republikanische Münze?

Alles was so unter den Römern geprägt wurde.

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caligula66
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republikanische Münze?

Beitrag von caligula66 » Fr 01.08.08 15:17

Diese Münze hatten wir mal als Münze mit komplett verkrusteter schwarzer Patina bekommen und mechanisch gereinigt (Messingbürste).

Kann mir jemand die Münze bestimmen?

Im vorraus vielen Dank
Dateianhänge
RepSatProra_v.JPG
RepSatProra_r.jpg
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viele Grüße

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taurisker
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Beitrag von taurisker » Fr 01.08.08 15:25

Ja, sieht mir nach einem AE der Republik aus.
Die Bilder sind mir jedoch zu schlecht, als dass ich dazu was sagen könnte.
Aber vielleicht sieht ja jemand anderer mehr.

Durchmesser? Gewicht??
Bitte immer diese wichtigen Daten auch angeben ;-)

Salü
taurisker

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caligula66
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Beitrag von caligula66 » Fr 01.08.08 15:42

Gewicht 9,71 gr.
Durchmesser: 25,8 -27 mm. Nimmt man immer den größten Durchmesser oder den kleinsten?

Kuckt mal, hab das Bild editiert. besser so?

Schriftzug Rückseite unten: ROMA
Zuletzt geändert von caligula66 am Fr 01.08.08 16:07, insgesamt 1-mal geändert.
viele Grüße

Caligula66

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Beitrag von Peter43 » Fr 01.08.08 16:05

Na ja, es wird wohl Saturn n.r. auf der Vs. sein und eine Prora auf der Rs. Gehört wahrscheinlich zu den anonymen Ausgaben der Republik ohne Münzmeisternamen. Zur genauen Bestimmung braucht man die Symbole über und vor der Prora, und hinter dem Saturnkopf.

Mit freundlichem Gruß
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quisquam
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Beitrag von quisquam » Fr 01.08.08 17:09

Mit Saturnkopf ist es ein Semis. Etwa 10 Gramm hatte dieses Nominal so etwa in den Jahrzehnten um die Mitte des 2. Jhdts. v. Chr, was aber nur ein grober Anhalt sein kann, da das Gewicht doch recht stark variierte und nicht kontinuierlich, sondern eher sprunghaft abnahm.

Grüße, Stefan
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Beitrag von caligula66 » Sa 10.01.09 17:35

In dem Buch "Das Münzwesen des römischen reiches" ist ein ähnlicher abgebildet, allerdings bezeichnet als Kopf des "Jupiter"...ja Münzzeichen ist ein "S" = semis

Was ist nun richtig? Saturn oder Jupiter?
viele Grüße

Caligula66

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Beitrag von quisquam » Sa 10.01.09 17:57

Stimmt, auf den Seiten 21 und 23 ist dies zu lesen. Beier irrt, wie so oft in diesem Buch. Man hat sich offensichtlich gespart, es vor der Veröffentlichung Korrektur zu lesen.

Saturn ist richtig.

Grüße, Stefan
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Beitrag von justus » Sa 10.01.09 18:48

Mein Tipp:

Anonyme Bronzeprägung. Æ Semis. Rom ca. 207 v. Chr.
Av: Kopf des Saturn mit Lorbeerkranz nach rechts. [Dahinter S].
Rv: Schiffsbug nach rechts. [Darüber links S und rechts Halbmond]. Darunter ROMA.
Sydenham 221a, Crawford 57/4, Sear (2000) 775.

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Beitrag von caligula66 » Sa 10.01.09 20:47

quisquam hat geschrieben:Stimmt, auf den Seiten 21 und 23 ist dies zu lesen. Beier irrt, wie so oft in diesem Buch. Man hat sich offensichtlich gespart, es vor der Veröffentlichung Korrektur zu lesen.

Saturn ist richtig.

Grüße, Stefan
Ups... :( Was gibts denn so noch für Fehler? Fand das Buch zumindest vom Aufbau ganz gut...
viele Grüße

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Beitrag von Peter43 » Sa 10.01.09 21:33

Der Abschnitt hinten über den Aufbau einer Münzstätte und die Abläufe darin sind reine Spekulation, wie ich mir habe sagen lassen müssen. Seitdem habe ich das Buch nicht mehr angerührt.

Mit freundlichem Gruß
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Beitrag von quisquam » Sa 10.01.09 21:41

Ich hab das Buch noch mal flüchtig durchblättert. Hier ein paar offensichtliche Fehler, die Liste ließe sich noch ohne Mühe um einiges erweitern.

