Abkürzungen

Deutschland vor 1871
Löwensohn
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Abkürzungen

Beitrag von Löwensohn » Mo 05.09.22 13:27

Hallo zusammen,
als Anfänger wüsste ich gerne welche Bedeutung die Abkürzung fr, also einmal 80 fr. und 30 fr. hat. Kann man sagen, welchem Wert das heute entspräche? Vielen Dank!
Das Inserat stammt von 1839 aus Fürth(Bayern)
Grüße!

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Erdnussbier
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Re: Abkürzungen

Beitrag von Erdnussbier » Mo 05.09.22 13:51

Hallo und willkommen im Forum!

Hast du ein Foto zu der Währungsbezeichnung?
Mir kommt es fast so vor als müsste es "fl." (von Florentiner) heißen da Gulden so abgekürzt werden und damals in Bayern die gängige Währung waren. ;)

Grüße Erdnussbier
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Löwensohn
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Re: Abkürzungen

Beitrag von Löwensohn » Mo 05.09.22 15:45

Vielen herzlichen Dank für die Antwort. Ich habe ein Bild angehängt.
Danke!
Dateianhänge
IMG_04361.jpeg
Da sind die Abkürzungen gut zu erkennen.

Staufer
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Re: Abkürzungen

Beitrag von Staufer » Mo 05.09.22 16:21

Was hier wie ein kleines f aussieht, soll ein 'k' sein (https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Les ... raktur.svg).
Der Preis beträgt also coloriert 30 kr., schwarz 18 kr. (wobei das "kr." für Kreuzer steht)
Viele Grüße,
Staufer

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Numis-Student
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Re: Abkürzungen

Beitrag von Numis-Student » Mo 05.09.22 16:23

Da war der Staufer jetzt Sekunden schneller:

https://fontmeme.com/schriftarten/fette ... chriftart/

;-)
Immerhin ist es vorstellbar, dass wir vielleicht genug Verstand besitzen, um,
wenn nicht ganz vom Kriegführen abzulassen, uns wenigstens so vernünftig zu benehmen wie unsere Vorfahren im achtzehnten Jahrhundert. (A.H. 1949)

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Re: Abkürzungen

Beitrag von Staufer » Mo 05.09.22 16:29

:D Noch als kleiner Nachtrag: https://www.pressglas-korrespondenz.de/ ... 0-1900.pdf
Hier sind Löhne und Preise der Zeit angegeben, denn eine 1:1 Umrechnung in heutiges Geld und Kaufkraft ist kaum sinnvoll möglich. Ein paar Beispiele:

