Fälschungsgalerie

Alles was so unter den Römern geprägt wurde.

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Amentia
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Re: Fälschungsgalerie

Beitrag von Amentia » Di 25.08.20 10:37

Fälschungen erkennen


Zunächst einmal ist jede antike Münze einmalig, was damit zusammenhängt, dass sich sehr individuelle Charakteristika bzw. Merkmale durch das Prägen der Münzen per Hand, dem Gebrauch der Münzen als Zahlungsmittel und den Umwelteinflüssen, denen die Münzen im Laufe der Zeit ausgesetzt waren ausgebildet haben und außerdem damit, dass die in der Antike verwendeten Rohlinge mindestens minimale aber dennoch sichtbare optische Unterschiede aufwiesen. Die Rohlingen für antike Bronzemünzen wurden gegossen, die Rohlingen für Silbermünzen und Goldmünzen wurden wohl in der Regel auch gegossen und oder es wurden runde Kügelchen gegossen oder kleine Stückchen von Gold- oder Silberbarren abgehackt und gewogen und dann zu flachen Rohlingsscheiben gehämmert. Daraus folgt zwingend, dass keine zwei identischen antiken Münzen existieren können. Die Schrötlinge wurden wohl je nach Emission vor dem Prägen noch einer Gewichtskontrolle unterzogen und es wurden dann nur Rohlinge verwendet, welche innerhalb einer vorgegebenen Gewichtstoleranz langen. Bei antike Goldmünzen wurde wohl besonders streng auf die Einhaltung des Gewichtsstandards geachtet. Je mehr dieser individuellen Charakteristika bzw. Merkmale zwei antike Münzen derselben Prägeserie gemein haben, desto höher ist die mathematische Wahrscheinlichkeit, dass zumindest eine dieser Münzen zwingend falsch sein muss! Guss-, Galvano- und Transferstempel-fälschungen, fehlen immer Details, welche da sein müssten (da sie in den echten Stempeln vorhanden waren, aber auf der Mutter z.B. wegen Dezentrierung fehlten) oder sie haben Details der Mutter vom Prägen, Umlauf und durch Umwelteinflüsse, welche sie nicht haben dürften, (da diese Details nicht in den echten Stempeln zu finden waren). Wir suchen also nach Details, welche da sein müssten, aber nicht da sind und nach Details, welche nicht da sein dürften, aber da sind.
Individuellen Charakteristika vom Prägen:
Antike Münzen wurden per Hand mit einem Hammer geprägt auf zuvor gegossene und vor dem Prägen erhitzte Schrötlingen. Diese Schrötlinge weisen eigentlich immer, selbst wenn diese von derselben Emission stammten gewisse zwar oft nur minimale aber dennoch wahrnehmbare Unterschiede auf in ihrer optischen Gestalt und Gewicht.
1. Zentrierung, es hätte zu viel Zeit kosten die Rohlinge perfekt zwischen den Stempel zu positionieren daher gibt sehr viel schlecht zentrierte antike Münzen und nur wenige, welche ganz perfekt zentriert sind.
2. Stempelrutsch (Stempel verrutscht beim Prägen) was zu flach geschlagenen Bereichen und langgezogenen Konturen führen kann.
Um dieses Verrutschen der Stempel bei großen Rohlingen zu reduzieren oder gar gänzlich zu vermeiden wurden häufig die Oberfläche der Vorderseitenstempel leicht konkav und die Oberfläche der Rückseitenstempel leicht konvex gestaltet!
3. Doppelschlag, wenn die Prägung beim ersten Versuch zu schwach war und daher wichtige Details nur schwach bzw. flau ausgeprägt waren und somit nicht richtig auf der geprägten Münze sichtbar waren, dann wurde die Münze ein weiteres Mal mit dem Hammer geprägt. Da die Position der Stempel zur Münzen zwischen dem ersten und zweiten Prägevorgang immer ein bisschen anders war, sind dann häufig Doppelkonturen vorzufinden.
4. Der Präger trifft mit dem Hammer die Stempel nicht immer mit identischer Kraft und an exakt derselben Stelle daher kann es zu unterschiedlich guten Ausprägungen der Münzen kommen.
5. Das Prägen kann auch zu Rohlingsbrüchen besonders am Rand führen welche sehr individuell betreffend ihres Verlaufs, ihrer Stärke und der betroffenen Bereichen sein können.
6. Bei Römischen Bronze-Provinzialprägungen gibt es häufig in der Mitte auf dem Avers und Revers runde Löcher, ob es sich um Zentrierungslöcher handelt oder ob die Löcher von einem Werkzeug stammen, das verwendet wurde um die Rohlingsoberfläche vor dem Prägen zu glätten, ist umstritten. Zumindest sind diese Löcher von der Positionierung auf der Vorderseite und Rückseite zwar immer in der Rohlingsmitte aber auch immer im Verhältnis zum Münzdesign ein kleines bisschen unterschiedlich positioniert.
7. Anderer, früherer oder späterer Matrizenzustand, der Stempelzustand lässt sich anhand von Abnutzung der Stempel, Stempelbrüchen und deren Stärke und/oder Stempelbeschädigungen und deren Stärke bzw. Größe bestimmen.
8. Stempelstellung ist bei manchen Prägeserien variabel, das heißt die Stempel waren nicht arretiert und somit können Münzen von denselben Stempeln mit unterschiedlicher Stempelstellung existieren. Aber bei manchen Prägeserien waren die Stempel bei einer spezifischen Stempelstellung fixiert und somit haben alle Münzen von denselben Stempeln dieselbe Stempelstellung. Außerdem gab es Prägestätten wo alle Münzen nur mit einer bestimmten Stempelstellung geprägt wurden.
9. „Brockages“ entstehen, wenn eine Münze nach dem Prägen in einem Stempel stecken bleibt. Wenn die Münzpräger dies nicht bemerken und sie entfernen, erhält die nächste Münze den Abdruck der Münze und nicht den der Stempel. Der resultierende Abdruck ist identisch mit der anderen Seite der Münze, jedoch umgekehrt und inkorrekt.
Individuellen Charakteristika von der Zirkulation
• Die Abnutzung durch Umlauf (Zirkulation) also durch den Abrieb durch das Reiben von Fingern oder durch das Reiben an anderen Münzen in einem Geldsäckchen. Diese Abnutzung ist sehr individuell bzw. unterschiedlich bei antiken Münzen je nachdem wie lange sie zirkuliert sind und mit welchen anderen Münzen sie zusammen wie lange im Geldbeutel waren.
• Kratzer auf der Münze sind sehr individuell betreffend ihrer Form, Stärke und Position
• Graffiti, Schmierereien welche in die Münzen gekratzt wurden
• Test Cuts, Prüfspuren bei Münzen welche in der Antike dazu dienten die Echtheit der Münzen zu prüfen, also ob die Münzen mit einem unedlen Metall gefüttert waren.
• Banker´s marks
• Gegenstempel
• Schürfspur
Individuelle Charakteristika durch Umwelteinflüsse.
Antike Münzen waren in der Umwelt (z.B. im Boden ,im Wasser oder in der Luft) in der sie die Zeit überdauert haben Chemikalien ausgesetzt, mit denen besonders Bronze als auch Silbermünzen häufig reagiert haben.
• Mögliche Korrosion bei Bronzemünzen oder Silbermünzen
• Die Patina bei Bronzemünzen ist sehr individuell
• Silbermünzen Ablösung (Delamination) oder Hornsilber
• Schmutz oder sonstige Verkrustungen


