Einschätzung von Ebay- und ähnlichen Angeboten (Kelten)

Keltische Münzen

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Amentia
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Einschätzung von Ebay- und ähnlichen Angeboten (Kelten)

Beitrag von Amentia » Do 01.04.21 23:31

Was haltet ihr von dem Vindelici AV Stater Regenbogenschüsselchen ?


Wurde am 21. Mrz. 2021 für EUR 2.187,00 versteigert auf Ebay durch Numismatik Lanz

https://www.ebay.de/itm/LANZ-Celts-Vind ... 7675.l2557

dort is noch bei Provenienz angegeben "Ex Münzen & Medaillen AG Basel, Auction 7, 3 December 1948, lot 367"

Ist jetzt ein bisschen mehr als ein Woche später bei Sovaca Silver | 100th Silver Auction drinnen

https://www.biddr.com/auctions/savoca/b ... &l=1794629

Aber ohne die Provenienz "Ex Münzen & Medaillen AG Basel, Auction 7, 3 December 1948, lot 367"

Stimmt die Provenienz "Ex Münzen & Medaillen AG Basel, Auction 7, 3 December 1948, lot 367" ?

Wenn ja warum ist die nicht angegeben, da wertsteigernd?

Warum wird die wieder verkauft nach ca einer Woche?

Dass die Münze bei Sovaca für viel mehr versteigert wird als bei Lanz ohne Angabe der Provenienz "Ex Münzen & Medaillen AG Basel, Auction 7, 3 December 1948, lot 367", kann ich mir nciht vorstellen und dann muss der Einlieferer noch Gebühren ans Auktionshaus zahlen!

Habe auf die Münze geboten als die bei Ebay versteigert wurde nur war mir der Preis dann ganz am Ende doch ein bisschen zu hoch, da man bessere (Erhaltung und Ausprägung) für weniger oder das gleiche bekommt halt nicht mit dieser Provenienz.

Wenn alles mit der Münze ok ist würde ich wieder versuchen sie zu ersteigern, aber hoffentlich dann zu einem günstigeren Preis als der Ebay Preis.
Falls die Provenienz Ex Münzen & Medaillen AG Basel, Auction 7, 3 December 1948, lot 367 nicht korrekt ist würde ich natürlich viel weniger bieten.

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Re: Einschätzung von Ebay- und ähnlichen Angeboten (Kelten)

Beitrag von Altamura2 » Fr 02.04.21 09:31

Amentia hat geschrieben:
Do 01.04.21 23:31
... Aber ohne die Provenienz "Ex Münzen & Medaillen AG Basel, Auction 7, 3 December 1948, lot 367" ...
Die vielleicht noch interessantere Provenienz ist die aus der Sammlung Lanz, beim Lanz-Angebot kannst Du da die entsprechende Seite aus dem Buch von Kostial ja sehen. Und diese Referenz wird bei Savoca genannt :D .
Amentia hat geschrieben:
Do 01.04.21 23:31
... Stimmt die Provenienz "Ex Münzen & Medaillen AG Basel, Auction 7, 3 December 1948, lot 367" ? ...
Da diese Provinienz schon im Buch von Kostial abgedruckt ist, würde ich mal davon ausgehen.
Amentia hat geschrieben:
Do 01.04.21 23:31
... Wenn ja warum ist die nicht angegeben, da wertsteigernd? ...
Da musst Du Savoca fragen, nicht uns. Aber wie gesagt, die Münze kommt provenienzmäßig ja nun wahrlich nicht ganz nackt daher :D .
Amentia hat geschrieben:
Do 01.04.21 23:31
... Warum wird die wieder verkauft nach ca einer Woche? ...
Keine Ahnung, hellsehen kann ich auch nicht :? . Vielleicht hat da jemand gedacht, er bekommt das Teil für einen deutlich höheren Preis wieder verkauft (und das muss nicht Savoca selbst sein, kann auch jemand bei denen eingeliefert haben). Der Käufer ist bei der eBay-Auktion überhaupt erst bei 2.000 € eingestiegen, der scheint gewusst zu haben, was er tut 8) .
Amentia hat geschrieben:
Do 01.04.21 23:31
... Dass die Münze bei Sovaca für viel mehr versteigert wird als bei Lanz ohne Angabe der Provenienz "Ex Münzen & Medaillen AG Basel, Auction 7, 3 December 1948, lot 367", kann ich mir nciht vorstellen ...
Ich mir schon :D .
Amentia hat geschrieben:
Do 01.04.21 23:31
... Wenn alles mit der Münze ok ist würde ich wieder versuchen sie zu ersteigern, aber hoffentlich dann zu einem günstigeren Preis als der Ebay Preis. ...
So, wie die Preise derzeit nach oben gehen, würde ich mich da nicht allzusehr darauf verlassen :? .