"Tagesdurchschnittsverdienste bei der Reichenbach-
schen Maschinenfabrik in Augsburg 1844
(ab 1898 MAN) (in Klammern: 1850) für:
Tagwerker 32-38 kr. (30-36 kr.); Kesselgehilfen 42-48
kr. (42 kr.); Zuschläger 42-50 kr.; Schmiede 48 kr. -
1 fl. (1 fl. 6 kr.); Maschinenschlosser 52 kr.-1 fl.
(48 kr.-1 f1.); Schreiner 54 kr.-1 fl. (42 kr.);
Zimmermann 1 fl.; Dreher 1 fl.-1 fl. 20 kr. (54 kr. -
1 fl. 6 kr.); Schlosser 1 fl.-1 fl. 36 kr. (42 kr.-1 fl.);
Gießer und Former 1 fl. 6 kr.-1 fl. 36 kr. (54 kr.-
1 fl. 24 kr.); Kesselschmiede 1-2 fl.;
Mechaniker 1 fl. 36 kr. (42 kr.-1 fl.).
(...)
Bayreuther Lebensmittelpreise von 1844, nach den
Angaben des Bayreuther Intelligenzblatts Oktober /
November 1844. Einheiten sind das bayerische Pfund
(ca. 560 g) zu 32 Lot (17,5 g) à 4 Quentchen (4,375 g),
die bayerische Maß (1,07 1) und der bayerische Scheffel
(222,35 1):
Beim Brot schwankte das Gewicht bei feststehendem
Preis. Es wogen am 3. Oktober: Weizenbrot, 1 Semmel
zu 1 kr.: 4 Lt. 2 Qu. (78,75 g); zu 2 kr.: 9 Lt. (157,5 g),
am 2. November 5 bzw. 10 Lt. - Roggenbrot, ein Laib
zu 4 kr.: 1 Pfd. 13 Lt. 1 Qu. (792 g); zu 8 kr.: 2 Pfd. 26
Lt. 2 Qu. (1,584 kg), zu 12 kr. und zu 16 kr. entspre-
chend mehr. - Mischbrot ein Laib zu 4 kr.: 29 Lt.
(507,5 g); zu 8 kr.: 1 Pfd. 12 Lt. (1,015 kg), zu 12 kr.;
2 Pfd. 22 Lt. 3 Qu. (1,5225 kg). - Am 2. November war
Roggenbrot über 3 % leichter, Mischbrot knapp 2 %
schwerer als am 3. Oktober. Beim Mehl kostete am 3.
Oktober das Maß Mundmehl 7 kr. 3 Pfg.; bestes Wei-
zenmehl 6 kr. 3 Pfg.; weißes Weizenmehl 4 kr. 3 Pfg.;
Weizen-Mittelmehl 3 kr. 1 Pfg.; Weizen-Nachmehl 1 kr.
3 Pfg.; weißes Gerstenmehl 2 kr. I Pfg.; Gersten-Nach-
mehl 1 kr. 1 Pfg. - Am 2. November war Weizenmehl
minimal billiger, Gerstenmehl minimal teurer als im
Oktober.
Fleisch kostete pro Pfund am 3. Oktober 1844: bestes
Ochsenfleisch 9 kr.; geringeres Ochsenfleisch 7 kr.;
bestes Kuhfleisch 7 kr.; geringeres 5 kr. 2 Pfg.;
bestes Kalbfleisch 8 kr. 2 Pfg.; geringeres 6 kr. 2 Pfg.;
Schweinefleisch 10 kr. 2 Pfg.; roher Speck 15 kr. 12
Pfg.; Lammfleisch 8 kr. 2 Pfg.; Schaffleisch 6 kr. 2 Pfg.;
Hammelfleisch 4 kr. 2 Pfg.; Schmer 16 kr. 2 Pfg.;
Preßsack 11 kr. 2 Pfg. 1 Bratwurst im Gewicht von 3 Lt.
3 Qu. (ca. 60 g) kostete 2 kr. 2 Pfg. Am 2. November
waren die Preise außer für Ochsen- und Kuhfleisch
gleich geblieben; diese hatten sich durchgängig um 2
Pfg. pro Pfund verteuert.
Fisch kostete am 3. Oktober, ebenfalls in Pfund:
Karpfen 12-13 kr.; Hecht 16-18 kr.; Forelle 27-30 kr.;
Weißfische 6-7 kr. Im November hatten sich Karpfen
und Hecht um 1-2 Kreuzer je Pfund verbilligt.
Geflügel, pro Stück, kosteten am 3. Oktober:
Gans 45-54 kr.; Ente 24-30 kr.; junges Huhn 10-12 kr.;
altes Huhn 15-24 kr.; Rebhuhn 10-12 kr.; junge Taube
5-6 kr.; alte 4-5 kr.
Die Maß Milch kostete am 3. Oktober 3-4 kr.;
das Pfund Butter 16-19 kr.; 5 Eier 4 kr.; die Maß
Schmalz 32-35 kr.; das Pfund Zwetschgen 7-8 kr.;
das Pfund Salz 4 kr. 2 Pf.
Getreide (in Klammern: 2. November) Scheffel Weizen
bei 15 fl. 54 kr.-20 fl. 6 kr. (13 fl. 30 kr.-18 fl. 54 kr.);
Roggen 10 fl. 12 kr.-13 fl. (11 fl. 30 kr.-13 fl. 12 kr.);
Hafer 4 fl. 40 kr.-6 fl. 36 kr. (4 fl. 30 kr.-5 fl. 48 kr.);
Gerste 7 fl. 24 kr.-9 fl. (8 fl. 6 kr.-11 fl. 42 kr.);
Erbsen 15 fl. (10 fl. 30 kr.-17 fl.);
Kartoffeln 5 fl. 20 kr.-8 fl. (4 fl.-5 fl. 20 kr.); der für
1843/44 angegebene Kartoffel-Normalpreis lag nur bei
3 fl. 24 kr.-4 fl. 36 kr.
Am 3. Oktober trank man noch das gehaltvollere Som-
merbier, die Maß zu 5 kr. 2 Pfg.; am 2. November gab
es bereits Winterbier, die Maß zu 4 kr. 2 Pfg."
Viele Grüße,
Staufer

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Re: Abkürzungen

Beitrag von weissmetall » Mo 05.09.22 20:20

Angefügt, interessantes Thema:

Zu Staufers Preistabelle passt auch der Preis für die von Löwensohn gefertigten Kupferstiche von der Synagoge.
Ein Landarbeiter verdiente um 1835 ungefähr 50 Kreuzer Tagelohn. Die Kupferstiche sind ja Abzüge, da muss der Künstler nur eine Platte gravieren und kann dann paar Abzüge machen. Nicht viele, nach ca. 50-100 ist die Platte abgenutzt.
Für die Kolorierung wurden oft billige Hilfskräfte im Atelier eingesetzt oder Weitergabe für Hausarbeit.
Insofern passt nur Kreuzer, Goldfranken (bei fr.) wäre exorbitant, hat damals kein Künstler bekommen. Kupferstiche hatten nicht die künstlerische Bedeutung in der Zeit (außer originale Drucke von Rembrandt etc.).
Ich hatte mal alte Notenstiche von 1810, französische Besetzung, die waren in Gold-Franken ausgezeichnet. Ein Riesenbuch, mit hunderten Stichen, kosteten glaube ich 25 fr..

Bei der Fraktur war es oft nur ein kleiner Bogen oben am f, dann war es ein k. Muss man genau hinschauen, so wie auf der zeitgenössischen Anzeige.
Oder wie bei euren links......

Löwensohn
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Re: Abkürzungen

Beitrag von Löwensohn » Di 06.09.22 09:31

Vielen herzlichen Dank für die Unterstützung, besonders auch die Hinweise die den Kupferstich betreffen. Wenn ihr noch weitere Hinweise uns Anmerkungen habt, dann würde ich mich freuen!!

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KarlAntonMartini
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Re: Abkürzungen

Beitrag von KarlAntonMartini » Di 06.09.22 11:43

Du wirst das ja kennen, da ich einige Jahre in Fürth gewohnt habe, interessiert mich das natürlich: https://fiorda14-18.com/bilderbuecherfabrik-loewensohn/
Grüße, KarlAntonMartini
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