FRANCISCUS I.D.G.ROM.IMP.SEMP.AVG - TE DELECTATVS EST

Diskussionen rund um Medaillen, Medailleure, Jetons, Rechenpfennige

Moderator: Lutz12

tefun
Beiträge: 21
Registriert: Di 29.09.09 22:17
Wohnort: Saalfeld

FRANCISCUS I.D.G.ROM.IMP.SEMP.AVG - TE DELECTATVS EST

Beitrag von tefun » Di 29.09.09 23:13

Hallo Münzfreunde,

ich habe von meinem Großvater mehrere Münzen, u.a. eine mit dem Bildnis von FRANCISCUS geerbt. Was mich an der Münze wundert ist, das kein Wert angegeben ist. Soweit ich das richtig erkannt habe, ist als Jahreszahl MDCCXIV, also 1714 angegeben.
Ich möchte diese Münze nicht verkaufen, mich interessiert jedoch der ungefähre Wert. Habe in Google bereits alles abgesucht, jedoch war meine Suche nicht von Erfolg gekrönt.

Das Gewicht liegt bei 30 Gramm, der Durchmesser beträgt ca 44mm.

Könnt ihr mir evtl. weiterhelfen.

Vielen Dank!

tefun
Dateianhänge
front_1.jpg
FRANCISCUS I.D.G.ROM.IMP.SEMP.AVG.

I.L.CEXILIN (oder so ähnlich, ist sehr klein geschrieben)
back_1.jpg
TE DELECTATVS EST
ELECT.D.XIII SEPT.
CORON.D.IVOCT
MDCCXIV

Benutzeravatar
Numis-Student
Moderator
Beiträge: 14324
Registriert: Mi 20.02.08 22:12
Wohnort: Wien
Hat sich bedankt: 2668 Mal
Danksagung erhalten: 680 Mal

Beitrag von Numis-Student » Do 01.10.09 15:10

Hallo,
es handelt sich um eine Medaille, es ist keine Münze.
Ein Moderator wird zu den Medaillen verschieben, dort gibt es dann die Fachleute dazu.
Schöne Grüße,
MR

tefun
Beiträge: 21
Registriert: Di 29.09.09 22:17
Wohnort: Saalfeld

Beitrag von tefun » Sa 03.10.09 06:51

Hallo Numis-Student,

Danke für den Hinweis.
Deshalb also auch der fehlende Wert - vielleicht versuche ich es das nächste mal mit denken ... ;-)

Kennt sich denn jemand von den Medaillen-Profis aus?

Ist es eher was für die Münzsammlung oder eher "Spielgeld" für meinen Kleinen.
Ihm gefällt sie nämlich so gut, das er sie nicht mehr herausrücken wollte.

viele Grüße
tefun

klaupo
Beiträge: 3654
Registriert: Mi 28.05.03 23:13
Wohnort: NRW
Hat sich bedankt: 11 Mal
Danksagung erhalten: 260 Mal

Beitrag von klaupo » Sa 03.10.09 12:12

Der Medailleur dürfte J(ohann) L(eonhard) OEXLEIN (1715-1787) gewesen sein. Die Medaille bezieht sich vermutlich auf ein Jubiläum eines Ereignisses aus dem Jahr 1714, und für eine Wertermittlung wäre zu berücksichtigen, daß das Teil ziemlich ramponiert aussieht (Randschläge, Korrosions- oder Brandflecken im Feld).

Gruß klaupo

cyrano
Beiträge: 197
Registriert: Mo 28.01.08 12:50

Beitrag von cyrano » Sa 03.10.09 12:12

Zumindest machte dem Franziscus irgendetwas Vergnügen. Ob es seine Gärten waren?

cyrano
Beiträge: 197
Registriert: Mo 28.01.08 12:50

Beitrag von cyrano » Sa 03.10.09 12:59

Es scheint jedenfalls der hier gemeint zu sein:

Franz Stephan von Lothringen wurde am 13. September 1745 in Frankfurt am Main zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches gewählt - die Krönung fand am 4. Oktober statt.

...und seine eigentlichen Neigungen waren tatsächlich die Naturwissenschaften!

http://de.wikipedia.org/wiki/Franz_I._Stephan_(HRR)

cyrano
Beiträge: 197
Registriert: Mo 28.01.08 12:50

Beitrag von cyrano » Sa 03.10.09 12:59

Medaillen sind schon was Feines!

tefun
Beiträge: 21
Registriert: Di 29.09.09 22:17
Wohnort: Saalfeld

Beitrag von tefun » Sa 03.10.09 15:08

Vielen Dank für die Informationen und die Angabe zum vermutlichen "Herausgeber".
Ich bin mit dem Zeitraum des Erscheinens der Medaille nicht so vertraut, aber sollte tatsächlich Franz Stephan von Lothringen das Konterfei der Medaille zieren, wundert es mich schon, da er zu diesem Zeitpunkt lediglich 6 Jahre alt war ....

In der Tat weißt die Medaille Schäden durch dilettantische Reparaturversuche auf.
Durch wen diese erfolgten, wird wohl ein Geheimnis der Medaille bleiben.
...für eine Wertermittlung wäre zu berücksichtigen, daß das Teil ziemlich ramponiert aussieht (Randschläge, Korrosions- oder Brandflecken im Feld).
Wenn der Wert durch die Schäden an der Medaille so unbedeutend ist, kann ich sie dann doch meinem Sohn als "Schatz" überlassen?!
Oder gibt es Einwände?