Galvanische Fälschungen

Galvanische Fälschungen weisen am Rand eine Naht ("Rad") auf, dort wo die beiden Hälften zusammengefügt wurden und außerdem haben diese Fälschungen häufig ein falsches Gewicht. Galvanische Fälschungen sind meistens Museumskopien und sind mit der echten Mutter im Museum abgesehen von minimal weicheren Konturen optisch absolut identisch und haben dieselbe Schrötlingsform, dieselben individuellen Charakteristika vom Prägen, dieselben individuellen Charakteristika von der Zirkulation und dieselben individuellen Charakteristika durch Umwelteinflüsse wie die Mutter.
Aus „Großes Lexikon der Numismatik“ dort schildert Tyll Kroha das Verfahren wie folgt: „In einem galvanischen Bad wird die Anode an das gewünschte Metall befestigt, meist Kupfer, das sich nach Stromeinschaltung auf der gegenüberliegend Kathode niederschlägt. An dieser Kathode befindet sich die Negativform einer Münzenseite aus Weichblei oder einem anderen Stoff, der mit Graphit bestrichen sein muss. In dieser Form bildet sich der Abdruck der positiven Münzseite. Um eine vollständige Münzkopie zu erhalten, müssen die Rückseiten der Galvanos glatt geschliffen und aufeinander gelötet werden.“


Gussfälschungen


Gussfälschungen weisen eine optisch identische Schrötlingsform wie die Mutter auf sowie dieselben individuellen Charakteristika bzw. Merkmale vom Prägen, durch Zirkulation und durch Umwelteinflüsse wie die Mutter auf. Ausnahme, die Gussformen wurden modifiziert was zu einer anderen Schrötlingsform führen kann als bei der Mutter. Eine weitere Ausnahme ist, dass man neue Details der Gussform hinzufügt, und die damit gegossenen Fälschungen unterscheiden sich dann von der Mutter hinsichtlich dieser neu hinzugefügten Details.
1. In dem flüssigen Metall befinden sich häufig noch Gase, welche eine geringere Dichte haben und daher versuchen aus dem flüssigen Metall nach oben an die Oberfläche der geschlossenen Gussform zu gelangen. Diese Gasblasen können, wenn sie in der Gussform an die Oberfläche gelangen, typische runde Gusslöcher hinterlassen.

2. Geschmolzenes Metall hat ein größeres Volumen als festes Metall, das führt dazu, dass das Metall, welches flüssig in die Gussform gefüllt wird beim Abkühlen zwangsläufig schrumpft.
Das hat die Folge, dass die gegossene Fälschung am Ende durch das Schrumpfen kleiner ist als die Mutter und weniger wiegt, wenn die Gussform nicht verändert wurde.
• Eine Gussnaht am Rand, da wo beide Gusshälften zusammengefügt wurden.
Die Gussnaht wir häufig mit einer Feile entfernt, wodurch es dann Feilspuren entstehen.
• Reste eines Gießkanals (häufig am Rand), durch welchen das geschmolzene Metall in die Gussform gegossen wurde. Wird in der Regel auch entfernt mit einer Feile was zu Feilspuren führt. Gibt häufig einen weiteren Kanal am Rand durch welchen Gase entweichen können.
• Feilspuren am Rand, wenn Reste eines Gießkanals oder die Gussnaht mit Hilfe einer Feile entfernt wurden.
• Gussfälschungen haben Schwierigkeiten die feinsten Details der Mutter einzufangen und die aller feinsten Details können nicht eingefangen werden und gehen verloren. Die Konturen und Details sind je nach Gussqualität (Zentrifugalguss oder Pressguss oder Sandguss) und (ob in Kombination mit Wachsschmelzverfahren bzw. verlorene Form) unterschiedlich gut ausgeprägt aber immer weicher als bei der Mutter was bei schlechten Güssen zu matschigem Aussehen (seifig) und schlecht geformten Details und Buchstaben führen kann, die mit dem Feld verschmelzen.
• Gussdefekte, wenn nicht genügend Metall in die Gussform geschüttet wird, dann bilden sich Löcher an Stellen mit hohem Relief wo nicht genügen flüssiges Metall war.
• Zusätzliches perlenartiges Oberflächenmetall aus dem gegossenen Metall
• Rohlingsbrüche am Rand sind häufig gänzlich oder zumindest teilweise gefüllt, außerdem sind die Kantenrisse weicher und nicht mehr so scharf wie sie es bei der Mutter sind.
• Falls die Mutter, tiefe Kratzer oder Schürfspuren usw. aufweist, dann sind diese bei den Gussfälschungen nicht so scharf und tief wie bei der Mutter.
• Gussfälschungen haben eine andere Dichte als echt Münzen, da bei echten Münzen der Rohling beim Prägen komprimiert bzw. ein bisschen zusammengedrückt wird.
• Bei Gussfälschungen kann sich der Rand der Rohlingsvorderseite nach oben wölben und der Übergang zum Rand kann sehr weich und abgerundet sein.


