Fälschungsgalerie

Alles was so unter den Römern geprägt wurde.

Moderator: Homer J. Simpson

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Re: Fälschungsgalerie

Beitrag von Numis-Student » Di 25.08.20 23:26

Zwerg hat geschrieben:
Di 25.08.20 18:33
Das hätte man natürlich redigieren können, hat mich auch geärgert.
Die Dame stammt nun einmal aus Bulgarien. Ich weiß nicht, ob bei solch einer Magisterarbeit eine Überprüfung in diesem Sinne zulässig ist.
Bei einem Artikel in einer Fachzeitschrift sieht das anders aus.
Diese "Kollegin" hat ihre Hochschulreife an einer "deutschen Schule" in Bulgarien erreicht. Ohne die Arbeit jetzt komplett zu lesen: die Beispielsätze sind eigentlich schon gut für das, was sie an Sprachverständnis und -Kompetenz hat.

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Re: Fälschungsgalerie

Beitrag von Numis-Student » Di 25.08.20 23:29

andi89 hat geschrieben:
Di 25.08.20 19:13
"Gemein" beziehungsweise eine Zumutung ist es auch soetwas zu lesen/lesen zu müssen.
Der bulgarischen Autorin der erwähnten Masterarbeit wäre ja vielleicht auch noch die Möglichkeit geblieben, die Abhandlung in englischer Sprache zu verfassen. Da könnte ich mir allerdings schon eher vorstellen, dass die Uni das nicht so einfach erlaubt.
Meines Wissens nach ist das problemlos möglich...

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Re: Fälschungsgalerie

Beitrag von Altamura2 » Mi 26.08.20 08:27

Numis-Student hat geschrieben:
Di 25.08.20 23:26
... die Beispielsätze sind eigentlich schon gut für das, was sie an Sprachverständnis und -Kompetenz hat. ...
Das kann man jetzt so oder so verstehen :wink: .

Ich habe immer hohen Respekt vor Nicht-Muttersprachlern, die hier "offizielle" Texte auf Deutsch schreiben, die muss man dann auch mit etwas anderen Augen lesen.
Aber ein Mindestniveau sollten sie schon haben, vor allem müssen sie verständlich sein. Ich finde in dieser Arbeit aber Sätze, deren Sinn sich mir nicht erschließt :? ("Sie (Anm.: die Repliken) sind eine Herausforderung für Leute, die die Grundzüge seiner Arbeit nicht kennen."; "Sie (Anm.: die Untergruppen) haben oft einen Zusammenhang und fließen im weiteren Verlauf der Persönlichkeit ineinander."; was will uns die Autorin damit sagen 8O ?). Da muss man sich eben jemanden suchen (einen Muttersprachler), der das mal durchliest, das ist keine Schande. Und an einer deutschsprachigen Uni wie Wien sollte man doch Kommilitonen finden, die das übernehmen können. Diese QS-Maßnahme scheint hier aber nicht durchgeführt worden zu sein :? (und auch das kann man teilweise wohl dem Betreuer ankreiden).

Gruß

Altamura

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Re: Fälschungsgalerie

Beitrag von Amentia » Sa 29.08.20 13:28

Versteht jemand, was die Autorin (Ursula Kampmann) damit sagen will?

"Wenn man eine Münze vom Rand her betrachtet und merkt, dass die Oberfläche nicht konkav ist, wie es wegen des Hammerdrucks der Hammerprägung sein müsste, wenn die Oberfläche im Gegenteil konvex ist, was bei einer Hammerprägung technisch nicht möglich ist, dann muss man daraus schließen, dass die Münze gegossen und falsch ist."

https://muenzenwoche.de/faelschungen-er ... gemacht-2/

Die Bilder sind aus dem Internet und nicht von dem Artikel in Münzwoche und sollen nur bildlich zeigen, was konkav und konvex ist.

Ich habe viele Münzen, welche oben (Avers) konvex und unten (Revers) konkav sind (Bild 1) , der Avers Stempel wurden wohl absichtlich leicht konkav graviert und der Revers leicht konvex damit größere Rohlingen zwischen Stempeln nicht so leicht verrutschen.

Aber leider habe ich keine echte antike Münze welche vom Rand her betrachtet eine konkave Oberfläche hat.
In der Regel ist die höchte Stelle auf dem Avers ca. in der Mitte und ein Götter- oder Herrscherportrait und das Relief fällt dann zum Rand hin ab.
Sind also meine echten Münzen Güsse und meine Güsse dafür echt oder habe ich da mit konkav und konvex etwas falsch verstanden?

Ist wichtig, da ich eigentlich vom Gegenteil ausgehe, wenn sich der Rand auf dem Avers nach oben wölbt und der Übergang zum Rand sehr weich und abgerundet ist, dass dies für eine Guss spricht.
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Re: Fälschungsgalerie

Beitrag von Zwerg » Sa 29.08.20 16:34

Ich nehme an, daß ihr beide dasselbe meint.
Stempel der Vorderseite konvex, Stempel der Rückseite konkav.
Gußfälschungen haben oft auf der Rückseite einen kleinen "Bauch".

Interessanterweise ist dies auch bei Fälschungen moderner Münzen so. Falsche Goldmünzen des Deutschen Kaiserreiches erkennt man sehr häufig daran, daß die Fläche nicht plan ist, sondern ganz leicht konvex. Die sehe ich mir wirklich zuerst immer vom "Rand her" an.

