1/6 Taler Friedrich Wilhelm III.

Deutschland vor 1871
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1/6 Taler Friedrich Wilhelm III.

Beitrag von Münzsammler2007 » Mo 13.04.20 14:06

Hallo,

ich habe diese Münze hier als Fälschung ersteigert und wollte sie als solche als historisches Dokument zu meinem Original legen.

Nun kommen mir einige Zweifel, ob das wirklich ein Fälschung ist:
- Das Prägebild ist trotz des vermeintlichen Kupfers, aus dem diese Münze zum Großteil sein soll, trotz des Alters noch recht gut abgebildet.
- Die Rändelung der Münze sieht sehr echt aus.
- Könnte es sich auch um eine mangelhafte Silberlegierung handeln?
- Das Gewicht beträgt 5,17 Gramm, ist also recht nah am Original dran, welches laut Numista bei 5,34 Gramm liegt. So könnte dies ja vielleicht auch auf einen altrersentsprechenden Verlust zurückzuführen sein?

Alles ein Luxusdenken, aber ich hätte da gerne eine gewisse Gewissheit.


Ich wünsche allen gute Gesundheit und bedanke nmich schon einmal sehr herzlich für die Hilfe,
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Re: 1/6 Taler Friedrich Wilhelm III.

Beitrag von Numis-Student » Mo 13.04.20 14:15

Hallo,
die Münze besteht auch im Original zu ca. 48% aus Kupfer.

Ich fürchte, Du hast Dir da ein Original eingefangen :-D

Schöne Grüße,
MR

olricus
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Re: 1/6 Taler Friedrich Wilhelm III.

Beitrag von olricus » Di 14.04.20 23:14

Hallo Münzsammler2007,
ich denke, dass es sich bei Deinem Stück doch um eine Fälschung bzw. Nachprägung handelt, ich habe ein
gleiches Stück von 1812 aus Kupfer, auch mal vor lägerer Zeit als Fälschung gekauft, Gewicht 5,25 Gramm,
wenn man genau hinschaut, erkennt man an einigen Stellen noch einen geringen Silberbelag, den ich auch
auf Deinem Stück erkennen kann.
Erstaunlich ist, dass beide Stücke genau dem Stempel eines Originals entsprechen, auch mit originalen Rand,
die Unterschiede im Gewicht können auch von geringen Abweichungen in der Dicke möglich sein.
Ich habe mehrere echte Stücke mit starken Umlaufspuren, die niemals eine Kupferfärbung haben.

Grüße von olricus

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Re: 1/6 Taler Friedrich Wilhelm III.

Beitrag von KarlAntonMartini » Mi 15.04.20 02:15

In dieser wilden Zeit müßte man auch mit staatlich veranlaßten unterwertigen Ausgaben rechnen. Auch Fälschungen, die der Kriegsgegner in Umlauf brachte, gibt es. Birmingham belieferte alle und hatte es drauf, sehr gute Kopien herzustellen. Ich grübele gerade über einen hannöverschen 12el Taler, Kupfer mit Versilberung. Zu dem Komplex scheint es wenig Forschung zu geben, jedenfalls ist mir nichts dazu bekannt. Grüße, KarlAntonMartini
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Re: 1/6 Taler Friedrich Wilhelm III.

Beitrag von Münzsammler2007 » Sa 09.05.20 09:24

Hallo,

Ich habe mich einige Zeit nicht gemeldet... Aber da bin ich wieder. Was bedeutet der Verweis auf Birmingham? Und wer könnte solche Münze in den Umlauf gebracht haben?


Vielen herzlichen Dank und noch einen schönen Tag,
Münzsammler2007

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Re: 1/6 Taler Friedrich Wilhelm III.

Beitrag von KarlAntonMartini » Sa 09.05.20 11:04

In Birmingham waren schon vor 1800 zahlreiche private Prägestätten entstanden, das war anders als in den meisten anderen Ländern dort erlaubt. Neben Staatsaufträgen gab es viele von Privaten und für den Export. Auch technisch gute Nachahmungen ausländischer Münzen gab es, natürlich unterwertig, der Auftraggeber wollte ja daran verdienen. Das genaue Ausmaß dieser Aktivitäten ist nicht erforscht, das Geschäft blühte im Verborgenen. Die letzte große Fälschungsserie aus Birmingham betraf die Silbermünzen Georgs IV. nach 1815. Aber auch dazu habe ich bisher nichts gefunden, was den intendierten Absatzmarkt betrifft. Grüße, KarlAntonMartini
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Re: 1/6 Taler Friedrich Wilhelm III.

Beitrag von Leitwolf » So 10.05.20 23:31

Vielleicht ist der Artikel von Jens Heckl in den Geldgeschichtlichen Nachrichten, 2007, Heft 232, S. 74 ff. in diesem Zusammenhang von Interesse.

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Re: 1/6 Taler Friedrich Wilhelm III.

Beitrag von Leitwolf » Mo 11.05.20 11:19

Ich sehe gerade, dass der Artikel aus zwei Teilen besteht: Schlussbeitrag in Heft 234, S. 191 ff.

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