Die mechanische Handreinigung

Tipps zur Reinigung, Konservierung und Photographie von Münzen

Moderator: Homer J. Simpson

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tilos
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Re: Die mechanische Handreinigung

Beitrag von tilos » Mo 01.02.21 01:09

Auch wenn das Ergebnis ansehnlich ist, finde ich es persönlich immer schade, wenn bis auf das Metall herunter gereinigt wird. Wie die zahlreichen Beispiele einiger Forumskollegen zeigen, geht es zumeist auch anders, also mit Erhaltung der Patina.

Ein Beispiel aus meiner Sammlung.

Gruß
Tilos
Byz unrest b 20.jpg
Byz rest b 20.jpg

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Georg5
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Re: Die mechanische Handreinigung

Beitrag von Georg5 » Mo 01.02.21 14:09

tilos hat geschrieben:
Mo 01.02.21 01:09
Auch wenn das Ergebnis ansehnlich ist, finde ich es persönlich immer schade, wenn bis auf das Metall herunter gereinigt wird. Wie die zahlreichen Beispiele einiger Forumskollegen zeigen, geht es zumeist auch anders, also mit Erhaltung der Patina.
Ein Beispiel aus meiner Sammlung.
Gruß
Tilos
Guten Tag, lieber Tilos!
Herzlichen Dank! Sie haben wie immer Recht!
Aber schauen wir uns diese Münze mal von der anderen Seite an... Ich versuche meistens, interessante Münzen zu zeigen, die schwer zu reinigen sind. Es macht keinen Sinn, in diesem Thread Münzen zu posten, die ein Neuling in einer halben Stunde abräumen kann. In Diskussionen und Auseinandersetzungen lernen wir immer etwas Neues. Und das ist großartig!
Dieses Exemplar hatte aktiven Rost und Chlorpest unter der Sandschicht. Der Schaden ist relativ klein in der Fläche. Übrigens (vorausschauend), sie erwiesen sich als recht zahlreich. Um alle Flecken zu sehen und sie zu neutralisieren, ist es notwendig, die Patina zu entfernen. Hier liegt das zweite Problem: Wie tief ist das Metall der Münze selbst beschädigt? Ich habe versucht, dies auf dem Bild zu veranschaulichen.
Br.JPG
Übrigens war auch die Patina instabil, locker und abblätternd (Bei dem oben gezeigten Beispiel des Tilos ist die Situation anders. Dort ist "Patina" gut genug, hart, es kann "stabilisiert" und weiter "geschliffen", "graviert", "poliert", etc. werden.)
Was kann für diese Münze getan werden? Ich sehe vier Optionen:
1. Was würde ich tun, wenn es ein seltenes Exemplar wäre? Nur schrittweise Reinigung mit dauerhafter Oxidfixierung und Patinakonservierung. Als nächstes wird ein "Wasserbad" durchgeführt. Höchstwahrscheinlich wäre die "bronzene Plage" wieder "aufgetaucht". Dann wieder Behandlung, Wasserbadprüfung, etc. Dann wieder Behandlung und ........ Dann Lagerung getrennt vom Rest der Münzen und ständige Überwachung. Ideal ist die Lagerung bei niedriger Luftfeuchtigkeit (bis 45%)...
2. Es ist immer noch möglich, alles unverändert zu lassen, und die Münze wird sterben.
3. Dennoch ist es möglich, diese Münze jemandem zu schenken und diese Probleme auf einen anderen zu übertragen...
4. und Sie können tun, was ich getan habe...
Die Hauptfrage für diese spezielle Münze ist: Ist diese oder jene Wahl angemessen? Warum dieser ganze Aufwand für eine gewöhnliche Münze, die keine numismatische Rarität ist? Wie viel davon ist gerechtfertigt? Ich sehe keine andere Wahl (für diese Münze)...
Ich brauche Ihren Rat! Ich bin sicher, Sie werden es verstehen. Ich sehe, dass Sie gute Erfahrungen und einen großen Wissensstand haben. Wenn es Ihnen recht ist, könnten Sie bitte antworten, wie Sie vorgehen würden?
So wie ich es sehe, konnte ich die Münze "wieder zum Leben erwecken". Oder liege ich falsch?
Hochachtungsvoll, Georg.