Künstlichen oder verstärkte Randbrüche bei Gussfälschungen. Mit einem Hammer oder mit einem Schraubstock kann man genügend Kraft auf den Rohling bzw. die Gussfälschung ausüben um damit schon bestehende Randbrüche (Kantenrisse) zu verstärken oder um neue zu erzeugen. Das ist in der Praxis aber nicht relevant, da es fast unmöglich ist die Kraft genauso zu dosieren, dass die Randbrüche die gewünschte Stärke aufweisen außerdem wird der Bereich des Rohlings, auf den die ganze Kraft ausgeübt wird in der Regel ein bisschen zusammengedrückt und dadurch flacher.


Transferstempelfälschungen

Transferstempel Fälschungen weisen IMMER dieselben individuellen Charakteristika vom Prägen, durch den Umlauf und durch Umwelteinflüsse, wie die, in der Regel echten Mutter auf, wenn die Transferstempel später nicht noch durch neu eingravierte Details verändert werden! Um zu sehen welche Details in den originalen und echten antiken Stempeln waren und welche nicht, bietet sich eine Stempelstudie an. Eine Stempelstudie bedeutet, dass alle von denselben Stempeln bekannten Münzen gesichtet und anschließend miteinander verglichen werden.
Wenn die Mutter nicht perfekt zentriert war, dann fehlen in der Regel in den Transferstempeln Details am Rand, welche zwar in den echten antiken Stempeln vorhanden waren, aber bei der Mutter wegen Dezentrierung außerhalb des Rohlings beim Prägen lagen, das betrifft besonders Buchstaben am Rand, welche gänzlich fehlen können außerdem können Teile von Buchstaben nach außen hin abgeschnitten sein und/oder Punkte vom punktierten Rand fehlen oder abgeschnitten sein, anstatt der fehlenden Details findet man dann genau dort häufig eine Geisterlinie welche die Rohlingsumrisse bzw. das Rohlingsende der Mutter sehr genau widerspiegelt, wenn nicht genau diese fehlenden oder beschädigten Details in den Transferstempeln nachträglich neu eingraviert wurden.
Falls fehlende oder beschädigte Details neu in die Transferstempel eingraviert werden ist eine Stempelstudie bzw. der Vergleich mit anderen echten Münzen von denselben Stempeln erforderlich um diese neu eingravierten Detail zu erkennen, welche sich immer zumindest ein bisschen von den echten Details in den antiken Stempeln unterscheiden. Der punktierte Rand, welcher bei vielen Pägeserien von echten antiken Münzen häufig unvollständig ist wegen Dezentrierung, dürfte mit das am häufigsten in die Transferstempel nachgeschnittene Detail sein. Hier böte sich an die Punkte des punktierten Randes zu zählen und deren Position und Größe und Form mit der auf echten Stücken derselben Stempel zu vergleichen um falls vorhanden nachgeschnittenen Punkte zu erkennen. Außerdem ist es wichtig in welchem Stempelzustand das umschneiden denn erfolgt sein sollte und ob so ein umschneiden, denn überhaupt plausibel ist. Wenn die Stempel in frischem Zustand einen punktierter Rand mit 10 Punkten hatten und es dann mit mittleren Stempelzustand Münzen mit 10 und 20 Punkten gibt und in verbrauchtem Stempelzustand dann wider nur mit 10 Punkten, dann ist das ein großes Problem und spricht eindeutig dafür, dass das Stück mit 20 Punkten eine Transferstempel-Fälschung ist und dass der punktierte Rand in die Transferstempel nachgeschnitten wurde aber mit der falschen Anzahl an Punkten. Dass der punktierte Rand im mittleren zustand zwei Mal umgeschnitten worden sein sollte (von 10 Punkte auf 20 und dann wieder zurück auf 10 Punkte), ist nicht plausibel. Warum sollte jemand zwei Mal in den Stempeln die Punkte umschneiden?
Ein Kantenriss am Rand bei der echten Mutter wird nur als oberflächlicher Abdruck eines Kantenrisses in die Stempel und auf die Transferstempelfälschungen übertragen. Somit haben wir einen tatsächlichen Kantenriss bei der echten Mutter und nur einen oberflächlichen Abdruck bei den Fälschungen. Die mathematische Wahrscheinlichkeit, dass sich Metall in Form eines Kantenrisses in der Antike auf den echten Stempeln abgelagert hat dürfte bei nahezu 0% liegen.
Falls man durch glückliche Fügungen des Schicksals doch einen Transferstempel findet, ist es häufig möglich die damit geprägten Fälschungen zu identifizieren. Das ist möglich, da sich in den Transferstempeln durch die Benutzung mit der Zeit sehr individuelle Beschädigungen bilden wie bei normalen Stempeln. Diese individuellen Beschädigungen erlauben es selbst auf den ersten Blick optisch absolut identisch wirkenden Stempel von einander zu unterscheiden. Die individuellen Beschädigungen können sein, das Herausbrechen von Metallstücken, Stempelrisse oder Kratzer in den Stempeln, genau diese individuellen Merkmale sind aber nicht in den echten antiken Stempeln vorhanden gewesen und folglich sind alle Münzen mit diesen Merkmalen welche nur in den Transferstempeln aber nicht in den echten Stempeln vorhanden sind zwingend falsch. Eine weitere mögliche sehr individuelle Stempelbeschädigung ist Korrosion, welche bei manchen antiken Eisen- oder Bronzestempel (Stempelrost) aufzufinden ist. Oder wenn vergessen wurden vor dem Prägen zwischen die Stempel einen Rohling zu legen, kann es passieren, dass durch das Zusammenprallen der Stempel gegeneinander ohne Rohling dazwischen, Details vom wohl in der Regel härteren Avers Stempel auf den Revers Stempel übertragen bzw. Eingeprägt werden. „Clashed dies“

