unbestimmter Herkules aus der Provinz

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Antonian
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unbestimmter Herkules aus der Provinz

Beitrag von Antonian » Sa 27.12.08 01:11

Hallo Münzfreunde

Ich möchte Euch heute eine Provinzmünze mit Herkules vorstellen. Die Legende auf der Vorderseite ist absolut unleserlich, irgend jemand hat die Seite einmal mit Goldfolie offenbar vergoldet oder vergolden wollen, Reste davon sind noch vorhanden. Männlicher Kopf nach rechts möglicherweise mit Bart. Auf der Rückseite ist ein sehr schön erhaltener Herkules mit Keule, Bogen und Löwenfell abgebildet. Von der Legende sind nur die letzten beiden Buchstaben ON gut erhalten.
Technische Daten
Münze wiegt ca. 4gramm und der Durchmesser beträgt 20mm, Material Bronze. Hab schon im Internet nach ähnlichen Münzen geforscht, aber nichts identisches gefunden. Die Körperhaltung des Herkules ist immer anders. Am nächsten kommt ihm eine Münze aus Anchialos Thrakien. (AMNG 421) dann müsste auf der Vorderseite Antonius Pius dargestellt sein. Ist es diese hier. Hier der Link.
http://www.coinarchives.com/a/lotviewer ... 7&Lot=1684
Oder hat einer von Euch eine andere Lösung ?

Viele Grüße von
Antonian
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herkules.jpg
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Beitrag von Pscipio » Sa 27.12.08 01:31

Hallo Antonian,

es ist sicher nicht Antoninus Pius, sondern es sieht vielmehr nach Caracalla aus. Allerdings wird eine Bestimmung nicht ganz einfach, wenn man den Stadtnamen nicht lesen kann, den dieser Typ Herakles (der übrigens nicht der gleiche ist wie jener des Antoninus Pius, den du zeigst) ist sehr häufig. Die Rückseitenlegende scheint auf TΩN zu enden, das ist ein Anhaltspunkt, aber leider kein guter, denn TΩN kommt bei sehr vielen Städten vor.

Vielleicht kannst du versuchen, die Münze noch etwas besser zu photographieren? Es wäre vor allem gut, wenn die Oberflächen das Licht nicht spiegeln und wenn die Legenden besser zur Geltung kommen würden.

Gruss, Pscipio
Nata vimpi curmi da.

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Beitrag von beachcomber » Sa 27.12.08 09:45

mir schaut's eher nach einem marc aurel aus, und die rv-legende beginnt mit
APO , wie mir scheint.
grüsse
frank

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Antonian
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Beitrag von Antonian » Sa 27.12.08 11:47

Hallo
Besten Dank für Eure Hinweise. Ich seh schon, ich muss bessere Fotos bei Tageslicht machen, dann kann man vielleicht doch die Legende der Vorderseite oder auch Rückseite rekonstruieren.

-Die Städte Markianopolis und Nikopolis haben auch viele Prägungen mit Herkules rausgebracht.

Viele Grüsse

Antonian
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Beitrag von nephrurus » Sa 27.12.08 15:17

also wie Caracalla sieht der Herr eher nicht aus - Marc Aurel oder Commodus kommt dem sicher näher.

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Antonian
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Beitrag von Antonian » Sa 27.12.08 17:05

Hier noch mal ein Bild von der Vorderseite, ist leider nicht optimal gelungen. Vielleicht sollte ich es mal mit dem Scanner versuchen. Aber jetzt stelle ich trotzdem mal das Bild ein.

viele Grüsse

Antonian

Hab nachträglich einen Scan der Münze hinzugefügt.
Auf der Seite mit dem Herkules fängt die Legende möglicherweise mit AY an, das T vor ON am Ende der Legende sehe ich auch jetzt. davor könnte ein I sein und davor ein delta oder lambda, also ..diton oder ..liton.
Auf der Vorderseite scheint der erste Teil der Legende also links vom Kopf mit ..AS zu enden. Bei dem S bin ich mir sicher, beim A weniger.
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Herkules_scan.jpg
PICT1392neu.jpg
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Beitrag von justus » Sa 27.12.08 22:10

nephrurus hat geschrieben:also wie Caracalla sieht der Herr eher nicht aus - Marc Aurel oder Commodus kommt dem sicher näher.
Es könnte sich wirklich um einen Commodus handeln. Die Portraits sind sich zumindest ziemlich ähnlich.

mfg Justus
mit freundlichem Gruß

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Beitrag von Antonian » Di 30.12.08 08:59

Das Commodus Profil passt sehr gut. Hab die Münze mit der Lupe untersucht, scheint aus Messing zu sein. Da wo die Patine weg ist, tritt das Messing zutage. Merkwürdig ist warum nur auf der einen Seite. Deshalb hab ich ursprünglich vermutet, jemand hätte die Münze vergolden wollen. Gab es denn Messingmünzen mit nur 20mm Durchmesser als Provinzprägung, oder ist das gute Stück eine Fälschung?

viele Grüße
Antonian
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Beitrag von Peter43 » Di 30.12.08 11:01

Die meisten Provinzialmünzen bestehen aus Messing. Größen kommen alle vor. Das hängt von der Münzstätte ab. Meine kleinsten sind 13mm groß (Coela), meine größten 38mm (Tarsos).

Mit freundlichem Gruß
Omnes vulnerant, ultima necat.

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Beitrag von Antonian » Sa 07.11.09 06:10

Hallo
Zur Ergänzung und Auflösung
Ich hab inzwischen herausgefunden woher meine Münze stammt. Hab ein gleiches Exemplar gefunden. Ein Commodus aus Acrasus. Es ist diese:
http://rpc.ashmus.ox.ac.uk/coins/1161/? ... =502&rno=6

Gruß
Antonian
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