompletteste Münze, was die Legenden angeht. Allerdings mit Schrötlingsfehler und recht poröser Oberfläche.
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Zuletzt geändert von antisto am Mo 14.12.20 17:22, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: Dike Qual der Wahl - Erhaltungseinschätzung

Beitrag von antisto » Mo 14.12.20 17:08

Die Nummer 2, mit knapp 22 g die schwerste, ist gleichmäßiger und nicht ganz so porös, aber hier fehlt auf der Seite mit der Jahreszahl links ein Wort der Legende.
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Re: Dike Qual der Wahl - Erhaltungseinschätzung

Beitrag von antisto » Mo 14.12.20 17:13

Die Nummer 3, knapp 20 g, hat eine schöne glatte Oberfläche und ist zweifelsfrei am besten ausgeprägt. Großes Manko: Die Jahreszahl - 1772, 1773 oder 1774 - ist nicht mehr lesbar.
Hier hätte ich die ergänzende Frage: Kennt ihr geeignete Methoden der Reinigung, um die Jahreszahl unter der Korrosion wieder einigermaßen sichtbar zu machen? Allerdings bin ich, was Reinigen angeht, blutiger Laie.
Bin gespannt und bedanke mich für eure Antworten und vielleicht auch eure "Hitliste"; meine wäre wohl 3, 1, 2.
Sollten die bei künstlichem Licht aufgenommenen Bilder nicht reichen, liefere ich bei Tageslicht gerne nach. :-)
AS
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Re: Die Qual der Wahl - Erhaltungseinschätzung

Beitrag von sigistenz » Mo 14.12.20 22:41

Die sehen alle 3 nicht ehrlich aus. Die Farbe aller 3 ist identisch - künstlich. Den Bildern nach scheinen es nicht Prägungen, sondern eher Güsse zu sein, du erwähnst ja selbst Porosität. Originale wurden aber geprägt.
Sigi
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Zuletzt geändert von sigistenz am Di 15.12.20 13:23, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Die Qual der Wahl - Erhaltungseinschätzung

Beitrag von antisto » Mo 14.12.20 23:05

Danke für die Rückmeldung. Der Verdacht kam bei mir auch auf, zumindest bei den ersten beiden.
Allerdings scheint die Rändelung des Randes dagegen zu sprechen. Lässt sich so etwas gießen?
Grüße,
AS
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Re: Die Qual der Wahl - Erhaltungseinschätzung

Beitrag von antisto » Di 15.12.20 12:09

Hier noch eine Rückmeldung des Auktionshauses, von dem ich diese Münzen erstanden habe:
"Ich kann Ihnen bereits jetzt versichern, dass es sich bei den Münzen um eindeutige Originale und keine Güsse handelt. Weder ich noch ein Experte für diese Prägungen, auf dessen Vermittlung hin die Einlieferung erfolgt ist, hatten je einen Zweifel an der Authentizität dieser Münzen. Für die Prägungen aus Sadagora ist zudem der flüchtige und „improvisierte“ Charakter typisch, weshalb häufig Prägeschwächen mit schwer zu lesenden Legendenteilen und Jahreszahlen auftreten.
Wer schon öfter Prägungen aus Sadagora in der Hand gehalten hat, kennt diese Phänomene."
Ein Umtausch ist möglich.
Über weitere Einschätzungen würde ich mich freuen.
AS
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Re: Die Qual der Wahl - Erhaltungseinschätzung

Beitrag von rati » Di 15.12.20 12:44

Also ich halte diese Münzen für Suspekt.Das kann natürlich von der Qualität der Aufnahmen her kommen.Ich füge mal meine und Kopien von verschiedenen Anbietern als Vergleich hinzu .
Die Größenunterschiede kommt von den Aufnahmen her.
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Re: Die Qual der Wahl - Erhaltungseinschätzung

Beitrag von antisto » Di 15.12.20 15:37

Neuer Versuch. Diesmal im Freien aufgenommen. Hier wird die poröse Oberfläche sichtbarer. Mehr als "in echt".
Nr. 1
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Re: Die Qual der Wahl - Erhaltungseinschätzung

Beitrag von antisto » Di 15.12.20 15:39

Nr. 2
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Re: Die Qual der Wahl - Erhaltungseinschätzung

Beitrag von antisto » Di 15.12.20 15:39

Nr. 3
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Re: Die Qual der Wahl - Erhaltungseinschätzung

Beitrag von sigistenz » Di 15.12.20 16:58

Nochmals - so eine Farbe dieses Stücks habe ich noch nie gesehen und du hast gleich 3 davon. So sieht künstliche Patinierung mit Schwefelleber aus. Und auch noch schlecht gemacht, weil zu lange in der Lösung gelassen und daher viel zu dunkel geworden. Dieser Münztyp ist nicht selten, der Baron Gartenberg hat nämlich nicht nur, wie vorgesehen, die in grosser Zahl erbeuteten türkischen Bronzekanonen vermünzt, sondern auch alles Kupferne, was aufzutreiben war, sogar Dächer :mrgreen: So musste er schliesslich vor Strafverfolgung das Weite suchen. Es stimmt also, dass diese Stücke meist schlampig gepägt sind, sie lassen sich aber durchaus in passabler, glaubwürdiger Form finden. Ich rate dir, von der RückgabeMöglichkeit Gebrauch zu machen.
Sigi
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Re: Die Qual der Wahl - Erhaltungseinschätzung

Beitrag von antisto » Di 15.12.20 19:01

O.k., ihr habt mich überzeugt.
Ich schicke die Dinger zurück.
Danke euch!!!
AS
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Re: Die Qual der Wahl - Erhaltungseinschätzung

Beitrag von sigistenz » Di 15.12.20 21:26

Gern geschehen - dafür ist das Forum ja da :D
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Re: Die Qual der Wahl - Erhaltungseinschätzung

Beitrag von Georg5 » So 20.12.20 08:53

Guten Tag!
Zu Ihrer Information...
Preise in Russland für diese Münzen (1 Euro - ca. 90 Rubel)
Mit freundlichen Grüßen, George

Ihre Münze ist etwa 15-20 Euro wert.... für eine
Der Preis von etwa 40-50 Euro pro Münze.
https://meshok.net/item/32975111_2_%D0% ... D%D0%B0_II

https://meshok.net/item/27626178_2_%D0% ... 98_1773_32


Dies sind Kopien: :D
https://meshok.net/item/216133592_%D0%9 ... 0%94%D0%AC
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Re: Die Qual der Wahl - Erhaltungseinschätzung

Beitrag von sigistenz » So 20.12.20 14:47

Georg5 hat geschrieben:
So 20.12.20 08:53
Guten Tag!
Zu Ihrer Information...
Preise in Russland für diese Münzen (1 Euro - ca. 90 Rubel)
Mit freundlichen Grüßen, George

Ihre Münze ist etwa 15-20 Euro wert.... für eine
Der Preis von etwa 40-50 Euro pro Münze.
Georg, wir leben leider in 2 verschiedenen Welten. Russen können hier alte Münzen kaufen, aber wir können in Russland keine alten Münzen kaufen. :D
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