Julisch-Claudische Dynastie

Kaiser, Dynastien und Münzstätten

Moderator: Homer J. Simpson

dictator perpetuus
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Re: Julisch-Claudische Dynastie

Beitrag von dictator perpetuus » Mi 18.03.20 15:23

Hmm aktuell bin ich mir auch etwas unsicherer. Hab zwar bei der Verkäuferin durch die Lupe geguckt, weil ich deshalb wegen dem was man hier so liest - erstmal skeptisch war, da sie die Münze vom viel gescholtenen Numismatik Lanz hat. Sah für mich nach normaler Kraterlandschaft einer mäßig erhaltenen Münze aus und weniger nach porigem Guss. Aber wenn ich jetzt nochmal eine Vergrößerung ansehe, ist die Kante an der verdickten Stelle der nicht gut zentrierten Münze ein kleines bisschen verdächtig oder irre ich mich? Naja, wäre nicht so viel Lehrgeld. Und ohne mal eine Fälschung in der Hand gehabt zu haben, lässt sich ja wenig lernen.
So ganz 100% sicher bin ich bei meinen aktuell drei SiIlbermünzen nur beim wahrscheinlich zu teuer gekauften Prociliusrepublikdenar. Wobei der preisgünstige Hadriandenar für mich auch anders aussieht als ein Guss (d htte ich auch Echtheitsgarantie vom Händler). Sind halt auch alle in unterschiedlicher Erhaltung.
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Denarprocilius.jpg
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Quinar1.jpg
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justus
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Re: Julisch-Claudische Dynastie

Beitrag von justus » Mi 18.03.20 19:37

Also die Oberfläche erscheint mir etwas seltsam. Ob es am Photo liegt?
mit freundlichem Gruß

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Re: Julisch-Claudische Dynastie

Beitrag von dictator perpetuus » Mi 18.03.20 19:50

Bin mir etwas unsicher. Die ist halt irgendwie sehr rau auf kleinerer Ebene als es bei vielen Kupfermünzen so ist. Wenn ich die Beispiele für Güsse sehe, ist das eher so gleichmäßig blasig porig eventuell kaschiert durch Kratzer. Aber ich denke, allein vom Buchstabenbild ist der Prociliusdenar auf jeden Fall geprägt und echt, aber hat auch eine komplett andere Oberfläche.
Vielleicht hat da jemand mit Schmiergelpapier geschmiergelt oder die Münze lag im trockenen Sand? In echt wirkt die Münze schon irgendwie anders, sie lässt sich irgendwie viel besser lesen trotz der Größe. Die Schrift wirkt in echt dem "L Procili" ähnlicher, recht flach im ergleich zu meinen Assen, aber sehr definiert.
Also wie eine typische Gussfälschung wirkt die Münze auf mich nicht, aber ein wenig verdächtig doch zunehmend - ihr habt mehr Ahnung als ich.

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beachcomber
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Re: Julisch-Claudische Dynastie

Beitrag von beachcomber » Do 19.03.20 10:41

ich glaube nicht an einen guss, das ist die typische oberfläche eines chemisch gereinigten silber-quinars aus spanien, der voller hornsilber war!
grüsse
frank

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Re: Julisch-Claudische Dynastie

Beitrag von alex456 » Fr 08.05.20 11:11

Hallo,
folgenden netten Denar des Octavian konnte ich ebenfalls vor Kurzem ergattern.
Interessant ist neben der Rückseite auch, dass Octavian einen kurzen Bart trägt, was zu dieser Zeit für einen vornehmen Römer eher untypisch ist.
Hierfür habe ich zwei mögliche Erklärungen gefunden:
1. Octavian trägt hier einen „Trauerbart“. Dafür spricht, dass zeitgleich ein Denar mit der gleichen Rückseite und dem Konterfei Carsars auf der Vorderseite ausgemünzt wurde. Daher muss man beide Stücke wohl in einem Zusammenhang sehen. Evtl. soll hier die Pietas des Octavian betont werden. Dagegen spricht aber, dass Caesar zum Zeitpunkt der Emission bereits vier Jahre Tod war.
2. Oder die Münze steht im Zusammenhang mit dem Feldzug Octavians gegen Fulvia und Lucius Antonius. Es war wohl üblich, dass sich Feldherren einen Bart wachsen ließen. Dafür würde auch die Rückseite sprechen. So könnten die Standarte und der Legionsadler für den Feldzug und der Pflug und der Messstab für die Ansiedlung von Veteranen nach dem Sieg von Perugia stehen.
Evtl. hat ja jemand von Euch eine weitere Idee?
Ich hoffe er gefällt!