PS: Ich werde versuchen, eine ähnliche Münze zu "sezieren" und zu zeigen, was in ihr steckt (ich habe noch ein paar andere Münzen aus der gleichen Quelle, die, wie üblich, vor langer Zeit gefunden wurden, dann auf dem Dachboden verloren gingen und dann zufällig jetzt gefunden wurden... Sie waren vor einem halben Jahrhundert am gleichen Ort, in der gleichen Holzkiste, also wird der Vergleich korrekt sein).
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Georg5
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Re: Die mechanische Handreinigung

Beitrag von Georg5 » Mo 01.02.21 21:41

Sorry, die Beschreibung für das Bild hat nicht gesendet....
1 - Malachit
2 - Münze
3 - Cuprit.
4 - Die Bronzepest und ihre Folgen
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tilos
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Re: Die mechanische Handreinigung

Beitrag von tilos » Di 02.02.21 14:39

Meine KollegInnen vor Ort verfahren seit vielen Jahren bei der Cloridentfernung aus belasteten Bodenfunden, incl. Münzen, nach dem "Verfahren nach THOUVENIN", welches am Museum für Ur- und Frühgeschichte Thüringens in Weimar zweimal modifiziert wurde. Die Patina muss hierzu nicht entfernt werden.

Grob beschrieben beinhaltet diese Methode folgende Arbeitsschritte:

1) Ammoniak-Behandlung der Chloride zwecks Umwandlung in Ammoniumchlorid, welches dann zumeist leicht aus dem Objekt entfernt werden kann.
Hierbei bleibt in den überwiegenden Fällen die Patina erhalten, gelegentlich aber auch nicht. Das hängt sehr von der Vorschädigung der Patina ab.

2) Stabilisierung nach BLECK (nicht nach THOUVENIN) - incl. BTA-Behandlung, teilweise Vorbehandlung um gelegentlich auftretendes Kupfersulfat zu entfernen.

3) Nachbehandlung mit speziellen Konservierungswachsen (kristallines Paraffin).

Die Methode ist zwar recht kompliziert in ihrer Anwendung, bringt aber sehr gut Langzeitresultate.

Aus urheberrechtlichen Gründen kann ich leider die "Grundlagen und Arbeitsanweisungen" hier nicht einfach hochladen, aber das mehrbändige Standardwerk findet sich in vielen Bibliotheken:

LEITHNER, Hans-Joachim (2012-2016): Wissensspeicher für Restauratoren.

Hier sind die Bände Metall (3.1 - 3.6) von Interesse, dort muss man unter den Stichworten "Verfahren nach Thouvenin" sowie "Benztriazolbehandlung" nachschlagen, findet dann die "Grundlagen und Arbeitsanweisungen". Die habe ich auch vorliegen, leider aber keinen Hinweis, welchem Teilband sie entstammen.

Gruß in die Runde
Tilos

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Re: Die mechanische Handreinigung

Beitrag von tilos » Mi 03.02.21 16:28

Kleine Ergänzung:

Es ist der Teilband 5 "Buntmetalle" von 2017 (1. Aufl., illustriert) im Umfang von 276 Seiten.

= Band 3.5 der Reihe

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Georg5
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Re: Die mechanische Handreinigung

