Die Schönheit der Münzen des Commodus
Moderator: Homer J. Simpson
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Re: Die Schönheit der Münzen des Commodus
Nett! Meinst Du mit der Münze in der Hand, hinter dem O sollte noch ein hier schwach ausgeprägtes M stehen??
Wo is'n des Hirn? --- Do, wo's hiig'hört! --- Des glaab' i ned!
- Lucius Aelius
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Re: Die Schönheit der Münzen des Commodus
Jetzt wo du's sagst sehe ich es auch, dass hier ein M gestanden hat
Gruss
Lucius Aelius
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Re: Die Schönheit der Münzen des Commodus
Dank lieber und hilfsbereiter Mitmenschen habe ich jetzt einen Sesterzen mehr in meiner Sammlung. RIC III 308a, 22,71 Gr. Nicht besonders selten, aber in feiner, unverhunzter Erhaltung, gutem Stil und super zentriert.
Grüsse
Rainer
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Chippi
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Re: Die Schönheit der Münzen des Commodus
Vor allem mit runden Schrötling! Sonst sind sie eher eckig mit viel fehlender Legende...
Gruß Chippi
Gruß Chippi
Wurzel hat geschrieben:@ Chippi: Wirklich gute Arbeit! Hiermit wirst du zum Byzantiner ehrenhalber ernannt! ;-)
Münz-Goofy hat geschrieben: Hallo Chippi, wenn du... kannst, wirst Du zusätzlich zum "Ottomanen ehrenhalber" ernannt.
- Lucius Aelius
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Re: Die Schönheit der Münzen des Commodus
Dieser Sesterz aus dem Jahre 186 zeigt eine interessante Rückseite:
Volk und Senat von Rom / Laetitia (bezeichnet ein Gefühl der Freude, des Jubels, der Heiterkeit , des Vergnügens oder der Wonne) / Consul zum 5. Mal (Antritt 186 n.Chr.)
Das Reversbild steht im Zusammenhang mit der ersten Decennalia, was durch das P[rima] D[ecennalia] deutlich wirf, dass, entgegengesetzt zur Richtung der übrigen Averslegende, unter der Aversbüste stand (jetzt aber ist die Stelle völlig abgegriffen).
Volk und Senat von Rom / Laetitia (bezeichnet ein Gefühl der Freude, des Jubels, der Heiterkeit , des Vergnügens oder der Wonne) / Consul zum 5. Mal (Antritt 186 n.Chr.)
Das Reversbild steht im Zusammenhang mit der ersten Decennalia, was durch das P[rima] D[ecennalia] deutlich wirf, dass, entgegengesetzt zur Richtung der übrigen Averslegende, unter der Aversbüste stand (jetzt aber ist die Stelle völlig abgegriffen).
Gruss
Lucius Aelius
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Re: Die Schönheit der Münzen des Commodus
Die Rückseite ist mir gänzlich unbekannt.
Gibt es die auch aus anderen Jahren, und bezieht sich der Freudentaumel ausschliesslich auf die ersten Decennalia und nicht auf das fünfte Konsulat?
Gibt es die auch aus anderen Jahren, und bezieht sich der Freudentaumel ausschliesslich auf die ersten Decennalia und nicht auf das fünfte Konsulat?
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Re: Die Schönheit der Münzen des Commodus
Nein, Laetitia bezieht sich sicherlich nicht auf das Konsulat, sondern auf die Decennalia (siehe P C auf dem Avers wie oben beschrieben). Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob der Anlass nun die Decennalienfeier samt Spielen waren oder das erfolgreich abgeschlossene erste Jahrzehnt. Ebenso unschlüssig bin ich mir noch, ob der Beginn der 10 Jahre bei der ersten Imperatorenakklamation im Nov. 176 zu suchen ist (Feier nach Vollendung der 10 Jahren) oder der Augustusernennung 177 (Feier bei Beginn des 10. Jahres).
Laetitia, allerdings als Personifikation, taucht hingegen vielfach auf, u.a. bei Tetricus, Gordianus III. oder Crispina.
Laetitia, allerdings als Personifikation, taucht hingegen vielfach auf, u.a. bei Tetricus, Gordianus III. oder Crispina.
