Bracteat Deutscher Orden?

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rati
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Bracteat Deutscher Orden?

Beitrag von rati » So 01.08.21 11:23

Hallo an die Experten des Deutschen Ordens.
Ich habe hier einen Brakteaten den ich nicht 100 %tig zuordnen kann ob er eine Ausgabe des Deutschen Orden oder des Livonischen Orden ist.
Kann mir da jemand weiter helfen?
0,27gr / 12,5mm
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Bracteat.jpg

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TorWil
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Re: Bracteat Deutscher Orden?

Beitrag von TorWil » So 01.08.21 11:49

Hallo,

Ich vermute mal Deutscher Orden, Vossberg#56
Ich hatte schon mal einen ähnlichen Hohlpfennig.
viewtopic.php?f=7&t=63008

Grüße

TorWil

PS: Der Vossberg ist im Netz als PDF zu finden, den kann ich für Ordensmünzen empfehlen

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Comthur
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Re: Bracteat Deutscher Orden?

Beitrag von Comthur » Mo 02.08.21 00:08

Mit der Münzreform unter Hochmeister Michael Kuchmeister wurden Pfenige "gezeichnet mit einem Kreuze" geschlagen. Ab etwa 1416 / 1417.

Beim Stempel bin ich mir aber nicht ganz sicher. In Polen würde dieser Hohlpfennig (kein Brakteat) wohl eher als polnischer Beischlag durchgehen.

Leider ist dieses Stück nicht gereinigt.


Viele Grüße,
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rati
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Re: Bracteat Deutscher Orden?

Beitrag von rati » Mo 02.08.21 10:29

Danke für Eure Antworten.
Das Stück kommt dem von TorWil vorgestelltem sehr Nahe.Aber auch im Vossberg oder was ich so im Netz gefunden habe ,gibt es kein exaktes Vergleichsstück.
Wäre schon möglich das es ein pol.Beischlag ist.Sind ähnliche Stücke bekannt?
An und für sich reinige ich Münzen nicht so gerne,da ich damit keine guten Erfahrungen gemacht habe,zumal dieser Pfennig aus dünnem Material ist.
So wie es aussieht hat er einen hohen Kupferanteil.Wie würde man bei einer Reinigung vorgehen.

Gruß rati

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Re: Bracteat Deutscher Orden?

Beitrag von Comthur » Mo 02.08.21 11:04

Hoher Kupferanteil ist schon einmal ein guter Hinweis, der auch in die Zeit (15.Jh.) passt.
Ein rein kufernes Stück wäre mal wieder interessant aber laß ihn am besten so, wie er ist. Nicht, daß der Hohlpfennig doch noch zerbricht. Das wäre nach gut 600 Jahre schon extrem ärgerlich.

Der Vossberg ist ein sehr gutes Bestimmungswerk für die größeren Münzen wie Halbschoter, Vierchen und Schillinge resp. Groschen bis hin zu den damals bekannten Talerstücken und Goldmünzen des Ordens (in Preussen, also bis 1525). An vermeintlichen Pfenniggeprägen hat er nur wenige verzeichnet und von Diesen werden auch eine Reihe heute nicht mehr dem Orden zugeschrieben.

Für die Pfennigprägungen (also einschl. der sog. Brakteaten) würde sich der Eggert sehr gut eignen, den Findest Du hier auch im Forum mit vollem Titel, ebenso das (Standard-!)Werk von Waschinski bzgl. der Pfennigprägungen. Das wären die beiden Werke, welche ich dem Sammler an`s Herz legen würde. Der Eggert allerdings ein zusammengestrichener Waschinski ;-) .
Wer tiefer eindringen möchte, bemüht auch etwas an polnischer Literatur, sollte da eber seinen kritischen Verstand nicht beiseite legen, ganz besonders nicht bei nicht belegten Zuordnungen / Datierungen auf wenige Jahre hin oder her aus der neueren Zeit.

Viele Grüße,
Daniel
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Re: Bracteat Deutscher Orden?

Beitrag von rati » Mo 02.08.21 11:31

Danke für die Tips.
Werde mal sehen ob ich die Bücher über die Fernleihe der Bücherei bekomme.Eine Anschaffung für die einzelnen Stücke lohnt nicht.

Gruß
Horst

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Re: Bracteat Deutscher Orden?

Beitrag von Comthur » Mo 02.08.21 11:57

Gerne.
Für die Fernleihe rate ich Dir zum Waschinski. Und achte ggf. auf 3 Teilveröffentlichungen, falls nicht in einem Teil gebunden.

Bis zum nächsten Mal,

Daniel
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