Gruß

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Re: Einschätzung von Ebay- und ähnlichen Angeboten (Kelten)

Beitrag von Zwerg » Fr 02.04.21 09:56

Eine Provenienz ist doch angegeben
Ex Sammlung Lanz Nr.5
Und warum eine Provenienz wertsteigernd sein soll, erschließt sich mi persönlich nicht
Wenn Du die Münze kaufst ist sie damit Sammlung Amentia. Ist jetzt mit dieser Provenienz der Wert gestiegen?
Grüße
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Re: Einschätzung von Ebay- und ähnlichen Angeboten (Kelten)

Beitrag von Altamura2 » Fr 02.04.21 10:01

Zwerg hat geschrieben:
Fr 02.04.21 09:56
... Und warum eine Provenienz wertsteigernd sein soll, erschließt sich mi persönlich nicht ...
Ich würde sagen, das kommt auf die Provenienz an. Bei "Pozzi" wäre das bestimmt so, bei "Lanz" ist es das vielleicht auch, bei "Amentia" wohl eher nicht :D .

Gruß

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Atalaya
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Re: Einschätzung von Ebay- und ähnlichen Angeboten (Kelten)

Beitrag von Atalaya » Fr 02.04.21 11:16

Altamura2 hat geschrieben:
Fr 02.04.21 10:01
Zwerg hat geschrieben:
Fr 02.04.21 09:56
... Und warum eine Provenienz wertsteigernd sein soll, erschließt sich mi persönlich nicht ...
Ich würde sagen, das kommt auf die Provenienz an. Bei "Pozzi" wäre das bestimmt so, bei "Lanz" ist es das vielleicht auch, bei "Amentia" wohl eher nicht :D .

Dass ein Objekt wie dieses in einer respektablen Publikation besprochen und abgebildet ist, ist doch mit die beste Art der Provenienz. Andere Arten sind entweder nichtssagend oder können gefälscht werden.

Bei der Provenienz eines Objektes geht es doch aber nur _unter Anderem_ um eine materielle Wertsteigerung. Eine aussagekräftige Provenienzangabe gibt dem Objekt doch vielmehr einen zusätzlichen historischen Kontext, der unter Umständen sogar spannender sein kann, als das eigentliche Objekt selbst.

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Re: Einschätzung von Ebay- und ähnlichen Angeboten (Kelten)

Beitrag von Amentia » Fr 02.04.21 12:01

Die Provenienz "Ex Münzen & Medaillen AG Basel, Auction 7, 3 December 1948, lot 367" ist sehr viel besser als Sammlung Lanz.
Für eine Provenienz ex Sammlung Lanz würde ich nicht einen Cent mehr bezahlen aber für eine Provenienz (Auktion angesehenes Auktionshaus verkauft) vor 1950 eine paar hundert Euro. Zum einen geht es um Legalität und die ist mit einer sicheren Provenienz vor UNESCO-Übereinkommen vom 14. November 1970 zu nahezu zu 99,99% gesichert und solche Stücke dürfen auch von Museen gekauft werden da Legalität außer Frage steht (bis auf wenige Ausnahmen) und könne auch problemlos exportiert und weiterverkauft werden. Zum anderen waren damals (vor 1950) die Fälschungen auch nicht so gut und das ist vorteilhaft für Sammler, die so eine Münze haben wollen aber mit diesem Typ nicht vertraut sind und daher sehr gefährdet sind auf eine Fälschung reinzufallen, wie ich es bin :(
Wenn die Münze aus einer berühmten Sammlung wie Apostolo Zeno stammt dann ist die Provenienz wohl in einigen Fällen mehr wert als die Münzen selbst. Aus Sammlung xyz usw ist für mich nicht wertsteigernd, da ja alle Münzen auf dem Markt aus irgend einer "Sammlung" stammen.
Und wenn der Sammler aus dessen Sammlung die Münze stammt und das Auktionshaus gut in der Fälschungserkennung bie diesen Münzen waren/ sind dann verrringert das mein Risiko eine Fälschng zu kaufen und das ist auch Geld wert.
Warum zahlen alle bei Forvm so viel für Münzen, welche die wo anders billiger oder besser erhalten bekommen, zum einen, weil die meinen, dass Joe keine Fälschungen verkauft und diese Sicherheit durch Herkunft ex Forvm ist denen mehr Geld wert und zum anderen natürlich wollen einige auch Forvm unterstützen oder im Thread meine Einkäufe bei Forvm bei Joe und anderen Mitgliedern Schleimpunkte sammeln.
Ich habe bei so gut wie allen Auktionshäusern schon eingekauft und bei einigen auch regelmäßig und auch bei sehr vielen Händlern und dass da mal eine Münze eine Provenienz hat die angegeben, nachprüfbar und älter als mein Kaufdatum ist, ist die absolute Ausnahme :(
Ich habe hunderte von antiken Münzen und nicht eine hat Provenienz vor 1970, nicht mal eine mit vor 1980 :(
Aus der Sammlung xyz erworben zwischen 1950-1980, (Einlieferer geben eidesstattliche Verischerung (Persilschein) ab, dass das so stimmt) ohne, dass das nachprüfbar wäre ist für mich nicht wertsteigern. Da sind dann manchmal modernen Fälschungen drinnen welche noch gar nicht existiert haben, zum Zeitpunkt als die Sammlung angeblich abgeschlossen wurde.^^

