römische Objekte und Artefakte
Moderator: Homer J. Simpson
- Atalaya
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Re: römische Objekte und Artefakte
Wie groß ist die Scherbe? Ist sie richtig orientiert? Wo saß sie wohl am Gefäß? Ist es ein Halsstück?
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Barbara, 1964.
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- alex789
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Re: römische Objekte und Artefakte
Die Scherbe ist ca. 3,5 x 3cm groß. Es ist kein Randstück. Wenn ich mir solche Schalen im Internet anschaue, dann sind diese Reliefs meistens im unteren bis mittleren Bereich von Schüsseln. Das Material ist auch relativ dick, so dass ich denke, dass es mal eine relativ große Schüssel war.
Als ich das Teil kaufte, hatte ich irgendwie das Rv. meines Vibius Varus Denars vor Augen
Beste Grüße
Alex
Als ich das Teil kaufte, hatte ich irgendwie das Rv. meines Vibius Varus Denars vor Augen
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Alex
Zuletzt geändert von alex789 am Mi 04.02.26 13:20, insgesamt 2-mal geändert.
- Atalaya
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Re: römische Objekte und Artefakte
Ja, an so eine Girlande hatte ich auch gedacht. Aber mir ist die Position am Gefäß unklar.
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- alex789
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Re: römische Objekte und Artefakte
Zur Position kann ich leider nichts sagen… Dazu ist das Stück zu klein. Der Bereich bis unten auf dem Foto ist leicht eingerückt. Hier hat offensichtlich ein anderer Bereich des Gefäßes begonnen. Bei genauer Betrachtung ist es auf dem Bild zu erkennen, denke ich.
Beste Grüße
Alex
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- Atalaya
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Re: römische Objekte und Artefakte
Deshalb hatte ich nach dem Hals gefragt. Wie sieht denn die Rückseite aus?
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- CAROLUS REX
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Re: römische Objekte und Artefakte
https://www.antike-tischkultur.de/roemischekeramik.html
Hi.
Hier ist einiges zum Durchklicken. Auch mit vielen Unterbereichen.
Evtl. findest du hier was passendes.
Gruß CR
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Evtl. findest du hier was passendes.
Gruß CR
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- alex789 (Di 03.02.26 19:47)
--------------Melden macht frei--------------
!!!!!Jeder Fund ist bzw. wird gemeldet!!!!!!!
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- Lackland
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Re: römische Objekte und Artefakte
Ich meine hier, die Beine und den Panzer einer griechischen Landschildkröte zu erkennen…
„Nach dem Spiel kommen König und Bauer in dieselbe Schachtel.“
- alex789
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Re: römische Objekte und Artefakte
Danke, die Seite und viele weitere habe ich schon durchsucht und zumindest nichts identisches gefunden. Deswegen habe ich auf die kollektive Schwarmphantsie des Forums gehofft
Schildkröte… okay, gute Idee, aber das sehe ich nicht
Aber auf alle Fälle mal eine erste Idee. Danke
Beste Grüße
Alex
Schildkröte… okay, gute Idee, aber das sehe ich nicht
Aber auf alle Fälle mal eine erste Idee. Danke
Beste Grüße
Alex
- Lackland
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Re: römische Objekte und Artefakte
Hallo Alex,
natürlich sind auch andere Tiere denkbar. Das hier würde optisch auch ganz gut passen: (P. SATRIENUS AR Denar, Rom 77 v. C. Av: Romakopf r. mit Helm. i. F. Bz. XXXXVIIII. Rv: ROMA// P. SATRIE/NVS, Wölfin l. mit deutlichen Zitzen. Cr. 388/1b. Albert 1287 =3,86 g 4h= II Prov. Slg. E. J. Haeberlin.)
Muss nicht passen… Aber vielleicht regen wir so tatsächlich die Phantasie weiterer Leser an…
Viele Grüße
Ulrich
natürlich sind auch andere Tiere denkbar. Das hier würde optisch auch ganz gut passen: (P. SATRIENUS AR Denar, Rom 77 v. C. Av: Romakopf r. mit Helm. i. F. Bz. XXXXVIIII. Rv: ROMA// P. SATRIE/NVS, Wölfin l. mit deutlichen Zitzen. Cr. 388/1b. Albert 1287 =3,86 g 4h= II Prov. Slg. E. J. Haeberlin.)