Das wirft natürlich die Frage auf ist es möglich herauszufinden, ob die Stempelbeschädigungen nur in den Transferstempeln sind, dann wären als Münzen, die auch diese Beschädigung aufweisen zwingend falsch, oder waren die Beschädigung schon in den originalen Stempeln zu finden und weisen somit auch echte Münzen diese Beschädigung auf?
Unterscheidung ob Stempelfehler oder Stempelrisse in den Transferstempel waren oder in den echten Stempeln.
Zunächst, wenn man identische Details auf mehreren Stücken findet, dann müssen diese Details in den Stempel gewesen sein. Z.B. wenn der Stempel Kratzer/Stempelriss/Stempelfehler hat, dann findet man diesen Kratzer/Stempelriss/Stempelfehler, auf allen Stücken, welche mit diesem Stempel nachdem auftreten des Kratzer/Stempelriss/Stempelfehler in den Stempeln geprägt wurden.
Mal angenommen in den Transferstempeln entwickelt sich ein Stempelriss oder Stempelfehler, dieser Stempelriss oder Stempelfehler ist nur in den Transferstempeln zu finden. Falls man aber diesen Stempelriss oder Stempelfehler nicht bei echten Stücken mit späteren Stempelzuständen finden kann und so ein Stempelriss auch nicht einfach so verschwindet, kann man daraus schließen, dass alle Stücke, die diesen Stempelriss oder Stempelfehler haben, Transferstempelfälschungen sein müssen. Möglich ist also eine Unterscheidung durch eine Stempelstudie von Münzen von denselben Stempeln in welcher man die Details rekonstruiert, welche in den originalen Stempeln waren und den Münzen unterschiedliche Stempelzuständen zuweist und dann rekonstruiert wie sich die Stempel abgenutzt haben und wann welche Stempelbrüche oder Stempelfehler entstanden sind und wie sich diese mit fortlaufender Nutzungsdauer entwickelt haben.
Stempelzustand, gibt den Zustand der Stempel in unterschiedlichen Phasen wider und ergibt sich aus der Stempelabnutzung, dem Auftreten und dem Fortschreiten von Stempelrissen und Stempelfehlern.
Einige Beirut Fälschungen weisen Transferfehler wie Löcher in den Stempeln oder Perlen auf, diese Fehler kann man auf all diesen Transferstempel-Fälschungen, welche von den gleichen Stempeln stammen finden, da man es auf allen finden kann, muss es in den Stempel sein.
Jetzt kann man nach echten Stücken von denselben Stempeln suchen, welche einen späteren Stempelzustand aufweisen. Und schauen, ob die echten Stücke auch solche Löcher oder Perlen aufweisen. Wenn die echten Stücke keine solche Löcher oder Perlen aufweisen sollten, was eigentlich immer der Fall seine sollte, dann können diese auch nicht in den echten Stempeln gewesen sein und müssen daher folglich ausschließlich in den Transferstempeln sein. Folglich sind alle Stücke mit den Löchern oder Perlen Transferstempelfälschungen.
Falls die Mutter einen Kratzer oder Schürfspuren oder ähnliches hatte dann haben die Transferstempel-fälschungen diese auch, falls sie nicht aus den Transferstempeln entfernt wurde. Dasselbe gilt auch für alle anderen individuellen Merkmale bzw. Charakteristika vom Prägen, von der Zirkulation und durch Umwelteinflüsse welche in identischer Form auch auf den Transferstempelfälschungen zu finden sind, falls diese nicht in den Transferstempeln entfernt oder im anderen Fall keine neuen Details eingraviert wurden.
Kratzer der Mutter sind auch bei den Fälschungen Kratzer, das heißt die Kratzer sind tiefer als die Felder! Aus einem Kratzer in den Transferstempeln wird beim Prägen auf den Transferfälschungen eine erhabene Linie in Form des Kratzers, welcher ein höheres Relief als die Felder hat! Man sieht häufig die Umrisse der Mutter im Transferstempel und diese Umrisse spiegeln nicht zwingendermaßen die Größe der originalen Stempel wider. Fälscher müssen in manchen Fällen die Originalgröße der echten Stempel rekonstruieren damit sich die Fälschungen dahingehend nicht von echten Stücken unterscheiden. Zu Solidi Transferstempelfälschungen, dort unbedingt den Rand anschauen, gibt es erhabene Linien (Geisterlinien), welche das Rohlingsende der Mutter widerspigeln und welche sich nicht durch das Prägen erklären lassen z.B. außerhalb des punktierten Randes. Gibt es generell erhabene Linien, wenn ja sind diese plausible? Falls verschiedene Transferstempel miteinander kombiniert werden, können unterschiedliche Probleme auftreten, wie unmögliche Stempelverbindungen zwischen unterschiedlichen Prägestätten, Herrschern und von Stücken aus unterschiedlichen Zeiten.