Dass jemand für Sammlung Amentia mehr bezalt kann ich mir nicht vorstellen (wer für ex Amentia mehr bezahlt ist ein riesen Idiot) aber wenn meine Münzen je versteigert werden sollten und ein großes sehr angesehenes Auktionshaus bereit ist die zusammen mit anderen tollen Münzen aus anderen super duper tollen Sammlungen zu versteigern, dann könnte es sein, dass die Herkunft, also dass die Münzen in der Auktion waren und von dem super tollen Auktionshaus versteigert wurden mit anderen wahnsinnig tollen Münzen doch ein klein bisschen wertsteigernd sein.

https://www.zoll.de/DE/Fachthemen/Verbo ... _node.html
Zuletzt geändert von Amentia am Fr 02.04.21 12:33, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Einschätzung von Ebay- und ähnlichen Angeboten (Kelten)

Beitrag von Amentia » Fr 02.04.21 12:24

Kann es trotzdem nicht verstehen, eigentlich kaufen Händler Münzen und dann machen die einen Aufschlag von ca 100% auf Einkaufspreis drauf und bieten die in ihrem Geschäft an. Da besteht nicht das Risiko, dass die Münze mit Verlust verkauft wird, der Händler hat ja Zeit und kann wenn er sie nicht verkauft den Preis reduzieren, bis er sie verkauft bekommt. Und wenn der Händler sehr geduldig ist kann er oder sie auch gute Preise erzielen, welche in der Regel deutlich über dem Einkaufspreis des Händler liegen.

Eine Münze zu kaufen und gleich in einer Auktion wieder zu verkaufen ist sehr riskant, da man dort ja den Endpreis nicht kennt und dieser unter dem eigenen Einkaufspreis liegen kann nach Abzug der ans Auktionshaus zu entrichtenden Auktionsgebühren. Das Risiko lohnt sich imho absolut nicht!

Ich bin mir fast sicher, dass die Münze im besten Fall dem Einlieferer keinen Verlust beschert, tippe aber auf Verlust, zum einen ist die für den Typ im besten Fall durchschnittlich (will die nur wegen Provenienz M und M) und außerdem wird die Münze von Sovaca versteigert wird (andere Aktionshäuser erzielen in der Regel höhere Preise) und dass die anderen Münzen in der Auktion nicht besonders hochwertig sind. Die gleiche Münze kann bei verschiedenen Auktionshäusern unterschiedlich hohe Zuschläge erzielen, gut sind Auktionshäuser mit einem sehr wohlhabenden Kundenstamm und immer sehr hochwertigen Münzen im Angebot und tolle Kataloge finden wohl auch viel gut ^^

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Re: Einschätzung von Ebay- und ähnlichen Angeboten (Kelten)

Beitrag von Atalaya » Fr 02.04.21 12:32

Du hast vollkommen recht und ich stimme Dir zu. Vor allem in der aktuellen Verkaufssituation diesen Hinweis wegzulassen, ist rätselhaft. Letztendlich ist die Losangabe von 1948 aber auch nichts anderes, als eine respektable Publikation, wenn die Münze im Katalog abgebildet und beschrieben ist. Das kann man nicht faken. Und je weiter man zeitlich damit zurückkommt, desto besser ist es.