Vielen Dank nochmals.

tefun

Benutzeravatar
KarlAntonMartini
Moderator
Beiträge: 7240
Registriert: Fr 26.04.02 15:13
Wohnort: Dresden
Hat sich bedankt: 90 Mal
Danksagung erhalten: 179 Mal

Beitrag von KarlAntonMartini » Sa 03.10.09 15:39

Nein, das Datum ist 1745. Ich hatte es auch erst falsch gelesen.
MDCCXLV = 1745
MDCCXIV = 1714
Der Querstrich des L ist nicht sehr deutlich. Grüße, KarlAntonMartini
Tokens forever!

Benutzeravatar
Numis-Student
Moderator
Beiträge: 14324
Registriert: Mi 20.02.08 22:12
Wohnort: Wien
Hat sich bedankt: 2668 Mal
Danksagung erhalten: 680 Mal

Beitrag von Numis-Student » Sa 03.10.09 20:27

Also ich find es zu schade als Spielgeld :-(

Benutzeravatar
Lutz12
Moderator
Beiträge: 2668
Registriert: Fr 10.01.03 11:24
Wohnort: Leipzig
Hat sich bedankt: 1 Mal
Danksagung erhalten: 3 Mal

Beitrag von Lutz12 » So 04.10.09 10:37

Bei "Schau- und Denkmünzen Maria Theresias" ist das Stück mit Beschreibung als Nr. LXI. angeführt. Dort wird auch eine Deutung des Darstellung vorgenommen:
"Das kaiserliche Brustbild von Oexlein geschnitten. Auf der Rückseite ein Lilienstock, welcher von sieben aus ebensoviel herumstehenden Herzen springenden Wasserstrahlen befeuchtet wird. Oben ist das strahlende Aug Gottes, und zu beyden Seiten stürmende Winde, welche mehr andere Lilien zu Boden drücken. Umschrift: TE DELECTATVS EST. An dir hat er seinen Wohlgefallen gehabt. Im Abschnitt: ELECT. D. XIII. SEPT. CORON. D. IV. OCT. MDCCXLV. Erwählt den 13. Sept. gekrönt den 4. Oktob. 1745.
Mit der Lilie hat der Erfinder dieser Medaille vermuthlich auf das Toskanische Wappen, welches mit einer Lilie geziert ist, mit den sieben aus sieben Herzen hervorquellenden Springbrunnen aber auf die sieben Wahlstimmen, wodurch Franz der I. zum Kaiser erwählet worden, gezielet: denn Churbrandenburg und Churpfalz hatten damals ihre Stimmen dazu nicht gegeben."
Trotz Erhaltung würde ich das Stück nicht zum Spielen verwenden, in einigen Jahren wird es vielleicht (mit den geschichtlichen Hintergründen) auf Interesse und Respekt stoßen.
Lutz12
"Wenn Sie glauben, mich verstanden zu haben, dann habe ich mich falsch ausgedrückt" ( Alan Greenspan)

Benutzeravatar
chinamul
Beiträge: 6055
Registriert: Di 30.03.04 17:05
Wohnort: irgendwo in S-H
Danksagung erhalten: 21 Mal

Beitrag von chinamul » So 04.10.09 12:23

Lutz12 hat geschrieben:Trotz Erhaltung würde ich das Stück nicht zum Spielen verwenden, in einigen Jahren wird es vielleicht (mit den geschichtlichen Hintergründen) auf Interesse und Respekt stoßen.
Dem kann ich mich mit voller Überzeugung nur anschließen!

Gruß

chinamul
Nil tam difficile est, quin quaerendo investigari possit

tefun
Beiträge: 21
Registriert: Di 29.09.09 22:17
Wohnort: Saalfeld

Beitrag von tefun » Fr 23.10.09 13:06

Dann werde ich die Medaille also aufbewahren bis mein Sohn den Wert beurteilen kann und möglicherweise diese Medaille als Start für ein interessantes Hobby verwendet (etwas habe ich mich auch schon anstecken lassen :-)

Danke nochmals!

tefun

PS: Ich habe noch eine weitere Medaille von 1712 entdeckt, welche aber eher wie eine Nachprägung aussieht, da sie m.E. nach zu gut erhalten ist.
Kann man eigentlich Original von Nachprägung unterscheiden?

Benutzeravatar
Numis-Student
Moderator
Beiträge: 14324
Registriert: Mi 20.02.08 22:12
Wohnort: Wien
Hat sich bedankt: 2668 Mal
Danksagung erhalten: 680 Mal

Beitrag von Numis-Student » Fr 23.10.09 13:35

tefun hat geschrieben:... welche aber eher wie eine Nachprägung aussieht, da sie m.E. nach zu gut erhalten ist.
Kann man eigentlich Original von Nachprägung unterscheiden?
Hallo,
wenn du uns ein Bild zeigst, werden die Experten wissen, ob es von dieser Medaille Nachprägungen gibt. Ausserdem sind diese oft mit einer kleinen Punze mit der "echten" Jahreszahl versehen, manchmal am Rand versteckt.
Schöne Grüße,
MR

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste