Schöne und seltene Stücke des Constantin I.
Moderator: Homer J. Simpson
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Re: Schöne und seltene Stücke des Constantin I.
@ Homer
Möglicherweise hat das auch mit der Wahrnehmung der verschiedenen Hirachiegruppen bezüglich des Verblichenen zu tun.
Vielleicht wollten Ihn die Nutzer der Solidi nicht mehr sehen.
@ Malte
Jetzt hab ich drei Typen... es gibt aber vier.
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Martin
Möglicherweise hat das auch mit der Wahrnehmung der verschiedenen Hirachiegruppen bezüglich des Verblichenen zu tun.
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Re: Schöne und seltene Stücke des Constantin I.
@ Martin
Von der Größe Deiner Divus Prägung her könnte man noch darauf schlussfolgern, dass es sich um eine
sehr späte Prägung gegen Ende der konstantinischen Dynastie handelt. Das hatte wohl eher einen
materialistischen Grund. Datiert wird diese Prägung von 337-340 n.Chr., also in die Regierungszeit
des Constantin II. Im Allgemeinen gab es gegen Ende dieser Epoche keine großen Folles.
@ Homer
Warum es keine Divus Prägungen des Constantin in Gold gab, steht auf einem anderen Blatt geschrieben.
Wahrscheinlich eine propagandistische Geschichte. Der mächtigste und größte Herrscher war immer der
aktuell antierende Kaiser. Er stand über allem und hatte die Macht. Mit einer Divus-Prägung in Gold hätte
er wohlmöglich seinem eigenen Status geschadet.
vg Laurentius
Von der Größe Deiner Divus Prägung her könnte man noch darauf schlussfolgern, dass es sich um eine
sehr späte Prägung gegen Ende der konstantinischen Dynastie handelt. Das hatte wohl eher einen
materialistischen Grund. Datiert wird diese Prägung von 337-340 n.Chr., also in die Regierungszeit
des Constantin II. Im Allgemeinen gab es gegen Ende dieser Epoche keine großen Folles.
@ Homer
Warum es keine Divus Prägungen des Constantin in Gold gab, steht auf einem anderen Blatt geschrieben.
Wahrscheinlich eine propagandistische Geschichte. Der mächtigste und größte Herrscher war immer der
aktuell antierende Kaiser. Er stand über allem und hatte die Macht. Mit einer Divus-Prägung in Gold hätte
er wohlmöglich seinem eigenen Status geschadet.
vg Laurentius
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Re: Schöne und seltene Stücke des Constantin I.
Ich denke, das Gegenteil war der Fall.Laurentius hat geschrieben: ↑So 17.05.20 09:26Mit einer Divus-Prägung in Gold hätte
er wohlmöglich seinem eigenen Status geschadet.
vg Laurentius
Gerade mit dem Zur-Schau-Stellen vergötterter kaiserlicher Vorgänger gab ein amtierender Kaiser seiner Herrschaft zusätzliche Legitimität und Noblesse.
Gruss
Lucius Aelius
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Re: Schöne und seltene Stücke des Constantin I.
@ Lucius Aelius
Damit hast Du vollkommen Recht. Es gab ja auch von keinem anderen Kaiser soviele "Divus Prägungen" wie von Constantin.
Zu mal die Nachfolger auch direkte Familienangehörige waren.
Die Frage war, warum es keine Divus Prägungen in Gold von Ihm gab.
Im 1. und 2. Jahrhundert wurden in der Tat solche im edlen Metal geprägt, aber das war noch zu Zeiten des Prinzipats.
Ob die damalige Regierungsform eine Rolle dabei spielte oder nicht? Ich kann es nicht genau beurteilen!?
Ehren und Gedenken ja, aber warum nicht in Form eines schönen Solidus?
vg Laurentius
Damit hast Du vollkommen Recht. Es gab ja auch von keinem anderen Kaiser soviele "Divus Prägungen" wie von Constantin.
Zu mal die Nachfolger auch direkte Familienangehörige waren.
Die Frage war, warum es keine Divus Prägungen in Gold von Ihm gab.
Im 1. und 2. Jahrhundert wurden in der Tat solche im edlen Metal geprägt, aber das war noch zu Zeiten des Prinzipats.
