Münzburger-zwei verbackene Silberlinge

Alles was so unter den Römern geprägt wurde.

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Antonian
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Münzburger-zwei verbackene Silberlinge

Beitrag von Antonian » Mi 17.06.09 17:20

Hallo Münzfreunde
Möchte Euch heute diesen interessanten Münzschrott vorstellen. Es handelt sich dabei um zwei Silbermünzen die ineinander untrennbar verbacken sind, die exakt aufeinander liegen. Auf der Oberseite ist noch ein Portrait zu erkennen, die Unterseite also die zweite Münze ist eine Mondlandschaft und nichts mehr zu erkennen. Wen stellt das Portrait dar, könnte das Trajan sein ? Wie kann man sich das Verbacken von zwei Münzen erklären. Lagen die im Feuer ? Wie ist Eure Meinung hierzu.
Durchmesser ist 17 mm Gewicht 5,3 g Material AR.

mfG

Antonian
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Beitrag von kc » Mi 17.06.09 17:27

Hallo Antonian,

ich meine, dass nicht Trajanus, sondern Hadrianus abgebildet ist. Es handelt sich hier nicht um 2 zusammengeschmolzene Münzen, sondern nur um einen Denar, der auf einem unregelmäßigen Schrötling geprägt wurde, denn der Durchmesser von 17mm entspricht dem eines Denares. Allerdings ist das Gewicht ziemlich hoch. Es könnte eine antike Fälschung aus einem Bleigemisch o.ä. sein.


Grüße

kc
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Beitrag von beachcomber » Mi 17.06.09 17:48

kc hat recht, es ist ein porträt des hadrian.
ob es zwei durch feuer zusammengeschmolzene denare sind, könnte vielleicht ein foto des randes zeigen. sind denn noch 2 ränder zu erkennen?
bei der unregelmässigkeit des schrötlings sind eigentlich 2 münzen auszuschliesssen.
denn die wahrscheinlichkeit das 2 münzen die gleiche schrötlingsform haben und passgenau aufeinander liegen ist doch ziemlich unwahrscheinlich!
grüsse
frank

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Beitrag von justus » Mi 17.06.09 17:56

Ich halte es für möglich, dass es sich um einen sog. "plumbeus" handelt. Plumbei waren Bleimarken oder Bleiabschläge, mit deren Hilfe die Qualität (neuer) Münzstempel überprüft wurden. Im Rom unterhalb von Castello San Angelo wurden im Tiber bei Niedrigwasser zahllose dieser Bleimarken gefunden. Auch die Farbe könnte auf eine Bleipatina hindeuten. Im übrigen ist auf dem Avers deutlich "HADRIANUS" zu lesen.

mfg Justus
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Beitrag von Antonian » Mi 17.06.09 18:11

Hallo
ich habe versucht zwei Bilder vom Rand zu machen von unterschiedlichen Stellen, ist nicht so ganz geglückt -etwas unscharf geworden.

Antonian
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Beitrag von tilos » Mi 17.06.09 18:53

Vielleicht ist das auch der Rest einer gefütterten Münze?
tilos

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Beitrag von kc » Mi 17.06.09 19:04

tilos hat geschrieben:Vielleicht ist das auch der Rest einer gefütterten Münze?
tilos
Dafür ist das Stück viel zu dick. Die Rille in der Mitte lässt wirklich auf 2 zusammenbackende Münzen schließen, wie Antonian schon erwähnt hat.

