EPA Varianten BRD Kleinmünzen

Münzen aus der BRD von 1948 - 2001

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research
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EPA Varianten BRD Kleinmünzen

Beitrag von research » Di 16.03.21 06:31

Guten Morgen Münzfreunde!

Ich habe gerade einen Beitrag von mir über BRD Münzvarianten gelesen von 2005.
Dort habe ich geschrieben:
Die Bedeutung der unterschiedlichen Stempelgestaltungen der ausgeführten Gedenkmünzen wird wohl nicht von allen Sammlern gleich bewertet werden und der Markt für diese "Varianten" wird wohl recht klein sein. Immerhin bedarf es mehr als des unbewaffneten Auges um die Unterschiede zu erkennen.
Diese Jagd nach "Varianten" kommt ursprünglich aus den USA, einem Markt mit vielen Sammlern und vergleichsweise wenigen Münzen. Ich meine das Angebot von deutschen Münzen ist nicht so gering, dass wir unbedingt eine derartige Erweiterung brauchen.
Ich vermute, man wird bei genauer Betrachtung der anderen Gedenkmünzen ähnliche Abweichungen finden können. Ein wohl normaler Zustand bei der Herstellung von Münzen (siehe EPA Varianten der Kursmünzen).

Ich habe dieses Thema in den Folgejahren nicht mehr verfolgt.
Hat sich für diese EPA Varianten ein Markt entwickelt oder ist dieser Bereich ohne Bedeutung?
Beste Grüße
RESEARCH
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Re: EPA Varianten BRD Kleinmünzen

Beitrag von antisto » Di 16.03.21 17:38

Jedenfalls wurde bei Münzzentrum Rheinland im Herbst 2020 und letzten Freitag erneut eine größere Menge DM-Fehlprägungen und Schrötlingsverwechslungen versteigert (vermutlich aus einer größeren und vielleicht prominenten Sammlung), und die Münzen erzielten zum Teil beachtliche Werte im dreistelligen Bereich. (Der Markt ist also da!)
Darunter war auch "Schräges" wie eine mit der Gegenseite überprägte 50 Pfennig Münze auf einem 1 Pfennig Schrötling. Solche Macharten lassen sich eigentlich nur aus der Symphonie von ausgeprägtem Spieltrieb und krimineller Energie erklären. ;-)
AS
Zuletzt geändert von antisto am Do 18.03.21 23:03, insgesamt 1-mal geändert.
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research
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Re: EPA Varianten BRD Kleinmünzen

Beitrag von research » Di 16.03.21 17:57

Bei den EPA Varianten handelt es sich nicht um derartigen "Münzschrott", sondern um legale Prägungen, die im wesentlichen durch die Erneuerungen der Stempel der BRD Münzen zwischen 1970 und 1973 erfolgten. Die Details der Darstellungen auf den Münzen wurden leicht verändert, die Ähren wurden meist etwas schlanker. Dazu hat Erich Paproth seinerzeit einen Katalog herausgegeben mit einer VIelzal von Varianten und zum Teil astronomischen Preisvorstellungen. Ob die jemals realisiertt wurden, ist mir nicht bekannt. Allerdings konnte man auch durch die Stellung der Prägebuchstaben der Münzstätten D F G unf J Unterschiede schon früher feststellen. Dabei spielte auch die Form der Ähren eine wesentliche Rolle.
5 Pfg. 1968 G mit dem Querstrich beim G sollte in ss 750 DM bringen. Ob es jemals derartige Preise gegeben hat, ist mir nicht bekannt. Diese EPA Varianten habe ich auch nie auf Auktionen angeboten gesehen.
Das DEckblatt des EPA Katalogs steht unter:
http://www.kunstmedaillen.net/wp-conten ... 03/EPA.jpg
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Re: EPA Varianten BRD Kleinmünzen

Beitrag von Numis-Student » Di 16.03.21 19:44

Hallo research,

den oben gezeigten Papproth-Katalog habe ich im Regal stehen, aber ich glaube, seit 2001 habe ich den nicht mehr verwendet... Als ich noch DM aus dem Umlauf nach Jahren und Münzzeichen gesammelt habe, habe ich auch auf die EPA-Varianten geachtet.

Die gefundenen Stücke liegen jetzt "irgendwo" :roll: , ich wäre aber nicht auf die Idee gekommen, solche Varianten teurer beim Händler zu kaufen. Seitdem es keine DM mehr im Umlauf gibt, spielen diese Varianten für mich privat als Sammler keine Rolle, ebenso sieht es bei uns im (österreichischen) Auktionshaus aus.

