Julia Maesa - "Jahrhunderte voller Glück"

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drakenumi1
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Julia Maesa - "Jahrhunderte voller Glück"

Beitrag von drakenumi1 » Sa 01.10.22 23:11

MManchmal bringt das Stöbern in der eigenen Sammlung auch völlig neue Erkenntnisse ans Licht:

Dir Rückseitenumschrift der abgebildeten Julia Maesa lautet sehr deutlich "SAECULA FELICITAS", was nach Googles Übersetzer heißt: "Jahrhunderte voller Glück". RIC kennt jedoch nur einen Denartyp mit "SAECULI FELICITAS", was "Glück des Alters" heißen soll. Meine Lateinkenntnisse sind nur noch ungenügend, daher meine Bitte um Eure Deutung, ob ein Graveurfehler oder ein Prägestempelverschleiß vorliegen könnte? Ich bin neugierig und für Eure Bemühungen dankbar.

Beste Grüße von drake


Dateianhänge
Denar Julia Maesa C. 45 Av. IVLIA MAESA AVG..jpg
Denar Julia Maesa C. 45 Rv. SAECVLI FELICITAS. Felicitas vor Altar li. opfernd..jpg
Man kann, was man will, und wenn man sagt, man kann nicht, dann will man auch nicht.
(Baltzer von Platen/a. Rügen)

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antoninus1
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Re: Julia Maesa - "Jahrhunderte voller Glück"

Beitrag von antoninus1 » Sa 01.10.22 23:24

Ich denke, dass der Buchstabe schon ein I ist. Das A in SAECVLI ist ja klar als solches zu erkennen. Das I in SAECVLI ähnelt mehr den I in FELICITAS. Da hat der Stempelschneider etwas unsauber gearbeitet.
SAECVLI FELICITAS heißt soviel wie Das Glück (unseres) Zeitalters oder ...(unserer) Zeit.
SAECVLA passt da gar nicht, da das der Plural von SAECVLVM/Zeitalter ist.
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Rollentöter (So 02.10.22 00:44) • Atalaya (So 02.10.22 12:19)
Gruß,
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Re: Julia Maesa - "Jahrhunderte voller Glück"

Beitrag von richard55-47 » So 02.10.22 09:08

Damit kann ich mich nicht anfreunden. Ich sehe da ein "A" mit dem Sinngehalt "glückliche Zeiten". Ich weiß, dass "Zeiten" mit "tempora" übersetzt wird, Aber "SAECULA" dürfte auch passen, wenn man dem Volk, das im übrigen nicht lesen konnte, verklickern wollte, was ihm alles Gutes bevorsteht. "Das Glück unserer Zeit" klingt mir sehr gekünstelt, erst recht bei der im fortgeschrittenen Alter befindlichen MAESA.
do ut des.

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kc
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Re: Julia Maesa - "Jahrhunderte voller Glück"

Beitrag von kc » So 02.10.22 09:13

Für mich ein I...ist nahezu identisch mit dem zweiten I von FELICITAS.

VG
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Re: Julia Maesa - "Jahrhunderte voller Glück"

Beitrag von richard55-47 » So 02.10.22 09:33

Ich sehe da eher eine Ähnlichkeit mit dem ersten A von SAECUL. Den strittigen Endungsbuchstaben spare ich mir.
do ut des.

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Re: Julia Maesa - "Jahrhunderte voller Glück"

Beitrag von Zwerg » So 02.10.22 09:50

Was das steht ist relativ egal - gemeint war SAECVLI
Alles andere ist ein Schreibfehler - so wie bei der VINO REGINA anstatt der IVNO REGINA.
Das ist dann auch keine neue Emission

Schönen Sonn- und Feiertag
Klaus
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Re: Julia Maesa - "Jahrhunderte voller Glück"

Beitrag von antoninus1 » So 02.10.22 09:57

SAECVLA ist ein Substantiv und stünde hier im Nominativ (oder Akkusativ) Plural: die Zeiten(Zeitalter) oder die Jahrhunderte. FELICITAS ist ein Substantiv im Nominativ Singular. Das passt nicht zusammen und ergibt keinen Sinn. Die Überstzung hieße "Die Jahrhunderte das Glück".

Man könnte sich noch SAECVLA FELICITATIS (Die Jahrhunderte des Glücks) vorstellen, aber das ist nicht sinnvoll (und der Genitiv von Felicitas steht auch nicht da), da die Münze ja das eine aktuelle Jahrhundert/Zeitalter des Glücks feiert und nicht mehrere.
Und wenn es sich um das Glück der (kommenden) Zeitalter handeln würde, müsste es FELICITAS SAECVLORVM heißen.

Entweder hat der Stempelschneider mit einem A einen Fehler gemacht, was ich eher für unwahrscheinlich halte, oder es ist ein unsauberes I.
Gruß,
antoninus1

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Re: Julia Maesa - "Jahrhunderte voller Glück"

Beitrag von richard55-47 » So 02.10.22 10:25

Man sollte erst mal in die Büche schauen. Ein Blick in den Kampmann genügt, dort 61.12 weist SAECULI FELICITAS auf. Ich streue Asche auf mein Haupt als Friedensangebot.
do ut des.

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Re: Julia Maesa - "Jahrhunderte voller Glück"

Beitrag von drakenumi1 » So 02.10.22 19:32

Danke nochmals für Eure Meinungen: Ich habe daraus geschlußfolgert, daß der Graveur das eigentliche "I" eine Grätsche machen ließ und damit aus den gespeizten Beinen auch unter Anwendung der richtigen Serifen schnell ein "A" wurde. Daß wahrscheinlich noch eine Portion Unkenntnis der lat. Sprache in dieser Sache ein Übriges tat, hat mich (Euch) kurz irritiert und auch Googles "freie" Übersetzung hat auf ein falsches Gleis geführt. Fazit für mich: Diese Maesa wird unter "Graveurfehler" seinen Liegeplatz erhalten, als absonderliche Fehlprägung.

Einen schönen Feiertag wünscht drake
Man kann, was man will, und wenn man sagt, man kann nicht, dann will man auch nicht.
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