Beitrag von Georg5 » Mi 03.02.21 22:13

Guten Tag, Tilos !
Ein traditionelles RIESEN-DANKESCHÖN!!! Es ist eine Freude und eine Ehre, Ihre Beiträge zu lesen! Wenn es praktisch wäre, könnten Sie mir helfen, das herauszufinden?
1. Umwandlung von Kupferchlorid in Ammoniumchlorid
Ersetzen des schlecht löslichen Kupferchlorids durch etwas gut lösliches Chlorid. Das ist perfekt! Alles ist mehr oder weniger klar. Es gibt verschiedene Methoden, jede hat ihre Vor- und Nachteile. Ammoniumchlorid ist eine Methode, obwohl ich z. B. für antike Bronze lieber auf Aluminiumchlorid umstelle. In der Archäologie wird die gleiche Methode angewandt, die es ermöglicht, Kupferchlorid durch Silberchlorid und Kupferoxid zu ersetzen, was ebenfalls nicht zur Zerstörung des Metalls führt...
Glauben Sie: Diese Methoden sind auf große archäologische Funde und kleine Münzen gleichermaßen anwendbar? Inwieweit ist sie in der "normalen" Numismatik anwendbar? Eine solche Reinigung führt unweigerlich zu Muscheln und Kratern auf der ursprünglichen Oberfläche. Und bei "weicher" Patina muss man leider auch fast immer sagen: Goodbye....
Hier sind drei verschiedene Möglichkeiten (Ammoniumchlorid, Aluminiumchlorid und Silberchlorid), aber ..... Was für eine Münze haben wir am Ende ästhetisch gesehen? :D
Übrigens kann ich Ihnen zeigen, was man theoretisch mit den Grübchen auf der Münze machen kann (wie sie entfernt werden können), aber ich habe große Angst, dass mich geschätzte Kollegen anathematisieren werden... :angel:
2. Stabilisierung. (Benzotriazol, BLECK, THOUVENIN,)
Benzotriazol bildet mit Salzen des ein- und zweiwertigen Kupfers stabilere polymere Verbindungen, die in Wasser unlöslich und beim Erhitzen auf 210 Grad stabil sind. Die Nachteile sind nur ästhetischer Natur. Helle Flecken der Bronzekrankheit werden noch deutlich sichtbare Flecken bleiben...
Wenn man z.B. Benzotriazol (ca. 2 % bis 4 %) in das mikrokristalline Paraffin gibt, erhält man eine gute, fast universelle Aushärtung... Punkt drei (z.B. für eine gute Münze) kann dann modifiziert....
Apropos die anderen beiden Möglichkeiten... Sie haben mich mit dem Copyright erschreckt... Ich frage mich, wie tief die Diskussion gehen kann, um "der Sache auf den Grund zu gehen", ohne irgendetwas zu verletzen... Lassen Sie mich einfach schreiben, was ich vorher getan habe, und nur sagen, dass ich mich entschuldige, wenn meine Erfahrung irgendwie mit diesen Methoden oder irgendeinem Teil davon korrelieren kann, da ich nichts darüber weiß. Ich teile nur meine eigene Erfahrung... Die Behandlung der Münze mit Triacetonamin wurde lange Zeit verwendet und ist sicherlich gut.... Aber die Münze ist blau ... Und wenn die Münze einen großen Durchmesser mit einem großen Feld hat, mit sehr sichtbaren Flecken ... Ich habe großen Respekt vor dieser Technik, aber ... für mich ist es nicht so ... Es ist wie eine grüne Sonne, blauer Wein, oder ... Oh ..... Weiter kann ich nicht gehen...
3. Konservierung
Es ist alles ganz einfach. Wir schließen die Oberfläche der Münze vor dem Eindringen von Feuchtigkeit und Sauerstoff... Entschuldigung, Sie haben nicht geschrieben, wie Sie die Feuchtigkeit vor dem Beginn der Konservierung entfernen? Alkohol, Aceton, Trockenschrank? Was ist die Technologie?

Jetzt das Interessanteste für mich: Patina. Das Zauberwort für viele Interessierte "Antiquitäten". Es ist wie ein schönes Kleidungsstück auf einer schönen Münze! Was ist das? Warum? Ich sage es noch einmal: Fast unmittelbar mit meinem Erscheinen in diesem Forum habe ich gefragt: Wo ist die Grenze dessen, was bei der Münzrestaurierung erlaubt ist? Ich kann keine klare Antwort finden..... oder nicht, wahrscheinlich Punkt 2 (zwei Absätze weiter unten)

Was dabei herauskam:
Es gibt zwei durchaus maßgebliche und professionelle, aber völlig unterschiedliche, klar und logisch fundierte Meinungen im Forum:
1 Patina ist etwas, ohne das ein historisches Objekt nicht existieren kann. In der Restaurierung ist der Einsatz von Chemie nur zur leichten Reinigung von Schmutz und Erde möglich. Außerdem dient die Chemie nur zur Behandlung und Konservierung. Die Reinigung erfolgt ausschließlich mechanisch. Nur auf der Ebene des Abrichtens oder des Aufdeckens von Details, die sich unter der Patina verbergen und für eine bessere Identifizierung der Münze notwendig sind.
2 Eine schöne Patina - definitiv ein wesentlicher Bestandteil und "Schmuck" einer jeden Münze. Aber.... Leider gibt es auf einer großen Anzahl von Münzen auch etwas, das man nicht Patina nennen kann. Diese sind das Ergebnis der Exposition der Münze gegenüber verschiedenen negativen klimatischen oder anderen Faktoren, die höchstwahrscheinlich entfernt werden müssen. Ist es in diesem Fall nicht besser, sich ganz von "dem Ergebnis der Einwirkung der klimatischen Lagerbedingungen dieser Münze" zu verabschieden. Und die Münze wird eine Zukunft bekommen... Und in weiteren eintausendfünfhundert Jahren wird ein zu dieser Zeit lebender Mensch, der dieselbe Münze bereits mit einer neuen, schönen, edlen Patina sieht, sie bewundern ..... Und niemand wird wissen, dass diese Münze in der ersten Hälfte ihres Lebens Pech hatte...
Liebe Kolleginnen und Kollegen, ich möchte mich gleich für ein langes Statement und übermäßige Emotionalität entschuldigen. Verzeihung, darf ich Sie nach Ihrer Meinung fragen?