Ob die damalige Regierungsform eine Rolle dabei spielte oder nicht? Ich kann es nicht genau beurteilen!?
Ehren und Gedenken ja, aber warum nicht in Form eines schönen Solidus?
vg Laurentius
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Re: Schöne und seltene Stücke des Constantin I.
Die Frage ist vielleicht ganz salopp zu beantworten:Laurentius hat geschrieben: ↑Mo 18.05.20 09:52
Die Frage war, warum es keine Divus Prägungen in Gold von Ihm gab.
Ehren und Gedenken ja, aber warum nicht in Form eines schönen Solidus?
Weil es einfach nicht mehr relevant war, wertvolle Goldmünzen als Bildträger für das Thema Apotheose zu verwenden. Die Einzigartikeit von Konsekration, Vergötterung und Himmelsaufstieg, wie sie noch zu Beginn des 3. Jhdt. anzutreffen ist und somit von der Gesellschaft aufgefasst wurde, verlor in der Tetrarchie immer schneller ihre Außergewöhnlichkeit und Bedeutung. Dieser Wandel spiegelt sich demnach wohl auch in der Ausmünzung wider. Nur noch die kleinen Nominale sind es wert, dieses immer mehr verblassende Thema anzusprechen. Der divanisierte Constantin stellt den Abschluss der alten Religionspolitik dar, was auf seinen Münzen zu Lebzeiten bereits gut abzulesen ist: "Wie stark diese Zeit [der Tetrarchie] den Sinn der Apotheose verlernt hat, zeigen die Konsekrationsmünzen der Jahre 309 bis 314, ... die anstatt der bisher fortgeschleppten alten Formeln neue, zeitgemäßere bringen" (Bickermann, Die röm. Kaiserapotheose, 1929). Einen Grund nennt uns Eusebius, indem er von der Unsterblichkeit der Seele Constantins spricht, "der divus wird einem jeden tugendhaften Toten gleich" (Bickermann).
Insofern muss ich mein vorangegangenes posting natürlich präzisieren: Das Aufzeigen von divanisierter Ahnen zu Beginn des 4. Jhdt. ist nur noch der kümmerliche Rest von dem, was 200 Jahre zuvor einen wichtigen, ausschlaggebend sein könnender Aspekt darstellte.
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Gruss
Lucius Aelius
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Re: Schöne und seltene Stücke des Constantin I.
@ Lucius Aelius
Vielen Dank für Deine ausführliche Antwort. Das hört sich sehr plausibel an!
Genau in dieser Zeit gab es diesen enormen Wandel. Sei es politisch, religiös wie auch gesellschaftlich.
Was sich folglich dann auch in Kultur und Traditionen wiederspiegelte.
vg Laurentius
Vielen Dank für Deine ausführliche Antwort. Das hört sich sehr plausibel an!
Genau in dieser Zeit gab es diesen enormen Wandel. Sei es politisch, religiös wie auch gesellschaftlich.
Was sich folglich dann auch in Kultur und Traditionen wiederspiegelte.
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Re: Schöne und seltene Stücke des Constantin I.
Interessant ist an den kümmerlichen Bronzen auch, daß der Terminus "Consecratio" nicht mehr auftaucht, und daß der Titel "Divus" bzw. im Dativ Divo" nur noch auf ein paar seltenen Stücken der westlichen Münstätten ausgeschrieben wird, im Rest des Reiches schamhaft mit "DV" abgekürzt wird. Der Kaiser als Gott paßte nicht mehr so recht in die Religionspolitik. In der Tat erscheint die Legende "Consecratio" letztmals auf den Münzen für den Divus Numerianus.
Homer
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Re: Schöne und seltene Stücke des Constantin I.
@ Homer
Das ist auch eine bedeutsame Beobachtung. Das paßt alles sehr gut zusammen und ist schlüssig.
Ich werde da in Zukunft noch etwas mehr drauf achten.
vg Laurentius
Das ist auch eine bedeutsame Beobachtung. Das paßt alles sehr gut zusammen und ist schlüssig.
Ich werde da in Zukunft noch etwas mehr drauf achten.
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Re: Schöne und seltene Stücke des Constantin I.