Grüße
Klaus
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Re: Fälschungsgalerie

Beitrag von Amentia » Do 03.09.20 11:25

Der MARK ANTONY and CLEOPATRA (34 BC). Denarius ist ne Transferstempelfälschungen, die tauchen immer wieder in Auktionen auf und werden dann aber in der Regel auch immer zurückgezogen.
Bild mit einigen dieser Fälschungen und der echten Mutter auf forgerynetwork.
Mutter ist da links ob, und der Kantenrisse der Mutter auf Avers bei 6 Uhr wurde in die Transferstempel und von da auf die Transferstempelfälschungen übertragen. Außerdem spiegelt die Geisterlinie das Rohlingsende der Mutter perfekt wider.

https://www.sixbid.com/de/numismatik-na ... icky=false

Bild mit der Mutter oben links und die Fälschung ist wohl die direkt darunter (Bild von der Autkion als sie davor verkauft wurde)

http://forgerynetwork.com/asset.aspx?id=Vt4UAeB2ytE=

Vielleicht will die jemand benachrichtigen

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Re: Fälschungsgalerie

Beitrag von Numis-Student » Do 03.09.20 15:53

Amentia hat geschrieben:
Do 03.09.20 11:25

Vielleicht will die jemand benachrichtigen
Mail ist raus...

Schöne Grüße,
MR

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Re: Fälschungsgalerie

Beitrag von Amentia » Di 08.09.20 14:29

Didia Clara Transferstempelfälschung

Echte Mutter, wurde von mehreren Auktionshäusern in verschiedenen Auktionen verkauft, das ist aber das größte Bild.
Die ganzen Links zu den Auktoinen der einen echten Münze könnten den Beitrag unübersichtlich werden lassen, daher habe ich diese weggelassen.

https://www.acsearch.info/search.html?id=318609

Die Fälschung wurde 2 Mal verkauft (gleiche Fälschung)

https://www.acsearch.info/search.html?id=99880

https://www.acsearch.info/search.html?id=861438

Warum ist die untere Münze ein Transferstempelfälschung?

1. Geisterlinie auf Revers und Avers spiegelt perfekt das Rohlingsende der Mutter wider!
2. Es gibt eine Rohlingsbeschädigung (Backe von Didia), welche nicht in den originalen Stempeln war und somit nicht auf 2 echten Münzen zu finden sein sollte
3. Der Rohling der Mutter weist Kantenrisse auf, dieses Details waren nicht in den originalen Stempeln und dürfen somit nicht auf 2 echten Münzen zu finden sein
4. Der Stempelrutsch oder der wirklich suboptimaler Prägevorgang ist auch identisch auf beiden Stücken, siehe z.B. das erste L von Hilatitas, was kaum noch zu sehen ist.
5. Die untere Münze hat keine neuen Details von den originalen Stempeln, welche nicht schon auf der echten Mutter zu finden sind und Details sind weicher, woraus folgt, dass es theoretisch ein Transferstempelfälschung sein könnten, für deren Herstellung ein Abdruck von der Mutter genommen wurde.
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Zusammengefügt.jpg
Zuletzt geändert von Amentia am Di 08.09.20 15:49, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Fälschungsgalerie

Beitrag von jschmit » Di 08.09.20 15:12

man mag sich gar nicht vorstellen wieviele Fälschungen so in einer langjährigen Sammlung liegen...

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Re: Fälschungsgalerie

Beitrag von Amentia » Di 08.09.20 19:34

Julia Paula ist ne publizierte Lipanoff Fälschung, stempelgleich mit der Lipanoff Fälschung und hat auch identische Stempelbeschädigungen auf Avers.
Christoph Gärtner Stück ist Bild zwei, habe darunter die stempelgleiche Lipanoff Fälschung von forgerynetwork angefügt, damit man die Stempelgleichheit sieht.

https://www.numisbids.com/n.php?p=lot&sid=4133&lot=2029

Stempelgleich (Bild 1)
"Die-engraver "Lipanoff Studio"
Published: Sofia 2004, no.97
I. Prokopov "

https://www.forumancientcoins.com/fakes ... ?pos=-5269

http://forgerynetwork.com/asset.aspx?id=jSi9bb6gG0Y=
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Re: Fälschungsgalerie

Beitrag von Amentia » Di 08.09.20 19:42

Eine Übesicht mit den meisten Lipanofffälschungen sieht man hier , habe die Bilder von

http://www.forumfw.com/t288-imitations-graveur-lipanoff
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Re: Fälschungsgalerie

Beitrag von Homer J. Simpson » Do 10.09.20 22:09

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Re: Fälschungsgalerie

Beitrag von alex456 » Fr 11.09.20 08:58

Ja, leider... Weit über 10.000€ für ein paar Gramm modernes Silber...

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Re: Fälschungsgalerie

Beitrag von Zwerg » Fr 11.09.20 11:20

Ich konnte es doch wieder nicht lassen - mal sehen was das US Forum dazu sagt.
Ich habe den Händler dort nirgends erwähnt!
Stilistisch gehen die natürlich überhaupt nicht, auch technisch alles eine Hand.
Aber jetzt sind sie pedigreemäßig geadelt

Klaus
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Re: Fälschungsgalerie

Beitrag von jschmit » Fr 11.09.20 18:38

Den Caesar hab ich beobachtet, sogar ich war mir dehr sicher, dass er falsch ist. Der erzielte Preis war natürlich herrlich

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