Gruss
Lucius Aelius
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Re: Die Schönheit der Münzen des Commodus
Ersteres ist doch nur die gefeierte Konsequenz aus den ersten zehn Jahren Herrschaft, die der Kaiser hier selbstherrlichst feiert. Da wird das Volk auch zusammen mit Laetita gejubelt haben, denn Commodus wird garantiert Brot, Spiele uvm. grosszügig verteilt haben. Ob der Senat mitgejubelt hat, ist allerdings sehr fraglich.Lucius Aelius hat geschrieben: ↑Sa 11.07.26 18:54ob der Anlass nun die Decennalienfeier samt Spielen waren oder das erfolgreich abgeschlossene erste Jahrzehnt
Und sicher gefeiert hat auch mal wieder die Propaganda auf den Münzen.
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Re: Die Schönheit der Münzen des Commodus
Mir geht es um die Frage, was das Reversmotiv von Commodus eigentlich speziell aussagen soll (das es im Zusammenhang mit seiner decennalia steht ist ja klar).Perinawa hat geschrieben: ↑Sa 11.07.26 19:32Ersteres ist doch nur die gefeierte Konsequenz aus den ersten zehn Jahren Herrschaft, die der Kaiser hier selbstherrlichst feiert. Da wird das Volk auch zusammen mit Laetita gejubelt haben, denn Commodus wird garantiert Brot, Spiele uvm. grosszügig verteilt haben.Lucius Aelius hat geschrieben: ↑Sa 11.07.26 18:54ob der Anlass nun die Decennalienfeier samt Spielen waren oder das erfolgreich abgeschlossene erste Jahrzehnt
Bei seinen beiden Vorgängern wurden die erreichten Herrschaftsjahrzehnte mit folgendem Bildtext im Kranz emittiert: 158 Antoninus Pius mit SECVND DECEM ANNALES COS IIII / 171 Marcus Aurelius mit PRIMI DECENNALES COS III). Das SPQR fehlt hier. Also feiern die Kaiser ihre Jubiläen quasi in Eigenregie und tun das auf ihren Münzen kund. Laetitia ist ihnen offenbar wurscht.
Commodus hingegen stellt die Freude in den Vordergrund, verzichtet auf die Benennung des Ereignisses im Reversbild (nur ganz klein als Abkürzung auf den Avers gesetzt) und erwähnt SPQR. Bei früheren Eichenkranz-Sesterzen mit OB CIVES SERVATOS erschien auch das SPQR. Da ist die Botschaft klar: Die corona civica wurde dem Kaiser vom Senat im Namen des Volkes verliehen.
Also schlussfolgere ich mal vorsichtig die Rückseite dieses Commodus-Sesterzen:
Anlässlich der kaiserlichen Jubiläumd hat der Senat dem Kaiser Commodus einen goldenen Ehrenkranz im Namen des Volkes gestiftet, weil er allen während seiner 10jährigen Zeit als Augustus soviel Freude beschert hat.
Das hieße im Umkehrschluss:
Jeder Kaiser hat bei seinem Zehnjährigen oder Zwanzigjährigen einen Kranz vom Senat verliehen bekommen. Commodus war nun offensichtlich der Einzige, der diesbezüglich nicht den Eintritt des Ereignisses feiert (die PRIMI DECENNALES wie bei Marcus 171), sondern den Grund für die Verleihung bei Eintritt des Ereignisses, nämlich die LAETITIA.
Ich finde das sehr interessant. Warum? Weil das viel über den Charakter des Kaisers aussagt. Und das läuft darauf hinaus, dass er eben kein "Verrückter" war, sondern eine vernünftige Politik betrieb.
Gruss
Lucius Aelius
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Re: Die Schönheit der Münzen des Commodus
Zu der/den Münze(n) findet sich sogar eine Erwähnung in wikipedia:
"Im Frühjahr des Jahres 190, wahrscheinlich zu seiner Dezennalienfeier als Alleinherrscher am 17. März, verkündete der Kaiser den Beginn eines saeculum aureum Commodianum, eines „goldenen commodianischen Zeitalters“.[Begleitet wurde der Beginn des neuen Zeitalters von zahlreichen Münzemissionen, die der Bevölkerung Felicitas, Glückseligkeit und Fruchtbarkeit goldener Zeiten (temporum felicitas und saeculi felicitas), versprachen."