Muss nicht passen… Aber vielleicht regen wir so tatsächlich die Phantasie weiterer Leser an…
Viele Grüße
Ulrich
„Nach dem Spiel kommen König und Bauer in dieselbe Schachtel.“
- jschmit
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Re: römische Objekte und Artefakte
An die Wölfin hatte ich auch gedacht. Könnte ein Krebs in Frage kommen?
hat ein wenig was von Bleigiessen
Grüße,
Joel
Joel
- alex789
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Re: römische Objekte und Artefakte
Eine Wölfin würde tatsächlich auch gut passen
Schade, dass gerade der Kopf fehlt. So ist es wirklich ein Art Bleigießen. Aber gerade das ist ja auch irgendwie das spannende an dem Stück
mal sehen, ob noch weitere Ideen kommen. Die Wölfin ist jedenfalls eine sehr gute Idee.
Beste Grüße
Alex
Beste Grüße
Alex
- Lucius Aelius
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Re: römische Objekte und Artefakte
Während des ganzen 2. Jahrhunderts n.Chr. beherrschte die mittelgallische Töpferware aus Lezoux bis zu seinem gewerblichen Niedergang um 200 n.Chr. den römischen Markt. Die Lezouxer Sigillaten gelangten bis nach Britannien, Hispanien und Italien sowie an Rhein und Donau. Ab 150 n.Chr. stieg dann die ostgallische Sigillata, hauptsächlich aus Heiligenberg und Rheinzabern kommend, rasch zur führenden Exportware auf („... aus der obergermanischen Manufaktur in Rheinzabern etwa von 150/160 und verstärkt ab 180 bis 260/270” [Barlovits etc., Erste flächige Voruntersuchungen auf der ÖBB-Koralmbahn-Trasse in Srejach, 2009]).
Ich würde vorerst so klassifizieren:
Herstellungsort Mittelgallien (aber bereits im Niedergang begriffen) oder Ostgallien.
Herstellungszeit wäre dann 150 - 220 n.Chr.
Bekräftigt wird diese zeitliche Zuordnung etwa durch ein besser erhaltenes Exemplar aus dem archäologischen Museum Krakau, wo sich ebenfalls ein an die Bodenrille (bei der hier diskutierten Scherbe an der Bruchkante) anstossender vertikaler Perlstab (bei der Scherbe links) befindet. Die polnische Sigillata ist auf 190 - 220 n.Chr. datiert (ein untrügerisches Zeichen dafür derab ca. 180 auftretende "fette" Standring (davor war er viel schmäler)
https://muzea.malopolska.pl/en/objects-list/622
Auch die grobschlächtige Bilderpunze spricht eindeutig für eine Zeit nach 150 n.Chr.
Zum diskutierten Tier:
Wenn, dann sicherlich eine Löwin, siehe https://c8.alamy.com/compde/2hh6pa6/fra ... hh6pa6.jpg Jagdszenen waren oft auf Sigillaten (Hirsch, Hase, Löwe). Auch die recht breite Pranke spricht eher für Löwe denn für eine Wölfin.
Ich würde vorerst so klassifizieren:
Herstellungsort Mittelgallien (aber bereits im Niedergang begriffen) oder Ostgallien.
Herstellungszeit wäre dann 150 - 220 n.Chr.
Bekräftigt wird diese zeitliche Zuordnung etwa durch ein besser erhaltenes Exemplar aus dem archäologischen Museum Krakau, wo sich ebenfalls ein an die Bodenrille (bei der hier diskutierten Scherbe an der Bruchkante) anstossender vertikaler Perlstab (bei der Scherbe links) befindet. Die polnische Sigillata ist auf 190 - 220 n.Chr. datiert (ein untrügerisches Zeichen dafür derab ca. 180 auftretende "fette" Standring (davor war er viel schmäler)
https://muzea.malopolska.pl/en/objects-list/622
Auch die grobschlächtige Bilderpunze spricht eindeutig für eine Zeit nach 150 n.Chr.
Zum diskutierten Tier:
Wenn, dann sicherlich eine Löwin, siehe https://c8.alamy.com/compde/2hh6pa6/fra ... hh6pa6.jpg Jagdszenen waren oft auf Sigillaten (Hirsch, Hase, Löwe). Auch die recht breite Pranke spricht eher für Löwe denn für eine Wölfin.
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- alex789 (Mi 04.02.26 13:13) • Atalaya (Mi 04.02.26 15:32)
Gruss
Lucius Aelius
Lucius Aelius
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Re: römische Objekte und Artefakte
Super! Vielen Dank für die ausführlichen Informationen! Das hört sich für mich alles schlüssig an.
Löwin würde gut passen, denke ich.
Beste Grüße
Alex
Löwin würde gut passen, denke ich.
Beste Grüße
Alex
- Lucius Aelius
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Re: römische Objekte und Artefakte
Ist bei den Sigillaten ein Töpferstempel vorhanden, lassen sie sich weitaus sicherer zuweisen und datieren.