Schöne Grüße
MR

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Re: EPA Varianten BRD Kleinmünzen

Beitrag von research » Di 16.03.21 20:05

Ich habe in eBay eine Kleinmünzensammlung mit EPA Varianten eingestellt, u.a. mit dem Titelstück vom EPA Katalog 5 Pfg. 1968 G mit Querstrich. Bin gespannt, wie das Ergebnis sein wird.
eBay-Artikelnummer:
224385695149
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Re: EPA Varianten BRD Kleinmünzen

Beitrag von antisto » Mi 17.03.21 09:28

Wieder etwas Neues gelernt! :!:
Dass Anfang der 70er Jahre diese Umstellung erfolgte, wusste ich, nicht aber, dass das hier ein eigenes Sammelgebiet war oder ist.
Auch der Begriff "EPA" war mir schon begegnet, ohne dass ich ihn richtig zuordnen konnte.
Wofür steht das Kürzel?
Zu deiner Frage: Ich glaube nicht, dass das heute noch gefragt ist. Sobald die Varianten nicht mehr offensichtlich sind, hält sich die numismatische Nachfrage in Grenzen. Das war mir schon bei den einst so hoch bewerteten kleinen und großen Weltkugeln der kupferplattierten deutschen Centmünzen von 2002 aufgefallen, wo viele Sammler rätselten: Was ist jetzt was? Hinzu kommt, dass DM-Münzen etwas aus der Mode gekommen sind.
Ich hatte bei besagter Rheinland-Auktion letzten Freitag ungesehen im Nachkauf ein liegengebliebenes DM-Lot mitgenimmen, das mit "37 Stück, Verprägungen nach EPA u.a." umschrieben war und mit 18 € keinen Käufer fand.
Jetzt weiß ich zumindest, dass mich nichts Großes erwartet. :wink:
AS
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Re: EPA Varianten BRD Kleinmünzen

Beitrag von antisto » Mi 17.03.21 09:33

P.S. Münzen (und nicht nur die) bei Ebay zum Verkauf anbieten so gänzlich ohne Bewertungen ist immer schwierig...
Viel Erfolg!
antisto

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Re: EPA Varianten BRD Kleinmünzen

Beitrag von Zwerg » Mi 17.03.21 09:43

EPA steht für Erich Paproth, seinerzeit ein "Papst" der Numismatik ab 1871 und Sachverständiger
Manchmal - aber immer seltener - findet man noch seltene Kaiserzeit-Münzen mit "Paproth-Zertifikaten"

Sein Varianten-Katalog hat sich weder bei Sammlern (einige hardcore-Sammler ausgenommen) noch bei Händlern durchgesetzt.
Der Katalog wurde dann durch Varianten-Kataloge von Peter Neugebauer ersetzt (mit ihm hatten wir in der antiken Abteilung viel Vergnügen als user antikpeter)

Ich habe sehr erfolgreich die letzten 40 Jahre NICHT mit den Katalogen gearbeitet :D

Grüße
Klaus
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Re: EPA Varianten BRD Kleinmünzen

Beitrag von research » Mi 17.03.21 12:11

Vielen Dank für Eure Beiträge. Sie zeigen mir aber auch wie vergänglich das Leben ist. Der Name Erich Paproth war zur Zeit, als ich begann Münzen zu sammeln (1970), jedem Sammler ein Begriff. Erich Paproth ist im April 2002 verstorben. Jetzt ist er wohl nur noch den älteren Sammlern ein Begriff.
Die Sammlung der Kleinmünzen stammt aus jener Zeit. Bei 375 Münzen kann man nicht zu jeder Münze die Erhaltung angeben. Ich meine jedoch umfangreiche Infos auch zur Erhaltung gegeben zu haben. Ein erstes Gebot wurde schon erteilt. Damit ist der Nominalwert der Münzen bezahlt. Schauen wir mal was noch passiert.
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Re: EPA Varianten BRD Kleinmünzen

Beitrag von antisto » Mi 17.03.21 14:08

EPA = Erich Paproth!
Danke für die Aufklärung.
Natürlich ist mir Paproth ein Begriff, aber das Kürzel hatte ich nicht mit ihm in Verbindung gebracht.
Wie wäre es künftig mit APN für antikpeter Neugebauer?! ;-)
AS
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Re: EPA Varianten BRD Kleinmünzen

Beitrag von hegele » Mi 17.03.21 19:42

Das scheint ein anderer Katalog zu sein als der, den ich habe.
k-k-k-k-IMG_9035.jpg
k-k-k-k-IMG_9036.jpg
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Re: EPA Varianten BRD Kleinmünzen

Beitrag von antisto » Mi 17.03.21 21:54

„5 Pfg. 1968 G mit dem Querstrich beim G sollte in ss 750 DM bringen.“
Könnte jemand mal ein Detailbild von dem „G“ hier einstellen?
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Re: EPA Varianten BRD Kleinmünzen

Beitrag von research » Mi 17.03.21 23:00

Auszug aus dem EPA Katalog Varianten 1968 G
19 V1 und 19 V2
19 V2 ist die seltene Variante
http://www.bi-viersen-hamm.de/wp-conten ... 1968-G.jpg
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