Nicht ganz. CONSECRATIO erschien letztmalig bei Constantius Chlorus.Homer J. Simpson hat geschrieben: ↑Mo 18.05.20 18:10In der Tat erscheint die Legende "Consecratio" letztmals auf den Münzen für den Divus Numerianus.
Homer
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Re: Schöne und seltene Stücke des Constantin I.
Oh, tatsächlich. Also 22 Jahre später immerhin noch. Interessanterweise auch nur im Westen (Trier und Lugdunum), ebenso wie die Divus-Titulatur für Constantin. Wobei natürlich auch Constantius im Westen waltete.
Homer
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Re: Schöne und seltene Stücke des Constantin I.
Eine Münze, zwei Fragen.
Hat jemand die passende RIC und gibt es einen Hinweis auf einen Zusammenhang
zu einer mobilen Prägestätte?
vg Laurentius
Hat jemand die passende RIC und gibt es einen Hinweis auf einen Zusammenhang
zu einer mobilen Prägestätte?
vg Laurentius
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Re: Schöne und seltene Stücke des Constantin I.
RIC VI 249, wenn ich mich nicht irre. Geprägt in Trier im 1. Offizin (dotPTR) 220 n. Chr. Sehr selten (r4).Laurentius hat geschrieben: ↑So 21.06.20 08:49Eine Münze, zwei Fragen.
Hat jemand die passende RIC und gibt es einen Hinweis auf einen Zusammenhang
zu einer mobilen Prägestätte?
vg Laurentius
Wie kommst du auf die Idee mit einer mobilen Prägestätte? Die Offizinnennung P = prima legt doch nahe, dass es sich um eine offizielle Münzstätte in Trier handeln muss. Soweit mir bekannt, wurden in jener Zeit nur Gold- bzw. Silberprägungen durch mobile Münzstätten im Gefolge des Kaisers hergestellt.
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Re: Schöne und seltene Stücke des Constantin I.
@ Chevalier
Vielen Dank für Deine Antwort und die RIC.
Das mit der "mobilen Prägestätte" war nur eine spontane Eingebung. Da war ich falsch informiert.
Ich bin davon ausgegangen, dass es sich bei den Materialien der mobilen genau andersrum
verhalten hat. Auf die Idee kam ich, weil mir dieses Exemplar aus dieser Offizin noch nicht bekannt war und
wegen der Beizeichen, bzw. wegen dem Punkt neben der Offizin.
vg Laurentius
Vielen Dank für Deine Antwort und die RIC.
Das mit der "mobilen Prägestätte" war nur eine spontane Eingebung. Da war ich falsch informiert.
Ich bin davon ausgegangen, dass es sich bei den Materialien der mobilen genau andersrum
verhalten hat. Auf die Idee kam ich, weil mir dieses Exemplar aus dieser Offizin noch nicht bekannt war und
wegen der Beizeichen, bzw. wegen dem Punkt neben der Offizin.
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Re: Schöne und seltene Stücke des Constantin I.
Da sammelt man konstantinische Prägungen der Prima Treveri und da läuft einem so etwas
über den Weg. Konnte ich ja nicht liegen lassen.
∅ 26-29mm, 11,3g
AV: FL VAL CONSTANTINVS NOB C
RV: GENIO POPVLI ROMANI
S F / PTR
Ich muss gestehen, für dieses Exemplar finde ich betreffend der "RIC" nicht den entscheidenden
Unterschied. Muss irgendwo zwischen RIC 666 und 694 liegen!?
vg Laurentius
über den Weg. Konnte ich ja nicht liegen lassen.
∅ 26-29mm, 11,3g
AV: FL VAL CONSTANTINVS NOB C
RV: GENIO POPVLI ROMANI
S F / PTR
Ich muss gestehen, für dieses Exemplar finde ich betreffend der "RIC" nicht den entscheidenden
Unterschied. Muss irgendwo zwischen RIC 666 und 694 liegen!?
vg Laurentius
Zuletzt geändert von Laurentius am Sa 27.06.20 18:56, insgesamt 1-mal geändert.
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- Numis-Student (Sa 27.06.20 17:23)
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Re: Schöne und seltene Stücke des Constantin I.
Wow, tolles Stück 

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- Laurentius (Sa 27.06.20 19:08)
Gruß,
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