Grüße

kc
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Beitrag von tilos » Mi 17.06.09 19:11

kc hat geschrieben:
tilos hat geschrieben:Vielleicht ist das auch der Rest einer gefütterten Münze?
tilos
Dafür ist das Stück viel zu dick. ...
Ob meine These zutrifft weiss ich nicht. Aber die Dicke ist kein Argument. Ich habe schon aufgetriebene Kleinmünzen (Korrosion, Feuer) von mehr als einem 0,5 cm Dicke gesehen.
Gruß
Tilos

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Beitrag von Antonian » Mi 17.06.09 22:47

Tilos bestimmt meinst Du so eine Münze, auch aus meiner "Schrottkiste", ist ziemlich aufbläht zu den Rändern hin mit Blasenbildung, ist aber ein Leichtgewicht und das Kupfer schimmert an vielen Stellen durch. (stammt aus einem Schrottlot also aus anderer Quelle wie die erste Münze)

Auf jeden Fall ist sichergestellt daß es sich bei meiner ersten Münze um einen Hadrian handelt. Diese Rille geht komplett um die Münze herum wobei sie allerdings nicht immer mittig ist, dort wo sich die Münze stärksten verformt hat verläuft sie auf einer Seite. An einer Stelle der Rille kann man2-3 mm in die Münze hineinschauen da ist ein Spalt, ein Vorbesitzer hat offenbar versucht die Münze an diesem nätürlichen Spalt auseinanderzutreiben. Aber es ist kein Kupferkern sichtbar, allerdings ist die Stelle wo die Rille die Münze ümläuft etwas grünlich, deutet also schon auf das Vorhandensein von Kupfer hin.
Die Sache mit den Bleiabschägen ist sehr interessant die Du Justus erwähnst, aber meine Münze ist definitiv aus Silber, die Farben der Fotos sind etwas verfälscht so daß man da vielleicht eine Bleipatina reininterpretieren könnte.
Der Einwand von Dir beachcomber ist natürlich berechtigt, daß zwei Münzen nie exakt die gleiche Größe haben. die beiden Teile passen auch nicht völlig exakt, es gibt eine Stelle wo der eine Teil etwa übersteht, kommt auf den Fotos leider nicht deutlich raus.

Vielen Dank Euch allen
Antonian
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Beitrag von kollman » Fr 19.06.09 16:15

Hallo!

Durch Hitzeeiwirkung verschmolzene Denare aus meiner Sammlung.
1. 3 Stück, 2. 2 Stück, weitere Einzellstücke wobei JULIA DOMNA und SEPT SEVERUS noch zu erkennen sind.
Daher glaube ich, daß die oben gezeigten Denare (2 Stück) exakt aufeinander gelegen und verschmolzen sind.

Gruß Kollman
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Beitrag von Stater » Fr 19.06.09 18:09

Hallo kollman,

bist Du sicher, daß der Septimus (unten mitte) auch Septimus Severus ist?
Das Foto ist leider schlecht, aber der Kopf sieht nicht nach Septimus Severus aus. Ich kann mich aber täuschen.


Gruß

Stater

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Beitrag von quisquam » Fr 19.06.09 18:29

Das war auch mein Gedanke, in meinen Augen ist das ein Clodius Albinus.

Grüße, Stefan
Eigentlich sammle ich nicht Münzen, sondern das Wissen darüber.

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Beitrag von beachcomber » Fr 19.06.09 18:30

ist wohl eher ein clodius albinus!
ich meine man kann auch lesen: CLOD SEPT ...B..
und ausserdem scheint mir der schädel auch barhäuptig zu sein, ohne lorbeer-kranz!
grüsse
frank

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Beitrag von Stater » Fr 19.06.09 18:39

Mir sind bei der Münze die Haare des "Septimus" also Clodius aufgefallen, die nicht wie bei echtem Septimus Severus sehr lockig, sondern nur leicht wellig sind.

Hier ein Link:
http://www.coinarchives.com/a/lotviewer ... 61&Lot=445

Gruß

Stater

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Beitrag von quisquam » Fr 19.06.09 18:46

Hallo Stater,
der Kaiser heißt Septimius Severus, einen Septimus Severus hat es nie gegeben. :wink:

Grüße, Stefan
Eigentlich sammle ich nicht Münzen, sondern das Wissen darüber.

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