Außerdem kann z.B. folgendes Problem auftreten, dass die Abnutzungsgrade des Avers mit dem des Revers nicht kompatibel ist.
Mutter 1 sehr stark abgenutzt durch Umlauf
Mutter 2 prägefrisch ohne Zirkulationsspuren
Wenn wir jetzt Transferstempel von Mutter 1 und Mutter 2 kombinieren bekommen wir eine Seite mit starken Umlaufspuren und eine prägefrische Seite, was natürlich unmöglich ist.
Falls man Stempel miteinander kombiniert, zwischen denen "große" zeitliche Abständen vorhanden sind, dann muss man die Stempelzustände unbedingt beachten. Wenn der Stempelzustand der einzelnen Stempel, welche miteinander kombiniert werden sich nicht während der Prägungen mit den einzelnen Stempelkombinationen verändert, dann bedeutet, dass zwischen den einzelnen Stempelkombinationen nicht viele andere Münzen mit den Stempeln geprägt worden sein können, sonst hätte sich ja der Stempelzustand verändern müssen. Das bedeutet dann in der Regel, dass die Kombinationen zeitgleich erfolgt sein müssten oder Stempel wurde eingelagert und später mit neuen Stempeln kombiniert und wieder eingelagert etc.
Einmal angenommen, jemand nimmt von einer Augustus Münze von frischen unverbrauchten Stempeln Abdrücke und fertigt damit Transferstempel. Und dieser Augustus Avers Stempel wir dann mit einem Reverse Stempel von Tiberius kombiniert und in dieser Kombination werden dann Transferstempelfälschungen geprägt. Aber es gibt auch echte Augustus Münzen von denselben Stempeln, ewlche aber von einem viel späteren verbauchteren Stempelzustand stammen und womöglich gibt es sogar weitere Augustus Stempelkombinationen mit späteren Stempelzuständen. Dann stellt sich die Frage, wie ein zeitlich viel später Hybrid von frischeren Augustus Avers Stempeln geschlagen werden sein kann, da es ja zeitlich viel frühere Augustus Stücke von demselben Avers aber in einem deutlich späteren Stempelzustand gibt. Hybride verbinden ja frühere und spätere Prägungen und sollten daher immer den spätesten Stempelzustand der früheren Prägung haben.


Fälschungen von modernen Stempeln

Die meisten Fälschungen von modernen Stempeln sind mit einer hydraulischen Presse hergestellt worden und nicht mit einem Hammer geprägt wie antike Münzen. Diese gepressten Münzen weisen deutlich weniger Metallfluss auf, sehr flache Felder keine oder sehr wenige Fließlinien (diese können aber in die Stempel eingraviert oder poliert werden), außerdem haben sie eine gleichmäßige Ausprägung und Rohlingsdicke, keine Doppelkonturen oder flach geschlagenen Bereiche!
Zur Identifizierung von modernen Fälschungen ist das Wissen über emissionsspezifische Besonderheiten antiker Münzen von großer Bedeutung. Wurden die Buchstaben mit Werkzeugen in die Stempel eingraviert oder wurden die Buchstaben mit einer Punze eingestempelt bei echten Stücken dieser Prägeserie? Ist der Stil der Münze modern oder antik im Vergleich mit echten antiken Stücken? Gibt es andere echte antike Münzen mit dem gleichen Stil und somit wohl auch von demselben Künstler? Stempelschneider haben in der Antike in der Regel mehr als ein Stempelpaar gemacht, außerdem kann man mit der Zeit bei diesen antiken Künstlern auch eine Stilentwicklung feststellen. Gibt es stempelgleiche Stücke, die definitiv echt sind in Museumssammlungen oder alten Sammlungen oder aus archäologischen Ausgrabungen? Gibt es Stempelverbindungen zu echten Stücken? Stempelverbindungen, welche nicht existieren dürfen, z.B. eine zeitlich und/oder geographisch zu große Differenz zwischen zwei Prägeserien welche durch Stempelverbindungen verbunden sind! Ist die Stempelstellung korrekt für die Zeit und die Prägestätte, einige Prägestätten haben Münzen mit einer festen Stempelstellung geprägt. Entspricht das Gewicht der Münze unter Berücksichtigung von Abnutzung und möglichen Beschädigungen oder Korrosion dem korrekten Gewichtsstandard? Stimmt die Metallzusammensetzung für die Emission und ist das Metall alt, gibt es moderne Elemente in der Metalllegierung die man bei antiken Münzen nicht oder nicht in der Höhe finden kann und was sagt die Isotopenanalyse? Manche Fälscher schmelzen günstige aber echte antike Münzen ein, damit die Fälschungen die gängigen archäometrischen Metalluntersuchungen bestehen. Stimmt die Schrötlingsherstellung und die Schrötlingsform mit der anderer erwiesen echter Münzen derselben Emission überein? Wie sind die Kantenrisse? Je nachdem, wie die Metalllegierung ist und ob die Rohlinge kalt oder heiß geprägt oder gepresst wurden erhält man unterschiedliche und unterschiedlich stark ausgeprägte Kantenrisse. Viele aber natürlich nicht alle Fälscher gießen Gold und Silber in Formen um runde Kügelchen zu erhalten, welche dann mit dem Hammer flach gehämmert und in Form gebracht werden, wenn die kleinen runden Pellets nicht erhitzt werden vor dem Flachhämmern, dann entsteht häufig bei Silber ein Rohling mit starken Kantenrissen, da Metall durch das Erhitzen elastischer wird. Falls es sich um eine Bronzemünze handelt, ist die Patina echt, falls ja, dann ist auch die Münze zwingendermaßen echt. Falls die Patina künstlich ist, dann ist das Stück höchst verdächtig. Hat die Münze eine gute alte Provenienz, falls ja kann man zumindest eine Fälschung aus neuerer Zeit ausschließen. Ist die Abnutzung der Münze durch Gebrauch plausibel oder ist die Abnutzung zu gleichmäßig, was auf eine künstliche Abnutzung und für eine Fälschung spräche? Falls aber Schaustücke wie große römische Medaillons, welche Geschenke waren an verdiente Personen, starke Zirkulation aufweisen, dann ist das verdächtig, da diese Stücke ja eigentlich nicht für den normalen Zahlungsverkehr vorgesehen waren und echte Stücke eigentlich keine oder so gut wie keine Zirkulationsspuren aufweisen. Andersherum kann es auch sehr verdächtig sein wenn alle Münzen welche von einem Stempelpaar existieren stempelfrisch sind also, dass es kein Stück von diese Stempeln in den Zahlungsverkehr gelangt ist. Hat die Silbermünze eine Tönung, falls ja ist diese echt? Bei falschen Münzen findet man häufig künstliche sich sehr schnell bildende Tönungen oder Farben und Lacke welche eine Tönung imitieren sollen. Wurde die Münze absichtlich manipuliert das heißt repatiniert, bearbeitet, poliert, verkratzt oder scharf gereinigt um Probleme zu kaschieren oder um von Problem abzulenken? Sind die Kratzer plausible, das heißt lassen sie sich durch den Gebrauch der Münzen erklären ? Bei Umlaufmünzen kommen mit fortlaufender Zrikulationsdauer immer neue Kratzer hinzu was wiederum aber bedeutet, dass ältere Kratzer durch den Umlauf und den damit verbundenen Abrieb auch an schärfer und Tiefe verlieren. Dass alle Kratzer absolut frisch und daher scharf sind und auf einer normal oder stark zirkulierten Münze ist nicht schlüssig. Es sollten sich viel mehr frische und schon ältere Kratzer auf solchen normal oder stark zirkulierten Münze finden lassen. Ausnahme sind prägefrische oder antike Münzen, welche nicht im Umlauf waren und somit keine oder so gut wie keine erkennbaren Kratzer aufweisen.
Fälscher sehen sich in der Regel als Künstler und haben Ihren eigenen unverwechelbaren Stil (Eigentümlichkeiten),welchen sie auch mit der Zeit weiterentwickeln und welcher ihre Sicht auf die Welt und somit auch Ihre moderne Zeit widerspiegelt in welcher sie leben. Moderne Fälscher (Künstler), imitieren häufig Münzen unterschiedlicher Herrscher, Prägestätten und aus verschiedenen weit auseinanderliegenden Zeiten, welche alle den unverwechselbaren Stil des Künstlers haben. Stempelschneider in der Antike wurden wohl wie alle Menschen in der Antike im Durschnitt nicht besonders alt und hatten daher nur schätzungsweise nicht mehr als 40 Jahre Zeit was schon extrem hoch angesetzt ist, um Stempel zu produzieren. Wenn wir jetzt viele Münzen desselben Stils und daher wohl von demselben Künstler stammend haben, zwischen welchen z.B. über 100 Jahre und große geographische Distanzen, dann haben wir ein Problem, dass ein antiker Stempelschneider über 100 Jahre alt geworden ist und in dieser Zeit so große geographische Distanzen überwunden hat, ist doch extrem unwahrscheinlich.
Gute Beispiele sind Slavey und Becker beide haben einen unverwechselbaren Stil aber sie haben Stücke von unterschiedlichen Herrschern, Prägestätten und Zeiten kopiert z.B. Römer und Griechen.
Wie sieht die Herkunft der Stücke aus, wenn sie überwiegend oder ausschließlich von Fälschungsverkäufern verkauft werden, dann ist das immer sehr verdächtig oder wenn es andere Unstimmigkeiten gibt wie z.B ein Schatzfund mit Münzen unterschiedlicher Kaiser aber von jedem Kaiser nur ein Münzen von nur einem Stempelpaar gibt, dann ist das nicht schlüssig.

