Phönizische Münze?

Griechische Münzen des Altertums

Moderator: Numis-Student

maharad
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Phönizische Münze?

Beitrag von maharad » Mo 19.02.18 11:25

s-l1600.jpg
Habe kürzlich folgende Münze als einen "1/6 Sater" phönizischen Ursprungs gekauft. Sie wiegt 2,34 Gramm. Ich konnte in all meinen Quellen nichts darüber finden. Kann mir jemand helfen?

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Peter43
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Re: Phönizische Münze?

Beitrag von Peter43 » Mo 19.02.18 14:26

Wie sieht denn die Rückseite aus?

Jochen
Omnes vulnerant, ultima necat.

Altamura2
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Re: Phönizische Münze?

Beitrag von Altamura2 » Mo 19.02.18 20:49

Eine ähnliche Münze in Gold wurde vor einiger Zeit im amerikanischen Forum als Fälschung identifiziert: http://www.forumancientcoins.com/fakes/ ... t=0&pos=98
mit dem Argument, dass es diese aus Gold nicht gäbe. Das silberne Exemplar, das dort zitiert wurde (das war dieses hier: https://www.acsearch.info/search.html?id=1928550), hat mich aber auch nicht überzeugt :| .

Daher wäre die Rückseite wirklich von Interesse.

Gruß

Altamura

maharad
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Re: Phönizische Münze?

Beitrag von maharad » Di 20.02.18 07:53

Das ist ein Silberstück,
so nun die Rückseite.
Dateianhänge
s-l1600.jpg
Rückseiteder"Phönizierin"

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shanxi
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Re: Phönizische Münze?

Beitrag von shanxi » Di 20.02.18 08:06

Soll wohl eine Hemidrachme aus Arados darstellen

https://www.acsearch.info/search.html?id=360735

Aber, nun ja, ein Touristenmitbringsel ?

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Re: Phönizische Münze?

Beitrag von antoninus1 » Di 20.02.18 08:32

Sehe ich auch so. Der Stil und die Machart des Schrötlings sind doch sehr seltsam.
Gruß,
antoninus1

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Pscipio
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Re: Phönizische Münze?

Beitrag von Pscipio » Di 20.02.18 08:45

Zweifellos modern, ja. Stil und Machart passen überhaupt nicht, und ich glaube mich zu erinnern, so ein Stück schon mal irgendwo gesehen zu haben.

Lars
Nata vimpi curmi da.

maharad
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Re: Phönizische Münze?

Beitrag von maharad » Di 20.02.18 10:25

Danke für die Hinweise.
Ja, der Link zu Arados kommt hilfreich. (Legenden auf dem Revers)
Der Verkäufer (ebay) hatte neben diesem, von mir gekauften Stück, ein ähnliches im Angebot. Sicherlich beides Prägungen, keine Güsse.
Bin gespannt wenn das Stück bei mir eintrifft. Hier zum Vergleich hier Bilder des anderen Stückes.
Dateianhänge
arados.jpg
s-l1600 (1).jpg

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Re: Phönizische Münze?

Beitrag von Altamura2 » Di 20.02.18 19:35

maharad hat geschrieben:... Hier zum Vergleich hier Bilder des anderen Stückes. ...
Das sieht auch nicht echter aus :( .

Gerade das fast identische Avers auf den Münzen hier, der goldenen und der angeblich aus Korkyra stammenden unterstreicht, dass es sich hier um eine Fälschung handelt.

Hier noch zwei weitere echte Hemidrachmen aus Arados aus der BnF und der ANS mit derselben Legende (die gibt es in allerlei Varianten):
http://gallica.bnf.fr/ark:/12148/btv1b8 ... k=257512;0
http://numismatics.org/collection/1944.100.70429

Gruß

Altamura

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Re: Phönizische Münze?

Beitrag von maharad » Mi 21.02.18 08:18

Ich habe gerade erst angefangen mich in diesem Forum einzubringen und bin sogleich begeistert von der hohen Kompetenz der Mitglieder die mir sehr hilfreich auf meine Frage antworteten.
Die von mir vorgelegte Münze wurde schnell mit Referenzstücken als Fälschung bestimmt.
Was mich dabei immer wieder interessiert - auch gerade in diesem Fall - was treibt den Fälscher an, sich die Mühe zu machen, eine relativ unbekannte Emmission als Vorbild für eine eigene Stempelkreation zu nehmen? Läuft so etwas dann - wie bei einem Beitrag erwähnt - über den Souvenirhandel und findet dann seinen Weg in Sammlerhände...?

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Re: Phönizische Münze?

Beitrag von antoninus1 » Mi 21.02.18 09:04

Nun, der Hauptantrieb ist der Gewinn, der erzielt werden kann. Die Herstellung kostet nur wenige Euro, der Gewinn kann erheblich sein.

Verkauft wird so etwas an Touristen, hier auf Börsen, oder es wird versucht, es in Auktionen einzuschleusen oder an Händler zu verkaufen, wobei das natürlich schwierig ist, da das in der Regel Fachleute sind.

Einen anderen modernen Kanal hast Du selbst kennengelernt: Ebay. Das ist ideal geeignet, um zu versuchen, Fälschungen zu verkaufen. Da ist die Münze vom Onkel vor 30 Jahren aus dem Urlaub mitgebracht worden und man verkauft sie jetzt, weil man nichts damit anfangen kann.
Ein Motiv der Käufer: eine vermeintliche Seltenheit günstig zu ergattern, die ein "ahnungsloser" Anbieter verkauft.
Gruß,
antoninus1

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Re: Phönizische Münze?

Beitrag von maharad » Do 22.02.18 15:11

Dem Händler dieser Stücke kann ich keine Betrugsabsicht unterstellen.

Auch ist in diesem Fall der Gewinn wohl recht gering, da solch eine Hemidrachme aus Arados nicht gerade der Geldbringer sein wird. Dann doch lieber eine Tetradrachme oder Ähnliches das bekanntermaßen ein gesuchtes Sammlerstück wäre. Der Aufwand des Kreierens einer eigenen Münzversion, das Schneiden der Stempel, das Prägen macht in diesem Fall (des Betrugs wegen) doch nur Sinn, wenn ich mir einen Markt dafür vorstellen kann. In diesem Fall handelt es sich doch eher um ein eh seltenes, wenig bekanntes Vorbild.
Na gut, die Idee eines Souvenirs verstehe ich, aber dann doch nicht so viel Aufwand - besser doch ein Guss einer Berühmtheit die für die touristische Region steht, wie ich es an vielen Beispielen von Tetradrachmen aus Syrakus kenne, mit der Arethusa und hübschen Delphinen. Aber Arados - wen interessiert das?
Mich beschäftigen die verschiedenen Beweggründe für Repliken und Fälschungen - gibt es ein Standardwerk über Fälschungen?

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Re: Phönizische Münze?

Beitrag von B555andi » Do 22.02.18 15:30

Der Begriff "Gewinn" ist relativ. Mittlerweile sollen ja bereits 20 Cent Stücke gefälscht werden. 8O

Bei antiken Fälschungen sollte eine echte Münze vorgetäuscht werden, um sie im Geldverkehr nutzen zu können. Bei modernen Fälschungen hat man es in der Regel auf die Geldbeutel der Sammler abgesehen.
Viele Grüße
Andreas

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