Dieses Wandrandstück besitzt den obligatorischen Eierstab, darunter horizontal eine umlaufende Perlschnur. Auf der Hauptzone: Gewächs mit Akanthusblättern und zwei kleinen, entgegengesetzt blickenden Vögeln; Greif schreitet n.r.; Vase, darunter der Titel perlenstabgerahmten Töpferstempel SATTO[FECIT] (= Satto hat es gemacht), über dem Vasenhenkel ein Akanthusblatt (zwischen den Henkeln vermutlich noch ein kleiner Früchtekorb, siehe Skizze aus Ruprechtsberger, Reliefverzierte Sigillata aus dem Ennser Museum, S. 24 f. ("Antoninus Pius … Rotbrauner Glanz-ton … Fast vollständig erhalten ist die doppelhenkelige Vase …, zwischen deren Henkel ein gefüllter Fruchtkorb liegt … Re[chts] ein Greif nach li.“) 1934 wurde die Töpferei des Satto zwischen den lothringischen Dörfern Faulquemont und Chemery ausgegraben. Er war wohl nicht nur in der ostgallischen Manufaktur Chemery, sondern auch in Heiligenberg / Mittelbronn tätig, deren Produktion um 175 n.Chr. eingestellt wurde (vgl. Lutz, L`atelier de Saturninus et de Satto a Mittelbronn). Die eher kurze Phase der Heiligenberger Produktion wird in die erste Hälfte des 2. Jh. n.Chr. angesetzt und passt damit in die Wirkungszeit des Satto. Die Verbreitung der Erzeugnisse blieb wohl auf den Raum zwischen Rhein und Donau beschränkt. Das deutet darauf hin, dass die Manufaktur gezielt auf den Absatzmarkt der kaufkräftigen Soldaten am Vorderen Limes ausgerichtet war.
„Sattos Technik ist sehr ungleichwertig. Neben Gefäßen mit exakter Ausprägung der Dekorationselemente, vollen fleischigen Reliefs und gutem, kirschroten Firnis finden sich solche mit ziemlich rohen und unscharf ausgeprägten Typen und schlechtem, hellroten Firnis. Dies trifft namentlich zu für die Sattoware aus den Rheinzaberner Gräbern. Sattos Chronologie ist durch das Vorkommen seiner Ware im trajanischen Gräberfeld von Heddernheim … und am äußeren Limes … etwa zwischen die Jahre 110-150 n.Chr.festgelegt. Da seine Ware besonders häufig im Spitzgraben des Erdkastells der Saalburg gefunden worden ist, so fällt seine Haupttätigkeit in die Zeit Hadrians. … Demnach ist Knorrs Zeitansatz, der Satto aus stilistischen Gründen schon um das Jahr 90 n.Chr. tätig sein läßt, zu früh, und Haverfields Zeitbestimmung, welcher Satto nach den Ergebnissen der Ausgrabungen in Corbridge in die Zeit des Antoninus Pius und Marc Aurel setzt, zu spät” (Foelzer, Römische Keramik in Trier, Bd. 1: Die Bilderschüsseln der ostgallischen Sigillata-Manufakturen, 1913, S. 19 f.).
In vielen Fällen stehen die Fundplätze von Satto und seinem Zeitgenossen Ianus in Verbindung mit Trajans Tätigkeit (Knorr, Die verzierten Terra-Sigillata-Gefäße von Rottenburg-Sumelocenna, 1910). Am Lautertal-Limes (zwischen Köngen und Dornstetten in Baden-Württemberg) fand man bspw. zwei Sigillata-Scherben, die bei der Grabenauffüllung in die Erde gelangten und Satto aus Chemery zugeordnet wurden. Den Lautertal-Limes ließ Trajan um 100 n.Chr. zusammen mit dem Neckar-Odenwald-Limes errichten. Unter Hadrian wurde um 122 n.Chr. die Grenze der Provinz Raetien rund 40 km nordwärts verschoben. Das bisherige hölzerne Kastell Köngen ersetzten die Römer 125 n.Chr. durch einen Steinbau. Offenbar hing die Baumaßnahme mit der Einebnung des Lautertal-Limes zusammen (terminus post quem 125 n.Chr.).