Aber das hier offensichtlich erfahrene Sammler nach dem Wert von Provenienz fragen, hatte mich überrascht.

Bei dieser Münze, ihrem Preis und dem zu erwartenden Kundenkreis kann doch aber davon ausgegangen werden, dass es auf jeden Fall Bieter geben wird, die wissen was sie tun und ihre Hausaufgaben gemacht haben. :)

Atalaya
Zuletzt geändert von Atalaya am Fr 02.04.21 13:00, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Einschätzung von Ebay- und ähnlichen Angeboten (Kelten)

Beitrag von Altamura2 » Fr 02.04.21 12:51

Amentia hat geschrieben:
Fr 02.04.21 12:01
... Für eine Provenienz ex Sammlung Lanz würde ich nicht einen Cent mehr bezahlen ...
Nur mal sicherheitshalber: Wir reden hier von der Sammlung Hermann Lanz, das war dieser hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_Lanz , nicht von der Sammlung seines Sohnes, des jetzigen Inhabers Hubert Lanz (ich weiß gar nicht, ob der eine eigene Sammlung hat :? ).
Zitat aus Wikipedia: "Die Sammlung Hermann Lanz umfasst eine große Auswahl keltischer Münzen aus Mittel- und Osteuropa. Die Sammlung wurde in Zusammenarbeit mit der Staatlichen Münzsammlung München publiziert."

Das war also nicht irgendeine Feld-Wald-Wiesen-Sammlung, die hat international einen Namen (scheint aber nicht jeder zu wissen :wink: ).

Gruß

Altamura

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Re: Einschätzung von Ebay- und ähnlichen Angeboten (Kelten)

Beitrag von Atalaya » Fr 02.04.21 13:19

Zur Ergänzung des von Altamura Geschriebenen:

Michaela Kostial, Kelten im Osten. Gold und Silber der Kelten in Mittel- und Osteuropa. Sammlung Lanz (München 1997) Verlag der Staatlichen Münzsammlung München.
https://zenon.dainst.org/Record/000351700

Das ist die bei Savoca angegebene Publikation. Also auf jeden Fall nicht irgendein seltsamer Eigenverlag, sondern eine zitierfähige Publikation. Es scheint aber noch eine 2. Auflage von 2003 geben. Ist das ein unveränderter Nachdruck oder ist sie ergänzt?

Wie dem auch sei, vielen Dank Amentia, dass Du auf das interessante Stück hingewiesen hast. Das Lesezeichen ist gesetzt und Popcorn steht bereit. 8)

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Re: Einschätzung von Ebay- und ähnlichen Angeboten (Kelten)

Beitrag von kijach » Fr 02.04.21 13:55

Ich vermute schon, dass da jemand die gekauft hat um sie gewinnbringend unter savoca weiter zuverkaufen.

Übrigends: ab einem Endpreis von über 1500€ muss der Einlieferer 0% abgeben also gratis für ihn.
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Re: Einschätzung von Ebay- und ähnlichen Angeboten (Kelten)

Beitrag von guarana » Fr 02.04.21 14:21

Altamura2 hat geschrieben:
Fr 02.04.21 09:31
(und das muss nicht Savoca selbst sein, kann auch jemand bei denen eingeliefert haben).
Die Anzahl der Bewertungen des Käufers stimmt jedenfalls mit denen des genannten Händlers überein.

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Amentia
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Re: Einschätzung von Ebay- und ähnlichen Angeboten (Kelten)

Beitrag von Amentia » Fr 02.04.21 14:52

Ich kenne die Sammlung von Herrn Hermann Lanz, die "guten" Stücke wurden über Roma Numismatics verkauft in ein paar Auktionen und die nicht so tollen über Ebay Numismatik Lanz. Das mag ohne Zweifel eine der bedeutendsten Sammlungen keltischer Münzen sein aber da wurde mehr Wert auf Quantität als auf Qualität gelegt und viele Stücke sind nur durschnittlich gut erhalten und ausgeprägt und somit für mich nicht interessant, wenn ich ein gleichwertiges Stück ohne ex Sammlung Lanz billiger bekomme oder ein besseres für den gleichen Preis, dann nehme ich das billigere oder bessere Stück.