Ich halte es für durchaus möglich, dass diese Emission(en) zu diesem Anlass an die Bevölkerung verteilt wurde. Er war ja bekannt für seine Grosszügigkeit gegenüber dem Volk und auch dem Militär. Und die Münzen sind ja anscheinend nicht "auf Beschluss des Senats" geprägt worden, allerdings weiss ich nicht, inwiefern das fehlende S.C. eine Rolle spielen könnte. So bewandert bin ich bei der Bronzeprägung leider nicht.
Verrückt? Er war sicher nicht "verrückter" als andere Kaiser auch. Wie auch in der Vita Nero musste die Wissenschaft viel korrigieren. M.E. liegt das daran, dass in der früheren Forschung die antike Geschichtsschreibung der HA, bei Cassius Dio & Co. nicht oder nicht genügend hinterfragt wurde. Ist es nicht auffällig, dass gerade die beim Senat unbeliebten Herrscher in der antiken Historie kein gutes Bild hinterliessen?
Commodus hat das Erbe seines Vaters fortgeführt, und das sogar so klug, dass er dessen offensive Kriegspolitik, die Rom viel Geld gekostet hat, beendete. Allerdings war er auch kein Sparfuchs; er hat eine so gut wie leere Kasse übernommen, aber das, was er eingenommen hat, auch wieder mit vollen Händen ausgegeben.
Seine späteren Pläne im Zuge des "Commodianismus“ waren klar überambitioniert, passen aber in die Selbstinszenierung des artgerechten Caesarenwahns.
In diesem Zusammenhang suche ich seit einiger Zeit eine historische Quelle: Ich hatte mal gelesen, dass Commodus eine Änderung im Währungssystem plante, und dabei sollte wohl auch die Provinzmünzen durch die Einführung und Prägung der stadtrömischen Nominale ersetzt werden. Leider finde ich diese Quelle nicht mehr..
Grüsse
Rainer
"Im Frühjahr des Jahres 190, wahrscheinlich zu seiner Dezennalienfeier als Alleinherrscher am 17. März, verkündete der Kaiser den Beginn eines saeculum aureum Commodianum, eines „goldenen commodianischen Zeitalters“.[Begleitet wurde der Beginn des neuen Zeitalters von zahlreichen Münzemissionen, die der Bevölkerung Felicitas, Glückseligkeit und Fruchtbarkeit goldener Zeiten (temporum felicitas und saeculi felicitas), versprachen."
Ich halte es für durchaus möglich, dass diese Emission(en) zu diesem Anlass an die Bevölkerung verteilt wurde. Er war ja bekannt für seine Grosszügigkeit gegenüber dem Volk und auch dem Militär. Und die Münzen sind ja anscheinend nicht "auf Beschluss des Senats" geprägt worden, allerdings weiss ich nicht, inwiefern das fehlende S.C. eine Rolle spielen könnte. So bewandert bin ich bei der Bronzeprägung leider nicht.
Verrückt? Er war sicher nicht "verrückter" als andere Kaiser auch. Wie auch in der Vita Nero musste die Wissenschaft viel korrigieren. M.E. liegt das daran, dass in der früheren Forschung die antike Geschichtsschreibung der HA, bei Cassius Dio & Co. nicht oder nicht genügend hinterfragt wurde. Ist es nicht auffällig, dass gerade die beim Senat unbeliebten Herrscher in der antiken Historie kein gutes Bild hinterliessen?
Commodus hat das Erbe seines Vaters fortgeführt, und das sogar so klug, dass er dessen offensive Kriegspolitik, die Rom viel Geld gekostet hat, beendete. Allerdings war er auch kein Sparfuchs; er hat eine so gut wie leere Kasse übernommen, aber das, was er eingenommen hat, auch wieder mit vollen Händen ausgegeben.
Seine späteren Pläne im Zuge des "Commodianismus“ waren klar überambitioniert, passen aber in die Selbstinszenierung des artgerechten Caesarenwahns.
In diesem Zusammenhang suche ich seit einiger Zeit eine historische Quelle: Ich hatte mal gelesen, dass Commodus eine Änderung im Währungssystem plante, und dabei sollte wohl auch die Provinzmünzen durch die Einführung und Prägung der stadtrömischen Nominale ersetzt werden. Leider finde ich diese Quelle nicht mehr..
