barbarischer Reitersturz

Alles was so unter den Römern geprägt wurde.

Moderator: Homer J. Simpson

Benutzeravatar
Fortuna
Beiträge: 596
Registriert: Mo 12.04.04 10:05
Wohnort: Judenburg
Hat sich bedankt: 82 Mal
Danksagung erhalten: 82 Mal

barbarischer Reitersturz

Beitrag von Fortuna » Fr 05.02.21 19:39

Lässt sich eigentlich dieser barbarische Reitersturz einer bestimmten Region oder Münzstätte zuordnen?
Av.JPG
Rv.JPG
Gruß Fortuna

Benutzeravatar
justus
Beiträge: 5886
Registriert: Sa 05.01.08 10:13
Hat sich bedankt: 88 Mal
Danksagung erhalten: 263 Mal

Re: barbarischer Reitersturz

Beitrag von justus » Fr 05.02.21 20:48

Schönes Stück. Einer bestimmten Münzstätte lassen sich diese barbarisierten Stücke nicht zuweisen. Wie ich schon mehrmals ausgeführt habe, entstammen diese Imiationen sog. „Heckenmünzstätten“ wie z. B. römischen villae rusticae oder der Metallwerkstätte eines vicus.

Wie mir scheint, war der Graveur dieses Stückes offenbar Römer oder zumindest des Schreibens mächtig, da die Umschrift DN CON korrekt wiedergegeben ist. Somit könnte als Vorbild ein Follis des Constans gedient haben. Erwartet hätte man hier eigentlich eine Trugschrift bei diesem Portrait. Beim Original könnte im Abschnitt ev. PL[G] gestanden haben, also Lyon.

Das Motiv „Reitersturz“ aus der FEL-TEMP-REPARATIO-Serie gehört zu den häufigsten Barbarisierungen des 4. Jahrhunderts. Mein Vereinsfreund W. Knickrehm (1) zählt, was den Trierer Raum angeht, 130 Ex. aus 7 Fundkomplexen auf bei insges. 1564 Stücken. Die Babarisierungen sind dabei meist etwas kleiner, als das Original, was Material erspart haben mag.

(1) Wolfgang Knickrehm, Offizielle und lokale Münzprägestätten des Gallischen Sonderreiches in und um Trier, Trier 2015, S. 133/134.
mit freundlichem Gruß

IVSTVS
-----------------------------------------------
http://www.muenzfreunde-trier.de/
Veröffentlichungen & Artikel

Benutzeravatar
Georg5
Beiträge: 521
Registriert: Mi 02.12.20 21:44
Hat sich bedankt: 485 Mal
Danksagung erhalten: 222 Mal

Re: barbarischer Reitersturz

Beitrag von Georg5 » Fr 05.02.21 23:34

Fortuna hat geschrieben:
Fr 05.02.21 19:39
Lässt sich eigentlich dieser barbarische Reitersturz einer bestimmten Region oder Münzstätte zuordnen?
Guten Tag!
Entschuldigung, ich habe vielleicht eine Teilantwort auf Ihre Frage:
11.jpg
Mit freundlichen Grüßen, Georg.

P.S. Wenn Sie genau hinsehen, gibt es einige Ähnlichkeiten im Stil :wink: ... Vielleicht die gleiche Werkstatt oder der gleiche Handwerker?
Mollit viros otium

Benutzeravatar
Fortuna
Beiträge: 596
Registriert: Mo 12.04.04 10:05
Wohnort: Judenburg
Hat sich bedankt: 82 Mal
Danksagung erhalten: 82 Mal

Re: barbarischer Reitersturz

Beitrag von Fortuna » So 07.02.21 11:13

Bedanke mich recht herzlich für Eure Hilfe.

Ja Justus diese barbarisierten Prägungen aus Trier sind ein hoch interessantes Sammelgebiet.
Ich hätte gerne einen Reitersturz aus Trier.

Den Knickrehm Band 15 habe ich mir zwar schon gekauft bin aber noch nicht zum Lesen gekommen.

Georg Du hast natürlich recht.
Ähnlichkeiten sind nicht zu bestreiten.

Gleicher Stempelschneider ?

Gratuliere zu Deiner Münze.
Gruß Fortuna

Benutzeravatar
CAROLUS REX
Beiträge: 264
Registriert: So 16.02.03 19:23
Hat sich bedankt: 1 Mal
Danksagung erhalten: 7 Mal

Re: barbarischer Reitersturz

Beitrag von CAROLUS REX » So 07.02.21 11:53

Hi Justus,

schau mal genau, das N bei DN ist gespiegelt.

Gruß CR
--------------Melden macht frei--------------
!!!!!Jeder Fund ist bzw. wird gemeldet!!!!!!!

Benutzeravatar
justus
Beiträge: 5886
Registriert: Sa 05.01.08 10:13
Hat sich bedankt: 88 Mal
Danksagung erhalten: 263 Mal

Re: barbarischer Reitersturz

Beitrag von justus » So 07.02.21 13:33

Stimmt, da hast du gabz recht. Ist mir nicht aufgefallen. Aber ich denke, sowas kann passieren, wenn man beim Gravieren nicht seitenverkehrt denkt. :wink:
mit freundlichem Gruß

IVSTVS
-----------------------------------------------
http://www.muenzfreunde-trier.de/
Veröffentlichungen & Artikel

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 3 Gäste