Tiberius Denar PONTIF MAXIM

Alles was so unter den Römern geprägt wurde.

Moderator: Homer J. Simpson

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B555andi
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Tiberius Denar PONTIF MAXIM

Beitrag von B555andi » Do 18.02.10 08:26

Hallo Zusammen,

diesen Denar des Tiberius habe ich bei einem Händler erworben. Aufgrund des Preises habe ich auch gleich zugeschlagen.

Auf den zweiten Blick wurde ich ein wenig stutzig, denn er beschreibt die Münze als:

"a good sample of the biblical denarius."

Beim ersten Lesen war ich der Ansicht, sample hieße Beispiel. Ist dies richtig, oder handelt es ich um eine Nachprägung? Den Kauf könnte ich noch rückgängig machen.

Bilder des Denars habe ich beigefügt.

Vielen Dank für Eure Hilfe!
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Viele Grüße
Andreas

kc
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Beitrag von kc » Do 18.02.10 09:19

Moin Andreas,

sample würde ich mit "Exemplar" übersetzen und halte die Münze für echt.


Viele Grüße

kc
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Beitrag von pontifex72 » Do 18.02.10 09:22

Hallo Andi,

der Denar scheint in Ordnung zu sein, Anhaltspunkte für eine Fälschung sehe ich nicht und das mit dem "sample" heisst in diesem Zusammenhang auch "ein gutes Beispiel...".

Von der Erhaltung her ist die Münze halt nicht so gut und deshalb auch für diesen "biblical denarius" vergleichsweise günstig.

Ich glaube, dass ich dieses Stück irgendwo bei VCoins vor ein paar Tagen gesehen habe.

Grüße
Thomas
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Stater
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Beitrag von Stater » Do 18.02.10 09:22

Hallo B555andi,

ich halte die Münze für echt. Sie wurden oft mit müdem Stempel geprägt.

Bei dieser Gelegenheit kann mir vielleicht jemand erklären, warum diese Denare so gesucht werden, bzw. so teuer sind? Selten sind sie doch nicht. :?: :?: :?:

Gruß

Stater

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Beitrag von pontifex72 » Do 18.02.10 09:39

@ Stater:

Das hängt mit den 30 Silberlingen zusammen, die Judas laut der Bibel für seinen Verrat bekommen haben soll. Solche Tiberius-Denare wollen deshalb oft auch Leute, die ansonsten keine antiken Münzen sammeln, aber diese Bibel-Geschichte kennen.

Das gleiche trifft wohl auch auf Münzen von Caesar, Nero oder zum Teil auch Augustus zu. Die sind auch mitunter teuer, obwohl oft nicht selten. Da ist die Nachfrage höher, weil viele Menschen, die sich sonst gar nicht mit der Antike beschäftigen, diese Münzen kaufen, weil sie von den 2-3 Römern sind, von denen sie schon mal was gehört haben. Also z.B. Euro-Sammler, die auch eine alte Nero-Münze haben wollen.

Grüße
Thomas

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Beitrag von Stater » Do 18.02.10 09:52

Ich danke Dir pontifex72,

sehr einleuchtend. Das Gleiche gilt auch für die Shekel aus Tyros. Wobei es noch nicht ganz sicher ist, welche Münzen es wirklich waren, die 30 Silbelinge. Die Tiberius Denare oder die Shekel aus Tyros. Oder waren es vielleicht noch andere, damals dort im Umlauf gültige Silbermünzen z. B. aus Alexandria oder Antiochia? Ich glaube, das hat man schon hier im Forum einmal diskutiert. Also danke nochmals.

Gruß

Stater :)
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Beitrag von B555andi » Do 18.02.10 10:02

Vielen Dank für Eure Einschätzungen!

Obwohl die Prägung eher etwas flau ist, hat mir das Portrait recht gut gefallen. Auf vielen teureren Denaren sind die Details arg "abgegriffen". Da hat mir diese flaue Prägung erheblich besser gefallen. Aber das ist natürlich Geschmackssache.

Ja, die Münze habe ich bei vcoins erstanden.

Da ich mit einer Übersichtssammlung von Denaren/Antoninianen römischer Kaiser begonnen habe, ist natürlich auch Tiberius ein Thema für mich. Und von Tiberius gibt es (zumindest laut Kampmann) nur zwei Haupttypen an Denaren. Dies ist wohl der Häufigere. Mein Exemplar scheint RIC 30 zu sein, auch wenn ich wegen der nicht sichtbaren (und zählbaren) Linien unter dem Stuhl etwas raten musste.

Ich denke, dass ich mich im Weiteren mehr auf die Revers-Seiten der Münzen konzentrieren werde. Im Moment haben es mir jedoch die Portraits an sich angetan. Es ist sehr interessant, die stilistische Entwicklung im Laufe der Kaiserzeit zu sehen. In die "Rückseiten" steige ich erst so langsam ein. Dabei sind mir die ganzen Threads im Forum eine Riesenhilfe. Denn außer der kurzen Zusammenfassung im Einführungsteil des Kampmann habe ich da noch keine passende Literatur gefunden.