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Re: Die Schönheit der Münzen des Commodus
Das SC ist bei dem Sesterzen unter dem Kranz, ist bloß abgegriffen.
Dass Commodus die östlichen Währungen abschaffen wollte ist mir neu. Ich glaube, bei v. Saldern habe ich mal gelesen, dass es dem Osten unter seiner Herrschaft wirtschaftlich recht gut ging (es gab ja auch keinen Krieg in der Zeit und damit keine Mehrbelastung für die Bevölkerung). Da wäre eine solche Massnahme vermutlich nicht erforderlich gewesen.
Gruss
Lucius Aelius
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Re: Die Schönheit der Münzen des Commodus
Dass Commodus in der Antike nicht so einen schlechten Ruf hatte wie die Senatoren glauben machen wollen, erkennt man auch an der Tatsache, dass Traianus Decius ja auch für Commodus seine Serie hat prägen lassen.
Kiko
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Re: Die Schönheit der Münzen des Commodus
Die Ansichten über Herrscher und gewesene Herrscher schwankten damals (wie heute) sehr nach Ansicht resp. Opportunismus. Schon die alten Ägypter kannten die "damnatio memoriae", wie es die Lateiner sagen. Sobald eine solche angeordnet wurde, egal, ob vom aktuellen Herrscher selbst, von irgendeinem Gremium auf Druck von ganz oben oder aus eigenem Antrieb, war es untunlich bis gefährlich, eine Gegenmeinung (offensiv) zu vertreten. Die heutige Literatur hat über Herrscher schon säuberlich andere Vermutungen angestellt oder Ergebnisse offen gelegt als tradiert, aber irgendwie kommt dann eine "herrschende Meinung" zum Zuge, die den Gegebenheiten ensprechen kann, aber nicht unbedingt muss. Ob Commodus einzig ein schlimmer Finger war oder auch seine "guten Seiten" hatte, ist Ansichtssache. Diese tatsächlich vorhandenen oder angeblich vorhandenen "guten Seiten" wird Traianus Decius wohl im Auge gehabt haben.
do ut des.
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Re: Die Schönheit der Münzen des Commodus
Decius galt als einer der schlimmsten Christenverfolgern überhaupt, und er versuchte mit Gewalt, die altrömischen (religiösen) Traditionen wieder aufleben zu lassen. Da kann es doch nicht verwundern, dass er auch wieder an Commodus erinnerte. Die "guten Seiten", die Decius in Commodus gesehen hat, würden wir heute als weniger gut bezeichnen. 
Die Entfremdung von Senat und Kaiser hatte keine "religösen" Gründe, sondern lag insbesondere daran, dass Commodus wichtige Posten mit fähigen Leuten besetzte, und das waren dann halt nicht immer Senatoren wie in der Vergangenheit üblich war.
Die Entfremdung von Senat und Kaiser hatte keine "religösen" Gründe, sondern lag insbesondere daran, dass Commodus wichtige Posten mit fähigen Leuten besetzte, und das waren dann halt nicht immer Senatoren wie in der Vergangenheit üblich war.
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- Lucius Aelius
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Re: Die Schönheit der Münzen des Commodus
Dass Commodus in die Divi-Serie von Decius aufgenommen wurde hat wirklich gar nichts mit dessen Christenfeindlichkeit zu tun (mir fällt auf Anhieb auch gar nichts über christenfeindliche Massnahmen von ihm ein).
Die elf vergötterten Caesaren hatte Decius ausgesucht, weil sie wichtige Dynastiemitglieder in der Kaisergeschichte waren und Decius ja auch seine eigene Dynastie begründen wollte. Und dass 11 Ceasaren emittiert wurden lag daran, weil sich Decius selbst als zukünftiger Divus für Nr. 12 auserkoren hatte.Mit der Zahl 12 wäre dann der "kosmische" Kreis geschlossen.
Die elf vergötterten Caesaren hatte Decius ausgesucht, weil sie wichtige Dynastiemitglieder in der Kaisergeschichte waren und Decius ja auch seine eigene Dynastie begründen wollte. Und dass 11 Ceasaren emittiert wurden lag daran, weil sich Decius selbst als zukünftiger Divus für Nr. 12 auserkoren hatte.Mit der Zahl 12 wäre dann der "kosmische" Kreis geschlossen.
Gruss
Lucius Aelius
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