Unterschiedliche Stempelzustände und deren Relevanz zur Echtheitsbestimmung
Anhand der noch nicht oder schon vorhandenen Stempelbeschädigungen, Stempelbrüche, und der Stempelabnutzung, kann man den Stempelzustand bestimmen. Je mehr von diesen vorhanden sind und je stärker diese ausgeprägt sind desto später ist der Stempelzustand.
Die mechanische Beanspruchung der Stempel beim Prägen (Druck, Reibung, Temperaturdifferenz durch heißen Rohling und kalte Stempel) führt mit der Zeit bei den Stempeln zu Stempelbeschädigungen. Stempelbeschädigungen = kleinste Metallstücke können aus den Stempeln herausbrechen, diese Beschädigungen schwächen den Stempel an dieser Position und es können weitere Stücke an dieser Stelle herausbrechen und so den Stempelfehler mit der Zeit vergrößern oder der Stempelfehler wird durch den Metallfluss welcher sich mit der Zeit in die Stempel erodiert vergrößert. Der Metallfluss ist besonders stark ausgeprägt wo große Reliefunterschiede vorhanden sind und erodiert sich mit der Zeit in die Stempel, Beispiel hierfür sind die Fließlinien, die häufig bei den Buchstaben der Legende bei römischen Münzen zu finden sind. Generell führt der Metallfluss dazu, dass Stempel verbraucht bzw. abgenutzt werden durch Erosion. Außerdem können die Stempel mit der Zeit Brüche entwickeln, welche generell vom Rand der Stempel aus starten und nach innen verlaufen und den Stempel an den betroffenen Stellen schwächen was mit der Zeit dazu führt , dass die Brüche größer, das heißt breiter und / oder länger werden. Und irgendwann wird der Bruch so stark, das heißt er geht von einer Seite zur anderen so, dass der Stempel in zwei Teil bricht und somit unbrauchbar ist. Lichtenrader Prägung kann auch eine Zuordnung erlauben aber nur, wenn die Stempel nicht fixiert waren. Der Avers Stempel war härter als der Revers und, wenn beim Prägen kein Rohling in der Mitte lag, kam es vor, dass Details des Aversstempels in den Reversstempel eingeprägt wurden. Und je nachdem wie die Stellung der Stempel zueinander war 1-12 Uhr , wurden unterschiedliche Details übertragen. Außerdem lassen sich anhand von Stempelrost, falls vorhanden auch Rückschlüsse über den Stempelzustand gewinnen, also dadurch, ob der Stempelrost schon in den Stempeln vorhanden ist und wie weit er fortgeschritten ist.
Stempelreihenfolge lässt sich bestimmen durch Stempelverbindungen in Kombination mit dem jeweiligen Stempelzustand.
Probleme, die beim Überprägen auf echten antiken Münzen auftreten oder auftreten können.
1. Mit jedem Prägen wird der Rohling minimal größer und flacher, durch den erneuten Druck beim Prägen , außerdem sollte das Metall mit jedem Prägevorgang stärker verdichtet/komprimiert werden.