In der Sammlung Lanz war auch einer der Janus Stater, deren Echtheit von Herrn Lehmann in Frage gestellt wurde und wohl durch IFZAA in Basel.
Das Gold dieser Januskopf Stater insbesondere die Legierungszusammensetzung und Spurenelemente sind wohl modernem Gold sehr ähnlich und ganz anders als man es bei echtem antiken Gold vorfindet, laut Lehmann und IFZAA in Basel.

Jetzt die Quellen

Das Lanz Stück ex Roma

"From the Hermann Lanz Collection; this coin published in M. Kostial, Kelten im Osten - Gold und Silber der Kelten in Mittel- und Osteuropa - Sammlung Lanz "

https://www.sixbid-coin-archive.com/#/d ... /l28793606

Eines dieser Sücke momentan auf Ebay bei Lanz im Angebot, der hat in den letzten Monaten viel davon verkauft!!!

https://www.ebay.de/itm/233945204844?mk ... olid=10001

mehr

https://www.ebay.de/itm/LANZ-Celts-Vind ... SwUJtgSRnA


https://www.ebay.de/itm/LANZ-Celts-Vind ... Swrv1gFcRA

https://www.ebay.de/itm/LANZ-Celts-Vind ... Sw199gNCOZ

https://www.ebay.de/itm/LANZ-Celts-Vind ... SwCrhgAKEE

https://www.ebay.de/itm/LANZ-Celts-Vind ... SwUJtgSRnA

https://www.ebay.de/itm/LANZ-Celts-Vind ... Sw2d9f4ncw

Stempelgleich bei Gorny in diesem Kontext wohl als Fälschung zurückgezogen

https://www.numisbids.com/n.php?p=lot&sid=2718&lot=75

Ein Buch, wo man von deren Echtheit ausgeht, für mich nicht überzeugend (bei dem Stück, dass Lanz gerade bei Ebay anbietet und seinen auf Ebay verkauften Angeboten dieses Typs kann man einige Seiten diese Buches sehen). Dass eine Publikation wissenschaftlich aussieht und von Experten geschrieben wurde heißt nicht, dass diese gut sein muss, diese ist es imho definitiv nicht.^^

"Wamser: Gold, Magie Mythos Macht, Gold der Alten und Neuen Welt"


Jetzt Lehmann ausführliche Analyse

"Übersichtsprotokoll zur Analyse eines keltischen Goldstaters aus Treveri und einem keltischen Schatzfund mittels Laserablation-Massenspektrometrie mit induktiv gekoppeltem Plasma - moneytrend 5/2010"

https://www.academia.edu/35165362/%C3%9 ... end_5_2010

Hier kurze Zusammenfassung

"So kam es auch, dass ein Experte aus Österreich sich vor fünf Jahren an die Hannoveraner wandte, weil er die Echtheit des Goldschatzes aus dem Hofoldinger Forst anzweifelte, der 1996 entdeckt worden war. Lange galten die 178 Münzen, die in einem Waldstück bei München gehoben wurden, als bedeutender Fund aus der Keltenzeit, sie wurden in Ausstellungen präsentiert und teilweise auch bei Auktionen versteigert. Doch der Österreicher blieb skeptisch - und die Uni-Chemiker konnten ihm schließlich recht geben. Ihre Analysen bewiesen, dass der sagenumwobene Fund eine komplette Fälschung war. Über Konsequenzen für die Beteiligten, die zuvor die vermeintliche Echtheit des Schatzes attestiert hatten, müssen Lehmann und seine Kollegen schweigen."

https://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Sta ... t-Hannover

Jetzt IFZAA in Basel (nur Screenshot von Artikel hier vorhanden)

http://www.numismatik-cafe.at/viewtopic.php?f=44&t=5221

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Re: Einschätzung von Ebay- und ähnlichen Angeboten (Kelten)