Mit dem größten Respekt vor Ihnen, "ewiger Anfänger" Georg.

Hier ein Beispiel: Die Münze ist absolut gewöhnlich... aber Sie schauen sich die gemeinsame Arbeit des Meisterhistorikers und seines Assistenten Time an...
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Re: Die mechanische Handreinigung

Beitrag von Georg5 » Do 04.02.21 14:30

Guten Tag!
Eine andere Münze... :D
Mit freundlichen Grüßen, Georg.
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Re: Die mechanische Handreinigung

Beitrag von beachcomber » Do 04.02.21 14:56

wow!das ist wrklich beindruckend!
grüsse
frank

Perinawa
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Re: Die mechanische Handreinigung

Beitrag von Perinawa » Do 04.02.21 15:01

Aussergewöhnlich: Der mitgereinigte Rand :wink:
Manche Antworten sind zwar nicht nützlich, aber weniger schädlich als manche nützlichen.

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Georg5
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Re: Die mechanische Handreinigung

Beitrag von Georg5 » Do 04.02.21 17:19

Georg5 hat geschrieben:
Mi 03.02.21 22:13
Was dabei herauskam:
Es gibt zwei durchaus maßgebliche und professionelle, aber völlig unterschiedliche, klar und logisch fundierte Meinungen im Forum:
1 Patina ist etwas, ohne das ein historisches Objekt nicht existieren kann. In der Restaurierung ist der Einsatz von Chemie nur zur leichten Reinigung von Schmutz und Erde möglich. Außerdem dient die Chemie nur zur Behandlung und Konservierung. Die Reinigung erfolgt ausschließlich mechanisch. Nur auf der Ebene des Abrichtens oder des Aufdeckens von Details, die sich unter der Patina verbergen und für eine bessere Identifizierung der Münze notwendig sind.
2 Eine schöne Patina - definitiv ein wesentlicher Bestandteil und "Schmuck" einer jeden Münze. Aber.... Leider gibt es auf einer großen Anzahl von Münzen auch etwas, das man nicht Patina nennen kann. Diese sind das Ergebnis der Exposition der Münze gegenüber verschiedenen negativen klimatischen oder anderen Faktoren, die höchstwahrscheinlich entfernt werden müssen. Ist es in diesem Fall nicht besser, sich ganz von "dem Ergebnis der Einwirkung der klimatischen Lagerbedingungen dieser Münze" zu verabschieden. Und die Münze wird eine Zukunft bekommen... Und in weiteren eintausendfünfhundert Jahren wird ein zu dieser Zeit lebender Mensch, der dieselbe Münze bereits mit einer neuen, schönen, edlen Patina sieht, sie bewundern ..... Und niemand wird wissen, dass diese Münze in der ersten Hälfte ihres Lebens Pech hatte...
Guten Tag!
Ich bitte um Entschuldigung, dass ich von meinen Regeln abweichen muss ( :( Der mitgereinigte Rand :( ).
Ich wollte Punkt #2 aus meinem vorherigen Beitrag illustrieren... :D
Mit freundlichen Grüßen, Georg.
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Re: Die mechanische Handreinigung

Beitrag von tilos » Do 04.02.21 19:46

Der geschätzte Kollege Leithner hat mir freundlicher Weise gestattet, die beiden Buchkapitel hier im Volltext einzustellen, wofür ich ihm zu Dank verpflichtet bin!

Vorab noch kurz zu Georgs Fragen:
Ein fundamentales Ziel in der wissenschaftlichen Restaurierung besteht darin, Originalsubstanz einschließlich ihrer Umwandlungsprodukte weitgehend zu erhalten, sofern das aus konservatorischer Sicht vertretbar ist. Das betrifft bei metallischen Objekten, Münzen eingeschlossen, in besonderer Weise den Erhalt der originalen Patina. Die Patina hierbei etwas zu glätten wird als legitim angesehen. Das numismatische Ziel, Münzlegenden lesbar und Abbildungen erkennbar zu machen, wird hierbei zumeist erreicht. Es ist nicht das Ziel, das Objekt durch Abtragung von Originalsubstanz so schön wie möglich aussehen zu lassen, sondern gerade auch die originale Überlieferungsqualität (Alterungsspuren) zu erhalten. Totale Entpatinierung, zumeist auf chemischem bzw. elektrolytischen Wege vorgenommen, verbietet sich somit in allen Fällen, wo dies nicht aus konservatorischen Gründen unvermeidbar erscheint.
Zur Entsalzung von Metallobjekten muss keineswegs die Patina entfernt werden. Nach LEITHNER und BLECK sind blaue Verfärbungen vermeidbar oder lassen sich entfernen (siehe Text).