2. Wenn man vermeiden will, dass man Spuren des Reliefs des Untertyps später noch sieht , dann muss man entweder mechanisch das Relief der zu überprägenden Münze abschleifen oder mit Druck glätten oder man braucht beim Prägen wirklich verdammt viel Druck und einen passenden Stempel welcher das Relief des Undertyps auch noch gut überdeckt. (Undertyp = die Münze welche überprägt wird)
Bei antiken Münzen, welche auf anderen Münzen überprägt wurden kann man eigentlich immer noch Spuren des Undertyps erkennen und häufig kann man sogar den Undertyp identifiziern (Herbessos Drachmen wurden oft auf Drachmen von Syrakus überprägt, kann dann häufig noch Zeus und das Pferd der überprägten Münzen Stellenweise sehen)

3. Rohlingsbrüche am Rand werden durch den erneuten Druck beim erneuten Prägen stärker und neue Rohlingsbrüche besonders am Rand können auftreten (natürlich abhängig vom Druck beim Prägen)

4. Nur sehr wenige antike Münzen wurden auf anderen antiken Münzen überprägt, daher ist es ein sehr starkes Alarmzeichen, wenn es für diese Prägeserien nur eine Münze bekannt ist welche überprägt wurde aber alle anderen Münzen dieser Emission halt keine Spuren einer Überprägung aufweisen. Außerdem muss die Münze welche überprägt wird älter sein, als die Serie welche auf ihr überprägt wird.
Z.B. Anachronismus, eine Hadrian Münze wird überprägt mit Stempeln einer Münze von Julius Caesar (unmöglich ).

5. Bei Bronzemünzen wird die Patina häufig beschädigt beim Überprägen




Edit: Orthograpie und Grammatik Korrektur,in Arbeit!
Zuletzt geändert von Amentia am Sa 29.08.20 13:52, insgesamt 8-mal geändert.

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Re: Fälschungsgalerie

Beitrag von Amentia » Di 25.08.20 10:43

Hier mal ne grottige Fälschung, da ist viel falsch, wie Patina, Stil, Abnutzung etc.
ICh denke es ist eine gute Übung sich immer zu fragen was an Fälschungen eigentlich falsch ist.

https://www.catawiki.com/l/39997739-rom ... -ad-98-117

Stempelgleich, Form, Position und Größe der Buchstaben ist gleich, dann noch die Position der Buchstaben im Verhältnis zum Portrait auf Avers und der Darstellung auf dem Revers.

https://www.etsy.com/de/listing/1826374 ... s_search_1
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lol klein.jpg

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Re: Fälschungsgalerie

Beitrag von Amentia » Di 25.08.20 15:56

Hier ein paar meiner Neuen Liapnoff Stempel und Protostempel.
Diese Protostempel sind handgeschnitzt in "Plastik" und keine Transferstempel
Dateianhänge
DSC_5874.JPG
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DSC_5871.JPG
DSC_5868.JPG
DSC_5865.JPG
DSC_5866.JPG
DSC_5862.JPG
Zuletzt geändert von Amentia am Di 25.08.20 16:19, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Fälschungsgalerie

Beitrag von Amentia » Di 25.08.20 15:59

Hier Protostempel (sind eigentlich Abdrücke), welche verwendet wurden um Transferstempel herzustellen.
Schaut euch den Bereich an wo in den echten Stempeln der punktierte Rand ist, dort findet ihr einen unvollständignen punktierten Rand vor und Geisterlinien, welche die Rohlingsform der Mutter widerspiegeln.
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Re: Fälschungsgalerie

Beitrag von beachcomber » Di 25.08.20 16:54

vielen dank für deinen beitrag, ich finde du hast wirklich alles erwähnt was es so an erkennungsmerkmalen moderner fälschungen gibt. jedenfalls fällt mir nichts neues dazu ein!
grüsse
frank

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Re: Fälschungsgalerie

Beitrag von andi89 » Di 25.08.20 17:27

Amentia hat geschrieben:
Di 25.08.20 10:35

Hier mal von einer Numismatikerin eine Masterarbeit zum Thema Fälschungen

https://docplayer.org/115002909-Mastera ... -grad.html
Ich empfehle jedem lieber die folgenden Beiträge von Amentia zu lesen, als diese "Abschlussarbeit". :|
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Re: Fälschungsgalerie

Beitrag von Zwerg » Di 25.08.20 18:19

andi89 hat geschrieben:
Di 25.08.20 17:27
Ich empfehle jedem lieber die folgenden Beiträge von Amentia zu lesen, als diese "Abschlussarbeit".
Einspruch!
Ich habe nur sehr quergelesen, weil für mich der Wissensgewinn nicht ersichtlich ist.
Als Arbeit, die unter Beweis stellt, daß ein wissenschaftliches Studium erfolgreich absolviert wurde, ist sie recht ordentlich.
Für die praktische Fälschungserkennung bringt die Masterarbeit natürlich fast nichts. Das kann man nach einem Studiengang auch gar nicht erwarten, da fehlt einfach die Erfahrung. Dies ist auch nicht der eigentliche Sinn der Arbeit.
Ich spreche da aus eigener Erfahrung - Ich war wahnsinnig stolz auf meine Staatsexamensarbeit über die Münzprägung Vespasians mit irren neuen Erkenntnissen (ca. 200 Seiten getippt! mit übergroßen Tabellen). Heute schaudert es mich!
In der Numismatik ist Erfahrung, ganz vieles "Sehen" und möglichst viel Arbeiten mit Originalen unabdingbar.
Die Ausführungen und das Material von Amentia müßten eigentlich völlig anders zugänglich gemacht werden. Gute Fälschungen durch Transferstempel kenne ich seit ca. 15 Jahren - in dieser Menge sehe ich sie zum ersten Male und habe heut Abend viel zu gucken.

Im Übrigen schließe ich mich Franks Beitrag an: Mir fällt auch nichts Neues ein!