Die hier vorgestellte Sigillataschüssel entstand also in der Zeit Trajans oder Hadrians = 120 n.Chr. plus minus 15 Jahre
Eine Sigillata-Bilderschüssel aus dem Reiterkastell Pförring in Bayern besitzt eine stempelgleiche SATTOFECIT-Markierung wie das obiges Stück https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Kas ... BCssel.jpg
Dieses Wandrandstück besitzt den obligatorischen Eierstab, darunter horizontal eine umlaufende Perlschnur. Auf der Hauptzone: Gewächs mit Akanthusblättern und zwei kleinen, entgegengesetzt blickenden Vögeln; Greif schreitet n.r.; Vase, darunter der Titel perlenstabgerahmten Töpferstempel SATTO[FECIT] (= Satto hat es gemacht), über dem Vasenhenkel ein Akanthusblatt (zwischen den Henkeln vermutlich noch ein kleiner Früchtekorb, siehe Skizze aus Ruprechtsberger, Reliefverzierte Sigillata aus dem Ennser Museum, S. 24 f. ("Antoninus Pius … Rotbrauner Glanz-ton … Fast vollständig erhalten ist die doppelhenkelige Vase …, zwischen deren Henkel ein gefüllter Fruchtkorb liegt … Re[chts] ein Greif nach li.“) 1934 wurde die Töpferei des Satto zwischen den lothringischen Dörfern Faulquemont und Chemery ausgegraben. Er war wohl nicht nur in der ostgallischen Manufaktur Chemery, sondern auch in Heiligenberg / Mittelbronn tätig, deren Produktion um 175 n.Chr. eingestellt wurde (vgl. Lutz, L`atelier de Saturninus et de Satto a Mittelbronn). Die eher kurze Phase der Heiligenberger Produktion wird in die erste Hälfte des 2. Jh. n.Chr. angesetzt und passt damit in die Wirkungszeit des Satto. Die Verbreitung der Erzeugnisse blieb wohl auf den Raum zwischen Rhein und Donau beschränkt. Das deutet darauf hin, dass die Manufaktur gezielt auf den Absatzmarkt der kaufkräftigen Soldaten am Vorderen Limes ausgerichtet war.
„Sattos Technik ist sehr ungleichwertig. Neben Gefäßen mit exakter Ausprägung der Dekorationselemente, vollen fleischigen Reliefs und gutem, kirschroten Firnis finden sich solche mit ziemlich rohen und unscharf ausgeprägten Typen und schlechtem, hellroten Firnis. Dies trifft namentlich zu für die Sattoware aus den Rheinzaberner Gräbern. Sattos Chronologie ist durch das Vorkommen seiner Ware im trajanischen Gräberfeld von Heddernheim … und am äußeren Limes … etwa zwischen die Jahre 110-150 n.Chr.festgelegt. Da seine Ware besonders häufig im Spitzgraben des Erdkastells der Saalburg gefunden worden ist, so fällt seine Haupttätigkeit in die Zeit Hadrians. … Demnach ist Knorrs Zeitansatz, der Satto aus stilistischen Gründen schon um das Jahr 90 n.Chr. tätig sein läßt, zu früh, und Haverfields Zeitbestimmung, welcher Satto nach den Ergebnissen der Ausgrabungen in Corbridge in die Zeit des Antoninus Pius und Marc Aurel setzt, zu spät” (Foelzer, Römische Keramik in Trier, Bd. 1: Die Bilderschüsseln der ostgallischen Sigillata-Manufakturen, 1913, S. 19 f.).
In vielen Fällen stehen die Fundplätze von Satto und seinem Zeitgenossen Ianus in Verbindung mit Trajans Tätigkeit (Knorr, Die verzierten Terra-Sigillata-Gefäße von Rottenburg-Sumelocenna, 1910). Am Lautertal-Limes (zwischen Köngen und Dornstetten in Baden-Württemberg) fand man bspw. zwei Sigillata-Scherben, die bei der Grabenauffüllung in die Erde gelangten und Satto aus Chemery zugeordnet wurden. Den Lautertal-Limes ließ Trajan um 100 n.Chr. zusammen mit dem Neckar-Odenwald-Limes errichten. Unter Hadrian wurde um 122 n.Chr. die Grenze der Provinz Raetien rund 40 km nordwärts verschoben. Das bisherige hölzerne Kastell Köngen ersetzten die Römer 125 n.Chr. durch einen Steinbau. Offenbar hing die Baumaßnahme mit der Einebnung des Lautertal-Limes zusammen (terminus post quem 125 n.Chr.).
Die hier vorgestellte Sigillataschüssel entstand also in der Zeit Trajans oder Hadrians = 120 n.Chr. plus minus 15 Jahre
Eine Sigillata-Bilderschüssel aus dem Reiterkastell Pförring in Bayern besitzt eine stempelgleiche SATTOFECIT-Markierung wie das obiges Stück https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Kas ... BCssel.jpg
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- Atalaya (Do 05.02.26 15:29) • Chippi (Do 05.02.26 17:13) • alex789 (Fr 06.02.26 10:08)
Gruss
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