Jetzt folgt hier der Originaltext zur restauratorischen Praxis (Museum für Ur- und Frühgeschichte Thüringens in Weimar):

Hans-Joachim Leithner

Wissensspeicher für Restauratoren:
Technologien

Verfahren nach Thouvenin
Grundlagen und Arbeitsanleitung

Allgemeines zum Verfahren nach Thouvenin

Das Verfahren geht von der Überlegung aus, dass gasförmige Stoffe besser in die Objekte eindringen können als flüssige.
Als Ergebnis wird angestrebt, dem Kupferchlorid das Chlor zu entziehen und das verbleibende Restkation durch Anlagerung anderer Stoffe zu stabilisieren, ehe sich die frei gewordenen Valenzen unkontrolliert selbst absättigen.
Das Verfahren gliedert sich in zwei Vorgänge:
die Beseitigung der Chloride und
die Stabilisierung des Restes.

Die Stabilisierung wurde in der Weimarer Restaurierungswerkstatt gegenüber dem Originalverfahren zweimal abgeändert.

A. Zur Beseitigung der Chloride
In ein Gefäß, welches mit einem Deckel dicht verschlossen werden kann, wird Ammoniaklösung (25%) gegeben. Das Objekt wird über dieser Lösung so aufgehängt oder auf ein Sieb gelegt, dass es mit der Lösung nicht in Berührung kommt. Dann wird das Gefäß verschlossen und bleibt bei Raumtemperatur stehen.
In größerer Wärme oder bei Sonneneinstrahlung funktioniert das Verfahren nicht!
Diese Anordnung kann man auch in einem gasdichten Folienbeutel, der an einem geeigneten Ort aufgehängt wird, praktizieren.

Infolge der größeren Affinität zu Chlor reißt Ammoniak das Chlor aus seinen Verbindungen, und es bildet sich Ammoniumchlorid. Dieses ist sehr stark hygroskopisch und nimmt aus dem gleichzeitig vorhandenen Wasserdampf soviel Wasser auf, dass es sich verflüssigt. Beim Vorhandensein größerer Chloridmengen fließt das Ammoniumchlorid als blaue Flüssigkeit aus dem Objekt heraus und tropft ab. Bei geringeren Mengen wird das Objekt nur feucht und bläulich.
Von Zeit zu Zeit wird das Objekt der Ammoniakgasatmosphäre entnommen und unter fließendem destilliertem Wasser solange gespült bis das Wasser klar bleibt. Gegebenenfalls kann durch vorsichtiges Bürsten nachgeholfen werden. Es ist darauf zu achten, dass sich die Patina nicht ablöst. Danach wird das Objekt unter Infrarot getrocknet und dann erneut der Ammoniakgasatmosphäre ausgesetzt.
Das Trocknen ist wichtig, da nass in das Gefäß gegebene Objekte nass bleiben und damit die Kontrolle der Ammoniumchloridbildung nicht gewährleistet ist.
Dieser Vorgang wird solange wiederholt bis sich kein Ammoniumchlorid mehr bildet. Dies ist am Trockenbleiben der Objekte in der Ammoniakgasatmosphäre zu erkennen.

Achtung! Das Verfahren muss sofort abgebrochen werden, wenn sich die gesamte Patina aufzulösen beginnt. Aber auch in diesem Fall ist dann weiterhin wie unter B. beschrieben fortzufahren.

B. Zur Stabilisierung der Reste
(nach Thouvenin): der Gegenstand wird in siedendes Aceton gelegt und dann im Wärmeschrank bei 120°C getrocknet. Hierbei bildet sich weitgehend Kupferoxid, das zwar sehr stabil ist, aber die Farbe der Patina wesentlich beeinträchtigt. Sie wird dunkel und oft braun oder auch schwarz. Dieser Farbumschlag war nicht hinnehmbar und führte zur folgenden Veränderung des Verfahrens.
(nach Dr. Bleck): der Gegenstand wird 15 Minuten in Formaldehyddampf gebracht /über einem Gefäß mit siedender Formaldehydlösung/, dann gründlich gewaschen und im Wärmeschrank bei 120°C getrocknet. Hierbei sind die auftretenden Farbumschläge geringer, doch häufig noch immer sehr beträchtlich.
Weimarer Restaurierungspraxis: der Gegenstand wird in eine 3%ige Benzotriazollösung gelegt und dann bei 60°C unter Infrarotstrahlern oder im thermostatgesteuerten Wärmeschrank getrocknet. Diese Methode der Stabilisierung wird jetzt ausschließlich in der Weimarer Restaurierungswerkstatt angewandt und bietet viele Vorteile - siehe Benzotriazolbehandlung. Es treten keine unerwünschten Farben auf.