Beitrag von Altamura2 » Fr 02.04.21 15:41

guarana hat geschrieben:
Fr 02.04.21 14:21
... Die Anzahl der Bewertungen des Käufers stimmt jedenfalls mit denen des genannten Händlers überein. ...
Das ist clever :D , da bin ich gar nicht drauf gekommen. Dann wird es wohl Savoca selbst gewesen sein.
Amentia hat geschrieben:
Fr 02.04.21 14:52
... Ich kenn die Sammlung von Herrn Hermann Lanz, ...
Das ist ja schonmal was. Dann musst Du aber jetzt halt feststellen, dass die meisten anderen hier das sehr wohl für eine respektable Provenienz halten :D .
Amentia hat geschrieben:
Fr 02.04.21 14:52
... da wurde mehr wert auf Quantität als auf Qualität gelegt und viele Stücke sind nur durschnittlich gut erhalten und ausgeprägt und somit für mich nicht interessant, wenn ich ein gleichwertiges Stück ohne ex Sammlung Lanz ...
Alles schön und gut, aber nur weil Du das so siehst, müssen das andere nicht auch so sehen :? .
Amentia hat geschrieben:
Fr 02.04.21 14:52
... In der Sammlung Lanz war auch einer der Janus Stater, deren Echtheit von Herrn Lehmann in Frage gestellt wurde und wohl durch IFZAA in Basel. ...
Jetzt versuchst Du irgendwie die Sammlung Lanz schlecht zu machen, um sie als Provenienz zu diskreditieren und doch noch Recht zu behalten, kann das sein :wink: ?

Aber mit dem Herrn Lehmann als Experten wäre ich vorsichtig. Hast Du den Thread aus dem Numismatik-Café auch ganz gelesen und diejenigen aus dem Forum hier ebenfalls? Mit seinem Analyseergebnis scheint er es auch nicht weiter als bis zu Money Trend geschafft haben, alleine das macht schon stutzig 8O .

Gruß

Altamura

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Re: Einschätzung von Ebay- und ähnlichen Angeboten (Kelten)

Beitrag von Zwerg » Fr 02.04.21 15:42

Zu den 1/24 Stateren eine erhellende Bemerkung in einer Künker Auktion von 2018
https://www.coinarchives.com/a/openlink ... 5f9d92bb97
Außer den bekannten Museumsexemplaren (s. H. J. Kellner, Manching und Steffen/Ziegaus, JNG XLIV, 1994) sind im Handel bisher nur drei echte Exemplare präsent: Leu Web-A. 4, Nr. 8; Künker A. 216, Nr. 20 und Leu A. 2, Nr. 11 (=unser Exemplar).
Dringend muß vor Fälschungen gewarnt werden (die „Produktion" setzte keine zwei Jahre nach der „Präsentation" der Originale im JNG XLIV ein!).
Mehrfach wurde auch versucht gefälschte Exemplare in seriöse Auktionshäuser einzuschleußen: Hess-Divo A. 3, Nr. 233; Künker A. 204, Nr. 69; CNG Electronic A. 361, Nr. 10; alle diese falschen Stücke konnten rechtzeitig zurückgezogen werden! Leider werden im süddeutschen Raum weiterhin diese modernen - zugegebenermaßen raffinierten - Kopien auf den Markt geworfen. Und leider haben diese gefakten Exemplare auch schon Eingang in bekannte Sammlungen gefunden (Slg. Lanz (1997), Nr. 13/14 und Slg. Karl (2008), Nr. 206-215).
Wie lassen sich nun echt und falsch unterscheiden?
Die Ikonographie der Fälschungen wirkt schon sehr gefällig, fast lieblich, das Pferdchen fast putzig, das Doppelportrait zeigt ein „verschmitztes" Lächeln, es fehlt beiderseits einfach das kantig-keltische. Die Oberflächen sind viel zu glatt ohne die üblichen feinen Stempelbrüche, der Rand ist zwar unrund, weist aber nicht die Randirregularitäten (Einrisse, Kerbungen) der Echtstücke auf. Die Schrötlinge zeigen eine stets gleichförmige Geometrie. Die wenigen Originale sind alle dezentriert, die Fälschungen dagegen alle perfekt zentral gesetzt. Mit einem Satz: Die modernen Nachprägungen sind zu harmonisch um echt zu sein. Ein ganz simples Unterscheidungskriterium ist auch der Marktpreis: Die Imitate kosten heute 300-500 Euro, die drei Originale erbrachten ein Vielfaches davon!
Kurioserweise geht Künker hier nicht auf die "Ergebnisse" von Lehmann ein.
Die Münzen von Lanz auf Ebay sind natürlich alles Fälschungen.

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