Grüße
Klaus
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Re: Fälschungsgalerie

Beitrag von antoninus1 » Di 25.08.20 18:27

Mir fallen da als erstes die große Menge von Grammatikfehlern, Interpunktionsfehlern und häufig falsches Deutsch auf 8O

Zwei typische Sätze:
"Die ersten Gussmünzen sind in China um 900 v. Chr. zu finden. Auch begegnet sind sie bei den Kelten und den Römern."

Spielt das keine Rolle bei einer Magisterarbeit?
Gruß,
antoninus1

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Re: Fälschungsgalerie

Beitrag von Zwerg » Di 25.08.20 18:33

Das hätte man natürlich redigieren können, hat mich auch geärgert.
Die Dame stammt nun einmal aus Bulgarien. Ich weiß nicht, ob bei solch einer Magisterarbeit eine Überprüfung in diesem Sinne zulässig ist.
Bei einem Artikel in einer Fachzeitschrift sieht das anders aus.
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Re: Fälschungsgalerie

Beitrag von andi89 » Di 25.08.20 18:52

Zwerg hat geschrieben:
Di 25.08.20 18:19
Als Arbeit, die unter Beweis stellt, daß ein wissenschaftliches Studium erfolgreich absolviert wurde, ist sie recht ordentlich.
Einspruch meinerseits!
Die Arbeit erfüllt das, was ich als Minimalanforderung an eine wissenschaftliche Arbeit bezeichnen würde, nur sehr knapp (und mit vielen zugedrückten Augen).
Da wäre zum einen die Sprache: mir ist klar, dass nicht jeder Deutsch als Muttersprache hat. Aber kann man sich nicht jemanden suchen aus dem Freundeskreis, der das Ding vor der Veröffentlichung auf sprachliche Fehler und dergleichen durchliest?
Beim Durchlesen bekommt man den Eindruck, dass im Wesentlichen eine Handvoll Quellen von zwei oder drei verschiedenen Autoren verwendet wurde.
Die Arbeit ist oft sehr "allgemein" gehalten. Es werden beispielsweise antike Bleimünzen erwäht; leider erfährt man nie, was sie damit meint (mir fallen spontan keine ein). Literaturverweise gibt es hier auch keine. In bestimmten Kapitel hat man stark den Eindruck es geht ausschließlich um geprägte Münzen. Dann werden aber auch wieder Güsse erwäht. Ein bisschen sehr geht es auch bei der Definition der Patina drunter und drüber....

Es würde mich schon sehr wundern, wenn die Uni Wien es verbieten würde, dass man seine Arbeit auf sprachliche Fehler durch andere überprüfen lässt. In den Danksagungen all meiner Abschlussarbeiten steht sogar explizit drinnen wer das Korrekturlesen übernommen hat (und das was bei uns am Arbeitskreis bei allen Dissertationen so).

Grüße
Andreas
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Re: Fälschungsgalerie

Beitrag von antoninus1 » Di 25.08.20 18:52

Zwerg hat geschrieben:
Di 25.08.20 18:33
Das hätte man natürlich redigieren können, hat mich auch geärgert.
...Ich weiß nicht, ob bei solch einer Magisterarbeit eine Überprüfung in diesem Sinne zulässig ist.
Bei einem Artikel in einer Fachzeitschrift sieht das anders aus.
Ja, das könnte sein. Unsere Professoren hatten uns damals darauf hingewiesen, dass sie die Arbeiten nicht korrigieren würden, dass aber schlechtes bzw. fehlerhaftes Deutsch durchaus Einfluss auf die Note hat. Eine (deutsche) Kommilitonin, die locker 10 Fehler pro Seite schaffte, klagte daraufhin, dass das "gemein" sei :)
Gruß,
antoninus1

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Re: Fälschungsgalerie

Beitrag von andi89 » Di 25.08.20 19:13

"Gemein" beziehungsweise eine Zumutung ist es auch soetwas zu lesen/lesen zu müssen.
Der bulgarischen Autorin der erwähnten Masterarbeit wäre ja vielleicht auch noch die Möglichkeit geblieben, die Abhandlung in englischer Sprache zu verfassen. Da könnte ich mir allerdings schon eher vorstellen, dass die Uni das nicht so einfach erlaubt.
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Re: Fälschungsgalerie

Beitrag von Amentia » Di 25.08.20 19:21

Noch ein paar Protostempel sind fast alle handgeschnitzt nur wenige umgeschnitten Transferstempel
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Re: Fälschungsgalerie

Beitrag von Mynter » Di 25.08.20 19:27

Amentia hat geschrieben:
Di 25.08.20 10:35

Hier mal von einer Numismatikerin eine Masterarbeit zum Thema Fälschungen

https://docplayer.org/115002909-Mastera ... -grad.html
Im Prinzip ist diese Masterarbeit eine Erweiterung von Voigtlaenders Buch um Comptertechnik + sehr viel Bulgarien.
Grüsse, Mynter

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Re: Fälschungsgalerie

Beitrag von Altamura2 » Di 25.08.20 19:38

Zwerg hat geschrieben:
Di 25.08.20 18:19
... Als Arbeit, die unter Beweis stellt, daß ein wissenschaftliches Studium erfolgreich absolviert wurde, ist sie recht ordentlich. ...
Kann man so sehen, muss man aber nicht :D . Bei fünf Minuten Reinschauen ist mir Folgendes ins Auge gesprungen:
  • Auf Seite 105 werden in Abbildung 27 Repliken von Slavei Petrov Originalen gegenübergestellt. Bei der Athener Tetradrachme kopiert die Replik ein Exemplar des Übergangsstils, das Original ist eines der etwas späteren Massenprägung.
  • Es gibt etwa drei Seiten mit Internetquellen, www.forgerynetwork.com ist aber nicht dabei (das amerikanische Forum aber schon).
Das ist eher mau, und da muss sich vielleicht auch der Betreuer an die Nase fassen :? .

Gruß

Altamura

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