Kupfersulfatbildung
Bei einigen Objekten bilden sich feste, sich nicht verflüssigende, leuchtend blaue Stellen in der Ammoniakgasatmosphäre. Es handelt sich dabei um Kupfersulfat, das im warmen deionisierten Wasser abgelöst werden muss ehe die Stabilisierung erfolgt. Manchmal ist das Kupferoxid auch basisch, dann löst es sich nicht in Wasser. Hier sollte eine 3-5%ige leicht angewärmte Citronensäurelösung angewendet werden.

Quelle des Wissens:
FALBE, Jürgen, REGITZ, Manfred (Hrsg.): CD RÖMPP Chemie-Lexikon A-Z – Version 1.0. Stuttgart/New York: Georg Thieme, 9., verb. Aufl. 1995

Nachbehandlung
Poröse Gegenstände werden in flüssigem Paraffin, gelöst in Petrolether im Verhältnis 1:10, getränkt und nach dem Trocknen mit dem Weimarer Wachsgemisch /Schmelze aus makro- und mikrokristallinem Paraffin/ überzogen. Gegenstände mit dichten Oberflächen werden nur mit dem Wachsgemisch behandelt.

Literatur
BLECK, Rolf-Dieter: Die Konservierung von Bronzen nach Thouvenin. In: Neue Museumskunde 9, Berlin 1966, H. 1, S. 47-50
FALBE, Jürgen, REGITZ, Manfred (Hrsg.): CD RÖMPP Chemie-Lexikon A-Z – Version 1.0. Stuttgart/New York: Georg Thieme, 9., verb. Aufl. 1995
THOUVENIN, A.: Une nouvelle méthode de dechloruration des bronzes antiques provenant de fouilles. – In: Revue Archèologique, Paris 1958, H. 2, S. 180-182


BENZTRIAZOLBEHANDLUNG
Grundlagen und Arbeitsanweisungen

BTA - Die Substanz
Benzotriazol, auch Benztriazol genannt, Molekulargewicht = 119, ist als Pulver oder als Brocken im Handel. Die Brocken lösen sich schlecht, lassen sich aber in einer Reibschale schnell pulverisieren.
Benzotriazol bildet Komplexe mit Kupfer und seinen Legierungen sowie mit Silber und Nickel.
Mit Kupferkationen bildet Benzotriazol Komplexe, die bis 200oC stabil sind. Die Komplexe sind beständig gegen Wasser, alkalische Lösungen, organische Lösungsmittel, aber wenig beständig gegen Säuren.
Auf Kupfer, auch auf oxidiertem, bildet es eine Schutzschicht, die sehr dünn ist /5 Å (Ang-ström) = 5.10-7 mm/. Die Schutzschicht hat ebenfalls die o.g. Eigenschaften.

Quelle des Wissens:
FALBE, Jürgen, REGITZ, Manfred (Hrsg.): CD RÖMPP Chemie-Lexikon A-Z – Version 1.0. Stuttgart/New York: Georg Thieme, 9., verb. Aufl. 1995

BTA - Die Arbeitsweise
Empfohlen wird eine 3%ige Lösung in Spiritus /Ethanol/.
Arbeitsabfolge:
vom Objekt werden alle losen Teilchen entfernt
das Objekt wird gereinigt und ggf. entfettet
das Objekt wird in die Benzotriazollösung gelegt. Größere Objekte werden mit einem sauberen Pinsel bestrichen, bei Bedarf sollte Vakuum angelegt werden, aber nicht zu hoch.
die Trocknung erfolgt am besten mit Infrarotstrahler oder Heißluftgebläse - aber bei Absaugung der Dämpfe.
auftretende Flecken oder Schleier sind unverbrauchtes Benzotriazol. Die Entfernung erfolgt mit in Aceton angefeuchteter Watte. Dies kann sehr mühsam sein, lohnt sich aber.
ein Überzug wird, wie sonst üblich, aufgebracht, da die Schutzschicht gegen Säuren nicht beständig ist.

Die wässrige Lösung hat sich nicht so gut bewährt, ist aber manchmal nötig. In der wässrigen Lösung fallen bei niederen Temperaturen lange Nadeln aus. Diese lösen sich wieder, wenn die Lösung erwärmt wird.