Mit vielen Grüßen
Alex

Octavian, als Triumvir und Imperator
40 v.u.Z.
Münzmeister: Ti. Sempronius Gracchus.
Av. bloßer, bärtiger Kopf des Octavian n. r. , DIVI IVLI F
Rv. Legionärsstandarte (Signum), Legionsadler (aquila), Pflug (aratrum) und Messstab (decempeda), Q · DESIG TI · SEMPRON GRACCVS III · VIR ·
3,49g
Crawford 525/2; CRI 326. RSC 523.
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kiko217
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Re: Julisch-Claudische Dynastie

Beitrag von kiko217 » Fr 08.05.20 14:18

Ja, er gefällt!
Dies ist eines der Stücke, die man auch noch zur Republik zählen kann.Jedenfalls würde ich ihn bei einem Prägedatum von 40 v. dort einordnen.

Schönes Wochenende

Kiko

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alex456
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Re: Julisch-Claudische Dynastie

Beitrag von alex456 » Sa 09.05.20 08:45

Da hast Du natürlich Recht.
Danke, ich wünsche Dir auch ein schönes Wochenende!

Mit vielen Grüßen
Alex

antoninus1
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Re: Julisch-Claudische Dynastie

Beitrag von antoninus1 » Di 19.05.20 16:40

Ich habe hier ein As des Claudius von etwas ungewöhnlichem Stil. Ist das vielleicht in Spanien geprägt?

Av.: TI CLAVDIVS CAESAR AVG PM TR P IMP
Rv.: S C Minerva
10,94 g
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Claudius_av.JPG
Claudius_rv.JPG
Gruß,
antoninus1

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Re: Julisch-Claudische Dynastie

Beitrag von beachcomber » Di 19.05.20 16:45

das kann sehr gut sein, sowas sehe ich dort öfters!
grüsse
frank

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Re: Julisch-Claudische Dynastie

Beitrag von shanxi » Di 19.05.20 16:45

Hier sieht er ähnlich zerknautscht aus:

https://www.acsearch.info/search.html?id=3323097

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Re: Julisch-Claudische Dynastie

Beitrag von antoninus1 » Di 19.05.20 17:48

Ja, so ähnliche sind mir auch ins Auge gefallen :)
Ich glaube, den habe ich vor Jahren mal auf Ebay ersteigert. Soll aus England sein. Ich dachte zuerst, eine lokale Imitation von dort. Aber vielleicht ist er ja auch mit Soldaten dorthin gelangt.

CNG schreibt von Mint I and "distinctive portrait" :)
Na ja, ist ja ganz interessant.
Gruß,
antoninus1

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Re: Julisch-Claudische Dynastie

Beitrag von shanxi » Di 19.05.20 19:54

Die von CNG zitierte Münze und das Paper:

Paper (DOI): https://doi.org/10.3406/numi.2000.2281

Plates: www.persee.fr/doc/numi_0484-8942_2000_num_6_155_2744

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Homer J. Simpson
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Re: Julisch-Claudische Dynastie

Beitrag von Homer J. Simpson » Di 19.05.20 20:14

Ich habe so ein Produkt von Tiberius. Nur 22 mm groß, aber 9,2 Gramm schwer. Die Vorderseite entspricht RIC 44, die Rückseite RIC 71-72.

Homer
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1101.jpg
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Re: Julisch-Claudische Dynastie

Beitrag von antoninus1 » Di 19.05.20 21:13

shanxi hat geschrieben:
Di 19.05.20 19:54
Die von CNG zitierte Münze und das Paper:

Paper (DOI): https://doi.org/10.3406/numi.2000.2281

Plates: www.persee.fr/doc/numi_0484-8942_2000_num_6_155_2744
Vielen Dank; ich werde mich mal durch das Französisch kämpfen :)
Gruß,
antoninus1

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Re: Julisch-Claudische Dynastie

Beitrag von Zwerg » Di 19.05.20 21:31

Der Bequemlichkeit wegen lese ich vor dem Download immer die Zusammenfassung durch.
Und so richtig neu scheint mir das Ergebnis nicht zu sein
The results appear to show that, concurrent with purely local striking (illicit mints) and the
output of the official mint in Rome, several official mints located in Gaul and the Iberian peninsula were the source of an
abundant supply of copper and brass coins issued over a short period of time.
Welche Münzstätten neben Rom waren in Gallien und Hispanien noch offiziell und wo waren sie lokalisiert?

Schönen Abend
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