Münzunterschriften:
Seite 53: es handelt sich nicht um einen Münzmeisteras
Seite 90: COS VIII statt COS III
Seite 152: Mzst. ist nicht Rom, sondern Emesa
Seite 299: Mzst. ist Ticinum, nicht Trier
Seite 306: dito
Seite 332: Mzst. ist Arles, nicht Constantinopel
Seite 339: Fausta wurde nicht 229 n. Chr. ermordet
Seite 353: Gamma ist links, nicht rechts im Feld

Die Erhaltungsgrade unterhalb "schön" sind nicht "gut" und "nicht gut", sondern "sehr gut" und "gut". (Seite 434)

Auch ist das Buch gespickt mit Rechtschreibfehlern. Besonders hübsch finde ich "Rundstempel" statt "Rundtempel" auf Seite 63. Zschucke schreibt Beier nicht immer, aber sehr oft "Tschucke".

Es gibt auch inhaltliche Ärgernisse, wie z.B. der Abschnitt zu subaeraten Münzen auf Seite 46. Diese sind nach Beiers Meinung nicht plattiert, sondern mittels Silberzyanidlösung versilbert. Auch schreibt er, man müsse davon ausgehen, dass diese so hergestellten Denare "Produkte der staatlichen Münzstätten sind".

Dies sind nur wenige Beispiele. Alles in allem finde ich dieses Buch aber gar nicht so schlecht um einen Überblick zum Thema römische Numismatik zu bekommen. Es ist halt das Buch eines Sammlers, und nicht eines Numismatikers. So fällt mein Urteil auch etwas milder aus als in diesem Thread:
http://www.numismatikforum.de/ftopic2638.html

Richtig verärgert und völlig geplättet war ich aber von dem Rezept zum "neuversilbern" von Antoninianen im Kapitel über Erhaltungsgrade. Unglaublich.

Grüße, Stefan
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Beitrag von caligula66 » Sa 10.01.09 22:31

justusmagnus hat geschrieben:Mein Tipp:

Anonyme Bronzeprägung. Æ Semis. Rom ca. 207 v. Chr.
Av: Kopf des Saturn mit Lorbeerkranz nach rechts. [Dahinter S].
Rv: Schiffsbug nach rechts. [Darüber links S und rechts Halbmond]. Darunter ROMA.
Sydenham 221a, Crawford 57/4, Sear (2000) 775.

mfg Justus
AV: Seh ich kein "S"
RV: "S" ist rechts, kein Halbmond

noch ne Idee? suche die Nummer für mein Katalogdatenblatt
viele Grüße

Caligula66

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Beitrag von Peter43 » Sa 10.01.09 23:00

Hallo Caligula!

Ich glaube, daß die eckigen Klammern, in denen einige Texte bei Justus stehen, bedeuten, daß diese Buchstaben eigentlich da sein sollten, hier aber nicht zu erkennen sind, weil die Münze zu sehr abgenutzt ist. Das ist eine übliche Kennzeichnung.

Mit freundlichem Gruß
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Beitrag von Zwerg » Sa 10.01.09 23:26

Die Klammern entstammen möglicherweise dem
Leidener Klammersystem.
Es schadet nicht, dies auch als Numismatiker zu kennen, wird wissenschaftlich auch dort eingesetzt

Liebe Grüße
Zwerg
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Beitrag von quisquam » So 11.01.09 07:41

caligula66 hat geschrieben:noch ne Idee? suche die Nummer für mein Katalogdatenblatt
Die Bestimmung hängt an den Beizeichen/Münzmeisterkürzeln und am Gewicht. Hinter dem Kopf müsste tatsächlich noch ein S (gewesen) sein.

Auch gar kein weiteres Beizeichen/Münzmeisterkürzel auf der Rückseite ist möglich. Mit Wertzeichen S rechts der Prora hättest Du in diesem Fall:

Semis, anonym, 157-155 v. Chr.
Crawford 197-198B/2; Sear ME 847; Albert 775
Diese Münze wiegt laut Sear etwa 11 Gramm.

Oder es ist
Semis, anonym, 135-125 v. Chr.
Craw. 272/1; BMC 244; Sear ME 887; Albert 912
Diese Münze wiegt laut Sear etwa 8 Gramm

Als Münzmeisterkürzel ist z. B. NAT, SAR, C CATO oder M FAN CF über der Prora möglich, um nur ein paar zu nennen, was natürlich die Bestimmung ändert.

Wie Du siehst ist es leider nicht ganz einfach bis unmöglich, der Münze ein eindeutiges Literaturzitat zu geben.

Grüße, Stefan
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