Quelle des Wissens: Restaurierungspraxis

BTA - Die Wirkung
Gut bewährt hat sich Benzotriazol zur Stabilisierung der Patina, auch beim Thouveninschen Verfahren bei blanken Bronzen, die immer wieder ausblühen, weil das in mikrofeinen Hohlräumen sitzende Kupferchlorid nicht erreicht werden kann. Diese Hohlräume entstehen durch Auflösen von Metallkristalliten.

Benzotriazol hat einen hohen Dampfdruck und hat sich deshalb auch als Dampfphaseninhibitor sehr gut bewährt.

Es kann auch zur Tränkung von Verpackungsmaterialien benutzt werden.

Es kann galvanischen Bädern zugesetzt werden. Ein Zusatz von 0,001 Mol BTA begünstigt die Bildung von Niederschlägen und führt zu glänzenden Oberflächen.

Die ideale Komplexbildung erfolgt bei 60oC. Wenn es möglich ist, sollte diese Temperatur erreicht werden, zumindest sollte bei ihr getrocknet werden.

Benzotriazol-Komplexschichten stören beim Löten nicht.

Quelle des Wissens Weimarer Restaurierungspraxis

Dampfphaseninhibitoren
Vapor Phase Inhibitor (V.P.I.) = über die Dampfphase wirksamer Korrosionsschutz.
Eine besondere Form des Oberflächenschutzes, die eine mehrmonatige Sicherheit gegen atmosphärische Korrosion von Eisen, Stahl, Kupfer und Kupferlegierungen bieten kann. Wegen der Flüchtigkeit der Substanzen werden sie vorzugsweise in Behälter, Vitrinen und Verpackungen eingebracht /Magazinierung, Ausstellungen, Transport/. Sie werden aufgestreut, in gelöster Form aufgestrichen oder Schutzlacken beigegeben, oder man schlägt die Objekte in mit V.P.I. getränktes Papier ein.
Die wichtigsten Dampfphaseninhibitoren für Eisen sind Dicyclohexylammoniumnitrit oder -carbonat /dieser Stoff gilt als karzinogen und wird deshalb nicht mehr eingesetzt/, für Kupfer und seine Legierungen Benzotriazol.

Quelle des Wissens:
FALBE, Jürgen, REGITZ, Manfred (Hrsg.): CD RÖMPP Chemie-Lexikon A-Z – Version 1.0. Stuttgart/New York: Georg Thieme, 9., verb. Aufl. 1995

Feldbehandlung
Wenn sich Bronzeobjekte bei der Ausgrabung sofort verändern, kann eine Sicherung im Gelände durch Auftragen einer Benzotriazollösung erreicht werden. Hier ist eine wässrige Lösung vorteilhaft, da sich diese auch im Gelände relativ leicht auf 60oC erwärmen lässt.
Zusatz: 0,12 g/l.

Quelle des Wissens: Restaurierungspraxis

Inhibitoren
Von lateinisch inhibere = anhalten, hindern.
Allgemeine Bezeichnung für Substanzen, die wie negative Katalysatoren wirken, das heißt sie hemmen oder unterbinden chemische Reaktionen, vor allem Kettenreaktionen.
BTA ist ein Dampfphaseninhibitor. Durch chemische Reaktion mit dem zu schützenden Metall oder mit Komponenten des Korrosionsmediums wird eine Schutzschicht auf dem Metall aufgebaut.

Quelle des Wissens:
FALBE, Jürgen, REGITZ, Manfred (Hrsg.): CD RÖMPP Chemie-Lexikon A-Z – Version 1.0. Stuttgart/New York: Georg Thieme, 9., verb. Aufl. 1995

Schutzlack mit BTA
Ein solcher Lack lässt sich selbst herstellen indem ein geeignetes Polymethacrylat /gekörn-te Festsubstanz eines Lackharzes/ in Butanol gelöst wird. Vorher ist in dem Butanol 1% BTA zu lösen. Durch die Lösung in Butanol wird der Lack flüssiger und verläuft besser als solcher der in Toluen gelöst wurde.
Wesentlich ist also, dass 1% BTA und 10% Lackharz im gleichen Lösungsmittel gelöst sind. Es empfiehlt sich die Zugabe eines UV-Absorbers und von etwas oxidiertem Sojabohnenöl, welches die Sprödigkeit des Lackes mindert.

Quelle des Wissens: Weimarer Restaurierungspraxis

Vapor Phase Inhibitor (V.P.I.)
Siehe unter Dampfphaseninhibitoren.

