Kleine Frage zum Klassizismus

Alles was so unter den Römern geprägt wurde.

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Basti aus Berlin
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Kleine Frage zum Klassizismus

Beitrag von Basti aus Berlin » Do 18.05.23 15:26

Hallo liebe Leute 😺

Vorletzte Woche habe ich mich mit einem User in Leipzig getroffen. Er hat mir Rommünzen geschenkt und bestimmt. Seine Erklärungen haben mich sehr beeindruckt. Der ganze Tag hat sich vom numismatischen her sehr beeindruckt. Er hat mir so viel von eurem Gebiet erklart. Ein toller Mann!

Die Frage: Nach dem Untergang zerfiel die ganze Struktur. Also Gebäude, Kunst, Münzen. Wie kam das? Städte wie Köln und Regensburg kann man doch nicht einfach wegzaubern.

Frage 2: Woher kam der Geist des Klassizismus? Wer war Ideengeber, dass "das Alte" auf einmal wiederkehrte? ZB Walhalla Regensburg, Altes Museum Berlin oder Propyläen München, Weiße Haus Washington ... und dann wieder Mausoleum Lenin, Mausoleum Atatürk, Reichsluftfahrtministerium ...

Seit unserem Treff geht mir das sehr viel durch den Kopf.

Freue mich über tolle Antworten. Danke im Voraus 🐱
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Re: Kleine Frage zum Klassizismus

Beitrag von rosmoe » Do 18.05.23 16:17

Aus so krummem Holze, als woraus der Mensch gemacht ist, kann nichts ganz Gerades gezimmert werden. (Immanuel Kant)

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Basti aus Berlin
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Re: Kleine Frage zum Klassizismus

Beitrag von Basti aus Berlin » Do 18.05.23 16:50

Danke für den Link. Habe mir bei Wikipedia schon etliches zu dem Thema der reinen Kunst durchgelesen.

Nur Bezugnahme zur Numismatik fehlt. Wobei gerade das noch vor zB Musik und Mode interessant ist.
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Re: Kleine Frage zum Klassizismus

Beitrag von Pinneberg » Fr 19.05.23 15:00

Zunächst ist zu erkennen, dass es neben den herkömmlichen Unterschieden im Stil der einzelnen Emissionen, auch innerhalb der Münzprägungen der Gesellschaften in der Antike viele Entwicklungen im Aussehen der Münzen gab. Und die römischen Münzen bildeten hier keine Ausnahme, in der Spätantike gab es große Unterschiede zu den Prägungen unter bspw. Augustus. Es muss also das Konstrukt der "reinen Kunst" dekonstruiert werden und man erkennt, dass die antiken Vorbilder selbst auch nur exemplarisch und höchst subjektiv ausgewählt wurden. Das Kopieren antiker Münzen und das Ausprägen von zeitgenössischem Geld nach dem Vorbild antiker Motive beginnt ja indes schon im Mittelalter, man gucke nur auf die Prägungen Kaiser Friedrich des II. (https://de.m.wikipedia.org/wiki/Augustalis )
Auch in der Renaissance wird dies natürlich nochmal viel verbreiteter. Ich denke da z.B. an Prägungen Karls des V. aus Italien ( https://www.coinarchives.com/w/lotviewe ... 51d9fc0b1a )
Den geprägten Portraits dieser Zeit einen genuin "antiken Charakter" zuzuschreiben halte ich im Übrigen für fragwürdig, da auch schon damals die Antike oftmals nicht exakt kopiert werden sollte, bzw. in der Mentalitätsgeschichte des Mittelalters das Römische Reich als weiterhin fortbestehend angesehen wurde. Allerdings bildet der Rückgriff auf die Antike eine wichtige Grundlage für die Münzprägung Europas, da damals eben schon die grundlegenden Konzepte wie z.B. Portrait(-seite), Münzlegende und die Iterationsziffern erfunden wurden. Auch Symbole wie z.B. der Adler, das Lorbeerblatt und die Weizenähre sind wichtige Symbole in der Antike, die bis heute verwendet werden. Demzufolge könnte man den Bogen bis in die Neuzeit und Gegenwart spannen (was die von dir gezeigten Münzen ja auch exemplarisch belegen).
Ich bin jetzt mal nur kurz auf den Aspekt der Numismatik eingegangen :)
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Basti aus Berlin (Fr 19.05.23 15:28) • Steffl0815 (Fr 19.05.23 15:48)
Grüße, Pinneberg

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