Und meine verstaubten Lateinkenntnisse werden ebenfalls wieder aufpoliert..... :wink:
Viele Grüße
Andreas

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Beitrag von donolli » Do 18.02.10 10:13

Stater hat geschrieben:
sehr einleuchtend. Das Gleiche gilt auch für die Shekel aus Tyros. Wobei es noch nicht ganz sicher ist, welche Münzen es wirklich waren, die 30 Silbelinge. Die Tyberius Denare oder die Shekel aus Tyros. Oder waren es vielleicht noch andere, damals dort im Umlauf gültige Silbermünzen z. B. aus Alexandria oder Antiochia? Ich glaube, das hat man schon hier im Forum einmal diskutiert. Also danke nochmals.
dieser denar wird ja im englischen gerne als "tribute penny" bezeichnet. er wird, soweit mir bekannt ist, nicht auf den judaslohn, sondern viel mehr mit dem zitat "gebt dem kaiser, was des kaisers ist und gott, was gottes ist" (verzeiht mir, wenn ich es nicht 100% wiedergegeben haben sollte, bin nicht so bibelfest) in verbindung gebracht.

grüße
olli
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Beitrag von Pscipio » Do 18.02.10 10:22

Der Verkäufer der Münze ist Spanier und Englisch deshalb eine Fremdsprache für ihn. Ihm unterlaufen manchmal sprachliche Fehler, doch als Händler ist er seriös.

Gruss, Pscipip
Nata vimpi curmi da.

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Beitrag von areich » Do 18.02.10 10:31

Das ist für mich mit Abstand der am meisten überschätzte Münztyp.
Häufig, langweilig, oft sogar richtig häßlich und trotzdem teuer.

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Beitrag von Stater » Do 18.02.10 10:39

donolli vielen Dank.

Das ist ein Zitat aus dem Evangelium des Matthäus.? Die Denare waren zur Zeit Jesu in Palästina wahrscheinlich nicht im Umlauf. Aber da die Evangelien viel später entstanden, wird sich der Text auf die Tiberius Denare mit seinem Abbild beziehen.

@areich, ich finde die Münzen auch nicht hübsch.

Gruß

Stater

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Beitrag von donolli » Do 18.02.10 10:48

areich hat geschrieben: am meisten überschätzte
naja, was heißt überschätzt? ist haltwie hier schon erwähnt eine sache von angebot und nachfrage. und alles, was irgendwie bezug zur bibel hat ist halt sauteuer, weil viele das haben wollen (siehe auch dia ivdaea-capta münzen)

für irgendeine mit r5 bewertete spätrömische kleinbronze (oder von mir aus auch ein seltener gordian ;) ) ineressiet sich halt dagegen nur ein begrenzter kreis von spezialsammlern.

ICH persönlich würde dafür (den tiberius) auch nie und nimmer die geforderten preise ausgeben. da interessieren mich andere münzen mehr.


grüße
olli
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Beitrag von B555andi » Do 18.02.10 11:33

Eine "Schönheit" ist der gute Tiberius wahrlich nicht gewesen, was aber auch auf Andere zutrifft (ich denke da besonders an das flavische Gruselkabinett).

Aus den Posts gewinne ich den Eindruck, dass ich der Einzige bin, der einem (mainstreamigen) Tiberius Asyl in seiner Sammlung gewährt? Vielleicht könnt Ihr mir mal Eure Exemplare (so vorhanden) zeigen?
Viele Grüße
Andreas

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Beitrag von drakenumi1 » Do 18.02.10 12:34

Ganz sicher bist Du nicht der Einzige, im Gegenteil denke ich, daß sich in den meisten leidlich "gediehenen" Sammlungen so ein Tiberius-Denar herumtreibt. Und seien es auch keine Schönheiten in der Darstellung: Danach richtet sich der Preis wohl am Allerwenigsten: Antike Münzen werden vorwiegend nicht nach ihrer Schönheit (ist sowieso ein relativer Begriff) bewertet.
Unterm Strich: Diese Geschichte mit den 30 Silberlingen liest und erzählt sich zwar sehr schön, aber ihr historischer Hintergrund ist durch Nichts bewiesen, wie oben schon ausgeführt.

Es grüßt Euch

drakenumi1
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Denar Tiberius C. 16 Rv. PONTIF MAXIM. Livia re. sitzd..jpg
Denar Tiberius C. 16 Av. TI CAESAR DIVI AVG F AVGVSTVS..jpg
Man kann, was man will, und wenn man sagt, man kann nicht, dann will man auch nicht.
(Baltzer von Platen/a. Rügen)

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Beitrag von areich » Do 18.02.10 12:46

donolli, genau das meine ich mit überschätzt.
Der Preis kommt durch den (umstrittenen) Bibelbezug zustande, nicht weil die Münze schön oder selten ist. Ich kann damit leben, ich brauche so eine Münze nicht aber wer eine haben will, muß entweder lange suchen oder einen Aufpreis wegen dieses Bibelbezugs bezahlen. Das finde ich bei diesem Typ schlimmer als bei den anderen, die mir so spontan einfallen. Es ist nicht nur Angebot und Nachfrage, denn die Nachfrage ist zwar groß aber das Angebot auch.

Die Münze, die allgemein als der Typ der '30 Silberlinge' angeboten wird ist wenigstens im Vergleich mit dieser (sonst nicht unbedingt) noch attraktiv.

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