Literatur
BLECK, Rolf-Dieter: Korrosionsinhibitoren in der Museumspraxis. I. Benztriazol. In: Neue Museumskunde 18, Berlin 1975, H. 2, S. 137-140
FALBE, Jürgen, REGITZ, Manfred (Hrsg.): CD RÖMPP Chemie-Lexikon A-Z – Version 1.0. Stuttgart/New York: Georg Thieme, 9., verb. Aufl. 1995
MADSEN, Helge Brinch: A Preleminary Note on the Use of Benztriazole for Stabilizining Bronce Objekts. In: Studies in Conservation 4 (1967), S. 163-167

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Re: Die mechanische Handreinigung

Beitrag von tilos » Do 04.02.21 19:49

PS: Ich habe etliche Münzen mit zumeist schöner Patina in meiner Sammlung, die genau nach der genannten Methode entsalzt wurden. Nicht eine der Münzen ist blau verfärbt.

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Re: Die mechanische Handreinigung

Beitrag von Numis-Student » Do 04.02.21 21:06

Hallo Tilos,

danke für diese tolle Quelle.

Eine Frage zu Deiner Sammlung: Welche Münzen entsalzt Du ?

Stücke mit Bronzepest ?
Bronzepestgefährdete Stücke ?
ALLE Münzen ?

Schöne Grüße
MR

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Georg5
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Re: Die mechanische Handreinigung

Beitrag von Georg5 » Do 04.02.21 22:41

tilos hat geschrieben:
Do 04.02.21 19:46
A. Zur Beseitigung der Chloride
In ein Gefäß, welches mit einem Deckel dicht verschlossen werden kann, wird Ammoniaklösung (25%) gegeben. Das Objekt wird über dieser Lösung so aufgehängt oder auf ein Sieb gelegt, dass es mit der Lösung nicht in Berührung kommt. Dann wird das Gefäß verschlossen und bleibt bei Raumtemperatur stehen.

Guten Tag, Tilos !

Bitte nehmen Sie noch einmal ein Zeichen meines Respekts und ein RIESIGES DANKESCHÖN entgegen!!!




P.S. Ich habe gerade erst angefangen zu lesen, aber kann ich Ihnen gleich eine Frage stellen? Schreiben Sie über Ammoniaklösung (NH₄OH, 25%) ? Ist das alles? Soweit ich weiß, muss in diesem geschlossenen System zusätzlich Aceton CH3-C(O)-CH3 vorhanden sein. Und in diesem geschlossenen System wird das Subjekt mit Ammoniak- und Acetondämpfen behandelt + in Gegenwart eines "sauren" Katalysators, der in diesem Fall Ammoniumchlorid sein kann (es entsteht Triacetonamin). Ich habe vorhin schon etwas darüber geschrieben.
Soweit ich weiß (es mag nicht stimmen :? ), hat Ammoniak einen negativen Einfluss auf die geschwächte interkristalline Struktur von Kupfer und Bronze. Könnten Sie dies bitte kommentieren?

Mit freundlichen Grüßen Georg
Mollit viros otium

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Re: Die mechanische Handreinigung

Beitrag von tilos » Fr 05.02.21 11:52

Numis-Student hat geschrieben:
Do 04.02.21 21:06
Hallo Tilos,
danke für diese tolle Quelle.
Eine Frage zu Deiner Sammlung: Welche Münzen entsalzt Du ?
Stücke mit Bronzepest ?
Bronzepestgefährdete Stücke ?
ALLE Münzen ?
Schöne Grüße
MR
Aber gerne doch!
Ich bin zwar von Hause aus Dipl.-Restaurator und seit mehr als 40 Jahren im Beruf, allerdings nicht auf dem Gebiet der Metallrestaurierung. Ich restauriere also die Münzen nicht selbst, wie ich schon einmal vor längerer Zeit schrieb. Zu Deinen Fragen: Sämtliche Münzen, die ich professionell restaurieren lasse, werden auch entsalzt, entsprechend der restauratorischen Standards. Das betrifft sowohl eigene Oberflächenfunde (Reisen rund ums Schwarze Meer und Mittelmeer incl. Naher Osten - das ist aber schon länger her) als auch anderweitig erworbene Münzen, insbesondere natürlich bei Verdacht auf sogen. Bronzepest. Mengenmäßig sind das bislang etwa 150 Stücke, also nur ein kleiner Bruchteil meiner Sammlung. Das liegt auch daran, dass ich bei vielen Patinabildungen, die optisch noch verbessert werden können, keine Hand anlegen lasse. Ich erfreue mich sogar an bestimmten Mineralbildungen (Cuprit, Malachit, Azurit), selbst wenn diese in Aggregaten aufgelagert sind oder das Münzbild in Einzelfällen etwas vergröbern. Darüber haben wir uns im Forum ja schon gelegentlich ausgetauscht.
Grüße
Tilos

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